{"id":558090,"date":"2025-11-07T14:15:21","date_gmt":"2025-11-07T14:15:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/558090\/"},"modified":"2025-11-07T14:15:21","modified_gmt":"2025-11-07T14:15:21","slug":"welthandel-haefen-sind-absolut-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/558090\/","title":{"rendered":"Welthandel: \u201eH\u00e4fen sind absolut Zukunft\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Wirtschaft im Norden fordert weit mehr Unterst\u00fctzung des Bundes f\u00fcr die Infrastruktur in den Seeh\u00e4fen. Deren Erneuerung sei deutlich unterfinanziert. Der Kapitalbedarf daf\u00fcr ist erheblich \u2013 doch das politische Verst\u00e4ndnis in der Hauptstadt ist es aus norddeutscher Sicht nicht.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Es ist schon erstaunlich, dass der seeseitige Handel weiter w\u00e4chst \u2013 obwohl die globalen Transportketten unter Stre\u00df stehen wie seit Jahrzehnten nicht mehr, durch Kriege, Z\u00f6lle, Klimawandel, Streiks und Malheure aller Art. Dennoch legt allein das Volumen des seeseitigen Containertransport in diesem Jahr im Verh\u00e4ltnis zum Vorjahr noch einmal um 4,7 Prozent zu. Wachstum zeigen auch die Transporte bei verfl\u00fcssigtem Erdgas (LNG), bei Roh\u00f6l oder Masseng\u00fctern wie Erzen und Getreide. <\/p>\n<p>Das berichtet an diesem Vormittag bei der Fachkonferenz Hamburg Port Summit Tim Power, Managing Dircetor des renommierten maritimen  Berstungsunternehmens Drewry mit Sitz in London. Und er nennt einen Erfolgsfaktor f\u00fcr H\u00e4fen weltweit, der immer wichtiger werde \u2013 \u201eeine bruchlose, verl\u00e4ssliche Trasnsportkette\u201c. Zunehmend habe auch die Geopolitik wie etwa der Handelskrieg zwischen den USA und China mit immer neuen Z\u00f6llen wieder \u201eeinen direkten Einfluss auf die H\u00e4fen\u201c. <\/p>\n<p>In dieser Gemengelage versuchen die Au\u00dfenh\u00e4ndler und die Reedereien, steigenden Kosten bei den Transporten entgegenzuwirken und ihre Waren auf die m\u00f6glichst effizientesten Wege zu bringen. Das f\u00f6rdert unter anderem die Bildung neuer Reedereiallianzen wie etwa der Gemini Cooperation von von Hapag-Lloyd und Marsk, aber auch den Aufstieg j\u00fcngerer Hafenstandorte wie etwa des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven, von Tanger in Marokko oder Tanjung Pelepas in Malaysia, nicht weit entfernt von Singapur \u2013 von Standorten mit viel Platz, logistischem Spielraum und moderner Infrastruktur. <\/p>\n<p>\u201eGerade die Seeh\u00e4fen sind aktuell in h\u00f6chstem Ma\u00dfe gefordert\u201c<\/p>\n<p>Die deutschen Seeh\u00e4fen, die vor allem an der Nordsee in den vergangenen Jahren bereits Marktanteile verloren haben, drohen weiter zur\u00fcckzufallen \u2013 wenn sie nicht umfassend modernisiert werden, bei den Verkehrswegen, an den Logistikfl\u00e4chen und Kaikanten. Das wurde beim Hamburg Port Summit in der Handelskammer Hamburg deutlich, den die Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft gemeinsam mit der Handelskammer organisiert hat. Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) sch\u00e4tzt die Gr\u00f6\u00dfe des Investitionsstaus auf rund 15 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>\u201eGerade die Seeh\u00e4fen als Scharnier des internationalen Handels sind aktuell in h\u00f6chstem Ma\u00dfe gefordert, sich weiterzuentwickeln, angesichts der weltweiten Herausforderungen\u201c , sagt Handelskammer-Vizepr\u00e4ses Kay Schiebur. \u201eUnd die Politik ist dabei mehr denn je gefordert, endlich die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die H\u00e4fen ihrer tragenden Rolle besser gerecht werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Der Bund verabschiedete Anfang 2024 eine \u201eNationale Hafenstrategie\u201c, unterlegte die einzelnen Kapitel und Ma\u00dfnahmen aber nicht mit Zusagen f\u00fcr Finanzierungen. Nur insgesamt j\u00e4hrlich 38 Millionen Euro gibt der Bund f\u00fcr die Instandhaltung der Seeh\u00e4fen dazu \u2013 dramatisch zu wenig, wie die verfallende Infrastruktur an den Hafenstandorten zeigt. Die deutsche Hafenwirtschaft fordert eine konstante Co-Finanzierung des Bundes von mindestens 400 Millionen Euro im Jahr. Eine solche Summe stellte die neue schwarz-gr\u00fcne Koalition in Berlin k\u00fcrzlich bereit, allerdings nur als einmalige F\u00f6rderung f\u00fcr einen besseren Klimaschutz bei Seeh\u00e4fen, Schifffahrt und Binnenh\u00e4fen gleicherma\u00dfen. \u201eNur wenn Bund, L\u00e4nder, Hafenwirtschaft und Wissenschaft zusammenarbeiten, sichern wir die Wettbewerbsf\u00e4higkeit unserer H\u00e4fen\u201c, sagt Jan Ninnemann, Pr\u00e4sident der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft. <\/p>\n<p>Die kalkulierten 15 Milliarden Euro Investitionsbedarf entspr\u00e4chen weniger als drei Prozent des vom Bund aufgelegten Sonderverm\u00f6gens f\u00fcr die Ert\u00fcchtigung der Infrastruktur, sagt Sebastian J\u00fcrgens, Chef der L\u00fcbecker Hafen-Gesellschaft und Vizepr\u00e4sident des ZDS. Dieses Sonderverm\u00f6gen soll ein Gesamtvolumen von 500 Milliarden Euro haben, verteilt \u00fcber zw\u00f6lf Jahre. \u201eEs ist gut, dass wir eine Nationale Hafenstrategie haben\u201c, sagt J\u00fcrgens, \u201eaber die muss der Bund dann auch finanzieren und nun in die Priorisierung kommen.\u201c Allein 40 Prozent des deutschen Bahn-G\u00fcterverkehrs laufe in die und aus den Seeh\u00e4fen: \u201eSchon das w\u00fcrde einen Anteil der H\u00e4fen von drei Prozent an den Mitteln des Sonderverm\u00f6gens rechtfertigen.\u201c<\/p>\n<blockquote class=\"c-citation__body\">\n<p class=\"c-citation__text\">Wenn uns schon das aus der Bahn wirft, dann haben wir ein Problem<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Malte Heyne, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Handelskammer Hamburg, fordert einen \u201enationalen Hafengipfel\u201c, \u00e4hnlich der Konferenz, die die Bundesregierung am Donnerstag f\u00fcr die Stahlindustrie organisert hat. An den H\u00e4fen hingen weitaus mehr Arbeitspl\u00e4tze, Steuereinnahmen und mindestens ebenso viele Innovationspotenziale wie an der deutschen Stahlbranche. \u201eF\u00fcr etliche Prozesse \u2013 von der digital vernetzten Logistik bis hin zur Erzeugung, dem Import und Einsatz von ,gr\u00fcnem\u2018 Wasserstoff sind die Hafenstandorte reine Innovationsmotoren\u201c, sagt Heyne. \u201eH\u00e4fen sind absolut Zukunft.\u201c<\/p>\n<p>Wie fragil dabei Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Seehafen Hamburg derzeit ist, erl\u00e4utert dann Rainer Fabian, Pr\u00e4sident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg (UVHH). Die zentrale Hafenquerung der bauf\u00e4lligen K\u00f6hbrandbr\u00fccke, die regelm\u00e4\u00dfig wegen Reparaturen gesperrt werden m\u00fcsse, sei in aller Munde. Niemand k\u00f6nne heute sagen, wie die Br\u00fccke zuverl\u00e4ssig in Betrieb gehalten werden k\u00f6nne, bis 2040 ein Ersatzbauwerk zur Verf\u00fcgung stehe. <\/p>\n<p>Die logistischen Verengungen des Hafens allerdings beg\u00e4nnen schon weit unter dem Niveau der K\u00f6hlbrandbr\u00fccke, sagt Fabian: Nach einer Schiffskollision sei derzeit die Freihafenbr\u00fccke \u00fcber die Elbe gesperrt. Das sorge im \u00f6stlichen Hafenteil f\u00fcr massive Verkehrsbehinderungen. \u201eUnd diese Br\u00fccke\u201c, sagt Fabian, \u201eist schon l\u00e4ngst abgelastet und gar nicht mehr f\u00fcr den G\u00fcterverkehr zugelassen. Wenn uns schon das aus der Bahn wirft, dann haben wir ein Problem.\u201c<\/p>\n<p><b>Olaf Preu\u00df ist Wirtsdchaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG f\u00fcr Hamburg und Norddeutschland. Er berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten \u00fcber die maritime Wirtschaft, \u00fcber Schiffahrt, H\u00e4fen und Werften.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Wirtschaft im Norden fordert weit mehr Unterst\u00fctzung des Bundes f\u00fcr die Infrastruktur in den Seeh\u00e4fen. 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