{"id":557673,"date":"2025-11-07T10:13:11","date_gmt":"2025-11-07T10:13:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/557673\/"},"modified":"2025-11-07T10:13:11","modified_gmt":"2025-11-07T10:13:11","slug":"studie-koerperliche-aktivitaet-bremst-alzheimer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/557673\/","title":{"rendered":"Studie: K\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t bremst Alzheimer"},"content":{"rendered":"<p>In ihrer Studie, die diese Woche in &#8222;<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-025-03955-6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nature Medicine<\/a>&#8220; [externer Link] erschienen ist, hat ein Wissenschaftler-Team aus den USA und Kanada um die Neurologen Way-Ying Wendy Yau und Jasmeer P. Chhatwal knapp 300 \u00e4ltere Personen untersucht. Bei 88 von ihnen hatten sich bereits Beta-Amyloid-Ablagerungen und Tau-Proteine im Gehirn befunden, die als f\u00fcr Alzheimer urs\u00e4chlich vermutet werden. Die Probanden zeigten aber noch keine Symptome der Gehirnerkrankung. Zu Beginn der Studie haben die Forscher sieben Tage lang die Zahl ihrer Schritte pro Tag mittels eines Schrittz\u00e4hlers gemessen. Die Probanden teilten sie daraufhin in vier Gruppen ein: &#8222;Inaktive&#8220; mit 3.000 oder weniger Schritten, &#8222;wenig Aktive&#8220;, die zwischen 3.001 bis 5.000 Schritte gingen, &#8222;m\u00e4\u00dfig Aktive&#8220; mit 5.001 bis 7.500 und &#8222;Aktive&#8220; mit mehr als 7.501 Schritten. <\/p>\n<p>14 Jahre lang Ablagerungen im Gehirn untersucht<\/p>\n<p>Dann f\u00fchrte das Team mit den Probanden 14 Jahre lang einmal j\u00e4hrlich kognitive Tests durch und ma\u00df die Amyloid- und Tau-Ablagerungen im Gehirn. Das Ergebnis: Bei den Probanden, die mehr als 3.000 Schritte am Tag gingen, zeigte sich eine signifikante Verbesserung gegen\u00fcber den &#8222;Inaktiven&#8220;, also eine geringere Anreicherung der Ablagerung. Die gr\u00f6\u00dfte Reduktion gab es bei 5.001 bis 7.500 Schritten \u2013 zus\u00e4tzliche Bewegung dar\u00fcber hinaus brachte keine zus\u00e4tzliche Verbesserung. Auch bei den Tests zur kognitiven Leistungsf\u00e4higkeit schnitten die Probanden mit der &#8222;m\u00e4\u00dfigen Aktivit\u00e4t&#8220; am besten ab. Die Studien-Autoren gehen daher davon aus, dass schon ein moderates Ma\u00df an k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t, das auch \u00e4ltere Personen schaffen k\u00f6nnen, ausreicht, um Alzheimer entgegenzuwirken. <\/p>\n<p>Bewegungsmangel ist ein Risikofaktor \u2013 auch f\u00fcr Gehirn-Erkrankungen<\/p>\n<p>F\u00fcr den Direktor des Instituts f\u00fcr kognitive Neurologie und Demenzforschung am Uni-Klinikum Magdeburg, Emrah D\u00fczel, passt das Ergebnis zu bisherigen Erkenntnissen: &#8222;Bewegungsmangel ist ein etablierter Risikofaktor f\u00fcr die Alzheimererkrankung.&#8220; Erstmals zeige diese Studie Effekte auch bei Menschen, die bereits Alzheimer-typische Ver\u00e4nderungen im Gehirn haben. K\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t scheint demnach die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen und die mentale Leistungsf\u00e4higkeit zu sch\u00fctzen. Welche Reaktion die Bewegung im Gehirn ausl\u00f6st, wird durch die Studie nicht klar. Aber D\u00fczel geht davon aus, <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wissen\/alzheimer-spezielles-training-hilft-gegen-demenz,Ux8c2VY\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dass Bewegung auch die Kognition trainiert<\/a>: &#8222;Die Personen m\u00fcssen navigieren, sich orientieren und mit ihrer Umgebung interagieren.&#8220;<\/p>\n<p>Gehirntraining auf dem Laufband <\/p>\n<p>Schon vor 13 Jahren konnte ein Forscherteam des <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S019745801100042X\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Max-Planck-Instituts f\u00fcr Bildungsforschung<\/a> [externer Link] in Berlin zeigen, dass Probanden mit einem speziellen Laufband-Training dem altersbedingten, nicht durch Alzheimer verursachten, Abbau von bestimmten Hirn-Arealen entgegenwirkten. Dazu mussten sie w\u00e4hrend des Geh-Trainings, \u00fcber einen Bildschirm gesteuert, durch einen virtuellen Zoo navigieren, sich in einer Art Videospiel den Weg suchen. Dadurch wurde der Abbau des Hippocampus, der f\u00fcr die r\u00e4umliche Orientierung verantwortlichen Hirnregion, verringert. Das legt nahe, dass eine umfassende, die Sinnesreize anregende Bewegung besonders f\u00f6rderlich ist. Emrah D\u00fczel empfiehlt sich nicht nur mit 5.000 Schritten zufriedenzugeben, sondern Sportarten wie Radfahren, Tanzen oder Joggen auszu\u00fcben, die zus\u00e4tzlich das Gehirn stimulieren.<\/p>\n<p>Kritik an der Methode der Studie, Zustimmung zum Ergebnis<\/p>\n<p>An der jetzt vorgelegten Studie gibt es aber auch Kritik. Ren\u00e9 Thyrian vom Deutschen Zentrum f\u00fcr Neurodegenerative Erkrankungen in Rostock bem\u00e4ngelt, dass nur einmal, zu Beginn der Studie, das Ausma\u00df der Bewegung gemessen wurde. Und andere Bewegungsformen, wie Radfahren, nicht ber\u00fccksichtigt wurden. Au\u00dferdem k\u00f6nne mit dem gew\u00e4hlten Studiendesign keine Kausalit\u00e4t gezeigt werden, was die Autoren auch selbst als Schwachpunkt vermerken \u2013 sprich: es k\u00f6nnte auch sein, dass die Probanden sich mehr bewegten, weil sie weniger Ablagerungen im Gehirn hatten. Dennoch passt das Studien-Ergebnis zu vielen anderen Studien, die \u00e4hnlich positive Wirkung von k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t f\u00fcr die Gehirngesundheit zeigen.<\/p>\n<p>Nicht nur ausreichende Bewegung sch\u00fctzt das Gehirn, sondern der Lebensstil<\/p>\n<p>Damit man ausreichend Bewegung erlangt, sollte diese regelm\u00e4\u00dfig erfolgen. Das, so Ren\u00e9 Thyrian geht dann gut, wenn sie &#8222;Freude macht und gut in den Alltag integrierbar ist.&#8220; Wichtig sei aber auch ein insgesamt gesunder Lebensstil, zum auch ausgewogene Ern\u00e4hrung, geistige Aktivit\u00e4t und soziale Kontakte geh\u00f6ren. Damit w\u00fcrde auch anderen Krankheiten vorgebeugt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In ihrer Studie, die diese Woche in &#8222;Nature Medicine&#8220; [externer Link] erschienen ist, hat ein Wissenschaftler-Team aus den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":557674,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[1049,703,1051,29,597,30,141,232,435,193],"class_list":{"0":"post-557673","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-alzheimer","9":"tag-bewegung","10":"tag-demenz","11":"tag-deutschland","12":"tag-forschung","13":"tag-germany","14":"tag-gesundheit","15":"tag-health","16":"tag-praevention","17":"tag-wissenschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115507889130587982","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/557673","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=557673"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/557673\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/557674"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=557673"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=557673"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=557673"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}