{"id":552095,"date":"2025-11-05T05:31:13","date_gmt":"2025-11-05T05:31:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/552095\/"},"modified":"2025-11-05T05:31:13","modified_gmt":"2025-11-05T05:31:13","slug":"zum-70-geburtstag-wie-roland-emmerich-das-blockbuster-kino-praegte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/552095\/","title":{"rendered":"Zum 70. Geburtstag: Wie Roland Emmerich das Blockbuster-Kino pr\u00e4gte"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/roland-emmerich-114.jpg\" alt=\"Roland Emmerich\" title=\"Roland Emmerich | \u00a9SWR | Beetz Brothers film production\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 05.11.2025 04:50 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Der erfolgreichste deutsche Regisseur in Hollywood wurde einst als &#8222;Spielbergle aus Sindelfingen&#8220; verspottet. Heute gilt Roland Emmerich als Pionier des Actionfilms. Seine Ideen musste er gegen enorme Widerst\u00e4nde durchsetzen. <\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Roland Emmerich wurde mit &#8222;Independence Day&#8220; 1996 weltber\u00fchmt. Es folgten Film-Hits wie &#8222;Godzilla&#8220; (1998), &#8222;The Patriot&#8220; (2000) und &#8222;The Day After Tomorrow&#8220; (2004). Emmerich wurde damit zum Mitsch\u00f6pfer des Blockbuster-Kinos. Geholfen habe dem Regisseur sein schw\u00e4bisches Naturell, glaubt Jo M\u00fcller. Der Kinoexperte und Filmautor begleitet das Filmschaffen von Emmerich seit 30 Jahren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zum 70. Geburtstag des Hollywood-Stars am 10. November drehte er die Doku &#8222;Meister der Apokalypse &#8211; Roland Emmerich&#8220;, ab dem 5. November verf\u00fcgbar in der ARD Mediathek. Emmerich habe seine Visionen verwirklicht mit allen F\u00e4higkeiten, &#8222;die man den Schwaben so nachsagt: T\u00fcftelei, Durchsetzungsverm\u00f6gen und auch Sturheit.\u201c<\/p>\n<p>    Einmal Schwabe, immer Schwabe<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Regisseur sp\u00fcrt in seinem Alltag ebenfalls seine &#8222;schw\u00e4bischen Wurzeln&#8220;, aber eher in der K\u00fcche: &#8222;Jedes Mal, wenn Freunde von uns zu Besuch kommen, werden Sp\u00e4tzle gemacht&#8220;, sagt Roland Emmerich in der Doku. &#8222;Einmal ein Schwabe, immer ein Schwabe.&#8220; Das klingt beinahe fatalistisch. Doch auch solches Understatement geh\u00f6rt zu Emmerich. Jo M\u00fcller erlebt es, als er den Regisseur in Hollywood besucht, ihn zu privaten Festen, Events und Dreharbeiten begleitet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Hollywood-Star betrachte sich &#8222;als Handwerker, nicht als Filmk\u00fcnstler&#8220;, erz\u00e4hlt Jo M\u00fcller im Gespr\u00e4ch \u00fcber seine Doku mit SWR Kultur. Emmerich komme es darauf an, dass seine Filme funktionierten. Geholfen habe ihm auch, dass er nicht die &#8222;\u00fcblichen Eitelkeiten&#8220; eines Hollywood-Regisseurs besitze: &#8222;Er ist sehr nahbar, sehr freundlich, auf dem Boden geblieben.&#8220;<\/p>\n<p>    Kampf gegen Spott und H\u00e4me<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Als Filmemacher dagegen war Emmerich kompromisslos &#8211; von Anfang an. Und auch das geh\u00f6rt zu seiner schw\u00e4bischen Vergangenheit: Seine Vision wurde anfangs kaum ernst genommen, er selbst noch Anfang der 1990er-Jahre als &#8222;Spielbergle aus Sindelfingen&#8220; verspottet. &#8222;Ich habe das mitgekriegt&#8220;, erinnert sich Jo M\u00fcller, &#8222;als er die ersten Filme gedreht hat, wie h\u00e4misch die heimische Presse mit ihm umgegangen ist &#8211; vor allem die schw\u00e4bische.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Emmerich selbst h\u00e4lt mit seinen Eindr\u00fccken nicht hinterm Berg.<strong> <\/strong>1990 kommt sein Science-Fiction &#8222;Moon 44&#8220; ins Kino, gedreht mit Trickfilmer Volker Engel in einer Panzerfabrik bei Leonberg. Stundenlang habe sich Emmerich von Journalisten Beleidigungen anh\u00f6ren m\u00fcssen. Mehrfach h\u00e4tte man ihm gesagt: &#8222;Dann geh doch nach Amerika, aber die wollen dich ja eh nicht.&#8220; Emmerich entgegnete: &#8222;Fuck you guys&#8220; &#8211; und ging.<\/p>\n<p>    Nach Hollywood dank Sylvester Stallone<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Schon damals ist der Regisseur seiner Zeit voraus. W\u00e4hrend in Deutschland das Autorenkino gefragt ist, macht er Genre-Filme, versucht Geschichten nicht durch Dialoge, sondern starke Bilder zu erz\u00e4hlen. Fr\u00fch malt er, ist fasziniert von Architektur und Innenarchitektur. Viele seiner Motive tauchen auch in sp\u00e4teren Filmen auf, zum Beispiel in &#8222;2012&#8220; aus dem Jahr 2009: riesige Flutwellen, Highways, die zusammenknicken, Vogelschw\u00e4rme, die New York verlassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch in Hollywood muss Roland Emmerich allerdings k\u00e4mpfen. Zwar bekommt er prominente Unterst\u00fctzung &#8211; Actionstar Sylvester Stallone h\u00f6chstpers\u00f6nlich empfiehlt den noch unbekannten Deutschen, nachdem er &#8222;Moon 44&#8220; gesehen hat -, doch ein geplantes Filmprojekt mit Stallone scheitert am Zerw\u00fcrfnis mit Produzent Joel Silver. Legend\u00e4r ist dessen Drohung an Emmerich: &#8222;Du wirst in dieser Stadt niemals mehr einen Film machen.&#8220; Noch einer, der den Mann aus Schwaben untersch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>    Die Welt retten mit Will Smith<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit &#8222;Independence Day&#8220; enden die schwierigen Jahre. Der wohl bekannteste Film von Roland Emmerich spielt 1996 weltweit \u00fcber 800 Millionen Dollar ein. Ein Erfolg, den der Regisseur vor allem der Besetzung zuschreibt. Im Krieg der Menschheit gegen die Aliens \u00fcbernimmt Will Smith eine der Heldenrollen, neben Bill Pullman und Jeff Goldblum. &#8222;Ein Schwarzer, ein Jude und ein wei\u00dfer R\u00fcpel als Pr\u00e4sident. Die drei haben zusammen mehr oder weniger die Welt gerettet&#8220;, scherzt Emmerich. F\u00fcr die Rolle von Will Smith war ein Schwarzer urspr\u00fcnglich nicht vorgesehen. Doch das Team entschied, die Hauptrolle mit einem schwarzen Darsteller zu besetzen. Roland Emmerich: &#8222;Das war damals revolution\u00e4r&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Meistens jedoch ging es in Hollywood damals weniger revolution\u00e4r zu. Roland Emmerich ist schwul. Er will Actionfilme und Science-Fiction drehen. Doch er wei\u00df, dass in diesen Genres ein homosexueller Mann nicht gut ankommt: &#8222;Da geh\u00f6rt das Wort &#8217;schwul&#8216; einfach nicht hin. Das h\u00e4tte wahrscheinlich meiner Karriere nicht sehr gutgetan.&#8220; Das hindert Emmerich aber nicht an selbstbewussten Entscheidungen. Als einer der ersten Blockbuster-Regisseure befasst er sich 2004 in &#8222;The Day After Tomorrow&#8220; mit den Folgen des Klimawandels. Eine weitere Pioniertat.<\/p>\n<p>    &#8222;Ich mache Filme, bis ich umfalle&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Drei Jahre zuvor war Emmerich lebensbedrohlich an einem Hirntumor erkrankt. &#8222;Ich habe damals gedacht, dass ich sterben werde, und habe mir gesagt: Bevor ich sterbe, mache ich noch einen Film \u00fcber das, was ist mir am wichtigsten ist: Climate Change.&#8220; Erstaunlich ruhig sei der Regisseur damals gewesen, erinnert sich Doku-Autor Jo M\u00fcller. &#8222;Als ich die Geschichte mit dem Gehirntumor erfahren habe, war ich ersch\u00fcttert und erstaunt, wie locker er dar\u00fcber geredet hat.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Emmerich denke derzeit \u00fcber eine Fortsetzung des Filmes &#8222;The Day After Tomorrow&#8220; nach. Ob es ihn gerettet hat, dass er damals einfach weitermachte?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">70 Jahre alt zu werden, ist nach diesen Erfahrungen f\u00fcr ihn &#8222;a big, big date&#8220;, ein gro\u00dfer, gro\u00dfer Tag. Ebenso sicher ist er sich: &#8222;Ich mache so lange Filme, bis ich umfalle.&#8220; Doch ob er f\u00fcr immer in den USA bleiben wird? Sein Ehemann und er h\u00e4tten bewusst beide ihren deutschen Pass behalten. &#8222;Man wei\u00df ja nie, oder?&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 05.11.2025 04:50 Uhr Der erfolgreichste deutsche Regisseur in Hollywood wurde einst als &#8222;Spielbergle aus Sindelfingen&#8220; verspottet. 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