{"id":555013,"date":"2025-11-06T09:03:16","date_gmt":"2025-11-06T09:03:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/555013\/"},"modified":"2025-11-06T09:03:16","modified_gmt":"2025-11-06T09:03:16","slug":"begegnungsstaette-berlin-pankow-stille-strasse-bleibt-laut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/555013\/","title":{"rendered":"Begegnungsst\u00e4tte \u2013 Berlin-Pankow: Stille Stra\u00dfe bleibt laut"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img313672\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/313672.jpeg\" alt=\"Schon vor 13 Jahren wurde die Begegnungsst\u00e4tte Stille Stra\u00dfe erstmals besetzt.\"\/><\/p>\n<p>Schon vor 13 Jahren wurde die Begegnungsst\u00e4tte Stille Stra\u00dfe erstmals besetzt.<\/p>\n<p>Foto: dpa\/Robert Schlesinger<\/p>\n<p>Ungew\u00f6hnliche T\u00f6ne waren am Dienstagnachmittag im Saal der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow in der Fr\u00f6belstra\u00dfe\u20057 zu h\u00f6ren. Einige Seniorinnen sangen und spielten auf der Ziehharmonika. Zwei Frauen hielten ein Transparent mit der Parole \u00bbStille Stra\u00dfe wird laut\u00ab in die H\u00f6he. Tats\u00e4chlich war der erste Tagesordnungspunkt auf der Sitzung des Ausschusses f\u00fcr Soziales, Senior*innen und Gesundheit der BVV Pankow die Zukunft der Senior*innenbegegnungsst\u00e4tte in der Stillen Stra\u00dfe\u200510 in dem Ortsteil Pankow.<\/p>\n<p>Die Senior*innen sind im Kampf um ihre Einrichtung nicht allein. Seitdem bekannt ist, dass die Begegnungsst\u00e4tte zum Jahresende erneut bedroht ist, weil die Volkssolidarit\u00e4t nach den Haushaltsk\u00fcrzungen der letzten Monate die Tr\u00e4gerschaft abgeben muss, <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1195015.soziales-senioren-besetzen-haus-in-berlin-pankow-sie-tun-es-wieder.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">w\u00e4chst die Solidarit\u00e4t<\/a>. So hatte das Berliner B\u00fcndnis gegen Verdr\u00e4ngung und Mietenwahnsinn dazu aufgerufen, die Senior*innen zur Ausschusssitzung der BVV zu begleiten. \u00bbDie Stille Stra\u00dfe\u200510 wurde schon vor 13\u2005Jahren weit \u00fcber die Stadt hinaus zu einem Symbol der Berliner Mieter*innenproteste. Durch eine Besetzung durch die Nutzerinnen konnte die Senioren-Begegnungsst\u00e4tte gerettet werden\u00ab, hei\u00dft es im Aufruf des B\u00fcndnisses.<\/p>\n<p>Auch Eveline L\u00e4mmer vom Vorstand des F\u00f6rdervereins Stille Stra\u00dfe bezog sich in ihrer Rede vor dem Sozialausschuss auf den damaligen Kampf um die Begegnungsst\u00e4tte. \u00bbDie Senior*innen haben den Abriss des Geb\u00e4udes in der Stillen Stra\u00dfe\u200510 durch die Besetzung verhindert\u00ab. Sie erw\u00e4hnte, dass viele der Senior*innen mit ehrenamtlicher Arbeit daf\u00fcr gesorgt haben, dass die Arbeit in der Begegnungsst\u00e4tte in den vergangenen Jahren fortgef\u00fchrt werden konnte.<\/p>\n<p>L\u00e4mmer blickte mit gro\u00dfem Optimismus in die Zukunft: \u00bbDie Mitglieder unseres Vereins wollen ab Januar 2026 die Begegnungsst\u00e4tte in eigener Tr\u00e4gerschaft \u00fcbernehmen. Wir sind dazu bereit, wir haben dazu die Mittel, und wir werden das schaffen!\u00ab An die Politik haben die Senior*innen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1164906.stille-strasse-die-unbeugsamen-alten.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aber eine klare Forderung<\/a>: \u00bbWir wollen einen unbefristeten Nutzungsvertrag und wegkommen von den kurzfristigen, auf ein Jahr beschr\u00e4nkten Vertr\u00e4gen\u00ab, so L\u00e4mmer.<\/p>\n<p>Die ehemalige Lehrerin Brigitte Klotsche geh\u00f6rte vor 13\u2005Jahren zu den Besetzerinnen. Die mittlerweile 86-J\u00e4hrige setzt sich noch immer daf\u00fcr ein, dass die Begegnungsst\u00e4tte weiterarbeiten kann. Nach der knapp 70-min\u00fctigen Aussprache in der Ausschusssitzung sind ihre Gef\u00fchle gemischt: \u00bbIch bin optimistisch, aber nicht euphorisch. Schlie\u00dflich ist ja noch nichts endg\u00fcltig entschieden worden\u00ab, so die Einsch\u00e4tzung von Klotsche.<\/p>\n<p>\u00bbIhnen ist es zu verdanken, dass der Bezirk \u00fcber das Geb\u00e4ude noch verf\u00fcgen kann. Das haben Sie durch die Besetzung erreicht\u00ab, sagte Dominique Kr\u00f6ssin (Linke), Bezirksstadtr\u00e4tin f\u00fcr Soziales, in Richtung der Besetzer*innen.<\/p>\n<p>Bezirksb\u00fcrgermeisterin Cordelia Koch (Gr\u00fcne) verwies darauf, dass Anfang der 50er Jahre der DDR-Staatssicherheitschef Erich Mielke in dem Geb\u00e4ude wohnte. In der Nachbarschaft h\u00e4tten neben linken Intellektuellen auch Politiker*innen der DDR gewohnt. Sie regte an, dass daran erinnert werden solle, was in Pankow bislang noch zu wenig geleistet w\u00fcrde. Daf\u00fcr k\u00f6nnten dann auch Gelder flie\u00dfen, die der Aufarbeitung der Geschichte des SED-Staats und der Demokratief\u00f6rderung dienen.<\/p>\n<p>Ein Besucher hatte daf\u00fcr wenig Verst\u00e4ndnis: \u00bbWarum kann nicht einfach ein Raum f\u00fcr Jung und Alt gef\u00f6rdert werden, ganz unabh\u00e4ngig von DDR-Aufarbeitung? Und wenn es um Demokratief\u00f6rderung geht, da haben die Senior*innen mit ihrer Besetzung doch ein gutes Beispiel gegeben!\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Schon vor 13 Jahren wurde die Begegnungsst\u00e4tte Stille Stra\u00dfe erstmals besetzt. 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