{"id":554527,"date":"2025-11-06T04:35:12","date_gmt":"2025-11-06T04:35:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/554527\/"},"modified":"2025-11-06T04:35:12","modified_gmt":"2025-11-06T04:35:12","slug":"niedersachsen-bremen-hoechste-sicherheitsstufe-bei-vernichtung-von-chemiewaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/554527\/","title":{"rendered":"Niedersachsen &#038; Bremen: H\u00f6chste Sicherheitsstufe bei Vernichtung von Chemiewaffen"},"content":{"rendered":"<p>                    Niedersachsen &amp; Bremen<br \/>\n                H\u00f6chste Sicherheitsstufe bei Vernichtung von Chemiewaffen<\/p>\n<p>\t\t\t\t              06.11.2025, 05:32 Uhr<\/p>\n<p><strong>In der L\u00fcneburger Heide verseuchen Altlasten Boden und Grundwasser. Aus dem Dethlinger Teich werden Tausende chemische Waffen von der Wehrmacht geborgen. Die bundeseigene Geka vernichtet sie.<\/strong><\/p>\n<p>Munster (dpa\/lni) &#8211; Atemschutzmaske, Ganzk\u00f6rperanzug und Handschuhe &#8211; die Sicherheitsvorkehrungen bei der Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und R\u00fcstungsaltlasten (Geka) k\u00f6nnen nicht streng genug sein. T\u00e4glich liefert ein Lkw Dutzende alte chemische Waffen aus dem nur wenige Kilometer entfernten Dethlinger Teich bei Munster im Heidekreis. &#8222;Das ist eine Black Box&#8220;, sagt Ingo Schories, Leiter Vernichtung Munition und Explosivstoffe. Die Grube gilt als gr\u00f6\u00dfte M\u00fcllhalde f\u00fcr Chemiewaffen zumindest in Europa.\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Wir sind die Kriegsverlierer gewesen und man hat der Wehrmacht alles abgenommen&#8220;, erz\u00e4hlt der Fachmann von der deutschlandweit einzigen Vernichtungsanlage f\u00fcr chemische Kampfstoffe. Massenweise Munition wie Giftgas- und Sprenggranaten wurde nach dem 2. Weltkrieg in den riesigen Teich geschmissen, danach wurde er einfach zugesch\u00fcttet.\u00a0<\/p>\n<p>Erst Jahrzehnte sp\u00e4ter machte man sich Gedanken um das schon lange in der betroffenen Region verunreinigte Grundwasser. Mehr als 100 000 verschiedene Kampfmittel k\u00f6nnten in der Tiefe lagern, der Teich entstand durch den Abbau von Kieselgur. Fl\u00fcssige und feste Gifte schlummern gef\u00e4hrlich vor sich hin.\u00a0<\/p>\n<p>Sch\u00fcsse vom Truppen\u00fcbungsgel\u00e4nde begleiten den Alltag<\/p>\n<p>Gleich nebenan in Munster unterh\u00e4lt die Bundeswehr den gr\u00f6\u00dften Standort des deutschen Heeres. Auf den breiten Stra\u00dfen im gef\u00fchlten Nirgendwo kommen einem Tarnfahrzeuge entgegen. Fotografieren ist auch am Gel\u00e4nde der Geka verboten. Und immer wieder sind die Sch\u00fcsse vom nahen Truppen\u00fcbungsgel\u00e4nde zu h\u00f6ren. Alltag f\u00fcr Anwohner in der Region.\u00a0<\/p>\n<p>Vor zwei Jahren wurde mit der Bergung begonnen, ein \u00fcberdimensionales und stets gut bewachtes Zelt \u00fcber das Gew\u00e4sser aufgestellt. Als probeweise die ersten Bodenschichten abgetragen wurden, kamen recht kleine Granaten zum Vorschein. Das habe sich komplett ge\u00e4ndert, berichtet Schories: &#8222;Statt 7,5 haben die meisten nun einen Durchmesser von 15 Zentimetern.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Sie sind vollkommen verrostet, zum Teil mit Senfgas gef\u00fcllt und k\u00f6nnten noch detonieren. Derzeit komme viel franz\u00f6sische Munition zum Vorschein, die die Wehrmacht erbeutet hatte. Alles wird einzeln dokumentiert, bevor es unsch\u00e4dlich gemacht wird. Schories ist schon viele Jahre dabei, einen Unfall gab es bisher nicht, sagt er.<\/p>\n<p>Bundesstra\u00dfe wird wegen gef\u00e4hrlicher Arbeiten gesperrt<\/p>\n<p>Wenn nach dem gef\u00e4hrlichen Gut gegraben wird, muss die Umgebung mit der B71 f\u00fcr den Autoverkehr tags\u00fcber gesperrt werden. Im schlimmsten Fall k\u00f6nnte es zu Detonationen kommen. &#8222;Wir haben irre viel gefunden&#8220;, sagt Carsten Bubke, Umwelttechniker des Heidekreises und Experte f\u00fcr Sprengstoffe. An die 54.000 Granaten, Bomben und Minen habe man bereits geborgen.\u00a0<\/p>\n<p>Der Zeitplan sah vor, bis 2028 fertigzuwerden, doch das wird schwierig. Es m\u00fcsse auch deutlich mehr Wasser durch die Grundwasserreinigungsanlage auf der R\u00e4umstelle am verseuchten Teich gepumpt werden als angenommen. Das gereinigte Wasser wird in Versickerungsbrunnen wieder in den Untergrund eingeleitet. An 180 Tagen im Jahr wird die Munition geborgen.\u00a0<\/p>\n<p>Eine erste Kostensch\u00e4tzung 2015 des Heidekreises ergab Gesamtkosten von 50 Millionen Euro f\u00fcr die Sanierung dieser bundesweit einmaligen R\u00fcstungsaltlast. Wegen gestiegener Kosten und unter der Annahme, dass s\u00e4mtliche Teichinhalte entsorgt werden m\u00fcssen, liegen die Gesamtkosten inzwischen bei bis zu rund 80 Millionen Euro. Den Gro\u00dfteil der Finanzierung \u00fcbernimmt der Bund.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Niedersachsen &amp; Bremen H\u00f6chste Sicherheitsstufe bei Vernichtung von Chemiewaffen 06.11.2025, 05:32 Uhr In der L\u00fcneburger Heide verseuchen Altlasten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":554528,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,24753,3364,29,30,30004,1411,127854,86149],"class_list":{"0":"post-554527","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-chemiewaffen","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-hoechste","14":"tag-niedersachsen","15":"tag-sicherheitsstufe","16":"tag-vernichtung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115500896984327268","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/554527","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=554527"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/554527\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/554528"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=554527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=554527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=554527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}