{"id":556786,"date":"2025-11-07T01:34:40","date_gmt":"2025-11-07T01:34:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/556786\/"},"modified":"2025-11-07T01:34:40","modified_gmt":"2025-11-07T01:34:40","slug":"schulbau-wie-hamburg-schule-neu-denkt-zwei-gruendungen-als-beispiel-fuer-den-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/556786\/","title":{"rendered":"Schulbau: Wie Hamburg Schule neu denkt \u2013 zwei Gr\u00fcndungen als Beispiel f\u00fcr den Wandel"},"content":{"rendered":"<p>Hamburg gr\u00fcndet seit Jahren zu jedem Sommer neue Schulen \u2013 um dem Sch\u00fclerwachstum gerecht zu werden und neue Konzepte einzuf\u00fchren. Dabei verfolgt jede neue Schule eigene innovativen Ideen. Ob der Weg der richtige ist, werden Lernstandserhebungen in K\u00fcrze zeigen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Hamburg investiert massiv in den Schulbau. Investitionen von zehn Milliarden Euro sind f\u00fcr die Zeit zwischen 2013 und 2030 eingeplant, und mit diesem Geld entstehen nicht nur neue R\u00e4ume, sondern auch neue Formen des Lernens. Drei Dutzend Schulen sollen neu gebaut werden, zwei davon hat Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD) am Donnerstag vorgestellt.<\/p>\n<p>Die beiden Schulgr\u00fcndungen im Bezirk Bergedorf zeigen exemplarisch, was die Stadt mit dem Geld erreichen will: Es geht nicht allein um zus\u00e4tzliche Kapazit\u00e4ten, sondern um eine andere Art von Schule, um Lernlandschaften, die zu neuen Unterrichtsformen besser passen als starre Klassenr\u00e4ume. Das Bille-Gymnasium und die Schule Leuschnerstra\u00dfe stehen f\u00fcr einen Umbau des Bildungssystems, der offene Raumkonzepte, digitale Werkzeuge und ver\u00e4nderte Rollen f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte miteinander verbindet.<\/p>\n<p>Beide Schulen nehmen zum kommenden Schuljahr ihre ersten Klassen auf, die Anmeldephase beginnt Anfang kommenden Jahres. Bekeris bezeichnete die neuen Standorte als \u201eOrte, an denen Zukunft entsteht\u201c und machte deutlich, dass es nicht nur um neue Adressen im Schulverzeichnis gehe, sondern um ein anderes Verst\u00e4ndnis von Lernen. \u201eWir nutzen die Gr\u00fcndungen, um zu zeigen, wie Lernen im 21. Jahrhundert gestaltet werden kann: individuell, demokratisch und gemeinschaftlich\u201c, sagte die Senatorin.<\/p>\n<p>Das Bille-Gymnasium wird das sechste Gymnasium im Bezirk und zugleich das kleinste. Geplant sind drei bis vier Parallelklassen pro Jahrgang, insgesamt etwa 800 bis 900 Pl\u00e4tze. Die Schule setzt auf selbstgesteuertes und interessengeleitetes Lernen, auf demokratische Beteiligung, Bewegung und Engagement. \u201eWir m\u00f6chten eine gesunde Schule werden, f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ebenso wie f\u00fcr die Lehrkr\u00e4fte\u201c, erkl\u00e4rt Gr\u00fcndungsschulleiterin Marion Zirkel-Maas. \u201eWir glauben, dass durch selbstbestimmtes und selbstreguliertes Lernen grundlegende Zukunftskompetenzen entstehen und dass Lernen dann positiv erlebt wird.\u201c <\/p>\n<p>Die Architektur unterst\u00fctzt diesen Anspruch: offene Lernlandschaften, Gruppenarbeitszonen und kleine R\u00fcckzugsbereiche, die \u201eLernkojen\u201c hei\u00dfen. \u201eWir haben aus einigen vorgesehenen Unterrichtsr\u00e4umen Freifl\u00e4chen gemacht, um unterschiedliche Arbeitsphasen optimal zu erm\u00f6glichen. Lernen hei\u00dft f\u00fcr uns nicht, dass man auf einem Stuhl sitzen muss \u2013 vielleicht auch einmal auf einem Sofa oder in einer H\u00e4ngematte.\u201c<\/p>\n<p>Nur wenige Stra\u00dfen weiter entsteht die Schule Leuschnerstra\u00dfe, eine Langformschule, die Grundschule und Stadtteilschule unter einem Dach vereint. Die Grundschule gibt es bereits, die Stadtteilschule wird neu aufgebaut. Auch hier verschwinden klassische Flure, stattdessen entstehen offene Ebenen mit Zonen f\u00fcr Ruhe, Austausch und Bewegung. \u201eWir schaffen Lernlandschaften, die individualisiertes Lernen erm\u00f6glichen\u201c, sagt Schulleiter Thomas Lutter. \u201eWeg vom Klassenraumprinzip, hin zu Lernzonen, in denen man sich zur\u00fcckziehen, experimentieren oder diskutieren kann.\u201c Jede Lernebene erh\u00e4lt einen eigenen Bewegungsraum, thematisch angepasst an die Jahrg\u00e4nge. <\/p>\n<p>Lehrkr\u00e4fte verstehen sich als Lernbegleiter, nicht als reine Wissensvermittler. \u201eWir schaffen herausfordernde Lernsituationen, geben R\u00fcckmeldung und planen Lernwege gemeinsam mit den Kindern.\u201c Jedes Kind soll ein digitales Endger\u00e4t bekommen, gleichzeitig testet die Schule \u201eHandygaragen\u201c f\u00fcr smartphonefreie Pausen. \u201eWir wollen, dass sich Kinder in den Pausen wieder begegnen, miteinander reden und spielen. Beziehungen pflegen \u2013 das ist uns wichtig.\u201c<\/p>\n<p>Die beiden Gr\u00fcndungen sind Teil eines gr\u00f6\u00dferen Plans. Seit 2019 hat Hamburg 23 neue staatliche Schulen er\u00f6ffnet: zehn Grundschulen, acht Stadtteilschulen und f\u00fcnf Gymnasien. Die Zahl der Sch\u00fcler ist im selben Zeitraum um 25.000 gestiegen. Der Ausbau folgt der Bev\u00f6lkerungsentwicklung: W\u00e4hrend Altona und Eimsb\u00fcttel stagnieren, wachsen Bergedorf, Harburg und die Elbinseln. Gebaut wird dort, wo der Bedarf langfristig belegt ist, h\u00e4ufig nach dem Prinzip \u201eerst Interim, dann Neubau\u201c.<\/p>\n<p>Gr\u00fcndungsschulen m\u00fcssen sich mit fortschrittlichen Ideen bewerben, die Schulaufsicht begleitet sie eng. \u201eWir schreiben ausdr\u00fccklich aus: Innovative Konzepte erw\u00fcnscht\u201c, sagt Sonja Giesow, die f\u00fcr die Auswahl der Gr\u00fcndungsschulleitungen zust\u00e4ndig ist. \u201eDiese Schulen werden \u00fcber Jahre vorbereitet, die Konzepte sind ausgereift. Und sie stellen das Kind in den Mittelpunkt \u2013 mit der Frage: Wie kann es am besten lernen, wie seine Talente entfalten?\u201c<\/p>\n<p>Ob das funktioniert, wird sich zeigen, und es wird \u00fcberpr\u00fcft. Hamburg setzt gezielt auf datengest\u00fctzte Schulentwicklung, machte Bekeris deutlich. Die neuen Schulen, die vor einigen Jahren entstanden, sind inzwischen so weit aufgewachsen, dass die Sch\u00fcler die Jahrg\u00e4nge erreicht haben, in denen Hamburg den Lernstand ganzer Kohorten erfasst. Kompetenztests wie KERMIT sollen an den Gr\u00fcndungsschulen zudem helfen, die Wirkung der Konzepte zu messen. <\/p>\n<p>\u201eDiese Systeme sind hoch agil\u201c, sagt Giesow. \u201eWenn etwas nicht funktioniert, wird sofort umgesteuert. Wir starten mit Fehlerfreundlichkeit, denn wir betreten Neuland.\u201c Auch Bekeris betont: \u201eWir wollen nicht alle gleich behandeln, sondern schauen: Was bringt ein Kind mit? Was braucht es? Und wie k\u00f6nnen wir das erm\u00f6glichen?\u201c Lutter erg\u00e4nzt: \u201eWenn wir feststellen, dass unsere Kinder deutlich schlechter abschneiden als der Durchschnitt, m\u00fcssen wir nachsteuern. Aber ich bin \u00fcberzeugt: Wenn sie sich wohlf\u00fchlen, wenn sie Beziehungen erleben, dann lernen sie besser und erreichen mehr.\u201c<\/p>\n<p>Der Umbau des Schulsystems ist teuer. Rund 500 Millionen Euro pro Jahr flie\u00dfen in Neubau, Sanierung und Instandhaltung. Und es geht weiter: In den kommenden Jahren folgen die Stadtteilschule Ottensen, die Grundschule am Schilfufer und die Grundschule Hammer Stra\u00dfe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg gr\u00fcndet seit Jahren zu jedem Sommer neue Schulen \u2013 um dem Sch\u00fclerwachstum gerecht zu werden und neue&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":556787,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,30,692,14623,134841,134838,134839,9019,134840,28995],"class_list":{"0":"post-556786","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-hamburg","11":"tag-innenpolitik","12":"tag-schuelerzahlen-ks","13":"tag-schulgebaeude-ks","14":"tag-schulpolitik-ks","15":"tag-unterricht","16":"tag-unterrichtsmethoden-ks","17":"tag-witte-genannt-vedder-julia"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115505848998593703","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/556786","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=556786"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/556786\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/556787"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=556786"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=556786"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=556786"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}