{"id":558022,"date":"2025-11-07T13:39:14","date_gmt":"2025-11-07T13:39:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/558022\/"},"modified":"2025-11-07T13:39:14","modified_gmt":"2025-11-07T13:39:14","slug":"deutscher-handelsueberschuss-schrumpft-auf-elf-monats-tief-bei-stark-steigenden-importen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/558022\/","title":{"rendered":"Deutscher Handels\u00fcberschuss schrumpft auf Elf-Monats-Tief bei stark steigenden Importen"},"content":{"rendered":"<p>Deutschlands Handels\u00fcberschuss ist im September 2025 weiter geschrumpft und fiel auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2024. Der unerwartet kr\u00e4ftige Importanstieg \u00fcbertraf das Exportwachstum.<\/p>\n<p>Vorl\u00e4ufige Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) zeigen: Saisonbereinigt stiegen die Exporte gegen\u00fcber dem Vormonat um 1,4 % auf 131,1 Milliarden Euro. Die Importe legten um 3,1 % auf 115,9 Milliarden Euro zu. <\/p>\n<p>Der monatliche \u00dcberschuss sank damit auf 15,3 Milliarden Euro. Im August waren es 16,9 Milliarden, vor einem Jahr 18,0 Milliarden.<\/p>\n<p>Damit blieb der Wert unter den Erwartungen der \u00d6konomen. Sie hatten mit einem weitgehend stabilen \u00dcberschuss von 16,9 Milliarden Euro gerechnet.<\/p>\n<p>In den ersten neun Monaten 2025 erreichten die Gesamtausfuhren 1,18 Billionen Euro, ein Plus von 0,7 % gegen\u00fcber dem gleichen Zeitraum 2024. Die Einfuhren stiegen deutlich st\u00e4rker um 4,8 % auf 1,03 Billionen Euro. Das deutet auf eine nachlassende Jahresbilanz hin.<\/p>\n<p>Importe legen schneller zu als Exporte<\/p>\n<p>Die deutschen Ausfuhren erholten sich leicht und lagen 2,0 % \u00fcber dem September 2024. Die Einfuhren zogen hingegen kr\u00e4ftiger an und legten im Jahresvergleich um 4,8 % zu. <\/p>\n<p>Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Binnennachfrage robust bleibt. Die weltweite Nachfrage wirkt dagegen uneinheitlich.<\/p>\n<p>Ein Treiber waren Importe aus Nicht-EU-L\u00e4ndern, die gegen\u00fcber dem Vormonat um 5,2 % stiegen. Besonders die Einfuhren aus China, dem gr\u00f6\u00dften Lieferanten, legten um 6,1 % auf 14,6 Milliarden Euro zu. <\/p>\n<p>Aus den Vereinigten Staaten stiegen die Importe noch st\u00e4rker um 9,0 % auf 8,7 Milliarden Euro. Waren aus dem Vereinigten K\u00f6nigreich legten um 20 % auf 3,6 Milliarden Euro zu. <\/p>\n<p>Die Ausfuhren in die USA erholten sich nach f\u00fcnf Monaten R\u00fcckgang und stiegen gegen\u00fcber dem Vormonat um 11,9 % auf 12,2 Milliarden Euro. Sie lagen aber weiterhin 7,4 % unter dem Niveau von September 2024, ein Effekt der Trump-Z\u00f6lle. <\/p>\n<p>Auch die Exporte in das Vereinigte K\u00f6nigreich legten kr\u00e4ftig zu, um 7,1 % auf 7,0 Milliarden Euro. Die Lieferungen nach China sanken um 2,2 % auf 6,7 Milliarden Euro und lagen damit 11,9 % unter dem Vorjahresniveau. <\/p>\n<p>Deutschlands Handels\u00fcberschuss speist sich weiterhin vor allem aus dem Binnenhandel der EU. <\/p>\n<p>Die Ausfuhren in EU-Mitgliedstaaten stiegen um 2,5 % auf 74,3 Milliarden Euro, die Einfuhren aus diesen L\u00e4ndern nahmen um 1,2 % auf 59,3 Milliarden Euro zu. <\/p>\n<p>Im Euroraum erh\u00f6hten sich die Exporte um 1,4 %, die Importe gingen um 0,7 % zur\u00fcck. Das st\u00e4rkte den \u00dcberschuss zus\u00e4tzlich. <\/p>\n<p>Am st\u00e4rksten war die Dynamik bei EU-L\u00e4ndern au\u00dferhalb des Euroraums: Exporte sprangen um 5,1 %, Importe stiegen um 4,9 %.<\/p>\n<p>Deutschlands Exporte bleiben fragil<\/p>\n<p>Carsten Brzeski, Leiter Makro\u00f6konomie weltweit bei ING, sieht in den September-Zahlen \u201eein weiteres Indiz f\u00fcr die kleine Erholung der deutschen Wirtschaft nach dem Sommer\u201c. Zugleich warnt er: Der Exportanstieg sei zu gering f\u00fcr eine breite Trendwende.<\/p>\n<p>Die Exportmengen liegen weiterhin unter dem Niveau vor dem \u201eTag der Befreiung\u201c und deutlich unter den Werten von M\u00e4rz 2025.<\/p>\n<p>Brzeski verweist auf tiefere strukturelle Verschiebungen im Exportprofil Deutschlands: Der Handelsanteil mit den Vereinigten Staaten und China nimmt ab. <\/p>\n<p>Trotz eines Anstiegs um nahezu zw\u00f6lf Prozent im September machen Exporte in die USA nur noch 9,5 % der gesamten Ausfuhren aus. Vor einem Jahr waren es 10,5 %. <\/p>\n<p>Chinas Anteil fiel noch deutlicher auf f\u00fcnf Prozent. In den Jahren vor der Pandemie lag er bei fast acht Prozent.<\/p>\n<p>Mit Blick nach vorn warnt Brzeski, dass deutsche Exporteure weiterhin vor gro\u00dfen Herausforderungen stehen. <\/p>\n<p>\u201eUS-Z\u00f6lle belasten die Ausfuhren weiterhin und d\u00fcrften ihre volle Wirkung erst in den kommenden Monaten entfalten\u201c, so Brzeski. Es brauche \u201eviel Fantasie\u201c, um sich eine baldige R\u00fcckkehr der Exporte als wichtiger Wachstumstreiber vorzustellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschlands Handels\u00fcberschuss ist im September 2025 weiter geschrumpft und fiel auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2024. 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