{"id":55193,"date":"2025-04-23T16:41:11","date_gmt":"2025-04-23T16:41:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/55193\/"},"modified":"2025-04-23T16:41:11","modified_gmt":"2025-04-23T16:41:11","slug":"eu-prueft-verbot-neuer-gas-deals-mit-russland-so-koennte-das-europa-treffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/55193\/","title":{"rendered":"EU pr\u00fcft Verbot neuer Gas-Deals mit Russland: So k\u00f6nnte das Europa treffen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1707\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/248724089-scaled.jpg\" class=\"attachment-original size-original\" alt=\"Das Frachtschiff \u201ePijlgracht\u201c liefert zwei neue LNG-Ladearme am Terminal von Sakhalin Energy auf der russischen Insel Sachalin.\"  data-portal-copyright=\"picture alliance\/dpa\/TASS | Yuri Smityuk\" \/><\/p>\n<p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\tDas Frachtschiff \u201ePijlgracht\u201c liefert zwei neue LNG-Ladearme am Terminal von Sakhalin Energy auf der russischen Insel Sachalin.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\tpicture alliance\/dpa\/TASS | Yuri Smityuk\n\t\t\t\t\t\t\t<\/p>\n<p>Bis zum Jahr 2027 will die <a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/themen\/eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Europ\u00e4ische Union<\/a> (EU) von russischer Energie unabh\u00e4ngig sein. Daf\u00fcr will die EU-Kommission in wenigen Wochen einen Fahrplan vorstellen.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund pr\u00fcft die EU-Kommission aktuell unter anderem, ob sie Unternehmen per Gesetz verbieten k\u00f6nnte, neue Vertr\u00e4ge f\u00fcr russische fossile Brennstoffe zu unterzeichnen.<\/p>\n<p>Ronald Pinto, Gas-Analyst beim Energiedatenanbieter Kpler, geht davon aus, dass diese m\u00f6gliche Ma\u00dfnahme vor allem Auswirkungen auf kurzfristige Eink\u00e4ufe von russischem Fl\u00fcssiggas, sogenannte Spotk\u00e4ufe, h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Bis zum Jahr 2027 will die <a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/themen\/eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Europ\u00e4ische Union<\/a> (EU) von russischer Energie unabh\u00e4ngig sein. Es ist kein leichter Weg. Auch weil einzelne EU-Mitgliedsstaaten wie Frankreich, Italien oder Belgien <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/energie\/eu-gasimporte-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">zuletzt sogar mehr Gas aus Russland importierten<\/a> als noch im Jahr zuvor. <\/p>\n<p>Doch schon in den kommenden Wochen will die <a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/themen\/eu-kommission\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">EU-Kommission<\/a> einen Fahrplan vorstellen, um das selbstgesteckte Ziel zu erreichen. Erste Leaks in den vergangenen Tagen zeigen nun, wie weit die EU dabei m\u00f6glicherweise bereit w\u00e4re zu gehen. So pr\u00fcft die Kommission laut eines hohen EU-Beamten aktuell, ob sie Unternehmen in der Europ\u00e4ischen Union per Gesetz verbieten k\u00f6nnte, neue Vertr\u00e4ge f\u00fcr russische fossile Brennstoffe zu unterzeichnen, berichtet <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/energy\/eu-looking-options-forbid-new-russian-gas-contracts-source-says-2025-04-22\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eReuters\u201c<\/a>. Dabei soll es insbesondere um Gas und Fl\u00fcssiggas gehen, denn ein Gro\u00dfteil der \u00d6leinfuhren aus Moskau in die EU ist bereits verboten. <\/p>\n<p>Weiterhin soll die <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/1c126ea9-a9a0-4aed-b257-44860c31bfad\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kommission auch an rechtlichen M\u00f6glichkeiten arbeiten<\/a>, die es EU-Unternehmen erlauben w\u00fcrden, bestehende Gasliefervertr\u00e4ge mit <a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/themen\/russland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Russland<\/a> zu k\u00fcndigen, ohne Strafen zahlen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Welche Folgen aber h\u00e4tten diese potenziellen Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den Energiemarkt in Europa und speziell in Deutschland? K\u00f6nnte die M\u00e4rkte beispielsweise komplett ohne russisches Gas auskommen? Und wie schmerzhaft w\u00e4ren die Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Russland?<\/p>\n<p>Energie-Experte Schroeder warnt vor kurzfristiger Umsetzung <\/p>\n<p>Geht es nach Andreas Schroeder, Energie-Experte\u00a0vom Analyseinstitut\u00a0ICIS, sind die Folgen solcher EU-Entscheidungen auch davon abh\u00e4ngig, ab wann sie gelten, sagt er auf Anfrage von Business Insider. Er bef\u00fcrchtet: \u201eSetzt die EU durch, dass Firmen in\u00a0Europa\u00a0ihre alten Gasvertr\u00e4ge mit Russland sofort brechen und keine neuen mehr abschlie\u00dfen d\u00fcrfen, w\u00fcrde das Deutschland\u00a0und Europa\u00a0weh tun. Eine Menge so gro\u00df wie\u00a0\u00fcber ein\u00a0Viertel\u00a0der deutschen\u00a0Gasnachfrage\u00a0(mehr als\u00a020 Milliarden Kubikmeter) w\u00e4ren beeintr\u00e4chtigt.\u201c<\/p>\n<p>Schroeder warnt: \u201eDie Folge w\u00e4re ein Preisschock, weil sich das Gas-Angebot weltweit verknappen w\u00fcrde.\u201c Der Grund: Alle betroffenen Unternehmen m\u00fcssten sich zeitgleich nach neuen Gaslieferanten umsehen, um ihre Nachfrage weiter decken zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Allerdings, erkl\u00e4rt Schroeder, rechnet er damit, dass die EU den Unternehmen im Falle eines Inkrafttretens solcher Ma\u00dfnahmen mehr Zeit einr\u00e4umt. Immerhin geht es insbesondere bei Gas um gro\u00dfe Mengen, die ersetzt werden m\u00fcssten: Laut <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/infographics\/where-does-the-eu-s-gas-come-from\/#0\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">eigenen Angaben<\/a> der EU entfielen im Jahr 2024 rund 19 Prozent der gesamten Gaseinfuhren der Europ\u00e4ischen Union auf Russland (Pipeline-Gas: 11,6\u00a0Prozent, 31,6\u00a0Milliarden Kubikmeter; Fl\u00fcssiggas (<a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/themen\/lng\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LNG<\/a>): 7,3 Prozent, 20 Milliarden Kubikmeter).<\/p>\n<p>Ersatz f\u00fcr wegfallende russische Gas-Importe k\u00f6nnte aus den USA kommen <\/p>\n<p>Trotz des hohen Gas-Anteils aus Russland im EU-Markt erwarten Experten, dass sich dieser ersetzen l\u00e4sst. M\u00f6glich w\u00e4ren etwa mehr Gas-Importe aus den USA. Schon jetzt z\u00e4hlt das Land mit einem Anteil von 16,5 Prozent an den EU-Gaseinfuhren zu den gr\u00f6\u00dften Lieferanten der Europ\u00e4ischen Union, vor allem f\u00fcr LNG. <\/p>\n<p>F\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Einbindung der USA sprechen auch die Auswertungen des Energiedatenanbieters Kpler zu sogenannten Spotk\u00e4ufen. Unternehmen kaufen hierbei kurzfristig Fl\u00fcssiggas (LNG) am Energiemarkt ein, bei denen die Lieferung meist am n\u00e4chsten Tag erfolgt \u2013 zu aktuellen Marktpreisen. W\u00fcrde die EU solche Eink\u00e4ufe f\u00fcr russisches LNG beschr\u00e4nken, in dem sie die Unterzeichnung neuer Gas-Vertr\u00e4ge mit Russland verbietet, entst\u00fcnde deutlich mehr Platz f\u00fcr andere Lieferanten. <\/p>\n<p>Ronald Pinto, Gas-Analyst beim Energiedatenanbieter\u00a0Kpler, erkl\u00e4rt dazu auf Anfrage von Business Insider: \u201eUnseren Daten zufolge importierte die EU im vergangenen Jahr 4,48 Millionen Tonnen russisches LNG auf dem Spotmarkt. Das entspricht etwa 25 Prozent der gesamten russischen LNG-Einfuhren im Jahr 2024. Spanien, Frankreich und Belgien sind die Hauptabnehmer von russischem LNG.\u201c Pinto glaubt deshalb: \u201eDieser Schritt (Anm. d. Red. das Verbot zur Unterzeichnung neuer Gas-Vertr\u00e4ge mit Russland) k\u00f6nnte darauf abzielen, in den kommenden Monaten und Jahren zus\u00e4tzliche US-LNG-Lieferungen in die EU aufzunehmen.\u201c<\/p>\n<p>Lest auch<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"200\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/202410_BI_Novatek-200x200.jpg\" class=\"attachment-thumbnail-square size-thumbnail-square\" alt=\"\"  \/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/putin-freund-rettet-vermoegen-vor-sanktionen-dank-deutscher-firma\/\" class=\"wp-block-inline-teaser__link \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n\t\t\t\t\tRussische Millionen gingen an Beh\u00f6rden vorbei: Wie eine deutsche Firma einem  Putin-Freund half, sein Verm\u00f6gen vor Sanktionen zu retten<br \/>\n\t\t\t\t<\/a><\/p>\n<p>Die Infrastruktur f\u00fcr neue Gaslieferungen h\u00e4tte die EU jedenfalls. Eine Analyse des unabh\u00e4ngigen, internationalen Think-Tanks Embe mit Hauptsitz in London zeigt, dass die EU bis 2030 \u00fcber eine \u00fcbersch\u00fcssige Gasimportkapazit\u00e4t von 131 Milliarden Kubikmetern verf\u00fcgen wird, vor allem durch den Ausbau von LNG-Terminals und Pipelines. <\/p>\n<p>\u201eDas ist mehr als der j\u00e4hrliche Gasbedarf von Deutschland, Frankreich und Polen zusammen\u201c, erkl\u00e4rt Tatiana\u00a0Mindekova auf Anfrage von Business Insider Sie arbeitet als Politikberaterin f\u00fcr den Think-Tank Embe. Kurzum: Die EU plant Importkapazit\u00e4ten, die die Nachfrage nach Gas \u00fcbersteigen d\u00fcrfte. An logistischen oder technischen Gr\u00fcnden d\u00fcrfte der vollst\u00e4ndige Ausstieg aus russischem Gas nicht scheitern.<\/p>\n<p>Welche Folgen h\u00e4tten die m\u00f6glichen EU-Pl\u00e4ne f\u00fcr Russland <\/p>\n<p>Bleibt noch die Frage, welche weiteren Folgen ein Verbot neuer Gasvertr\u00e4ge mit Russland oder die M\u00f6glichkeit aus alten auszusteigen, f\u00fcr das Land h\u00e4tten. <\/p>\n<p>Fakt ist: Es geht um viel Geld, auf welches der Kreml aufgrund solcher Ma\u00dfnahmen in seiner Kriegskasse verzichten m\u00fcsste. Laut eines <a href=\"https:\/\/energyandcleanair.org\/publication\/eu-imports-of-russian-fossil-fuels-in-third-year-of-invasion-surpass-financial-aid-sent-to-ukraine\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Berichts des Forschungszentrums \u201eCREA\u201c<\/a> (Centre for Research on Energy und Clean Air) bezahlte die EU zwischen Februar 2024 und Februar 2025 rund 21,9 Milliarden Euro f\u00fcr \u00d6l und Gas an Russland. <\/p>\n<p>Mit Blick auf Gas glaubt Energie-Experte Schroeder vom Analyseinstitut ICIS deshalb: \u201eF\u00fcr Russland werden die m\u00f6glichen Einschr\u00e4nkungen beim Gas-Handel das weitaus gr\u00f6\u00dfere Problem. Sie k\u00f6nnen das LNG (verfl\u00fcssigtes Gas) nicht zu gleichen Kosten nach Asien exportieren und m\u00fcssten erhebliche, finanzielle Einbu\u00dfen hinnehmen.\u201c Damit w\u00e4re zumindest ein Teil des Ziels der EU-Kommission erf\u00fcllt: Die Ma\u00dfnahmen zur Beschr\u00e4nkung russischer Energieimporte w\u00fcrden Moskau mehr schaden als der EU.<\/p>\n<p>Lest auch<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"200\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/202410_BI_Artikel_BarMalGas_1800x1200-200x200.jpg\" class=\"attachment-thumbnail-square size-thumbnail-square\" alt=\"\"  \/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/lng-terminal-in-rostock-kritis-objekt-trotz-russland-verbindung\/\" class=\"wp-block-inline-teaser__link \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n\t\t\t\t\tTrotz brisanter Russland-Verbindung: LNG-Terminal in Rostock k\u00f6nnte Teil der kritischen Infrastruktur Deutschlands werden<br \/>\n\t\t\t\t<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Frachtschiff \u201ePijlgracht\u201c liefert zwei neue LNG-Ladearme am Terminal von Sakhalin Energy auf der russischen Insel Sachalin. picture&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":55194,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,942,663,158,3934,3935,1213,13,14,15,307,12],"class_list":{"0":"post-55193","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-eu-kommission","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-gas","17":"tag-headlines","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-russland","21":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114388276553812481","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55193","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=55193"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55193\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/55194"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=55193"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=55193"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=55193"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}