{"id":558707,"date":"2025-11-07T20:19:21","date_gmt":"2025-11-07T20:19:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/558707\/"},"modified":"2025-11-07T20:19:21","modified_gmt":"2025-11-07T20:19:21","slug":"diabetes-typ-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/558707\/","title":{"rendered":"Diabetes Typ\u00a01"},"content":{"rendered":"<p id=\"bc\"><a href=\"https:\/\/www.diabsite.de\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Home<\/a> &gt; <a href=\"https:\/\/www.diabsite.de\/aktuelles\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aktuelles<\/a> &gt; <a href=\"https:\/\/www.diabsite.de\/aktuelles\/nachrichten\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Diabetes-Nachrichten<\/a> &gt; <a href=\"https:\/\/www.diabsite.de\/aktuelles\/nachrichten\/archive.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Archive<\/a> &gt; <a href=\"https:\/\/www.diabsite.de\/aktuelles\/nachrichten\/2025\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2025<\/a> &gt; 251107<\/p>\n<p>M\u00fctter vererben Erkrankungsrisiko seltener als V\u00e4ter<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/251107.jpg\" width=\"200\" height=\"127\" class=\"rigtal\" alt=\"Diabetes Typ 1 bei Kindern fr\u00fch erkennen.\" title=\"Diabetes Typ 1 bei Kindern fr\u00fch erkennen.\"\/> Kinder mit einer famili\u00e4ren Vorgeschichte von Typ-1-Diabetes\u00a0(T1D) haben ein deutlich erh\u00f6htes Risiko, selbst zu erkranken. Dennoch entwickeln Kinder von M\u00fcttern mit T1D seltener die Erkrankung als jene, deren V\u00e4ter oder Geschwister betroffen sind. Forschende haben nun epigenetische Ver\u00e4nderungen im Blut von Kindern identifiziert, deren Mutter w\u00e4hrend der Schwangerschaft T1D hatte. Einige dieser Ver\u00e4nderungen werden mit einem reduzierten Risiko f\u00fcr Inselautoimmunit\u00e4t verbunden. Die in Nature Metabolism ver\u00f6ffentlichte Studie entstand in Zusammenarbeit zwischen Helmholtz Munich, der Globalen Plattform zur Pr\u00e4vention des Autoimmunen Diabetes\u00a0(GPPAD) und der Technischen Universit\u00e4t Dresden.<\/p>\n<p>Typ-1-Diabetes: Das Risiko variiert je nachdem, welches Familienmitglied betroffen\u00a0ist<\/p>\n<p>Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldr\u00fcse zerst\u00f6rt. Betroffene sind lebenslang auf externes Insulin angewiesen. Kinder, deren Eltern oder Geschwister an Typ-1-Diabetes erkrankt sind, haben ein acht- bis f\u00fcnfzehnfach erh\u00f6htes Risiko, selbst an dieser Autoimmunerkrankung zu erkranken. Dieses Risiko ist jedoch nicht gleichm\u00e4\u00dfig verteilt: Kinder von M\u00fcttern mit Typ-1-Diabetes haben ein geringeres Risiko, die Krankheit zu entwickeln, als Kinder mit einem betroffenen Vater oder Geschwistern. Interessanterweise wurde gezeigt, dass die genetische Veranlagung f\u00fcr Typ-1-Diabetes bei Nachkommen von M\u00fcttern und V\u00e4tern mit Typ-1-Diabetes vergleichbar ist. Daher vermuten Forschende seit L\u00e4ngerem, dass eine fr\u00fche epigenetische Programmierung ein Schl\u00fcsselfaktor f\u00fcr den sch\u00fctzenden Effekt des m\u00fctterlichen Typ-1-Diabetes sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Epigenetische Mechanismen wie die DNA-Methylierung bestimmen, welche Gene letztendlich abgelesen und exprimiert werden. Bedingungen wie das Rauchverhalten der Mutter, Erkrankungen, Stress oder Ern\u00e4hrung k\u00f6nnen zu Ver\u00e4nderungen im Methylierungsmuster der DNA f\u00fchren. So k\u00f6nnen durch Umweltfaktoren im Mutterleib Gene an- oder abgeschaltet werden\u00a0&#8211; mit weitreichenden Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes in fr\u00fchen Lebensphasen und auch sp\u00e4ter. Auch bestimmte Bedingungen im Mutterleib einer Mutter mit Typ-1-Diabetes, das sogenannte intrauterine Umfeld, k\u00f6nnen so das Risiko des Kindes f\u00fcr Inselautoimmunit\u00e4t durch epigenetische Modifikationen beeinflussen.<\/p>\n<p>Ver\u00e4nderte Methylierung von Typ-1-Diabetes Risikogenen scheint vor Inselautoimmunit\u00e4t zu sch\u00fctzen<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben Ver\u00e4nderungen der DNA-Methylierung an mehreren Typ-1-Diabetes-Risikogenen bei Kindern beobachtet, die von M\u00fcttern mit Typ-1-Diabetes geboren wurden&#8220;, sagt Prof.\u00a0Sandra Hummel, Forscherin am Institut f\u00fcr Diabetesforschung bei Helmholtz Munich und Letztautorin der Studie.<\/p>\n<p>Ihr Team untersuchte, wie sich ein m\u00fctterlicher Typ-1-Diabetes auf das Epigenom des Kindes auswirkt. In einer neuen Studie betrachteten die Forschenden das gesamte Epigenom von Kindern, deren M\u00fctter an Typ-1-Diabetes erkrankt sind. Dabei identifizierten sie bestimmte DNA-Markierungen, die die Expression mehrerer Gene beeinflussen, welche eine zentrale Rolle f\u00fcr die Funktion des Immunsystems spielen.<\/p>\n<p>Die Forschenden analysierten Blutproben von 1752\u00a0Kindern im Alter von etwa zwei Jahren aus den Kohorten der BABYDIAB-, BABYDI\u00c4T- und POInT-Studie. Alle eingeschlossenen Kinder wiesen ein erh\u00f6htes genetisches Risiko f\u00fcr Typ-1-Diabetes auf. Um Unterschiede im Zusammenhang mit dem m\u00fctterlichen Diabetes zu finden, verglichen sie die DNA-Methylierungsmuster von 790\u00a0Kindern mit einer an Typ-1-Diabetes erkrankten Mutter und 962\u00a0Kindern ohne.<\/p>\n<p>&#8222;Unsere Analyse zeigt Unterschiede in der Methylierung zahlreicher genetischer Regionen bei Kindern von M\u00fcttern mit Typ-1-Diabetes, insbesondere im sogenannten HOXA-Gencluster sowie in der MHC-Region. Die MHC-Region gilt als wichtigstes Gen f\u00fcr die Anf\u00e4lligkeit und Schutz gegen\u00fcber Typ-1-Diabetes. Zudem konnten wir bei diesen Kindern einen Zusammenhang zwischen epigenetischen Ver\u00e4nderungen und der Expression von 15\u00a0Risikogenen beobachten,&#8220; erkl\u00e4rt Dr.\u00a0Raffel Ott, leitender Wissenschaftler am Institut f\u00fcr Diabetesforschung und Erstautor der\u00a0Studie.<\/p>\n<p>In einem n\u00e4chsten Schritt \u00fcberpr\u00fcften die Forschenden ihre Ergebnisse bei Kindern ohne eine Mutter mit Typ-1-Diabetes. Dazu berechneten sie einen Methylierungs-Risiko-Score, der 34 unterschiedlich methylierte Genorte beinhaltet, die mit einem erh\u00f6hten Typ-1-Diabetes-Risiko in Verbindung stehen und die Exposition gegen\u00fcber m\u00fctterlichem Typ-1-Diabetes am besten widerspiegelten. Es zeigte sich, dass Kinder, die bereits eine Inselautoimmunit\u00e4t entwickelt hatten, signifikant niedrigere Scores aufweisen. Das deutet auf weniger sch\u00fctzende epigenetische Modifikationen in ihrer DNA hin. Die Ergebnisse legen nahe, dass Umweltfaktoren das Risiko f\u00fcr Inselautoimmunit\u00e4t durch epigenetische Ver\u00e4nderungen an zentralen Risikogenen beeinflussen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>550.000 US-Dollar f\u00fcr die Erforschung der Schutzwirkung von m\u00fctterlichem Typ-1-Diabetes<\/p>\n<p>In einem Folgeprojekt unter der Leitung von Sandra Hummel wollen die Forschenden genauer untersuchen, was die relative Schutzwirkung von m\u00fctterlichem Typ-1-Diabetes ausmacht. Sie m\u00f6chten herausfinden, welche Typ-1-Diabetes-Risikogene durch den m\u00fctterlichen Diabetes epigenetisch beeinflusst werden und ob \u00e4hnliche epigenetische Effekte auch bei Kindern von M\u00fcttern mit Schwangerschaftsdiabetes auftreten. Hierzu arbeitet das Team gemeinsam mit Prof.\u00a0Ezio Bonifacio und Kolleg:innen des Zentrums f\u00fcr Regenerative Therapien Dresden der Technischen Universit\u00e4t Dresden.<\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit weiteren Forschenden von Helmholtz Munich wird das Projekt au\u00dferdem potenzielle Protein- und Metabolom-Biomarker untersuchen, die mit DNA-Methylierungsmustern in Zusammenhang stehen. Zudem soll erforscht werden, wie diese molekularen Ver\u00e4nderungen zum Schutz vor Inselautoimmunit\u00e4t beitragen. Hierzu analysieren die Forschenden Bioproben aus den GPPAD-Studien, den BABYDIAB- und BABYDI\u00c4T-Kohorten sowie der Fr1da-Studie. Das Projekt wird vom Leona\u00a0M. and Harry\u00a0B. Helmsley Charitable Trust mit \u00fcber 550.000 US-Dollar gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>\u00dcber die Forschenden<\/p>\n<p>Dr. Raffael Ott, Institut f\u00fcr Diabetesforschung, Helmholtz Munich<br \/>\nProf. Sandra Hummel, Institut f\u00fcr Diabetesforschung, Helmholtz Munich<\/p>\n<p>\u00dcber Helmholtz Munich<\/p>\n<p>Helmholtz Munich ist ein biomedizinisches Spitzenforschungszentrum. Seine Mission ist, bahnbrechende L\u00f6sungen f\u00fcr eine ges\u00fcndere Gesellschaft in einer sich schnell ver\u00e4ndernden Welt zu entwickeln. Interdisziplin\u00e4re Forschungsteams fokussieren sich auf umweltbedingte Krankheiten, insbesondere die Therapie und die Pr\u00e4vention von Diabetes, Adipositas, Allergien und chronischen Lungenerkrankungen. Mittels k\u00fcnstlicher Intelligenz und Bioengineering transferieren die Forschenden ihre Erkenntnisse schneller zu den Patient:innen. Helmholtz Munich z\u00e4hlt rund 2.500\u00a0Mitarbeitende und hat seinen Sitz in M\u00fcnchen\/Neuherberg. Es ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, mit mehr als 43.000\u00a0Mitarbeitenden und 18\u00a0Forschungszentren die gr\u00f6\u00dfte Wissenschaftsorganisation in Deutschland. Mehr \u00fcber Helmholtz Munich (Helmholtz Zentrum M\u00fcnchen Deutsches Forschungszentrum f\u00fcr Gesundheit und Umwelt\u00a0GmbH): <a href=\"https:\/\/www.helmholtz-munich.de\/\" target=\"_blank\" class=\"extern\" title=\"neues Fenster\" rel=\"noopener\">www.helmholtz-munich.de<\/a><\/p>\n<p>Quellen<\/p>\n<p>Originalpublikation: Ott et al., 2025: Blood methylome signatures in children exposed to maternal type 1 diabetes are linked to protection against islet autoimmunity. Nature Metabolism. DOI:\u00a010.1038\/s42255-025-01403-w<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s42255-025-01403-w\" target=\"_blank\" class=\"extern\" title=\"neues Fenster\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s42255-025-01403-w<\/a><\/p>\n<p>Bildunterschrift: Risiko f\u00fcr Typ-1-Diabetes bei Kindern variiert, je nach betroffenem Familienmitglied.<br \/>Bildquelle: Monika Gause f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.diabsite.de\/index.html\" class=\"ds\" title=\"Zur Startseite des Diabetes-Portals DiabSite\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.diabsite.de<\/a>.<\/p>\n<p id=\"dokInfo\">\n    zuletzt bearbeitet: 07.11.2025  <a href=\"#seite\" class=\"topLink\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1746764832_377_top.gif\" alt=\"nach oben\" width=\"18\" height=\"18\"\/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Home &gt; Aktuelles &gt; Diabetes-Nachrichten &gt; Archive &gt; 2025 &gt; 251107 M\u00fctter vererben Erkrankungsrisiko seltener als V\u00e4ter Kinder&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":558708,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,135223,135222,30,37747,141,232,1114,135220,84530,135221],"class_list":{"0":"post-558707","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-epigenetische-vernderungen","10":"tag-erkrankungsrisiko","11":"tag-germany","12":"tag-geschwister","13":"tag-gesundheit","14":"tag-health","15":"tag-kinder","16":"tag-mtter","17":"tag-typ-1-diabetes","18":"tag-vter"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115510272365717414","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/558707","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=558707"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/558707\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/558708"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=558707"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=558707"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=558707"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}