{"id":552535,"date":"2025-11-05T09:46:14","date_gmt":"2025-11-05T09:46:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/552535\/"},"modified":"2025-11-05T09:46:14","modified_gmt":"2025-11-05T09:46:14","slug":"einigung-in-bruessel-klimaziel-deutlich-abgeschwaecht-eu-laender-wollen-90-prozent-weniger-emissionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/552535\/","title":{"rendered":"Einigung in Br\u00fcssel: Klimaziel deutlich abgeschw\u00e4cht \u2013 EU-L\u00e4nder wollen 90 Prozent weniger Emissionen"},"content":{"rendered":"<p>Zum Klimaschutz wollen die EU-Staaten ihre Treibhausgasemissionen bis 2040 um mindestens 90 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. Die Umweltminister einigten sich damit auf einen abgeschw\u00e4chten Kompromiss.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Zum Klimaschutz wollen die EU-Staaten ihre Treibhausgasemissionen bis 2040 um mindestens 90 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. Nach einem Kompromiss der Umweltminister sollen allerdings f\u00fcnf Prozentpunkte davon durch Deals mit dem au\u00dfereurop\u00e4ischen Ausland erkauft werden k\u00f6nnen, wie die d\u00e4nische EU-Ratspr\u00e4sidentschaft mitteilte. Die Minister hatten bis in den fr\u00fchen Mittwochmorgen in teils chaotischen Verhandlungen um eine Einigung gerungen, \u00fcber die nun noch mit dem Europaparlament verhandelt werden muss. <\/p>\n<p>Von diesem Ziel abgeleitet beschlossen Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) und seine Kollegen nach mehr als 20 Stunden Verhandlung in Br\u00fcssel, die Emissionen bis 2035 zwischen 66,25 Prozent und 72,5 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Diesen Klimaplan muss die EU nun f\u00fcr die Weltklimakonferenz COP30 bei den Vereinten Nationen einreichen. Die Zeit dr\u00e4ngt: Die Konferenz in Brasilien beginnt in wenigen Tagen. Zwei Fristen, im Februar und zuletzt im September, wurden schon gerissen, weil sich die Mitgliedsstaaten nicht einig geworden waren.<\/p>\n<p>Klimaschutz abschw\u00e4chen, um Wirtschaft zu entlasten?<\/p>\n<p>F\u00fcr 2030 und 2050 hat die EU bereits Klimaziele \u2013 das f\u00fcr 2040 steht noch aus. Deshalb hatte die Europ\u00e4ische Kommission im Juli auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse vorgeschlagen, die Emissionen in den n\u00e4chsten 15 Jahren um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Der Vorschlag entspricht in den wesentlichen Punkten den im Koalitionsvertrag festgehaltenen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article256336916\/Deutsche-Industrie-bewertet-neues-EU-Klimaziel-als-nicht-realistisch.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article256336916\/Deutsche-Industrie-bewertet-neues-EU-Klimaziel-als-nicht-realistisch.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klimazielen der schwarz-roten Bundesregierung<\/a>.<\/p>\n<p>Den Kommissionsvorschlag schw\u00e4chten die L\u00e4nder nun deutlich ab. Denn mit Blick auf wirtschaftliche Belastungen, ein angespanntes geopolitisches Umfeld und Probleme der Industrie regte sich in einigen EU-Staaten bis zuletzt Widerstand. Nun sollen laut Kompromiss unter anderem bis zu f\u00fcnf Prozentpunkte schon ab 2031 durch Klimazertifikate aus dem Ausland erzielt werden k\u00f6nnen. Die EU-Kommission hatte drei Prozentpunkte ab 2036 vorgeschlagen, Deutschland unterst\u00fctzte das.  Polen beispielsweise hatte zuvor gefordert, zehn Prozentpunkte der n\u00f6tigen Senkung mit Auslandszertifikaten erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Bislang muss die EU ihre Klimaziele durch Treibhausgas-Minderungen auf eigenem Boden erreichen. Mit Klimazertifikaten aus Nicht-EU-L\u00e4ndern sollen Treibhausgasemissionen, die in der EU entstehen, verrechnet werden k\u00f6nnen: So soll etwa m\u00f6glich sein, Emissionsgutschriften f\u00fcr Projekte der Kohlenstoff-Speicherung oder -Entnahme aus der Atmosph\u00e4re zu kaufen und zu den inl\u00e4ndischen Reduktionen zu addieren.<\/p>\n<p>Bei der Nutzung von Auslandszertifikaten zur Kompensation bef\u00fcrchten Kritiker, dass Staaten im Globalen S\u00fcden ihre nationalen Klimaziele bewusst niedriger ansetzen, um sich Aufstockungen von den Europ\u00e4ern bezahlen zu lassen \u2013 oder dass Minderungen doppelt angerechnet werden k\u00f6nnten. <\/p>\n<p>Ziel soll regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft werden<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus soll die EU-Kommission nach ihrem Willen alle zwei Jahre \u00fcberpr\u00fcfen, ob die EU sich in die richtige Richtung bewegt und ob das 2040er-Ziel mit Europas Wettbewerbsf\u00e4higkeit und der Wissenschaft vereinbar ist. Wenn n\u00f6tig, soll die Kommission auch neue Gesetzesvorschl\u00e4ge machen k\u00f6nnen. Sollten Kohlenstoffsenken wie W\u00e4lder oder Moore weniger zur Senkung der Emissionen beitragen als angenommen, soll das Ziel ebenfalls gesenkt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die EU-L\u00e4nder wollen au\u00dferdem, dass Brennstoffe erst ab 2028 und damit ein Jahr sp\u00e4ter als geplant in das Handelssystem mit Treibhausgas-Zertifikaten eingreifen. Beim sogenannten Emissionshandel m\u00fcssen Unternehmen Rechte zum Aussto\u00df von Treibhausgasen nachweisen. Eigentlich sollen ab 2027 auch Brennstoffe einbezogen werden, was besonders den Verkehrs- und Geb\u00e4udebereich betrifft. <\/p>\n<p>Auch das EU-Parlament muss sich noch zum Kommissionsvorschlag f\u00fcr das Klimaziel f\u00fcr 2040 positionieren. Einen Zeitplan daf\u00fcr gibt es noch nicht. Im Anschluss m\u00fcssen die Staaten und die Parlamentarier verhandeln, bevor das Ziel in Kraft treten kann.<\/p>\n<p>kr\u00f6\/rct\/dpa\/Reuters<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zum Klimaschutz wollen die EU-Staaten ihre Treibhausgasemissionen bis 2040 um mindestens 90 Prozent im Vergleich zu 1990 senken.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":552536,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[134183,13,53557,14,15,110,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-552535","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-emissionsrechte-ks","9":"tag-headlines","10":"tag-klimaschutz-ks","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-newsteam","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115496457592091022","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/552535","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=552535"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/552535\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/552536"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=552535"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=552535"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=552535"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}