{"id":558322,"date":"2025-11-07T16:38:14","date_gmt":"2025-11-07T16:38:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/558322\/"},"modified":"2025-11-07T16:38:14","modified_gmt":"2025-11-07T16:38:14","slug":"fluechtlinge-nahost-staaten-schicken-viel-mehr-syrer-heim-als-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/558322\/","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlinge: Nahost-Staaten schicken viel mehr Syrer heim als Europa"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t      \t\t            \t\t             \t\t\t\t   \t\t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Fl\u00fcchtlinge: Nahost-Staaten schicken viel mehr Syrer heim als Europa\" title=\"Fl\u00fcchtlinge: Nahost-Staaten schicken viel mehr Syrer heim als Europa\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.5c703934-339d-4efa-b893-cd486588f140.16x9_700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tEine syrische Mutter mit ihrem Kind wartet an einem Sammelpunkt in Beirut auf die R\u00fcckreise nach Syrien.\u00a0Foto: imago\/Zuma Press Wire\t\t\t<\/p>\n<p>Seit Assads Entmachtung im Dezember kehrten bisher mehr als eine halbe Million Syrer aus der T\u00fcrkei heim, aus dem Libanon waren es mehr als 300\u2009000.<\/p>\n<p>Aus <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Deutschland\" title=\"Deutschland\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a> sind in den elf Monaten seit dem Sturz des Diktators Baschar al-Assad <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.migration-nur-wenige-syrische-fluechtlinge-verlassen-deutschland.a67a824d-df2f-43a6-a48a-a42818f45f15.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">knapp 3000 Syrer in ihre Heimat zur\u00fcckgekehrt <\/a>\u2013 in der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/T%C3%BCrkei\" title=\"T\u00fcrkei\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">T\u00fcrkei<\/a> sind es jeden Tag fast so viele. Seit Assads Entmachtung im Dezember kehrten bisher mehr als eine halbe Million Syrer aus der T\u00fcrkei heim, aus dem Libanon waren es mehr als 300\u2009000, aus Jordanien gingen 150\u2009000 nach Hause. Die Nahost-Staaten liegen n\u00e4her an <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Syrien\" title=\"Syrien\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Syrien<\/a>, sind \u00e4rmer als EU-L\u00e4nder und bieten mehr Anreize f\u00fcr die R\u00fcckkehr. Experten sprechen von einer \u201eerzwungenen Freiwilligkeit\u201c.<\/p>\n<p>Geographie ist wichtiger Faktor <\/p>\n<p>Wie der Experte Omar Kadkoy am Beispiel der T\u00fcrkei erl\u00e4utert, ist die Geografie ein wichtiger Faktor. Entlang der mehr als 900 Kilometer t\u00fcrkisch-syrischen Grenze gibt es mehrere offene Grenz\u00fcberg\u00e4nge. \u201eDas senkt die Reisekosten im Vergleich mit der R\u00fcckkehr aus der EU\u201c, sagt der Koordinator des Programms Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik bei der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung in Istanbul. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr den Libanon und Jordanien, die im 14-j\u00e4hrigen B\u00fcrgerkrieg ebenfalls Millionen Syrer aufgenommen hatten.<\/p>\n<p>Die Nachbarstaaten versuchen auch, den Syrern die R\u00fcckkehr schmackhaft zu machen. Die T\u00fcrkei begann noch w\u00e4hrend des B\u00fcrgerkrieges in t\u00fcrkisch besetzten Gebieten von Nord-Syrien mit dem Bau neuer Wohnungen f\u00fcr R\u00fcckkehrer. Seit Assads Sturz hilft die T\u00fcrkei dem s\u00fcdlichen Nachbarn mit der Lieferung von Gas und Strom. Nach dem Regimewechsel in Damaskus bot Ankara den Syrern zeitlich begrenzte Schnupperbesuche an. Bis Ende Juni konnten Syrer die Lage in der Heimatregion auskundschaften, ohne den Aufenthaltsstatus in der T\u00fcrkei zu verlieren.<\/p>\n<p> Derzeit passieren jeden Tag bis zu 2500 Syrer die Grenze aus der T\u00fcrkei nach Syrien. Die Zahl der Syrer in der T\u00fcrkei, die im B\u00fcrgerkrieg vor\u00fcbergehend 3,6 Millionen erreicht hatte, ist auf rund 2,5 Millionen gefallen. Allein in den vergangenen zwei Monaten kehrten rund 80\u2009000 Syrer aus der T\u00fcrkei heim, wie aus Zahlen der Regierung in Ankara hervorgeht. Im Libanon und in Jordanien, die im Krieg jeweils mehr als eine Million Syrer aufgenommen hatten, zahlt das UN-Fl\u00fcchtlingshilfswerk UNHCR eine Heimkehr-Hilfe von 100 US-Dollar pro Kopf; in Jordanien gibt es Gratis-Heimreisen per Bus. <\/p>\n<p>Noch wichtiger f\u00fcr die Entscheidung zur R\u00fcckkehr sind rechtliche H\u00fcrden. In der T\u00fcrkei genie\u00dfen Syrer nur einen vor\u00fcbergehenden Schutzstatus. Das bedeutet eingeschr\u00e4nkten Zugang zu Arbeitsgenehmigungen, eine verbreitete Ausbeutung syrischer Arbeiter und eine Zuteilung des Wohnorts. Das verunsichert viele Syrer nach Einsch\u00e4tzung von Kadkoy und l\u00e4sst eine R\u00fcckkehr vorteilhafter erscheinen. <\/p>\n<p>Gefl\u00fcchtete unter enormen Druck <\/p>\n<p>Bei anderen Syrien-Nachbarn ist die Lage \u00e4hnlich. \u201eDie schwere wirtschaftliche Krise im Libanon, steigende Lebenshaltungskosten, eine zunehmende rechtliche Unsicherheit und der R\u00fcckgang internationaler Hilfsleistungen setzen viele Gefl\u00fcchtete unter enormen Druck\u201c, sagt Kristof Kleemann, Projektdirektor Libanon und Syrien der Friedrich-Naumann-Stiftung in Beirut. \u201eUnter diesen Bedingungen erscheint die weiterhin schwierige Lage in Syrien manchen als das geringere Risiko. \u201eViele R\u00fcckkehrbewegungen verlaufen informell, sind nicht vollst\u00e4ndig dokumentiert, und nicht jede R\u00fcckkehr ist dauerhaft\u201c, hat Kleemann beobachtet. \u201eIn vielen F\u00e4llen handelt es sich eher um eine \u201aerzwungene Freiwilligkeit\u2018 als um eine stabile, nachhaltige Reintegration.\u201c<\/p>\n<p> Amnesty International warf der T\u00fcrkei w\u00e4hrend des B\u00fcrgerkrieges vor, Syrer in angeblich sichere Gegenden ihres Heimatlandes zu deportieren. \u201eNicht alle Syrer sind freiwillig nach Hause gegangen\u201c, sagt Kadkoyl. In der T\u00fcrkei beobachtet das UNHCR die R\u00fcckkehr der Fl\u00fcchtlinge an den Grenzen, damit die Syrer \u201esicher, in W\u00fcrde und voll informiert\u201c nach Hause gehen, teilte die Organisation mit. Im Libanon und in Jordanien sollen Gespr\u00e4che der potenziellen Heimkehrer mit UN-Vertretern garantieren, dass die R\u00fcckkehrer freiwillig gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine syrische Mutter mit ihrem Kind wartet an einem Sammelpunkt in Beirut auf die R\u00fcckreise nach Syrien.\u00a0Foto: imago\/Zuma&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":558323,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,14584,12,58,135141,143],"class_list":{"0":"post-558322","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-rueckkehr","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-syrien","21":"tag-syrier","22":"tag-tuerkei"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115509403162644589","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/558322","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=558322"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/558322\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/558323"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=558322"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=558322"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=558322"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}