{"id":552666,"date":"2025-11-05T11:10:14","date_gmt":"2025-11-05T11:10:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/552666\/"},"modified":"2025-11-05T11:10:14","modified_gmt":"2025-11-05T11:10:14","slug":"demenz-wie-koerperliche-aktivitaet-den-verlauf-von-alzheimer-beeinflusst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/552666\/","title":{"rendered":"Demenz: Wie k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t den Verlauf von Alzheimer beeinflusst"},"content":{"rendered":"<p>Forscher haben untersucht, wie sich k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t auf den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung auswirkt. Dabei kamen sie zu einer Empfehlung, mit der sich die Ver\u00e4nderungen im Gehirn verz\u00f6gern lassen. Dabei geht es nicht nur um die blo\u00dfe Bewegung.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Schon einige Tausend Schritte t\u00e4glich k\u00f6nnen einer Studie zufolge dazu f\u00fchren, dass eine Alzheimer-Erkrankung langsamer voranschreitet. Die Analyse zeige erstmals Effekte bei Menschen, die bereits Alzheimer-typische Ver\u00e4nderungen im Gehirn haben, sagte Emrah D\u00fczel vom Universit\u00e4tsklinikum Magdeburg, der selbst nicht an der Studie beteiligt war. \u201eHier scheint k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t die Ausbreitung dieser Ver\u00e4nderungen \u00fcber Jahre hinweg zu verlangsamen und in Verbindung damit die mentale Leistungsf\u00e4higkeit zu sch\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>In Deutschland sind etwa eine Million Menschen von Alzheimer betroffen. Die Ursachen der Erkrankung, bei der Nervenzellen nach und nach absterben, sind bisher nicht im Detail gekl\u00e4rt. Bekannt ist, dass unter anderem Diabetes, Schlafst\u00f6rungen und Depressionen zu den Risikofaktoren z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Bei k\u00f6rperlich aktiven Menschen mit pr\u00e4klinischem \u2013 also noch symptomlosem \u2013 Alzheimer wurde nun unter anderem ein geringerer kognitiver Abbau als bei k\u00f6rperlich Inaktiven erfasst. Bereits 3000 Schritte am Tag k\u00f6nnen demnach dazu beitragen, dass sich im Gehirn weniger schnell sch\u00e4digende Tau-Proteinklumpen ansammeln. Einen noch gr\u00f6\u00dferen Effekt haben 5000 bis 7500 Schritte, wie das Team um Wai-Ying Wendy Yau vom Mass General Brigham in Boston im Fachjournal \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/dx.doi.org\/10.1038\/s41591-025-03955-6\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/dx.doi.org\/10.1038\/s41591-025-03955-6&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Nature Medicine<\/a>\u201c berichtet.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse best\u00e4tigten, dass Bewegungsmangel ein Risikofaktor f\u00fcr Alzheimer ist, sagte D\u00fczel, Direktor des Instituts f\u00fcr kognitive Neurologie und Demenzforschung des Klinikums. Generell k\u00f6nnten k\u00f6rperlich aktive \u00e4ltere Menschen ihre Hirnsubstanz besser erhalten als k\u00f6rperlich inaktive.<\/p>\n<p>Zum Mechanismus dahinter lasse sich aus der Studie nichts ableiten. Als Effekt komme zum Beispiel infrage, dass regelm\u00e4\u00dfiges Gehen die Kognition trainiert: \u201eDie Personen m\u00fcssen navigieren, sich orientieren und mit Ihrer Umgebung interagieren.\u201c Trainiert werde zudem die kardiovaskul\u00e4re Gesundheit. Schlie\u00dflich w\u00fcrden bei erh\u00f6hter k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t eine Reihe blutgebundener Wachstums- und Schutzfaktoren freigesetzt, die sich positiv auf das Gehirn auswirken und die Ausbreitung von Tau verlangsamen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfiges Gehen trainiert den Kopf<\/p>\n<p>F\u00fcr die Studie wurden bei knapp 300 \u00e4lteren Erwachsenen die kognitiven F\u00e4higkeiten sowie das Vorkommen von Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen im Gehirn zu Beginn und danach mehrfach erneut erfasst. 88 der Probanden wiesen anfangs eine pr\u00e4klinische Alzheimer-Demenz auf: Sie hatten noch keine Symptome, aber schon eine erh\u00f6hte Belastung mit Beta-Amyloid-Plaques. Zu Beginn wurde die Zahl t\u00e4glich gelaufener Schritte gemessen, eine langfristige Erfassung der sportlichen Aktivit\u00e4t erfolgte nicht.<\/p>\n<p>Die Daten zeigten, dass sich das Tau-Protein, ein Marker des Voranschreitens der Erkrankung, bei k\u00f6rperlich aktiveren Menschen langsamer im Gehirn anreicherte \u2013 was den teils um mehrere Jahre verz\u00f6gerten kognitiven Abbau erkl\u00e4rt. Menschen in der Fr\u00fchphase einer Alzheimer-Erkrankung k\u00f6nnen den weiteren Verlauf also deutlich verlangsamen, indem sie sich regelm\u00e4\u00dfig viel bewegen. \u201eJeder Schritt z\u00e4hlt \u2013 und selbst kleine Steigerungen der t\u00e4glichen Aktivit\u00e4ten k\u00f6nnen sich im Laufe der Zeit zu nachhaltigen Ver\u00e4nderungen der Gewohnheiten und der Gesundheit summieren\u201c, so Yau.<\/p>\n<blockquote class=\"c-citation__body\">\n<p class=\"c-citation__text\">Ich w\u00fcrde auf keinen Fall schlussfolgern, dass mehr Bewegung nicht notwendig ist<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Ein Manko der Studie sei, dass die Schrittzahl nur einmal zu Beginn erfasst wurde, sagte D\u00fczel. \u201eWir wissen wenig dar\u00fcber, wie viel sich die Teilnehmer in den Folgejahren der Studie bewegt haben.\u201c Die Ableitung der Forscher, dass es oberhalb einer Schrittzahl von 5000 bis 7000 kaum weitere Verbesserung gebe, sei mit Vorsicht zu interpretieren. \u201eIch w\u00fcrde auf keinen Fall schlussfolgern, dass mehr Bewegung nicht notwendig ist.\u201c Intensive k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t wie Joggen oder Tanzen k\u00f6nne mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit zus\u00e4tzliche Effekte ausl\u00f6sen. <\/p>\n<p>Anzunehmen sei auch, dass zus\u00e4tzliche Faktoren relevant waren. \u201eZum Beispiel kann neben der k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4t die Tatsache eine Rolle spielen, dass eine erh\u00f6hte Schrittzahl einen kognitiv aktiveren Lebensstil mit sich bringt\u201c, erkl\u00e4rte D\u00fczel. \u201eSpazierengehen braucht Planung, Orientierung, Ged\u00e4chtnis und eine Reihe anderer kognitiver Faktoren.\u201c<\/p>\n<p>Der Mediziner r\u00e4t, sich die Ergebnisse zu Herzen zu nehmen und mindestens 5000 bis 7000 Schritte am Tag zu gehen. Die Spazierg\u00e4nge sollten dabei m\u00f6glichst mit dem Erkunden der Umgebung \u2013 und gern auch neuer Umgebungen \u2013 verbunden werden. Eine Reihe von Sportarten wie Radfahren, Tanzen oder Joggen k\u00f6nnten aufgrund ihrer Intensit\u00e4t und der Stimulation des Gehirns zus\u00e4tzliche Effekte haben.<\/p>\n<p>\u201eWichtig ist, dass k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t regelm\u00e4\u00dfig und individuell passend erfolgt \u2013 also in einer Form, die Freude macht und gut in den Alltag integrierbar ist\u201c, erg\u00e4nzte Ren\u00e9 Thyrian vom Deutschen Zentrum f\u00fcr neurodegenerative Erkrankungen in Greifswald. Zu ber\u00fccksichtigen sei zudem, dass Bewegung ein wichtiger, aber nicht der einzige Baustein zur F\u00f6rderung der Gehirngesundheit ist \u2013 sch\u00fctzend wirkten sich auch Lebensstilfaktoren wie geistige Aktivit\u00e4t, soziale Aktivit\u00e4t, wenig Alkoholkonsum und gesunde Ern\u00e4hrung aus.<\/p>\n<p>dpa\/wb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Forscher haben untersucht, wie sich k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t auf den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung auswirkt. 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