{"id":5548,"date":"2025-04-03T17:25:20","date_gmt":"2025-04-03T17:25:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/5548\/"},"modified":"2025-04-03T17:25:20","modified_gmt":"2025-04-03T17:25:20","slug":"75-jahre-grindelhochhaeuser-in-hamburg-flaschensammler-und-akademiker-ndr-de-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/5548\/","title":{"rendered":"75 Jahre Grindelhochh\u00e4user in Hamburg: &#8222;Flaschensammler und Akademiker&#8220; | NDR.de &#8211; Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>\nStand: 03.04.2025 05:00 Uhr\n<\/p>\n<p class=\"preface\">Heute vor 75 Jahren ziehen die ersten Mieter in Deutschlands erste Hochhaussiedlung ein. Nach einem Niedergang um die Jahrtausendwende ist das Wohnen in den Grindelhochh\u00e4usern in Hamburg heute wieder beliebt &#8211; auch wegen der sozialen Mischung.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Benedikt Scheper und Daniel Sprenger<\/p>\n<p>Sie wirken auf den ersten Blick klobig, leicht abweisend, wie eine Stadt in der Stadt: Die zw\u00f6lf Hochh\u00e4user, die das Hamburger Grindelviertel nach Westen hin abschlie\u00dfen, bilden einen massiven Riegel aus gelbem Backstein. Die 8- und 14-st\u00f6ckigen Bauten setzen einen deutlichen Kontrapunkt zum sie umgebenden Villenviertel mit seinen filigranen Jugendstilvillen. Die m\u00e4chtigen Geb\u00e4ude mit rund 2.000 Wohnungen sind eine Ikone der Hamburger Architektur &#8211; seit nun genau 75 Jahren. Gundula Schmidt-Brunn geh\u00f6rte mit ihrem Mann zu den ersten, die ab dem 3. April 1950 dort einzogen &#8211; und sie lebt noch immer dort.<\/p>\n<p>&#8222;Vier W\u00e4nde f\u00fcr uns alleine&#8220;: Freude \u00fcber Wohnung war gro\u00df<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/grindelhochhaeuser196_v-contentgross.jpg\" class=\"zoomimage\" title=\"F\u00fcr Gundula Schmidt-Brunn, die seit 75 Jahren in den Grindelhochh\u00e4usern lebt, ist das Verh\u00e4ltnis zu den Nachbarn heute enger als fr\u00fcher. \u00a9 Screenshot\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/grindelhochhaeuser196_v-contentgross.jpg\" alt=\"Gundula Schmidt-Brunn sitzt auf dem Sofa in ihrer Wohnung in den Grindelhochh\u00e4usern \u00a9 Screenshot \" title=\"Gundula Schmidt-Brunn sitzt auf dem Sofa in ihrer Wohnung in den Grindelhochh\u00e4usern\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><br \/>\nF\u00fcr Gundula Schmidt-Brunn, die seit 75 Jahren in den Grindelhochh\u00e4usern lebt, ist das Verh\u00e4ltnis zu den Nachbarn heute enger als fr\u00fcher.<\/p>\n<p>&#8222;Totgefreut haben wir uns&#8220;, erinnert sie sich im Gespr\u00e4ch mit dem NDR an den Moment, als die Zusage f\u00fcr die Wohnung kam. Sie selbst war aus Pommern gefl\u00fcchtet, ihr Mann wurde in der nahegelegenen Werderstra\u00dfe im Krieg ausgebombt. &#8222;Wir hatten beide ein Gep\u00e4ckst\u00fcck, mehr nicht&#8220;. Sie habe in einem Vier-Quadratmeter-Zimmer gewohnt. &#8222;Mein Mann hatte ein Zimmer in einer Wohnung in der Magdalenenstra\u00dfe. Da wohnte in jedem Zimmer eine ganze Familie, und wir hatten alle zusammen ein Bad, ein Klo und nur kaltes Wasser. Wir mussten f\u00fcr jedes Waschen mit einem Tauchsieder durch die Wohnung gehen&#8220;, erinnert sich die 99-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Warmes Wasser, K\u00fcche, M\u00fcllschlucker: Gro\u00dfer Luxus f\u00fcr damalige Zeit<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben dann geh\u00f6rt, dass man mit Fl\u00fcchtlingsausweis eventuell hier unterkommt. Und dann haben wir in dem zweiten Hochhaus an der Brahmsallee eine Zweizimmerwohnung gekriegt. Vier W\u00e4nde f\u00fcr uns alleine.&#8220; Mit eigenem Bad, kleiner K\u00fcche. &#8222;Das war luxuri\u00f6s mit warmem Wasser&#8220;, sagt Schmidt-Brunn. Die Familie, die zu dem Zeitpunkt Zwillinge erwartete, bezog zwei R\u00e4ume mit rund 45 Quadratmetern.<\/p>\n<p>Die Wohnungen seien damals &#8222;ultramodern&#8220; gewesen mit den gro\u00dfen Fenstern, K\u00fcche, Bad und M\u00fcllschluckern. &#8222;Die haben wir mindestens 40 Jahre hier gehabt&#8220;, sagt Schmidt-Brunn. Zudem herrschte rund um die H\u00e4user ein reges Gesch\u00e4ftsleben. Es habe ein Modegesch\u00e4ft gegeben, einen Kinderladen, eine Eisdiele. &#8222;Man konnte in ein Caf\u00e9 gehen, eine kleine Post war da, eine Bank, ein Geschenkeladen&#8220;, erinnert sich Schmidt-Brunn. &#8222;Das ist alles weg.&#8220; Das sei damals einfach eine v\u00f6llig andere Zeit gewesen.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Wohnungsnot nach dem Krieg<\/p>\n<p>Baubeginn f\u00fcr die Grindelhochh\u00e4user war 1946, also direkt nach dem <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/chronologie\/zweiter_weltkrieg\/index.html\" title=\"Zum Artikel: Zweiter Weltkrieg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zweiten Weltkrieg<\/a> &#8211; in Zeiten gro\u00dfer Wohnungsnot. &#8222;Mehr als 220.000 Wohnungen waren zerst\u00f6rt worden durch die <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/chronologie\/Bomben-im-Zweiten-Weltkrieg-Luftschlaege-gegen-Millionen,bombenkrieg111.html\" title=\"Zum Artikel: Bomben im Zweiten Weltkrieg - Luftschl\u00e4ge gegen Millionen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">alliierten Bombenangriffe<\/a> &#8211; von 550.000 Wohnungen, die es vor dem Zweiten Weltkrieg in Hamburg gab&#8220;, sagt Dirk Schubert, emeritierter Professor f\u00fcr Wohnen und Stadtteilentwicklung. Umfangreicher Neubau sei nach <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/chronologie\/kriegsende\/Architektur-Wie-sah-Hamburg-bei-Kriegsende-aus,kriegsende622.html\" title=\"Zum Artikel: Architektur: Wie sah Hamburg bei Kriegsende aus?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kriegsende<\/a> also dringend erforderlich gewesen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/dirkschubert100_v-contentgross.jpg\" class=\"zoomimage\" title=\"Dirk Schubert hat zur Geschichte der Grindelhochh\u00e4user geforscht. Aus seiner Sicht stellten die Bauten einen &quot;radikalen Bruch mit der Bauweise der Vorkriegszeit&quot; dar. \u00a9 Screenshot\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/dirkschubert100_v-contentgross.jpg\" alt=\"Dirk Schubert steht auf dem Dach eines der Grindelhochh\u00e4user und gibt ein Interview. \u00a9 Screenshot \" title=\"Dirk Schubert steht auf dem Dach eines der Grindelhochh\u00e4user und gibt ein Interview.\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><br \/>\nDirk Schubert hat zur Geschichte der Grindelhochh\u00e4user geforscht. Aus seiner Sicht stellten die Bauten einen &#8222;radikalen Bruch mit der Bauweise der Vorkriegszeit&#8220; dar.<\/p>\n<p>Doch die Grindelhochh\u00e4user waren zun\u00e4chst gar nicht f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung gedacht. &#8222;Das Projekt ist nicht f\u00fcr Hamburger und Hamburgerinnen geplant worden, sondern f\u00fcr die britische Besatzungsmacht, die ihr Hauptquartier in Hamburg aufschlagen wollte&#8220;, so Schubert. Doch dann bezogen die westlichen Besatzungstruppen ihr Hauptquartier in Frankfurt\/Main &#8211; und so waren es anders als urspr\u00fcnglich geplant keine britischen Offiziere, die ihre Umzugskisten in einem der Grindelhochh\u00e4user auspackten, sondern vor allem Hamburger. Bis 1956 wurden 2.122 Wohnungen fertiggestellt und etwa 5.400 Menschen fanden hier ein neues Zuhause.<\/p>\n<p>Erste Wohnhochh\u00e4user deutschlandweit &#8211; mit &#8222;optimaler Besonnung&#8220;<\/p>\n<p>Architektonisch stellen die Grindelhochh\u00e4user &#8222;eine radikale Abkehr von der Bauweise der Vorkriegszeit und der <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/chronologie\/20er-Jahre-Grenzen-Schiffe-Literaten,zwanzigerjahre102.html\" title=\"Zum Artikel: 20er-Jahre: Grenzen, Schiffe, Literaten\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">1920er-Jahre<\/a>&#8220; dar, wie Schubert es formuliert. &#8222;Es war das erste Hochhaus-Projekt in Sachen Wohnungsbau deutschlandweit.&#8220; Zwar habe es in Hamburg schon vorher Hochh\u00e4user wie etwa das <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/info\/Hamburger-Chilehaus-feiert-100-jaehriges-Bestehen,ndrinfo60220.html\" title=\"Zum Video: Hamburger Chilehaus feiert 100-j\u00e4hriges Bestehen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chilehaus<\/a> gegeben, doch das seien ausschlie\u00dflich B\u00fcrohochh\u00e4user gewesen. Der &#8222;Bruch mit dem St\u00e4dtebau der Vorkriegszeit&#8220; zeige sich auch dadurch, dass die sieben Architekten die zw\u00f6lf Bauk\u00f6rper in Scheiben anordneten &#8211; mit klarer Nord-S\u00fcd-Ausrichtung. Das Ziel: &#8222;eine optimale Besonnung der Wohnungen&#8220;, sagt Schubert, &#8222;um eben morgens Ostsonne und abends Westsonne zu bekommen&#8220;. Und auch das Baumaterial selbst war eine kleine Revolution &#8211; zumindest f\u00fcr Hamburg. Schubert sieht in der Wahl der gelben Klinker &#8222;eine deutliche Abkehr von der Klinkerbauweise der Vorkriegszeit, wo man in der Regel roten Klinker verwandt hat&#8220;.<\/p>\n<p>Leben &#8222;in Manhattan in Hamburg&#8220;<\/p>\n<p>Gebaut aus einem Guss in relativ kurzer Zeit unter ganz schwierigen Umst\u00e4nden: Die Grindelhochh\u00e4user h\u00e4tten Ma\u00dfst\u00e4be gesetzt, meint Schubert. &#8222;Man muss sich eben vorstellen, dass drumherum hier noch gro\u00dfe Schuttberge lagen.&#8220; Mitten in die Tr\u00fcmmerw\u00fcste hinein sollten die Hochh\u00e4user zun\u00e4chst in Stahlbauweise errichtet werden. Das sei f\u00fcr Wohnhochh\u00e4user vollkommenes Neuland gewesen. &#8222;Dann ist man davon abgegangen, weil das in der <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/chronologie\/Nachkriegszeit-Trauer-Truemmer-Teilung-und-Aufbruch,nachkriegszeit108.html\" title=\"Zum Artikel: Nachkriegszeit: Trauer, Tr\u00fcmmer, Teilung - und Aufbruch\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nachkriegszeit<\/a> nat\u00fcrlich ganz schwierig war, entsprechend viel Stahl auch zu bekommen.&#8220; Als <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/schauplaetze\/Die-SAGA-und-ihr-Auftrag-Bezahlbarer-Wohnraum-fuer-Hamburg,saga216.html\" title=\"Zum Artikel: Die SAGA und ihr Auftrag: Bezahlbarer Wohnraum f\u00fcr Hamburg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">das st\u00e4dtische Wohnungsbauunternehmen SAGA<\/a> von den Briten die Regie \u00fcbernommen hat, sei man zur Stahlbetonkonstruktion \u00fcbergegangen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/grindelhochhaeuser214_v-contentgross.jpg\" class=\"zoomimage\" title=\"Der Blick aus den oberen Etagen der Grindelhochh\u00e4user bietet ein weites Panorama - bis zum Hafen. \u00a9 Screenshot\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/grindelhochhaeuser214_v-contentgross.jpg\" alt=\"Blick \u00fcber die Stadt bis zum Hamburger Hafen von den Grindelhochh\u00e4usern aus. \u00a9 Screenshot \" title=\"Blick \u00fcber die Stadt bis zum Hamburger Hafen von den Grindelhochh\u00e4usern aus.\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><br \/>\nDer Blick aus den oberen Etagen der Grindelhochh\u00e4user bietet ein weites Panorama &#8211; bis zum Hafen.<\/p>\n<p>&#8222;Alle die, die hier eine Wohnung bekommen konnten, die konnten sich wirklich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen&#8220;, sagt Schubert. Viele Menschen seien froh gewesen, \u00fcberhaupt eine Wohnung zu finden. &#8222;Und wenn es dann noch eine Wohnung gab mit Zentralheizung, mit M\u00fcllschlucker und Fahrstuhl, war das nat\u00fcrlich noch mal etwas ganz Besonderes. Allerdings waren die Mieten auch h\u00f6her als die damaligen Altbaumieten und entsprechend sah dann die Bewohnerstruktur aus&#8220;, so Schubert.<\/p>\n<p>Doch die Wohnungen waren aus heutiger Sicht vergleichsweise klein. F\u00fcr die sehr privilegierten Mieter h\u00e4tten zu Beginn aber andere Dinge gez\u00e4hlt &#8211; etwa der &#8222;ikonische Status dieses Wohnquartiers: Man wohnt quasi in Manhattan in Hamburg in einem Wohnhochhaus und hat diesen fantastischen Blick auf die Stadt&#8220;.<\/p>\n<p>Viertel im Niedergang: M\u00fcllschlucker verstopft, guter Ruf dahin<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Blick seit 1950 der gleiche ist, haben sich die Wohnqualit\u00e4t und das Image der Geb\u00e4ude im Laufe der Jahrzehnte mehrfach gewandelt. In den <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/70er-Jahre-Katastrophen-Terror-und-Atomkraft,siebzigerjahre168.html\" title=\"Zum Artikel: 70er-Jahre: Willy Brandt, RAF-Terror und Anti-AKW-Proteste\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">1970er-<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/chronologie\/80er-Jahre-Barschel-Affaere-Hitler-Tagebuecher-Mauerfall,achtzigerjahre116.html\" title=\"Zum Artikel: 80er-Jahre: Barschel-Aff\u00e4re, Hitler-Tageb\u00fccher, Mauerfall\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">1980er-Jahren<\/a> leidet der gute Ruf der Grindelhochh\u00e4user. Die M\u00fcllschlucker sind st\u00e4ndig verstopft, die Bauten verfallen, ein eigenes Bad in der Wohnung ist l\u00e4ngst kein Kriterium mehr f\u00fcr luxuri\u00f6ses Wohnen. Die H\u00e4user gelten f\u00fcr viele Hamburger als <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/schauplaetze\/Brutalismus-Gebaeude-Bausuenden-oder-erhaltenswert,brutalismus106.html\" title=\"Zum Artikel: Brutalismus-Geb\u00e4ude: Baus\u00fcnden oder erhaltenswert?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Baus\u00fcnden<\/a>. &#8222;Vor dem Hintergrund, dass der Wohnfl\u00e4chenbedarf stetig angestiegen ist und die Wohnfl\u00e4chen deutlich zugenommen haben im Zusammenhang mit der Wohlstandsentwicklung, ist eine Wohnung, in der damals eine Familie mit Kindern gewohnt hat, heute von Singles belegt&#8220;, beschreibt Schubert die Entwicklung. Hinzu komme, dass viele Wohnungen inzwischen von Personen oder Familien mit Migrationshintergrund belegt wurden und sich dadurch die Bewohnerstruktur im Laufe der Zeit also mehrfach stark ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>Weil die Mieten mittlerweile im Vergleich g\u00fcnstig sind, ziehen weniger wohlhabende Menschen ein. Immer mehr L\u00e4den im Erdgeschoss schlie\u00dfen. In den <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/Die-90er-Jahre-Wiedervereinigung-und-Katastrophen,neunzigerjahre114.html\" title=\"Zum Artikel: 90er-Jahre: Wiedervereinigung, Ungl\u00fccke und Rechte Gewalt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">1990er-Jahren<\/a> investiert die SAGA, der zehn der zw\u00f6lf H\u00e4user geh\u00f6ren, eigenen Angaben zufolge 75 Millionen D-Mark. Auch ein weiteres Haus, das die Hamburger Presse damals als &#8222;Horrorhaus&#8220; tituliert, findet einen neuen Investor.<\/p>\n<p>Langzeit-Bewohnerin Gundula Schmidt-Brunn erinnert sich an diese Phase. &#8222;Eine Zeit lang um die Jahrtausendwende, wo es alles sehr runterkam, da war es schon beunruhigend.&#8220; Doch dann seien die H\u00e4user wieder aufgem\u00f6belt worden &#8211; &#8222;und ich bin immer nicht ausgezogen&#8220;.<\/p>\n<p>Karte: Die Grindelhochh\u00e4user in Hamburg-Harvestehude<\/p>\n<p>Wohnungen wieder begehrt &#8211; Viertel war seiner Zeit voraus<\/p>\n<p>Die Sanierungsarbeiten tragen Fr\u00fcchte. Seit 2000 stehen die H\u00e4user zudem unter Denkmalschutz. Mittlerweile hat sich das Bild vom Leben in den Grindelhochh\u00e4usern wieder gewandelt, Wohnungen hier sind begehrt. Die durchschnittliche Miete liegt bei 8,70 Euro pro Quadratmeter &#8211; f\u00fcr eine derartig zentrale Lage sagenhaft g\u00fcnstig.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/grindelhochhaeuser218_v-contentgross.jpg\" class=\"zoomimage\" title=\"In dieser ehemaligen Tankstelle befindet sich heute ein Blumenladen. Mit der Infrastruktur des t\u00e4glichen Bedarfs direkt im Komplex sei das Bauprojekt auch heute noch ein Vorbild, meint Experte Schubert. \u00a9 Screenshot\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/grindelhochhaeuser218_v-contentgross.jpg\" alt=\"Die fr\u00fchere Tankstelle vor den Grindelhochh\u00e4usern in Hamburg. \u00a9 Screenshot \" title=\"Die fr\u00fchere Tankstelle vor den Grindelhochh\u00e4usern in Hamburg.\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><br \/>\nIn dieser ehemaligen Tankstelle befindet sich heute ein Blumenladen. Mit der Infrastruktur des t\u00e4glichen Bedarfs direkt im Komplex sei das Bauprojekt auch heute noch ein Vorbild, meint Experte Schubert.<\/p>\n<p>Langj\u00e4hrige Mieter wie Heiner Ha\u00dfl\u00f6wer schw\u00e4rmen von ihrer tollen Wohnlage &#8211; und der sozialen Durchmischung. &#8222;Besonders sch\u00f6n finde ich, dass wir hier in einem Haus wohnen, in dem es unterschiedliche Menschen gibt, vom Flaschensammler bis zum Akademiker.&#8220; Weitere Pluspunkte seien neben der zentralen Lage auch die gr\u00fcne Umgebung und eine nicht so anonyme Nachbarschaft, wie man angesichts der langen Flure auf 14 Stockwerken denken k\u00f6nnte. &#8222;Man kennt die meisten Leute hier im Haus&#8220;, sagt Ha\u00dfl\u00f6wer.<\/p>\n<p>Aus st\u00e4dteplanerischer Sicht seien die Grindelhochh\u00e4user ihrer Zeit voraus gewesen &#8211; beziehungsweise w\u00fcrden darin verbaute Elemente heute eine Renaissance erleben, meint Dirk Schubert. &#8222;Das war ja ein Viertel, das die ganze Infrastruktur f\u00fcr den allt\u00e4glichen Bedarf bis hin zur Tankstelle und Tiefgarage schon integriert hatte &#8211; aus heutiger Sicht vorbildlich.&#8220; Wenn man so viele Wohnungen auf so wenig Fl\u00e4che unterbringen m\u00fcsse, sei das auch ein Modell f\u00fcr aktuelle Neubausiedlungen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/screenshot967914_v-contentgross.jpg\" alt=\"Luftaufnahme Hamburger Rathausmarkt (1963)  \" title=\"Luftaufnahme Hamburger Rathausmarkt (1963)\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>25 Min<\/p>\n<p>\nDie Konzepte der Altstadtsanierung reichen vom Wiederaufbau nach historischer Vorlage bis zur radikalen Neubebauung. Ein Bericht vom August 1963.<br \/>\n<a title=\"Zum Video: St\u00e4dtebau und Denkmalpflege\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/ndr_retro\/Staedtebau-und-Denkmalpflege,nordschau720.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">25 Min<\/a>\n<\/p>\n<p>Langzeit-Mieterin Schmidt-Brunn lobt gro\u00dfes Miteinander<\/p>\n<p>Gundula Schmidt-Brunn wird weiterhin nicht ausziehen &#8211; auch mit fast 100 Jahren. Direkt vor ihrem Fenster, wo die gro\u00dfen B\u00e4ume ihr erstes Gr\u00fcn bekommen, wird sie an den Wandel erinnert, den die Grindelhochh\u00e4user seit ihrer Erbauung erlebt haben. &#8222;Dort wo heute ein Park ist, da war damals alles eine einzige gro\u00dfe Pf\u00fctzenlandschaft. Da war \u00fcberhaupt nichts, keiner von den ganzen B\u00e4umen.&#8220;<\/p>\n<p>Und noch eine Sache habe sich stark ver\u00e4ndert seit ihrem Einzug. Fr\u00fcher h\u00e4tten sich unter den Erstmietern &#8222;nachbarschaftliche Freundschaften per Sie&#8220; ergeben, also recht f\u00f6rmlich, &#8222;immer so mit einem gewissen Abstand&#8220;. Heute hingegen sei das &#8222;fantastisch&#8220;. Denn das ganze Haus k\u00fcmmere sich um sie. &#8222;Der eine sagt: Kann ich was einkaufen? Der andere: Kann ich was tun? Also es ist ein gro\u00dfes Miteinander.&#8220;<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/grindelhochhaeuser184_v-contentgross.jpg\" alt=\"Die denkmalgesch\u00fctzten Grindelhochh\u00e4user \u00a9 picture-alliance Foto: Markus Scholz\" title=\"Die denkmalgesch\u00fctzten Grindelhochh\u00e4user\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>4 Min<\/p>\n<p>\nIm Hamburger Grindelviertel entstand die erste Hochhaussiedlung nach dem Krieg &#8211; mit ganz besonderem Luxus. In den 90er-Jahren ver\u00e4nderte sich das Bild des einstigen Vorzeigebaus.<br \/>\n<a title=\"Zum Video: Grindelh\u00e4user: Luxus, Schimmel und Kultstatus\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/hamburg_journal\/Grindelhaeuser-Luxus-Schimmel-und-Kultstatus,hamj49156.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">4 Min<\/a>\n<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/grindelhochhaus106_v-contentgross.jpg\" alt=\"Ein Geb\u00e4ude vom Grindelhochh\u00e4user-Komplex  \" title=\"Ein Geb\u00e4ude vom Grindelhochh\u00e4user-Komplex\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>5 Min<\/p>\n<p>\nNach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in Hamburg die ersten Wohn-Hochh\u00e4user Deutschlands. Fast 6.000 Menschen fanden hier ein neues Zuhause.<br \/>\n<a title=\"Zum Video: Die Grindelhochh\u00e4user\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/Die-Grindelhochhaeuser,hamj9877.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">5 Min<\/a>\n<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/screenshot949298_v-contentgross.jpg\" alt=\"Hochhausfassade von unten  \" title=\"Hochhausfassade von unten\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>19 Min<\/p>\n<p>\nZwischen Hamburger Altbauquartieren entstehen 1960 Hochh\u00e4user und Hochhaussiedlungen &#8211; mit Licht und Komfort, aber ohne nachbarschaftliche N\u00e4he.<br \/>\n<a title=\"Zum Video: Das Hochhaus - Mit dem Fensterputzer unterwegs\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/ndr_retro\/Das-Hochhaus,nordschau318.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">19 Min<\/a>\n<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/kriegsende630_v-contentgross.jpg\" alt=\"Ruine Backsteinbaus an der Habichtsstra\u00dfe in Barmbek. \u00a9 Staatliche Landesbildstelle Hamburg Foto: Staatliche Landesbildstelle Hamburg\" title=\"Ruine Backsteinbaus an der Habichtsstra\u00dfe in Barmbek.\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\nZum Kriegsende lag Hamburg in Tr\u00fcmmern. Im Architekturarchiv lagern Dokumente, die zeigen, wie eine Stadt neu entsteht.<br \/>\n<a title=\"Zum Artikel: Architektur: Wie sah Hamburg bei Kriegsende aus?\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/chronologie\/kriegsende\/Architektur-Wie-sah-Hamburg-bei-Kriegsende-aus,kriegsende622.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\n<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/architektursommersaga114_v-contentgross.jpg\" alt=\"Neu-Altona, Wohnhochh\u00e4user der Neuen Heimat, Entwuf Ernst May \u00a9 Akademie der K\u00fcnste Foto: Benecke, Hamburger Architekturarchiv\" title=\"Neu-Altona, Wohnhochh\u00e4user der Neuen Heimat, Entwuf Ernst May\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\nAm 29. Dezember 1922 als Gemeinn\u00fctzige Siedlungs-Aktiengesellschaft Altona gegr\u00fcndet, ist die SAGA Unternehmensgruppe heute Hamburgs gr\u00f6\u00dfter Vermieter.<br \/>\n<a title=\"Zum Artikel: Die SAGA und ihr Auftrag: Bezahlbarer Wohnraum f\u00fcr Hamburg\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/schauplaetze\/Die-SAGA-und-ihr-Auftrag-Bezahlbarer-Wohnraum-fuer-Hamburg,saga216.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\n<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/screenshot809026_v-contentgross.jpg\" alt=\"Historisches Bild der Steenkampssiedlung.  \" title=\"Historisches Bild der Steenkampssiedlung.\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\nDie Steenkampsiedlung in Hamburg-Bahrenfeld feiert ihr 100. Jubil\u00e4um. Was als Gartenstadt f\u00fcr Selbstversorger begann, ist heute eine gr\u00fcne nachbarschaftliche Oase in der Gro\u00dfstadt.<br \/>\n<a title=\"Zum Artikel: Hamburg damals: 100 Jahre Steenkampsiedlung\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/Hamburg-damals-100-Jahre-Steenkampsiedlung,steenkamp100.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\n<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/brahmskontor124_v-contentgross.jpg\" alt=\"Eine Ecke des Brahms Kontor-Hauptfront mit einer M\u00e4nnerfigur des Bildhauers Ludwig Kunstmann. \u00a9 Brahms Kontor \" title=\"Eine Ecke des Brahms Kontor-Hauptfront mit einer M\u00e4nnerfigur des Bildhauers Ludwig Kunstmann.\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n1930 w\u00e4chst auf Hamburgs gr\u00f6\u00dfter Baustelle ein ultramodernes Hochhaus. Auftraggeber ist eine v\u00f6lkisch-antisemitische Gewerkschaft.<br \/>\n<a title=\"Zum Artikel: Brahms Kontor: Das erste Hochhaus in Hamburg\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/schauplaetze\/Brahms-Kontor-Das-erste-Hochhaus-in-Hamburg,brahmskontor102.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\n<\/p>\n<p>Dieses Thema im Programm:<\/p>\n<p>NDR Info |<br \/>\nAktuell |<br \/>\n03.04.2025 | 09:37 Uhr<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/ndr_printlogo.gif\" alt=\"NDR Logo\" title=\"NDR Logo\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 03.04.2025 05:00 Uhr Heute vor 75 Jahren ziehen die ersten Mieter in Deutschlands erste Hochhaussiedlung ein. 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