{"id":556284,"date":"2025-11-06T20:50:13","date_gmt":"2025-11-06T20:50:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/556284\/"},"modified":"2025-11-06T20:50:13","modified_gmt":"2025-11-06T20:50:13","slug":"frankreich-ehrt-justizopfer-dreyfus-posthum-als-general","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/556284\/","title":{"rendered":"Frankreich ehrt Justizopfer Dreyfus posthum als General"},"content":{"rendered":"<p>Die Dreyfus-Aff\u00e4re ist ein dunkler Fleck in der franz\u00f6sischen Geschichte und besch\u00e4ftigt das Land seit \u00fcber 100 Jahren. 1894 wurde der j\u00fcdische Offizier Opfer einer Hasskampagne mit unrechtm\u00e4\u00dfigen Anschuldigungen und einer Degradierung. Die F\u00fcnfte Franz\u00f6sische Republik versucht nun, diesen Fehler teilweise wiedergutzumachen.<\/p>\n<p>Rund 130 Jahre nach der ungerechtfertigten Verurteilung des j\u00fcdischen Offiziers Alfred Dreyfus wegen angeblichen Verrats hat Frankreich den Els\u00e4sser posthum zum Brigadegeneral ernannt. Der franz\u00f6sische Senat verabschiedete einstimmig einen entsprechenden Gesetzesvorschlag des ehemaligen Premierministers Gabriel Attal.<\/p>\n<p>\u201eDieser Text erm\u00f6glicht es der Republik, ihren Fehler einzugestehen und anzuerkennen, dass ein Mann gedem\u00fctigt wurde\u201c, erkl\u00e4rte der sozialistische Fraktionsvorsitzende Patrick Kanner. \u201eDiese Geste ist symbolisch, aber sie bedeutet mehr als nur ein Symbol. Sie ist eine Antwort auf eine Ungerechtigkeit, die mehr als ein Jahrhundert zur\u00fcckliegt\u201c, sagte Verteidigungsstaatssekret\u00e4rin Alice Rufo.<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Initiativen, Dreyfus posthum zu rehabilitieren. Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron hatte k\u00fcrzlich den 12. Juli zum nationalen Dreyfus-Gedenktag erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Der franz\u00f6sische Generalstabsoffizier Dreyfus wurde im Kontext antisemitischer Anfeindungen zu Unrecht als Spion des damaligen deutschen Kaiserreichs denunziert und 1894 verurteilt. Er wurde wegen Hochverrats auf die Teufelsinsel in Franz\u00f6sisch-Guyana verbannt.<\/p>\n<p>Dienstabzeichen entfernt, S\u00e4bel zerbrochen<\/p>\n<p>Zuvor wurde er im Ehrenhof der Pariser Milit\u00e4rschule \u00f6ffentlich degradiert. Vor etwa 20.000 Zuschauern wurden ihm seine Dienstabzeichen von der Uniform gerissen und sein S\u00e4bel zerbrochen. Dreyfus rief damals seine Unschuld aus und schloss mit den Worten: \u201eEs lebe Frankreich, es lebe die Armee.\u201c<\/p>\n<p>Die Dreyfus-Aff\u00e4re ersch\u00fctterte und spaltete die Dritte Franz\u00f6sische Republik. In der Presse kam es zu einer Hasskampagne gegen eine vermeintliche j\u00fcdische Verschw\u00f6rung mit den Deutschen. Zwei Jahre nach Dreyfus\u2019 Verurteilung stellte sich heraus, dass eine ihm zugeschriebene Nachricht, die im Papierkorb der deutschen Botschaft in Paris gefunden wurde, von einem anderen Offizier stammte \u2013 dieser wurde in einem Gerichtsverfahren freigesprochen.<\/p>\n<p>Der Schriftsteller \u00c9mile Zola machte den Justizirrtum mit seinem legend\u00e4ren offenen Brief \u201eJ\u2019accuse\u201c (\u201eIch klage an\u201c) \u00f6ffentlich bekannt. Der Pariser Kassationshof, das h\u00f6chste franz\u00f6sische Strafgericht, hob die Verurteilung schlie\u00dflich 1906 auf.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Jacques Chirac ehrte Dreyfus 2006 mit einem Staatsakt. Eine \u00dcberf\u00fchrung seiner sterblichen \u00dcberreste in den Pariser Panth\u00e9on lehnte Chirac damals ab. Mehrere Abgeordnete fordern nun erneut die Aufnahme Dreyfus\u2019 ins Panth\u00e9on. Der Regisseur Roman Polanski verarbeitete die Dreyfus-Aff\u00e4re 2019 in seinem Film \u201eIntrige\u201c.<\/p>\n<p>\t\tPost Navigation<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Dreyfus-Aff\u00e4re ist ein dunkler Fleck in der franz\u00f6sischen Geschichte und besch\u00e4ftigt das Land seit \u00fcber 100 Jahren.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":556285,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-556284","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115504731067414463","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/556284","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=556284"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/556284\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/556285"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=556284"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=556284"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=556284"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}