{"id":553397,"date":"2025-11-05T17:53:16","date_gmt":"2025-11-05T17:53:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/553397\/"},"modified":"2025-11-05T17:53:16","modified_gmt":"2025-11-05T17:53:16","slug":"impressionistisches-fest-in-der-alten-nationalgalerie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/553397\/","title":{"rendered":"Impressionistisches Fest in der Alten Nationalgalerie"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBPll tspBPlm\">Im kommenden Jahr wird die Nationalgalerie 150 Jahre alt. Ihr erstes Haus, jetzt als Alte Nationalgalerie gel\u00e4ufig, bezog sie auf der Museumsinsel. Die Nationalgalerie h\u00fctet eine vorz\u00fcgliche Sammlung von franz\u00f6sischer Moderne, und es gibt auch heutzutage bedeutende Privatsammler, die den Impressionismus sch\u00e4tzen. <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Dazu z\u00e4hlen Ren\u00e9 und Christiane Scharf, die die von Ren\u00e9s Urgro\u00dfvater <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/blumen-des-bosen-in-der-sammlung-scharf-gerstenberg-schrecklich-un-dschon-zugleich-12925135.html?icid=in-text-link_14641823\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Otto Gerstenberg<\/a> begr\u00fcndete Sammlung mit Schwerpunkt franz\u00f6sischer Kunst des 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhunderts behutsam in Richtung Gegenwart ausgebaut haben. Das Sammlerpaar gilt als leihfreudig, hat bislang aber immer Anonymit\u00e4t gewahrt. Nun treten die Scharfs mit ihrer Sammlung ganz ins Rampenlicht, in einer Ausstellung von rund 150 ausgew\u00e4hlten Werken in der Alten Nationalgalerie.<\/p>\n<p> Die Ausstellung <\/p>\n<p class=\"tspBPll\"><strong>The Scharf Collection.<\/strong> Alte Nationalgalerie, Di &#8211; So, 10 Uhr bis 18 Uhr, bis 15. Februar 2026. Katalog 38 \u20ac.<\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Man darf es als postumen Triumph des damals vom Kaiser vertriebenen Direktors Hugo von Tschudi auffassen, der einige bedeutende Impressionisten-Bilder bei potenten Sammlern wusste, die zu Schenkungen bereit waren. Es sollte nicht sein. Ob die Scharfs irgendwann in diese noblen Fu\u00dfstapfen treten wollen, lie\u00dfen alle Beteiligten bei der Vorbesichtigung der Ausstellung offen. Aber man wird tr\u00e4umen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p> Hauptwerk reiht sich an Hauptwerk <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Es ist darum eine vorz\u00fcgliche Idee, die Privatsammlung im zweiten Obergeschoss mit den eigenen Best\u00e4nden zu kombinieren. W\u00fcrden sie sich nicht ideal erg\u00e4nzen? <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Der erste Saal, ganz der Privatsammlung vorbehalten, reiht Hauptwerk an Hauptwerk. In der Mitte als Blickfang ein Gem\u00e4lde von Pierre Bonnard, \u201eDie gro\u00dfe Badewanne\u201c von 1937\/39, also schon einer sp\u00e4teren Generation zugeh\u00f6rig, links dann Werke von <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/monet-uber-dem-sofa-wie-der-impressionismus-nach-berlin-kam-13748272.html?icid=in-text-link_14641823\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Claude Monet<\/a> vom fr\u00fchen \u201eBauernhof in Chailly\u201c 1867 bis zur \u201eWaterloo Bridge\u201c von 1903, eines seiner rasch\u00a0geschaffenen London-Bilder, die die wechselnden Lichtverh\u00e4ltnisse einfangen. Auf der rechten Wand Paul C\u00e9zanne, einer der Begr\u00fcnder der Moderne schlechthin; besonders sch\u00f6n das \u201eHaus mit rotem Dach\u201c von 1890.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/07-ang-scharf-collection-grosse-ot-2000.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-14642573\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAWig\"\/> Katharina Grosse: o. T.   <\/p>\n<p class=\"tspAFf9\"> \u00a9 SPK <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Otto Gerstenberg hatte es mit der Farbe, was immer er an Malerei erwarb, zeichnet sich durch die Betonung der Farbe aus. So hebt dann auch der zweite Saal mit Bonnard an, einer Ansicht der wuselig-lebendigen \u201ePlace de Clichy\u201c von 1906. Ringsum weitere Arbeiten Bonnards, der sich bewusst vom Impressionismus absetzte und doch dessen Erbe antrat.<\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Von hier gehe man in den rechten Seitensaal \u2013 und staune. Auf gerundetem Podest stehen neunzehn Kleinbronzen von Honor\u00e9 Daumier, K\u00f6pfe von Parlamentariern der Juli-Monarchie ab 1830; es sind Pers\u00f6nlichkeiten, namentlich benannt, und zugleich Typen, wie sie der Gesellschaftskritiker in seinen Karikaturen blo\u00dfzustellen pflegte. Gesondert unter einem Glassturz steht die 1851 geschaffene Vollfigur des \u201eRatapoil\u201c, den Daumier als Typus des Unruhestifters erfunden hat, ein st\u00e4ndiger Gast seiner Zeichnungen.<\/p>\n<p> Auch Werke von\u00a0Eug\u00e8ne Delacroix, Camille Corot und Gustave Courbet <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Was g\u00e4be man darum, diese Kollektion in der Nationalgalerie zu wissen \u2013 samt der kleineren Gem\u00e4lde des als Maler lange verkannten Daumier. Dazu Werke von\u00a0Eug\u00e8ne Delacroix, Camille Corot und Gustave Courbet, die den Realismus des 19. Jahrhunderts abdecken.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/01-ang-scharf-collection-bonnard-stilllebenkatze.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-14642576\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAWig\"\/>  Pierre Bonnards \u201eStillleben mit Katze\u201c. <\/p>\n<p class=\"tspAFf9\"> \u00a9 SPK <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Otto Gerstenberg und seine Nachkommen haben nicht auf Vollst\u00e4ndigkeit gesammelt, sondern ihren Vorlieben freien Lauf gelassen. So kam es zur wohl weltgr\u00f6\u00dften Sammlung der Druckgrafik von Henri de Toulouse-Lautrec, die in den kleinen Kabinetten in der Apsis des Museumsgeb\u00e4udes ausgestellt ist. <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Die Welt der Pariser B\u00fchnen und Bordelle hat der aus besseren Kreisen stammende K\u00fcnstler immer wieder aufgesucht, nicht als Voyeur, sondern als Anteilnehmender. Zugleich hat er die Werbegrafik revolutioniert, mit seinen Plakatentw\u00fcrfen f\u00fcr das \u201eMoulin Rouge\u201c und die B\u00fchnenstars seiner Tage.<\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Der linke Nebensaal, dem Kubismus gewidmet, \u00fcberrascht mit einer sehr ausgewogenen Kollektion von Arbeiten von Picasso, Georges Braque und Fernand L\u00e9ger; wobei nur Letzterer die Farb-Vorliebe der Sammler erf\u00fcllt. Der sp\u00e4teste L\u00e9ger stammt bereits von 1951, als die dritte Generation der Sammler \u00fcbernahm; es ist die Generation, in der sich die hier gezeigte Sammlung <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/masson-und-nay-bei-scharf-gerstenberg-das-grauen-bahnt-sich-seinen-weg-11016535.html?icid=in-text-link_14641823\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">von der surrealistisch ausgerichteten Sammlung Scharf-Gerstenberg<\/a> trennte, die seit Jahren in Charlottenburg zu sehen ist. <\/p>\n<p> Mehr Kunst auf Tagesspiegel Plus <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/sammlung-pietzsch-in-der-nationalgalerie-wie-der-surrealismus-in-new-york-gelandet-ist-14626304.html?icid=topic-list_14641823___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCFn4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sammlung Pietzsch in der Neuen Nationalgalerie Wie der Surrealismus in New York gelandet ist <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/ausstellungen\/aufstieg-und-fall-des-erik-schmidt-im-kindl-ein-kunstler-malt-sich-augenzwinkernd-nach-oben-14580593.html?icid=topic-list_14641823___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCFn4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eAufstieg und Fall des Erik Schmidt\u201c im Kindl Ein K\u00fcnstler malt sich nach oben <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/max-beckmanns-tagebucher-kommen-ans-licht-sauftage-mit-allen-schikanen-14540573.html?icid=topic-list_14641823___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCFn4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sauftage mit allen Schikanen Max Beckmanns Tageb\u00fccher kommen ans Licht <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Die jetzigen Sammler richten ihr Augenmerk zun\u00e4chst auf die amerikanisch dominierte Nachkriegs-Abstraktion, wobei Sam Francis, Heros der Documenta von 1964, wiederum f\u00fcr den Vorrang der Farbe steht. Inzwischen sind auch Martin Eder und Daniel Richter in den Kreis der K\u00fcnstler aufgenommen worden, vor allem aber <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/katharina-grosse-in-der-stuttgarter-staatsgalerie-selbst-ein-bemaltes-ei-ist-ein-bild-13546477.html?icid=in-text-link_14641823\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Katharina Grosse.<\/a><\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Was macht eine Privatsammlung aus? Dass sie nicht enzyklop\u00e4disch sein will, sondern die Vorlieben des Sammlers spiegelt. So muss man sich die lange Seitengalerie mit Goyas \u201eDesastres de la Guerra\u201c erkl\u00e4ren, die hier etwas erratisch neben der franz\u00f6sischen Kunst steht. Oder auch nicht, denn mit ihm beginnt schlie\u00dflich die Epoche der Moderne, der die Sammlung Scharf verpflichtet war und bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im kommenden Jahr wird die Nationalgalerie 150 Jahre alt. 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