{"id":557865,"date":"2025-11-07T11:58:11","date_gmt":"2025-11-07T11:58:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/557865\/"},"modified":"2025-11-07T11:58:11","modified_gmt":"2025-11-07T11:58:11","slug":"warum-das-martinsfest-gut-zur-zeit-und-aktuellen-debatten-passt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/557865\/","title":{"rendered":"Warum das Martinsfest gut zur Zeit und aktuellen Debatten passt"},"content":{"rendered":"<p><strong>DOMRADIO.DE:\u00a0<\/strong>Am 10. November ist in Ihrer Gemeinde in Wuppertal wieder der Martinszug. Der Heilige Martin zieht die Menschen dann &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes &#8211; auf die Stra\u00dfen. Welche Erkl\u00e4rung haben Sie daf\u00fcr?\u00a0<\/p>\n<p><strong>Werner Kleine (Pastoralreferent der Katholischen Citykirche Wuppertal):\u00a0<\/strong>Der Heilige Martin ist einfach als Typus wichtig, weil er durch sein selbstloses und doch sehr spontanes Handeln genau das tut, was heute in vielerlei Hinsicht fehlt: dass wir dem N\u00e4chsten, dem es gerade schlecht geht, helfen.<\/p>\n<p>Ich habe gestern in einem Interview gesagt, dass der Heilige Martin keine merkw\u00fcrdigen Stadtbild-Debatten angezettelt h\u00e4tte, wenn er Bundeskanzler w\u00e4re. Er w\u00fcrde vielmehr dazu aufrufen, dass wir wieder mehr solidarisch sind. Man kann da klein anfangen. Einfach dahin schauen, wo der N\u00e4chste ist, und das ist manchmal einfach der Nachbar. Vielleicht kann man ihm helfen? Das hat Martin vorgelebt und das macht ihn zu so einer interessanten Figur \u00fcber die Konfessionen hinweg.\u00a0<\/p>\n<p><strong>DOMRADIO.DE:\u00a0<\/strong>Warum ist die Botschaft von Sankt Martin noch in der heutigen Zeit wichtig?\u00a0<\/p>\n<p><strong>Kleine:\u00a0<\/strong>Seine Botschaft ist gerade in der heutigen Zeit essenziell, weil wir oft eine Mentalit\u00e4t haben, in der jeder zuerst an sich denkt. Und vielleicht erst nach langer, langer Zeit mal an jemanden anderen. Martin hat sich so etwas aber gar nicht gefragt.\u00a0<\/p>\n<p>Er hat einfach seinen Mantel gegeben. Man darf nicht vergessen, dass er nach damaligem Brauch den ganzen Mantel gegeben hat. Denn die eine H\u00e4lfte geh\u00f6rte dem Kaiser. Nur die andere H\u00e4lfte geh\u00f6rte ihm und die hat er einem Bettler gegeben. Sankt Martin hat nicht lang gefackelt. Er hat das Notwendige getan und das fehlt heute manchmal. Da brauchen wir nicht auf gro\u00dfe politische Entscheidungen zu warten, sondern das k\u00f6nnen wir alle.\u00a0<\/p>\n<p>        Werner Kleine<\/p>\n<p>&#8222;Sankt Martin hat nicht lang gefackelt. Er hat das Notwendige getan.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DOMRADIO.DE:\u00a0<\/strong>Der Wuppertaler Martinszug wird wieder eine Geb\u00e4rdendolmetscherin begleiten. Wie kam es zu dieser Tradition?<\/p>\n<p><strong>Kleine:\u00a0<\/strong>Anlass war die sehr konstruktive Kritik einer Frau, die Mutter eines geh\u00f6rlosen Kindes ist. Sie hatte uns gesagt, dass ihr Kind so gern zum Martinszug kommen w\u00fcrde. Es h\u00e4tte sehr viel Spa\u00df an den bunten Laternen und am bunten Umzug. Ihr Kind sehe zwar Pferd und Bettler, aber es versteht die Geschichten nicht. Die Anregungen haben wir angenommen und sehr schnell eine Geb\u00e4rdendolmetscherin organisiert. Sie \u00fcbersetzt sogar die Lieder, die wir singen.<\/p>\n<p><strong>DOMRADIO.DE:<\/strong> Viele Menschen erwarten Sie zum Zug, wenn es nicht regnet?<\/p>\n<p><strong>Kleine:<\/strong> Das ist schwer im Vorhinein zu sagen. Im letzten Jahr waren es 8.000 Menschen. Das ist schon eine Menge. In den letzten Jahren waren es nie weniger als 6.000 Menschen. In dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung wird sich das bewegen.\u00a0<\/p>\n<p>        Werner Kleine<\/p>\n<p>&#8222;Wenn die Menschen an diesem Abend nach Hause gehen und sagen: &#8218;Von jetzt an will ich auch so ein bisschen Sankt Martin sein&#8216;, dann w\u00e4re das super.\u00a0<\/p>\n<p><strong>DOMRADIO.DE:\u00a0<\/strong>Suchen Sie eigentlich noch Fackeltr\u00e4ger und Ordner?\u00a0<\/p>\n<p><strong>Kleine:\u00a0<\/strong>Wir k\u00f6nnen jede helfende Hand gebrauchen. Bei einem Zug dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung ist immer viel zu tun, damit alles sicher und ordentlich abl\u00e4uft. Wir hatten noch nie Zwischenf\u00e4lle, auch dank der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Wir haben aber auch das THW, die Polizei und die Freiwillige Feuerwehr da. Aber jede und jeder, der noch helfen kann und daf\u00fcr sorgt, dass der Zug ordentlich \u00fcber die B\u00fchne geht, ist herzlich willkommen. Wenn jemand sich spontan entscheidet: Am Montag um 16:30 Uhr sehr gerne auf dem Platz sein. Dann gibt&#8217;s eine Einweisung und zum Schluss nat\u00fcrlich auch einen Weckmann als Belohnung.<\/p>\n<p><strong>DOMRADIO.DE:\u00a0<\/strong>Was w\u00fcnschen Sie sich, dass die Menschen vom Martinsumzug mit nach Hause nehmen?\u00a0<\/p>\n<p><strong>Kleine:\u00a0<\/strong>Ich freue mich, wenn die Menschen mitnehmen, dass es ein wirklich buntes Fest war. Ein fr\u00f6hliches Fest, bei dem die Kinder lauthals mitgesungen haben. Wenn die Menschen an diesem Abend nach Hause gehen und sagen: &#8222;von jetzt an will ich auch so ein bisschen Sankt Martin sein&#8220;, dann w\u00e4re das super.\u00a0<\/p>\n<p>Das Interview f\u00fchrte Carsten D\u00f6pp.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"DOMRADIO.DE:\u00a0Am 10. November ist in Ihrer Gemeinde in Wuppertal wieder der Martinszug. 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