{"id":553376,"date":"2025-11-05T17:41:11","date_gmt":"2025-11-05T17:41:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/553376\/"},"modified":"2025-11-05T17:41:11","modified_gmt":"2025-11-05T17:41:11","slug":"amtsgericht-muenchen-katholischer-priester-in-vergewaltigungsprozess-freigesprochen-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/553376\/","title":{"rendered":"Amtsgericht M\u00fcnchen: katholischer Priester in Vergewaltigungsprozess freigesprochen &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das Amtsgericht <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> hat einen ehemaligen Priester vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Das Gericht habe sich \u201ekein klares Bild\u201c machen k\u00f6nnen, da das vermeintliche Opfer, eine junge Frau, mehrere unterschiedliche Aussagen get\u00e4tigt hatte. \u201eEs gab Widerspr\u00fcche, diese lie\u00dfen sich auch nicht aufkl\u00e4ren\u201c, erkl\u00e4rte Richter Daniel Hinz bei der Urteilsverk\u00fcndung am Mittwoch. Das Gericht erkl\u00e4rte, dass sich die junge Frau in ihren Schilderungen bei der Polizei und bei der ermittlungsrichterlichen Vernehmung widersprochen habe, was den Verlauf der mutma\u00dflichen Tat angehe. \u201eEs bestehen begr\u00fcndete Zweifel, was sich an jenem Tag im Pfarrhaus zugetragen hat.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das Urteil markiert ein \u00fcberraschendes Ende in einem emotionalen Fall. Staatsanwalt Tobias Flei\u00dfner hatte\u00a0drei Jahre und neun Monate Haft f\u00fcr den heute 68-j\u00e4hrigen Priester gefordert. In seinem Pl\u00e4doyer hatte er es als \u201ebesonders verwerflich\u201c angeprangert, dass sich der Geistliche \u201edie hilflose Situation\u201c der jungen Frau zunutze gemacht habe. Denn zu der Zeit, im Jahr 2018, war die Oma der 18-J\u00e4hrigen pl\u00f6tzlich verstorben, ihr Freund, \u201edie erste gro\u00dfe Liebe\u201c, wie sie sagte, hatte sie mit der besten Freundin betrogen und der Vater sei todkrank gewesen. Was die junge Frau zu der Zeit nicht wusste: Ihre Mutter hatte \u201eauf der Suche nach N\u00e4he\u201c eine \u201eLiaison\u201c mit dem Geistlichen angefangen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Mutter war es auch, die auf die Idee kam, man k\u00f6nne gemeinsam den Priester besuchen, er k\u00f6nne ja helfen und der Tochter Beistand leisten. Bei dem Besuch im Pfarrhaus, wohl Ende des Jahres 2018, soll Martin N. zun\u00e4chst seine Hand auf den Oberschenkel der jungen Frau gelegt haben. Sp\u00e4ter, als seine Schwester und die Mutter der 18-J\u00e4hrigen den Raum verlassen hatten, soll er sie vergewaltigt haben. \u201eWenn Du schreist, mach ich Dir das Leben zur H\u00f6lle\u201c, sagte er laut Aussage der Gesch\u00e4digten zu ihr. \u201eDabei war ihr Leben zu dem Zeitpunkt ohnehin schon die H\u00f6lle\u201c, so Flei\u00dfner in seinem Pl\u00e4doyer.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eDie Kirche war mir immer wichtig\u201c, so zitiert die Anw\u00e4ltin der Nebenklage ihre Mandantin. Der Geistliche habe \u201edie Verletzlichkeit einer jungen trauernden Frau ausgenutzt und seine Macht demonstriert\u201c, sagte sie in ihrem Schlussvortrag. Der Vater der Gesch\u00e4digten habe auf einer Aussprache im Ordinariat bestanden. Dort habe die junge Frau \u201evor sechs alten M\u00e4nnern\u201c schildern m\u00fcssen, was der Priester mit ihr gemacht hatte. \u201eEine weitere Erniedrigung durch die Kirche\u201c, kommentiert die Anw\u00e4ltin dieses Verhalten.\u00a0 Die Kirche sei f\u00fcr ihre Mandantin nun \u201eeine Last\u201c.<\/p>\n<p>Der Angeklagte schweigt den ganzen Prozess lang &#8211; und spricht am Ende doch<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Verteidigung hatte Freispruch f\u00fcr den heute 68-J\u00e4hrigen gefordert, zumal die Gesch\u00e4digte zun\u00e4chst nur von einer Hand auf dem Oberschenkel berichtet habe und erst sp\u00e4ter von einer Vergewaltigung. Ein Verteidiger beantragte, von der Gesch\u00e4digten ein Glaubw\u00fcrdigkeitsgutachten erstellen zu lassen, was den Staatsanwalt zu einem wutschnaubenden Gegenvortrag veranlasste.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Angeklagte selbst hatte w\u00e4hrend des ganzen Prozesses geschwiegen und wie versteinert gewirkt. Nur als der Vater der Gesch\u00e4digten erz\u00e4hlte, der Priester habe seiner Frau und seiner Tochter \u201eeinen Dreier in der Sakristei vorgeschlagen\u201c, l\u00e4chelte er. In seinem letzten Wort vor dem Urteil war pl\u00f6tzlich \u00fcberraschend seine Stimme zu vernehmen: Er sei \u201eals Mensch sehr, sehr, sehr entt\u00e4uscht\u201c, er lebe seit Jahrzehnten in Bayern. Nun m\u00fcsse er \u201eso viele L\u00fcgen\u201c h\u00f6ren, man wolle ihn vernichten. Er wisse eines: \u201eDass ich sexuell niemanden gen\u00f6tigt habe.\u201c Die Staatsanwaltschaft kann Berufung gegen das Urteil einlegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Amtsgericht M\u00fcnchen hat einen ehemaligen Priester vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. 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