{"id":558421,"date":"2025-11-07T17:31:23","date_gmt":"2025-11-07T17:31:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/558421\/"},"modified":"2025-11-07T17:31:23","modified_gmt":"2025-11-07T17:31:23","slug":"nds-justizministerin-besitz-von-vergewaltigungsvideos-bestrafen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/558421\/","title":{"rendered":"NDS-Justizministerin: Besitz von Vergewaltigungsvideos bestrafen"},"content":{"rendered":"<p>\n            Stand: 07.11.2025 16:51 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Bei der Justizministerkonferenz in Leipzig hat Niedersachsens Justizministerin Katrin Wahlmann (SPD) am Freitag eine Versch\u00e4rfung des Strafrechts auf den Weg gebracht. Denn wer in Deutschland Vergewaltigungsvideos Erwachsener nur besitzt oder verbreitet, kann daf\u00fcr bislang nicht bestraft werden. <\/p>\n<p class=\"\">Durch NDR Recherchen sei sie auf das Thema aufmerksam geworden, sagt Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) im NDR Info Interview. Zwei NDR Autorinnen hatten sich in ein internationales Vergewaltiger-Netzwerk eingeschleust und es aufgedeckt. Bei ihren Recherchen stie\u00dfen sie auch auf ein Opfer aus Niedersachsen, das \u00fcber Jahre heimlich von ihrem Partner bet\u00e4ubt, vergewaltigt und dabei gefilmt wurde. Die Aufnahmen wurden dann in dem Netzwerk geteilt.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/rapetapes-100.webp\" alt=\"Ein Mann filmt mit seinem Handy. \" title=\"Ein Mann filmt mit seinem Handy.  | Adobe Stock, Hannah Wiesner\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Zwei Journalistinnen schleusen sich undercover in ein globales Vergewaltiger-Netzwerk ein und decken es auf.<\/p>\n<p>    Wahlmann: &#8222;M\u00fcssen dringend t\u00e4tig werden&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Das ist mir vorgelegt worden und dann stand da so eine kleine Bemerkung am Rand &#8218;Der reine Besitz von Vergewaltigungsvideos ist nicht strafbar'&#8220;, sagt Wahlmann. &#8222;Das ist doch wirklich abscheulich. Wie kann das sein, dass das nicht strafbar ist?&#8220; Sie habe die Frage dann von ihrer Strafrechtsabteilung pr\u00fcfen lassen. Heraus kam, dass auch die Weiterverbreitung solcher Videos nicht unter allen Umst\u00e4nden strafbar ist, etwa dann nicht, wenn sie in einer internen Chatgruppe geteilt werden. &#8222;Da habe ich mir gedacht, da m\u00fcssen wir dringend t\u00e4tig werden&#8220;, sagt Wahlmann.<\/p>\n<p>    Jedes Anschauen solcher Videos &#8222;ein weiterer Missbrauch&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Denn jedes weitere Ansehen solcher Videos sei im Prinzip ein weiterer Missbrauch. &#8222;Es gibt tats\u00e4chlich richtige Vergewaltiger-Netzwerke, in denen M\u00e4nner ihre Videos von Vergewaltigungen austauschen. Ich finde es absolut verwerflich, dass es diesen Markt gibt. Den m\u00fcssen wir dringend austrocknen&#8220;, sagt Wahlmann.<\/p>\n<p class=\"\">Ihr Gesetzesvorschlag sieht vor, dass das Strafrecht im Hinblick auf Vergewaltigungen von Erwachsenen so ausgestaltet wird wie im Fall von Kindern. Bei Kinderpornografie werde der reine Besitz oder auch der Erwerb mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/smartphone-porno-100.webp\" alt=\"Pornografische Bilder unscharf auf einem Smartphone-Display.\" title=\"Pornografische Bilder unscharf auf einem Smartphone-Display. | dpa\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Der Besitz von Vergewaltigungsvideos Erwachsener ist bislang nicht strafbar. Die Justizministerkonferenz stimmt dar\u00fcber ab, dies zu \u00e4ndern. Eine Expertin warnt vor Schnellsch\u00fcssen.<\/p>\n<p>    Vergewaltigungsvideos auf frei zug\u00e4nglichen Pornoseiten<\/p>\n<p class=\"\">Ausgangspunkt der NDR Recherche seien Videos von Frauen auf frei zug\u00e4nglichen Pornoseiten gewesen, die bewusstlos wirkten, sagt Autorin Isabell Beer im NDR Info Interview. &#8222;Diese Videos waren nicht professionell produziert, sondern sahen so aus, als w\u00e4ren sie mit dem Handy aufgenommen worden. Wir haben uns dann gefragt, was steckt da dahinter? Kann es wirklich sein, dass hier auf Pornoseiten Videos geteilt werden, die echte Vergewaltigungen an bewusstlosen Frauen zeigen?&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Nach R\u00fccksprache mit der Redaktion haben sich die Autorinnen auf Pornoseiten dann als Mann ausgegeben und auch eigene Inhalte eingestellt. &#8222;Das waren Fotos, die so wirken wie eine Frau, die betrunken auf einer Party eingeschlafen ist&#8220;, sagt Beer. Das habe den Einstieg in das Netzwerk erm\u00f6glicht. &#8222;Darauf haben Leute reagiert und geschrieben &#8218;Mensch, man sollte mal das und das mit dieser Frau machen&#8216;. Wir haben dann auch den Kontakt bekommen zu diesen Nutzern und eine Einladung in eine dieser Chatgruppen, die uns dann in weitere Chatgruppen gef\u00fchrt hat.&#8220;<\/p>\n<p>    Einsatz von Bet\u00e4ubungsmitteln &#8211; Ermittlungsbeh\u00f6rden eingeschaltet<\/p>\n<p class=\"\">Recht schnell sei es in den Chatgruppen sehr detailliert darum gegangen, welche Bet\u00e4ubungsmittel sich eignen und wie man eine Frau bewusstlos bekommen kann, ohne dass sie das merkt. &#8222;Das war ganz, ganz wichtig f\u00fcr diese Nutzer und es ging eben um Frauen aus dem direkten Umfeld, also die eigenen Partnerinnen, M\u00fctter, Schwestern&#8220;, sagt Beer. &#8222;Diese Tatpl\u00e4ne waren sehr konkret.&#8220; Da auch starke K.o.-Mittel zum Einsatz kommen sollten, die dann von Laien verabreicht werden, sei den Autorinnen schnell klar geworden, &#8222;das hier ist potenziell lebensgef\u00e4hrlich. Und da haben wir uns entschieden, an die Ermittlungsbeh\u00f6rden heranzutreten und die dar\u00fcber zu informieren.&#8220;<\/p>\n<p>    Positive Signale aus allen anderen L\u00e4ndern<\/p>\n<p class=\"\">Doch die hatten bisher in Sachen Besitz und Verbreitung solcher Videos kaum Handhabe. Am Freitag stellte Wahlmann bei der Justizministerkonferenz ihren Gesetzesvorschlag vor. Es sei &#8222;unertr\u00e4glich, dass der Besitz und unter bestimmten Voraussetzungen auch die Verbreitung von Vergewaltigungsvideos in Deutschland bislang straflos ist&#8220;, erkl\u00e4rten die Ministerinnen und Minister nach ihrer Sitzung in Leipzig.<\/p>\n<p class=\"\">Wahlmanns Beschlussvorschlag zeige die Strafbarkeitsl\u00fccken, die nach aktueller Rechtslage bei dieser Thematik noch bestehen, deutlich auf. &#8222;Das Bundesjustizministerium muss diese L\u00fccken nun schnellstm\u00f6glich pr\u00fcfen und schlie\u00dfen&#8220;, hie\u00df es. Final soll der Gesetzesvorschlag nun dem Bundestag vorgelegt werden. &#8222;Ich gehe davon aus, da wir quer \u00fcber fast alle Parteien hier vertreten sind, dass dann auch der Bundestag das Ganze positiv bescheiden wird&#8220;, sagte Wahlmann.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/paragraf218-102.webp\" alt=\"Ein Schild mit der Aufschrift &quot;Paragraf 218 - Wann Abtreibung legal?&quot; wird bei einer Demo hochgehalten. (Themenbild)\" title=\"Ein Schild mit der Aufschrift &quot;Paragraf 218 - Wann Abtreibung legal?&quot; wird bei einer Demo hochgehalten. (Themenbild) | Frank Molter\/dpa\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Mecklenburg-Vorpommern startet bei der Justizministerkonferenz einen neuen Vorsto\u00df, um den intensiv diskutierten Paragrafen im Strafgesetzbuch zu reformieren. <\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pelicot-nimes-100.webp\" alt=\"Gisele Pelicot nach der Urteilsverk\u00fcndung im Berufungsverfahren in Nimes\" title=\"Gisele Pelicot nach der Urteilsverk\u00fcndung im Berufungsverfahren in Nimes | REUTERS\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Im Berufungsprozess im Fall Pelicot erh\u00e4lt ein T\u00e4ter eine h\u00f6here Haftstrafe. Er hatte das Urteil aus erster Instanz angefochten &#8211; nun muss er allerdings f\u00fcr zehn statt neun Jahre ins Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/frankreich-748.webp\" alt=\"Die franz\u00f6sische Flagge \u00fcber dem Geb\u00e4ude der Nationalversammlung in Paris\" title=\"Die franz\u00f6sische Flagge \u00fcber dem Geb\u00e4ude der Nationalversammlung in Paris | REUTERS\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>K\u00fcnftig gilt in Frankreich &#8222;Nur Ja hei\u00dft Ja&#8220;: Sex ohne ausdr\u00fcckliche Zustimmung wird nun als Vergewaltigung betrachtet. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 07.11.2025 16:51 Uhr Bei der Justizministerkonferenz in Leipzig hat Niedersachsens Justizministerin Katrin Wahlmann (SPD) am Freitag eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":557394,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[29,30,13,134917,60608,14,15,134918,12,184,10,8,9,11,1921,134919,5788],"class_list":{"0":"post-558421","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-headlines","11":"tag-justizministerin-niedersachsen","12":"tag-kathrin-wahlmann","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-rape-tapes","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-spd","18":"tag-top-news","19":"tag-top-meldungen","20":"tag-topmeldungen","21":"tag-topnews","22":"tag-vergewaltigung","23":"tag-vergewaltigungsvideos","24":"tag-videos"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115509611423335009","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/558421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=558421"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/558421\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/557394"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=558421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=558421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=558421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}