{"id":554154,"date":"2025-11-06T00:49:18","date_gmt":"2025-11-06T00:49:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/554154\/"},"modified":"2025-11-06T00:49:18","modified_gmt":"2025-11-06T00:49:18","slug":"triebwerk-fiel-wohl-ab-was-bislang-ueber-den-absturz-der-md-11-von-ups-airlines-auf-flug-5x2976-bekannt-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/554154\/","title":{"rendered":"Triebwerk fiel wohl ab: Was bislang \u00fcber den Absturz der MD-11 von UPS Airlines auf Flug 5X2976 bekannt ist"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Ermittlungen zum schlimmen Ungl\u00fcck befinden sich erst im Anfangsstadium. Doch einiges ist schon bekannt. Die Fakten in der \u00dcbersicht:<\/p>\n<p><strong>Der Flug: <\/strong>Flug 5X2976 f\u00fchrt von Louisville in Kentucky, wo UPS Airlines auch ihren Sitz hat, nach Honolulu in Hawaii. UPS Air Cargo f\u00fchrt ihn drei Mal in der Woche mit einer <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/tags\/mcdonnell-douglas-md-11\" id=\"1d92fa77-3307-4edc-8a1e-6f55f363f2c8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">McDonnell Douglas MD-11<\/a> durch. In der Regel dauert er zwischen achteinhalb und neun Stunden.<\/p>\n<p><strong>Das Flugzeug:<\/strong> Die verungl\u00fcckte McDonnell Douglas MD-11 F von UPS Airlines trug die Registrierung N259UP und war das zw\u00f6lfte Exemplar, das im Werk Long Beach gebaut wurde. Das Flugzeug wurde am 19. Juli 1991 an Thai Airways International ausgeliefert. Nach seiner Zeit als Passagierjet wurde es 2006 zu einem Frachter mit gro\u00dfer seitlicher Ladeluke umger\u00fcstet und ging im April 2007 in den Dienst von UPS \u00fcber.<\/p>\n<p>Stationiert war der MD-11 zuletzt am Louisville International Airport. Der 34 Jahre alte Dreistrahler war mit drei Triebwerken vom Typ GE CF6 ausgestattet, verf\u00fcgte \u00fcber ein maximales Startgewicht von 273 Tonnen und hatte bis zuletzt rund 68.000 Flugstunden und mehr als 23.000 Starts und Landungen absolviert. Der aktuelle Marktwert der Maschine lag laut Colalteral Verifications bei etwa 12,6 Millionen Dollar.<\/p>\n<p><strong>Die Opfer:<\/strong> Alle drei Besatzungsmitglieder von Flug 5X2976 sind ums Leben gekommen. Am Boden gibt es bislang acht Todesopfer, die Zahl k\u00f6nnte aber noch steigen. Mindestens 15 Menschen sind verletzt worden. Einige Menschen werden noch vermisst.<\/p>\n<p><strong>Was geschah vor dem Flug? <\/strong>Die MD-11 hatte sich zuletzt vom 3. September bis zum 19. Oktober in der Wartung in San Antonio befunden. Laut dem auf Zwischenf\u00e4lle spezialisierten Portal Aviation Herald berichteten Augenzeugen, dass der Frachter am Tag des Fluges rund zwei Stunden lang am linken Triebwerk gewartet worden war. Dieses scheint aktuell ein Hauptproblem gewesen zu sein.<\/p>\n<p><strong>Der Flugverlauf: <\/strong>Nur wenige Sekunden dauerte der Ungl\u00fccksflug. Schon bei der Beschleunigung und dem Anheben der Nase l\u00f6ste sich laut Aviation Herald das linke Triebwerk, im Jargon Triebwerk Nummer 1 genannt. Es gab ein Feuer und das Flugzeug st\u00fcrzte nur kurz hinter dem Pistenende in ein Gewerbegebiet. Es war voll betankt. Am Boden kam es zu einem Gro\u00dfbrand, weil sich dort auch eine \u00d6lrecyclinganlage befindet. Er ist mittlerweile unter Kontrolle.<\/p>\n<p><strong>Nach dem Crash:<\/strong> Der Louisville Muhammad Ali International Airport stellte nach dem Ungl\u00fcck den Betrieb vor\u00fcbergehend ein. Am Mittwoch (5. November) begann er langsam, wieder Fl\u00fcge abzufertigen und Starts und Landungen zuzulassen. UPS gab bekannt, den Betrieb im Logistikzentrum Worldport in Louisville vor\u00fcbergehend einzustellen. Das ist einschneidend, denn es handelt sich dabei um eines der gr\u00f6\u00dften Luftfrachtzentren der Welt. Die Untersuchungsbeh\u00f6rde NTSB entsandte ein Ermittlungsteam an den Unfallort. UPS erkl\u00e4rte, eng mit ihr und der Luftfahrtbeh\u00f6rde FAA zusammenzuarbeiten.<\/p>\n<p><strong>Die McDonnell Douglas MD-11:<\/strong> Weltweit sind derzeit noch 58 McDonnell Douglas MD-11 im aktiven Einsatz, weitere 51 stehen eingelagert. Das durchschnittliche Flottenalter liegt bei rund 31 Jahren. Gr\u00f6\u00dfte Betreiber sind gem\u00e4\u00df Zahlen des Datenanbieters Cirium Fedex Express mit 17 aktiven und 29 geparkten Exemplaren sowie UPS mit 14 in Betrieb und zwei in Reserve. Western Global Airlines betreibt noch vier Exemplare, zw\u00f6lf weitere sind abgestellt. Je nach Betreiber variiert das Alter der MD-11 zwischen 25 und 36 Jahren.<\/p>\n<p><strong>Die Interpretationen: <\/strong>Das am Rande der Piste gefundene Triebwerk k\u00f6nnte entscheidend sein, um die Ursache des UPS-Absturzes in Louisville zu kl\u00e4ren. \u00abDas ist ein gro\u00dfer Hinweis und gibt der Unfallermittlungsbeh\u00f6rde NTSB eine gute Vorstellung davon, was das Ganze ausgel\u00f6st haben k\u00f6nnte\u00bb, sagte Mary Schiavo, fr\u00fchere Generalinspektorin des US-Verkehrsministeriums, gegen\u00fcber dem Nachrichtensender CNN.<\/p>\n<p>Er erkl\u00e4rte, dass der Umstand, dass sich das Triebwerk noch vor dem eigentlichen Aufprall und dem Feuerball vom Flugzeug l\u00f6ste, auf einen sogenannten uncontained engine failure hindeute \u2013 also einen Triebwerksschaden, bei dem Teile unkontrolliert nach au\u00dfen geschleudert werden. \u00abDurch die enorme Fliehkraft k\u00f6nnen sich Triebwerksteile durch den Rumpf schneiden und etwa Treibstoffleitungen besch\u00e4digen\u00bb, so die Expertin. Normalerweise sind die Triebwerke allerdings \u00fcber stabile Pylone fest mit dem Flugzeug verbunden. Etwas m\u00fcsse diesen Mechanismus versagen lassen haben, so Schiavo.<\/p>\n<p><strong>Die Airline: <\/strong>UPS Airlines ist die Frachtfluggesellschaft des US-Logistikriesen United Parcel Service. Sie wurde 1988 gegr\u00fcndet und hat ihren Sitz am Louisville Muhammad Ali International Airport im Bundesstaat Kentucky, wo sich auch das Ungl\u00fcck ereignete. Von dort aus betreibt sie das zentrale Drehkreuz \u00abWorldport\u00bb, eines der gr\u00f6\u00dften Luftfrachtzentren der Welt. Die Airline verbindet mit ihren Maschinen t\u00e4glich Hunderte St\u00e4dte auf allen Kontinenten und gilt als R\u00fcckgrat des globalen UPS-Paketnetzwerks.<\/p>\n<p>Die Flotte von UPS Airlines umfasst vor allem Gro\u00dfraumflugzeuge wie Boeing 747, 767 und 757 sowie McDonnell Douglas MD-11. Die Frachter transportieren j\u00e4hrlich Millionen Pakete und Frachtg\u00fcter f\u00fcr Unternehmen und Privatkunden. Das Netzwerk ist so ausgelegt, dass Sendungen, die abends aufgegeben werden, in vielen Regionen der Welt bereits am n\u00e4chsten Morgen zugestellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir besch\u00e4ftigen uns auch dann mit Themen, wenn es wirklich unangenehm ist. Weil umfassende Informationen wichtig sind. Und: Unabh\u00e4ngiger Luftfahrtjournalismus braucht Auftrieb. Bei aeroTELEGRAPH arbeitet ein Team erfahrener Luftfahrtjournalistinnen und -journalisten, das die Branche seit Jahren begleitet. 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