{"id":555768,"date":"2025-11-06T16:09:15","date_gmt":"2025-11-06T16:09:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/555768\/"},"modified":"2025-11-06T16:09:15","modified_gmt":"2025-11-06T16:09:15","slug":"ateliers-jean-nouvel-in-paris-museumsmaschine-fuer-cartier-architektur-und-architekten-news-meldungen-nachrichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/555768\/","title":{"rendered":"Ateliers Jean Nouvel in Paris \/ Museumsmaschine f\u00fcr Cartier &#8211; Architektur und Architekten &#8211; News \/ Meldungen \/ Nachrichten"},"content":{"rendered":"<p>Ende Oktober wurden in Paris die neuen R\u00e4ume der Fondation Cartier pour l\u0092art contemporain er\u00f6ffnet. In allerbester Lage zwischen Louvre und Palais Royal realisierten\u00a0Ateliers Jean Nouvel eine gigantische Ausstellungsmaschinerie mit beweglichen Plattformen. Und das alles in einem Haussmann\u0092schen Palais, das einst f\u00fcr die Pariser Weltausstellung 1855 errichtet worden war.<br \/>Von Wojciech Czaja<br \/>Bereits 1994 arbeitete <a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/meldungen\/Meldungen-Zum_70._Geburtstag_von_Jean_Nouvel_4478343.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Jean Nouvel<\/a> schon einmal f\u00fcr die Fondation Cartier. Damals entwarf er auf dem Boulevard Raspail im 14. Arrondissement einen gl\u00e4sernen Neubau, der sich mit seinen transparenten Fassaden und Schallschutzw\u00e4nden gegen die stark befahrene Stra\u00dfe stemmte und im Inneren eine gr\u00fcne Oase f\u00fcr die Kunst bot. Doch die Stiftung f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst \u0096 die mittlerweile \u00fcber 4.500 Werke von rund 500 K\u00fcnstler*innen aus aller Welt umfasst, darunter auch aus bislang weniger beachteten Kulturr\u00e4umen wie Afrika oder Lateinamerika \u0096 wuchs zunehmend \u00fcber sich hinaus. Ein Umzug an einen gr\u00f6\u00dferen Standort war l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig.<\/p>\n<p>2018 stie\u00df die Fondation Cartier auf das ehemalige Hotel du Louvre, das f\u00fcr die Pariser Weltausstellung 1855 errichtet worden war. Schon kurz nach der Weltausstellung wurde der riesige, 150 Meter lange Hotelbau an der Rue de Rivoli \u0096 der neben 1.200 Zimmern und Suiten sogar \u00fcber ein eigenes Telegrafenamt und einen der allerersten Aufz\u00fcge der Stadt verf\u00fcgte \u0096 sukzessive in ein luxuri\u00f6ses Kaufhaus umfunktioniert. 1977 ging das Haus an einen neuen Eigent\u00fcmer, der das Palais radikal entkernen und die Innenh\u00f6fe bis zur Unkenntlichkeit mit hochspiegelnden Curtain-Wall-Fassaden umbauen lie\u00df. 2018 schlossen die sogenannten Grands Magasins du Louvre f\u00fcr immer ihre Pforten.\u00a0<\/p>\n<p>Maschineninszenierung in allerbester Nachbarschaft<br \/>\u0084Es kommt nicht oft vor, dass man als Kulturinstitution so eine Chance bekommt\u0093, sagt B\u00e9atrice Grenier, Projektdirektorin der Fondation Cartier, die das Umbau- und Umzugsprojekt jahrelang leitete. \u0084Ein Hausmann\u0092sches Palais im 1. Arrondissement, auf der einen Seite das Grand Palais, auf der anderen Seite der weltber\u00fchmte Louvre, damit k\u00f6nnen wir nun einen gro\u00dfen Schritt in Richtung Zukunft setzen.\u0093 Mit ihrem Umzug auf 8.500 Quadratmeter Nutzfl\u00e4che in Top-Lage will sich die Stiftung nicht nur auf mehr Fl\u00e4che ausbreiten (erstmals auch mit Caf\u00e9, Restaurant und eigenem Kino- und Veranstaltungssaal), sondern auch ihre Besucherzahl vervielfachen. \u0084Auf dem Boulevard Raspail hatten wir rund 200.000 Besucher*innen pro Jahr\u0093, so Grenier. \u0084Nun rechnen wir mindesten mit dem Drei- bis Vierfachen.\u0093\u00a0<\/p>\n<p>Das d\u00fcrfte mehr als realistisch sein, denn die neue Fondation Cartier ist \u0096 wie das einstige Hotel, das mit Zentralheizung, Gasbeleuchtung, L\u00fcftungsanlage, elektrischen Klingeln und englischen Wasserklosetts Mitte des 19. Jahrhunderts ein technisches Exempel statuierte \u0096 ein gigantisches und spektakul\u00e4res Maschinenwerk, das sicherlich auch viele Menschen anzieht, die sich nicht prim\u00e4r f\u00fcr Kunst interessieren. Zwischen den historischen S\u00e4ulen und Pfeilern h\u00e4ngen f\u00fcnf mobile Stahlplattformen zwischen 190 und 320 Quadratmetern, die auf Knopfdruck auf und ab fahren. Erm\u00f6glicht wird dies durch Stahlseile und 40 waschtrommelgro\u00dfe Seilspindeln. Wie die B\u00fchnentechnik in einem Theater nehmen sich die mechanischen Einbauten in ihrem dunklen Ich-bin-gar-nicht-da-Anthrazit dezent zur\u00fcck.<\/p>\n<p>\u0084Ich wollte keinen neuen Raum bauen, ich wollte innerhalb des schon bestehenden Hohlraums arbeiten und die leeren Volumina, die L\u00fccken und L\u00f6cher nutzen und zum eigentlichen Ort des Ausdrucks machen\u0093, sagt Jean Nouvel. \u0084Dieses Projekt ist ein Versprechen endloser M\u00f6glichkeiten.\u0093 Die insgesamt f\u00fcnf Plattformen mit einem Gewicht von je 250 bis 350 Tonnen lassen sich zwischen Souterrain und Beletage in elf verschiedenen H\u00f6henpositionen einrasten. Insgesamt 117.854 unterschiedliche Raumkonfigurationen sind m\u00f6glich. Das Ziel ist, die B\u00f6den und Decken des Raumes aufzubrechen und eine flexible B\u00fchne f\u00fcr Bilder, Skulpturen und raumgreifende Installationen zu schaffen.<\/p>\n<p>Auf der Suche nach einer beweglichen Architektur<\/p>\n<p>\u0084Die Fondation Cartier ist nicht nur eine weitere Galerie f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst, eine von vielen in Paris, sondern eine Oase der Entdeckung\u0093, betont Nouvel. \u0084Sie ist ein dynamischer Space, eine prachtvolle Werkstatt, die in der Lage ist, sich an die Kunst und an die Ideen und Konzepte der hier ausstellenden K\u00fcnstler*innen anzupassen.\u0093 Viele unterschiedliche Varianten, hei\u00dft es im Atelier Jean Nouvel, habe man w\u00e4hrend des Planungsprozesses ausprobiert \u0096 von Schienen \u00fcber Zahnr\u00e4der bis hin zu Kolben und hydraulischen Stempeln. Doch brachten die Toleranzen, die Ersch\u00fctterungen, die bedenklich gro\u00dfen Mengen an brennbaren Schmier\u00f6len das Planungsteam schlie\u00dflich zum Liftmechanismus. Erg\u00e4nzt wird die Maschinerie der f\u00fcnf Plattformen von einem wandelbaren Glasdach, das je nach Tageslichtbedarf mit Schiebeelementen ge\u00f6ffnet oder geschlossen werden kann.\u00a0<\/p>\n<p>Schon jetzt, in der Er\u00f6ffnungsausstellung \u0096 die in Anlehnung an die Weltausstellung 1855 einfach nur \u0084Exposition G\u00e9n\u00e9rale\u0093 hei\u00dft \u0096 werden gro\u00dfe, zum Teil mehrgeschossige Arbeiten von Freddy Mamani, Junya Ishigami, Alessandro Mendini, Richard Artschwager, Judith Bartolani, Juan Mu\u00f1oz oder Absalon gezeigt. Immer wieder mit spannenden Durchblicken auf ein paar rohe Stein- und Ziegelwandfragmente, auf nackte Stahltraversen, die von unten das Trottoir st\u00fctzen, aber auch mit raumhohen, fugenlos verglasten Ausblicken auf die flanierenden Menschen, die nicht ahnen, welch Maschinerie sich hinter den denkmalgesch\u00fctzten Kalksteinfassaden verbirgt.\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcber den finanziellen Aufwand h\u00fcllt sich die Fondation Cartier in Schweigen. Auf Radio France Bleu ist jedenfalls von kolportierten 230 Millionen Euro Investitionsvolumen die Rede.\u00a0<\/p>\n<p>Fotos: <a href=\"https:\/\/martin-argyroglo.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Martin Argyrogl<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.cyrilmarcilhacy.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Cyril Marcilhacy<\/a> <\/p>\n<p>Dieses Objekt &amp; Umgebung auf BauNetz-Maps anzeigen:<br \/>&#13;<br \/>\n                                    &#13;<br \/>\n                                            <a href=\"https:\/\/www.baunetz-maps.de\/quelle\/meldungen?cid=10099647\" title=\"Dieses Objekt &amp; Umgebung auf BauNetz-Maps anzeigen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&#13;<br \/>\n                                                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"BauNetz-Maps\" width=\"400\" height=\"200\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/europa_400x200.png\" \/>&#13;<br \/>\n                                            <\/a>&#13;<br \/>\n                                    &#13;<br \/>\n                                &#13;\n                                <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\tKommentare:<br \/>&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/meldungen\/Meldungen-Ateliers_Jean_Nouvel_in_Paris_10099647.html?backurl=https%3A%2F%2Fwww.baunetz.de%2Fmeldungen%2Findex.html&amp;action=kommentieren\" class=\"lightgrey underline unvisible_print\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Meldung kommentieren<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t\t\t\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ende Oktober wurden in Paris die neuen R\u00e4ume der Fondation Cartier pour l\u0092art contemporain er\u00f6ffnet. In allerbester Lage&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":555769,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[2252,2251,2250,1793,2248,2253,29,214,30,1794,2249,14,215],"class_list":{"0":"post-555768","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-architekt","9":"tag-architekten","10":"tag-architektur","11":"tag-art-and-design","12":"tag-baunetz","13":"tag-bauwesen","14":"tag-deutschland","15":"tag-entertainment","16":"tag-germany","17":"tag-kunst-und-design","18":"tag-meldungen","19":"tag-nachrichten","20":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115503626402542461","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/555768","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=555768"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/555768\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/555769"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=555768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=555768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=555768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}