{"id":556634,"date":"2025-11-07T00:08:23","date_gmt":"2025-11-07T00:08:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/556634\/"},"modified":"2025-11-07T00:08:23","modified_gmt":"2025-11-07T00:08:23","slug":"prozess-um-kreuzfahrt-nach-groenland-ehepaar-klagt-gegen-veranstalter-wegen-verpasster-attraktionen-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/556634\/","title":{"rendered":"Prozess um Kreuzfahrt nach Gr\u00f6nland: Ehepaar klagt gegen Veranstalter wegen verpasster Attraktionen &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Gr\u00f6nland mit seinen beeindruckenden Fjorden, gewaltigen Eisbergen und pittoresken H\u00e4user \u2013 f\u00fcr Horst Forster aus dem Erzgebirge war das sein halbes Leben lang ein Sehnsuchtsort. Also bl\u00e4tterte er 10 000 Euro auf den Tisch eines Reiseveranstalters, um mit seiner Frau B\u00e4rbel eine Kreuzfahrt zur n\u00f6rdlichsten Landfl\u00e4che der Erde zu erleben. Indes, Gr\u00f6nland hatte quasi nahezu komplett geschlossen, wegen Eis\u00fcberschusses. \u201eWir waren sehr entt\u00e4uscht\u201c, sagt Forster\u00a0\u2013 und reichte Klage gegen MSC Cruises ein.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wenn Horst Forster zu erz\u00e4hlen beginnt, dann holt er aus, und zwar weit: \u201eEs war im Jahr 1968\u201c, beginnt er vor der 31. Zivilkammer am Landgericht <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> I, da sei er von der DDR aus \u201evon Berlin nach Mexico-City geflogen, zur Olympiade\u201c. Nun ist der \u00e4ltere Herr kein Sportler, sondern Musiker, genauer gesagt Klarinettist. Er und seine Ehefrau, eine Violinistin, spielten im Chemnitzer\u00a0Orchester \u201eRobert-Schumann-Philharmonie\u201c. Gut, zu weit ausgeholt, jedenfalls sollte Forster in Mexiko musizieren. Und der Flieger nahm den Luftkorridor \u00fcber Gr\u00f6nland und Island &#8211; und Horst Forster schmolz beim Anblick der Eislandschaften nur so dahin.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eZu DDR-Zeiten war es nicht m\u00f6glich, nach Gr\u00f6nland zu reisen\u201c, erz\u00e4hlt er weiter. Aber jetzt, jetzt war die Zeit gekommen. Island und Gr\u00f6nland standen auf dem Programm, davon sollte das Kreuzfahrtschiff eine Woche lang gr\u00f6nl\u00e4ndische H\u00e4fen anlaufen. Aber noch bevor die Sachsen im Sommer 2024 in See stechen konnten, kam vom Veranstalter der Hinweis, dass der Seeweg nach Ilulissat gesperrt sei. Die Stadt am Ilulissat Eisfjord, auf der Liste des Unesco-Welterbes zu finden, war also eingeeist. \u201eAber wir wurden in dem Glauben gelassen, dass der Rest stattfinden wird.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">An Bord dann habe man ihnen weisgemacht, dass zumindest der malerische Prins Christian Sund befahrbar sein werde, \u201eaber auch das war nicht m\u00f6glich\u201c, berichtet der Kl\u00e4ger. Und die Ersatzstadt, die anstelle von Ilulissat besichtigt werden sollte, sei auch gestrichen worden. Am Ende war der einzige Ort auf Gr\u00f6nland, den die Sachsen sahen, die Hauptstadt Nuuk. \u201eEin paar bunte H\u00e4uschen und eine Holzkirche, die geschlossen war\u201c, beschreibt Forster den Landausflug. Dann seien f\u00fcnf Seetage bis Reykjav\u00edk gefolgt. \u201eDa braucht man nur einen Tag normalerweise.\u201c Das sei ihnen \u201efast wie im Gef\u00e4ngnis\u201c vorgekommen. \u201eWir haben k\u00fcnstlerische Berufe und das Kulturangebot an Bord war nicht so toll.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nun sitzt das Ehepaar mit Anwalt Claus Appel vor Gericht und will einen Teil des Reisepreises r\u00fcckerstattet haben. \u201eIsland kannten wir ja schon, wir haben die Reise wegen Gr\u00f6nland gemacht\u201c, sagt Forster. Die Gegenseite argumentiert, dass vorab schon bekannt gewesen sei, dass bestimmte Ziele nicht erreichbar seien. Und die Eisverh\u00e4ltnisse seien jetzt nicht die Schuld des Veranstalters. \u201eAber\u201c, kontert Forster, \u201ein Nuuk hat uns eine Verk\u00e4uferin gefragt, warum wir jetzt k\u00e4men, wo doch die Eisverh\u00e4ltnisse so schlimm seien\u201c. Und dann traf Forster daheim noch auf einen Mann, der kurz nach ihnen dieselbe Kreuzfahrt gebucht hatte. Auch diese Reise habe stattgefunden, auch dieser Mann sei entt\u00e4uscht worden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Rechtsanwalt John Mieler, der MSC Cruises vertritt, zeigt sich in der G\u00fcteverhandlung entgegenkommend und bietet als Vergleichszahlung 4600 Euro an. Dem stimmen die Forsters zu. Vielleicht kommen sie irgendwann ja doch noch nach Gr\u00f6nland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gr\u00f6nland mit seinen beeindruckenden Fjorden, gewaltigen Eisbergen und pittoresken H\u00e4user \u2013 f\u00fcr Horst Forster aus dem Erzgebirge war&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":556635,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,2634,30,1268,149],"class_list":{"0":"post-556634","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-gerichtsprozesse-in-muenchen","11":"tag-germany","12":"tag-muenchen","13":"tag-sueddeutsche-zeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115505509614899391","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/556634","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=556634"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/556634\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/556635"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=556634"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=556634"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=556634"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}