{"id":552843,"date":"2025-11-05T12:45:12","date_gmt":"2025-11-05T12:45:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/552843\/"},"modified":"2025-11-05T12:45:12","modified_gmt":"2025-11-05T12:45:12","slug":"wiesbaden-razzia-gegen-fake-abo-betrueger-300-millionen-euro-schaden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/552843\/","title":{"rendered":"Wiesbaden | Razzia gegen Fake-Abo-Betr\u00fcger &#8211; 300 Millionen Euro Schaden"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden (dpa) &#8211; Bei der Razzia gegen mutma\u00dfliche Betrugs- und Geldw\u00e4schenetzwerke auf drei Kontinenten sind auch 29 Objekte in Deutschland durchsucht worden. In Baden-W\u00fcrttemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein waren mehr als 250 Einsatzkr\u00e4fte im Einsatz, wie das Bundeskriminalamt (BKA) und andere Beh\u00f6rden in Wiesbaden mitteilten. 18 Haftbefehle waren zuvor am Dienstag im In- und Ausland vollstreckt worden, darunter f\u00fcnf in Deutschland.<\/p>\n<p>Den insgesamt 44 Beschuldigten &#8211; 36 M\u00e4nnern und acht Frauen im Alter zwischen 32 und 74 Jahren &#8211; wird vorgeworfen, Kreditkartendaten von Gesch\u00e4digten aus 193 L\u00e4ndern genutzt zu haben, um mehr als 19 Millionen Fake-Abos \u00fcber professionell betriebene Schein-Webseiten abzuschlie\u00dfen. Es soll um \u00fcber vier Millionen betroffene Kreditkarteninhaber und mehr als 500 Scheinfirmen gehen.\u00a0<\/p>\n<p>Der von 2016 bis 2021 entstandene Gesamtschaden soll sich auf mehr als 300 Millionen Euro belaufen. Weitere geplante kriminelle Geldfl\u00fcsse von insgesamt rund 750 Millionen Euro konnten nach den Angaben nicht mehr verwirklicht werden, etwa weil Kreditkarten veraltet waren.<\/p>\n<p>Ursprung der Ermittlungen im rheinland-pf\u00e4lzischen Westerwald<\/p>\n<p>Die Zahl der Beschuldigten alleine in Deutschland nannte das BKA \u00abaus ermittlungstaktischen Gr\u00fcnden\u00bb nicht. Laut der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz lag der Ursprung der f\u00fcnfj\u00e4hrigen internationalen Ermittlungen im rheinland-pf\u00e4lzischen Montabaur im Westerwald &#8211; dort habe ein Beschuldigter seinen Wohnsitz oder eine Firma, genauer wollte sich die Beh\u00f6rde nicht \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Auch Fake-Porno-Angebote<\/p>\n<p>Die Fake-Webseiten vor allem zu angeblichen Porno-, Dating- und Streamingangeboten dienten dem BKA zufolge nur dazu, die Kreditkarten der Gesch\u00e4digten mit entsprechenden Geb\u00fchren zu belasten. Die monatlich abgebuchten Betr\u00e4ge waren bewusst eher klein, beispielsweise 50 Euro oder 50 Dollar, und mit unverst\u00e4ndlichen Verwendungszwecken versehen. Damit sollten viele Kreditkarteninhaber die Abbuchungen \u00fcberlesen, nicht eindeutig zuordnen oder nicht als falsch erkennen.<\/p>\n<p>Die Beschuldigten sollen zur Abwicklung von Zahlungen vier gro\u00dfe deutsche Zahlungsdienstleister kompromittiert haben. Bei einem von ihnen sollen die Beschuldigten eigens eine f\u00fcr Geldw\u00e4sche programmierte Software installiert haben.\u00a0<\/p>\n<p>Razzia bis nach Singapur und Zypern<\/p>\n<p>An der internationalen Razzia waren unter anderem das BKA und die Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz beteiligt. Die Beamten filzten auch Objekte in Italien, Kanada, Luxemburg, den Niederlanden, Singapur, Spanien, den Vereinigten Staaten und Zypern.\u00a0<\/p>\n<p>Zu den 44 Beschuldigten z\u00e4hlen mutma\u00dfliche Beteiligte dreier internationaler Betrugsnetzwerke, einstige Verantwortliche deutscher Zahlungsdienstleister, Vermittler, Anbieter von \u00abCrime as a service\u00bb (Kriminalit\u00e4t als Service) und ein selbstst\u00e4ndiger \u00abRisk Manager.<\/p>\n<p>Anti-Geldw\u00e4sche-Beh\u00f6rde erkennt auff\u00e4lliges Verdachtsmuster<\/p>\n<p>Die Ermittlungen ausgel\u00f6st hatten Erkenntnisse der Anti-Geldw\u00e4sche-Beh\u00f6rde FIU. Sie hatte bei zahlreichen einzelnen Verdachtsmeldungen ein auff\u00e4lliges Muster erkannt. Die Kreditkartendaten der Opfer sollen die Beschuldigten etwa mit Phishing-Attacken erbeutet haben. Hierbei versuchen Kriminelle, sensible Daten wie Passw\u00f6rter oder Bankinformationen zu stehlen, indem sie sich etwa per gef\u00e4lschter E-Mail oder Webseite als eine vertrauensw\u00fcrdige Person oder Institution ausgeben.\u00a0<\/p>\n<p>Die aufwendigen, bisher verdeckten Ermittlungen dauern an &#8211; unter anderem mit mehr als 90 Rechtshilfeersuchen in anderen L\u00e4ndern, etwa zur Kl\u00e4rung dortiger Sachverhalte. Die Betr\u00fcgereien wurden laut BKA bereits seit 2021 vollst\u00e4ndig gestoppt. Die Ermittler tauften ihre Arbeit \u00abOperation Chargeback\u00bb. Damit ist eine R\u00fcckbuchung einer Kartenzahlung gemeint, weil ein Kunde bei seiner Bank die Stornierung einer Abbuchung etwa wegen Betrugs fordert.\u00a0<\/p>\n<p>Der Koblenzer Generalstaatsanwalt Harald Kruse sagte zum Ausma\u00df der Betr\u00fcgereien: \u00abDie puren Zahlen in diesem Verfahren lassen einen schwindeln.\u00bb Die Ermittlungen h\u00e4tten bis zu L\u00e4ndern wie Nordkorea gereicht. \u00abIch wusste gar nicht, dass es dort Kreditkarten gibt\u00bb, sagte Kruse. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil\u00a0(SPD) sprach von einem \u00abwichtigen Schlag gegen ein internationales Geldw\u00e4schenetzwerk\u00bb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wiesbaden (dpa) &#8211; Bei der Razzia gegen mutma\u00dfliche Betrugs- und Geldw\u00e4schenetzwerke auf drei Kontinenten sind auch 29 Objekte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":552844,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1847],"tags":[3364,29,548,663,3934,30,13,2052,355,53,1584,17614,14,15,965,12,698,4026,64,4544,1033],"class_list":{"0":"post-552843","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wiesbaden","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-hessen","16":"tag-italien","17":"tag-kanada","18":"tag-kriminalitaet","19":"tag-luxemburg","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-niederlande","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-singapur","25":"tag-spanien","26":"tag-usa","27":"tag-wiesbaden","28":"tag-zypern"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115497161487795504","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/552843","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=552843"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/552843\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/552844"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=552843"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=552843"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=552843"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}