{"id":557767,"date":"2025-11-07T11:08:12","date_gmt":"2025-11-07T11:08:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/557767\/"},"modified":"2025-11-07T11:08:12","modified_gmt":"2025-11-07T11:08:12","slug":"warum-das-deutschlandticket-fuer-leipzig-pass-inhaber-auf-einmal-so-teuer-wird-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/557767\/","title":{"rendered":"Warum das Deutschlandticket f\u00fcr Leipzig-Pass-Inhaber auf einmal so teuer wird \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwoch, dem 5. November, meldete das Leipziger Sozialamt stolz: \u201eLeipzig h\u00e4lt am verg\u00fcnstigten Deutschlandticket fest\u201c. Die Stadt Leipzig wolle auch in angespannter Haushaltslage das verg\u00fcnstigte Deutschlandticket f\u00fcr Leipzig-Pass-Inhaberinnen und -Inhaber fortf\u00fchren. Doch die Preisvorstellungen, die das Sozialamt dann formulierte, d\u00fcrften nicht nur Inhaber des Leipzig-Passes \u00fcberrascht haben.<\/p>\n<p>Selbst die Linksfraktion fiel aus allen Wolken. Wei\u00df die Stadt nicht mehr, wie knapp es sich auf Sozialhilfeniveau in Leipzig lebt?\u00a0Die Verwaltung hat dazu einen Beschlussvorschlag in die Gremien eingebracht. Er wurde jetzt von Oberb\u00fcrgermeister Burkhard Jung in seiner Dienstberatung best\u00e4tigt. Der Stadtrat entscheidet voraussichtlich im November dar\u00fcber.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/b3da147736ec4720bdf67817546ef231.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/mobilitaet\/2025\/11\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/mobilitaet\/2025\/11\/1\"\/><\/p>\n<p>\u201eDamit bleibt die Preiserm\u00e4\u00dfigung f\u00fcr Menschen mit geringem Einkommen bis Ende 2026 erhalten. Sie zahlen weiterhin 20 Euro weniger pro Monat als der regul\u00e4re Preis vorsieht\u201c, betonte das Sozialamt. \u201eDer Vertrag mit den Leipziger Verkehrsbetrieben soll um ein Jahr verl\u00e4ngert werden, die Konditionen bleiben gleich. Zurzeit kostet das Ticket f\u00fcr Berechtigte 38 Euro im Monat. Ab Januar 2026 steigt der Preis f\u00fcr das Deutschlandticket auf 63 Euro, damit w\u00fcrde das Leipzig-Ticket dann 43 Euro kosten.<\/p>\n<p>Die Leipzig-Pass-Mobilcard bleibt bestehen. Sie gilt weiterhin im Stadtgebiet und kann parallel genutzt werden.\u201c<\/p>\n<p>Dr. Martina M\u00fcnch, B\u00fcrgermeisterin f\u00fcr Soziales, Gesundheit und Vielfalt, l\u00e4sst sich mit den Worten zitieren: \u201eMobilit\u00e4t er\u00f6ffnet Chancen. Wer wenig Geld hat, soll trotzdem am Leben in unserer Stadt teilhaben k\u00f6nnen. Deshalb halten wir den Zuschuss zum Leipzig-Ticket stabil. Wir sorgen daf\u00fcr, dass die Menschen weiter g\u00fcnstig Bus und Bahn fahren. Unser Ziel bleibt klar: eine Stadt, die zusammenh\u00e4lt und Verantwortung tr\u00e4gt.\u201c<\/p>\n<p>Doch das Wichtigste verriet die B\u00fcrgermeisterin nicht.<\/p>\n<p>Wer soll sich das noch leisten k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Entsprechend konsterniert reagierte am Donnerstag, dem 6. November, die Linksfraktion im Leipziger Stadtrat.<\/p>\n<p>\u201eWas die Verwaltung wie ein gro\u00dfz\u00fcgiges Zugest\u00e4ndnis darstellt, geht in Wahrheit scharf an der Realit\u00e4t vorbei. 43 Euro pro Monat sind f\u00fcr Haushalte mit geringem Einkommen schlicht nicht bezahlbar. Denken wir beispielsweise an eine vierk\u00f6pfige Familie, kommt schnell eine Summe von 132 Euro zusammen \u2013 Geld, das viele nicht haben\u201c, kommentierte Franziska Riekewald, Sprecherin f\u00fcr Mobilit\u00e4t der Fraktion Die Linke im Stadtrat zu Leipzig, den Vorsto\u00df des Sozialdezernats.<\/p>\n<p>\u201eDavon abgesehen setzt sich die Verwaltung \u00fcber einen auf Linke Initiative gefassten Stadtratsbeschluss aus M\u00e4rz dieses Jahres hinweg, nach welchem der Preis f\u00fcr die Leipzig-Pass-Mobilcard bei 29 Euro gehalten werden sollte. Nach der Preiserh\u00f6hung des Deutschlandtickets sollte der Anteil des st\u00e4dtischen Zuschusses entsprechend erh\u00f6ht werden.\u201c<\/p>\n<p>Gerade hier liegt der Hase im Pfeffer.<\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr die Preissteigerung<\/p>\n<p>Denn, so <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2025996&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das Sozialamt in seiner Vorlage<\/a>: \u201eMit Beschluss der Ratsversammlung vom 12.03.2025 (vgl. VIII-HP-10275) wurden im Haushalt der Stadt Leipzig f\u00fcr 2025\/2026<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201aj\u00e4hrlich zus\u00e4tzlich 1.500.000 EUR zur Verf\u00fcgung gestellt, damit der Ticketpreis bei 29,00 EUR\/Monat beibehalten wird.\u2018\u00a0Damit verbunden w\u00e4re eine Erh\u00f6hung des st\u00e4dtischen Zuschusses je Ticket\/Monat um 9 EUR auf 29 EUR bei einem aktuellen Preis f\u00fcr das Deutschlandticket von 58 EUR\/Monat bzw. ab 01.01.2026 um 14 EUR je Ticket und Monat bei einem Preis f\u00fcr das Deutschlandticket von 63 EUR\/Monat.<\/p>\n<p>Mit den im Haushalt 2025\/2026 veranschlagten Mitteln in H\u00f6he von 6.100.800 EUR p.a. (4.600.800 EUR p.a. zuz\u00fcglich 1.500.000 EUR p.a.) zuz\u00fcglich \u00fcbertragener Restmittel aus 2024 in H\u00f6he von 742.040 EUR ist dieser Beschluss nicht umsetzbar. Hintergrund ist die allgemein gestiegene Nachfrage f\u00fcr das Produkt Deutschlandticket f\u00fcr Leipzig-Pass-Inhaber\/-innen. Z<\/p>\n<p>ur Ausfinanzierung der Zuschusserh\u00f6hung um 9 EUR je Ticket\/Monat in 2025 bzw. um 14 EUR je Ticket\/Monat in 2026 w\u00fcrden in der Haushaltsperiode 2025\/2026 weitere finanzielle Mittel in H\u00f6he von rund 4 Mio. EUR ben\u00f6tigt.\u201c<\/p>\n<p>Eine Stadt in der Haushaltsklemme<\/p>\n<p>Der Wunsch nach dem verg\u00fcnstigten Deutschlandticket trifft also direkt auf die klamme Haushaltssituation der Stadt. Selbst wenn sie wollte, d\u00fcrfte sie diese zus\u00e4tzlichen 4 Millionen Euro nicht zur Verf\u00fcgung stellen. Und so steht die Stadt vor dem Dilemma: Was l\u00e4sst sich am verbilligten Deutschlandticket f\u00fcr Leipzig-Pass-Inhaber \u00fcberhaupt noch finanzieren. Da kommen dann die 43 Euro pro Monat heraus, die tats\u00e4chlich weit \u00fcber den urspr\u00fcnglich geplanten 29 Euro liegen.<\/p>\n<p>Und so stellt Franziska Riekewald zu recht fest: \u201eZur Wahrheit geh\u00f6rt aber auch dazu: Bund und Land kommen einmal mehr ihrer Verantwortung nicht nach. Die Kommunen werden mit den steigenden Kosten im Regen stehen gelassen. Schon jetzt ist anzunehmen, dass es nach 2026 nicht bei dem Preis von 63 Euro monatlich f\u00fcr das Deutschlandticket bleiben wird. Dadurch wird das Angebot stetig unattraktiver und grenzt immer mehr Personengruppen aus.<\/p>\n<p>Mobilit\u00e4t bedeutet Teilhabe \u2013 diese wird Menschen mit geringem Einkommen immer mehr genommen. Nicht zuletzt ist das Ticket ein wichtiger Antreiber der Verkehrswende. Je mehr Menschen niedrigschwellig Zugang zum kosteng\u00fcnstigen \u00d6PNV erhalten, desto mehr Autos bleiben in ihren Garagen stehen. Genau das sollte doch in dem Interesse aller liegen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Mittwoch, dem 5. November, meldete das Leipziger Sozialamt stolz: \u201eLeipzig h\u00e4lt am verg\u00fcnstigten Deutschlandticket fest\u201c. 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