{"id":558812,"date":"2025-11-07T21:14:33","date_gmt":"2025-11-07T21:14:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/558812\/"},"modified":"2025-11-07T21:14:33","modified_gmt":"2025-11-07T21:14:33","slug":"leipzig-hat-ein-neues-stadtlogo-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/558812\/","title":{"rendered":"Leipzig hat ein neues Stadtlogo \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\">Die Verwaltung Leipzigs hat sich ein neues Logo gegeben. Es soll den Wiedererkennungswert der Stadt und ihrer Gesellschaften erh\u00f6hen, so die offizielle Erkl\u00e4rung. Doch viele Leipzigerinnen und Leipziger empfinden eher das Gegenteil. In den Sozialen Medien und Kommentarspalten erntet das neue Stadtsymbol harsche Kritik. Neben dem Verlust der traditionellen Farbkombination aus Blau und Gelb hagelt es vor allem f\u00fcr das neu gestaltete Wappentier Spott und Unverst\u00e4ndnis. Zudem st\u00f6\u00dft in Zeiten einer Haushaltssperre vielen die Summe auf, die das neue Corporate Design verschlungen hat.<\/p>\n<p class=\"p1\">Das neue Logo zeigt einen stilisierten schwarzen L\u00f6wen neben zwei blauen Streifen, erg\u00e4nzt um den Schriftzug \u201eStadt Leipzig\u201c. Die Typographie wurde exklusiv f\u00fcr Leipzig entwickelt und darf auch nur von ihr verwendet werden. Entwickelt hat das Design und die dazugeh\u00f6rige, neu gestaltete\u00a0 Website der Stadtverwaltung die Berliner Agentur Edenspiekermann, zu deren Kunden nach eigenen Angaben unter anderem auch die Deutsche Bahn, Red Bull TV, die Helioskliniken oder Volkswagen geh\u00f6ren. <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/d980996b464449de911d65ee6d534193.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/11\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/11\/1\"\/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-638502\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/150911_fahn13-698x465.jpg\" alt=\"\" width=\"698\" height=\"465\"  \/>Der bisherige L\u00f6we war kr\u00e4ftig und zeigte sich mit traditionellem Blau-Gelb. Foto: Benjamin Weinkauf<br \/>\nGegenwind<\/p>\n<p>Viele Leipziger machen ihrem Unmut \u00fcber die neue Gestaltung Luft. Kabarettistin Carolin Fischer: \u201eIch rege mich ja nicht so schnell auf, aber der neue L\u00f6we sieht aus wie ein Wiesel mit Luftgitarre, vorausgesetzt man hat beim Anschauen gute Laune. Sein Vorg\u00e4nger war solide. Und wo sind die Farben hin? Das Geld h\u00e4tte man derzeit sinnvoller verwenden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Grafik-Legende Ulrich Forchner schreibt: \u201eDer L\u00f6we w\u00e4re unter modernen Aspekten vielleicht noch zu verstehen. Auch wenn er ein bisschen an einen Klammerbeutel erinnert. \u00a0Aber was \u00fcberhaupt nicht geht, ist das Weglassen des \u00a0Gelb als Bestandteil der Stadtfarbe. Insgesamt sieht es aus wie ein Garten ohne Zaun. Die beiden versetzten Striche verlieren sich.\u201c<\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler Schwarwel (Art-Director bei Gl\u00fccklicher Montag) f\u00e4llt ein ganz besonderes Urteil: \u201eDaran ist alles falsch. Leipzig als Buchstadt hat genug Grafik-, Illustrations- und Marketingmenschen, die sowas locker aus dem \u00c4rmel sch\u00fctteln. Wir haben sogar die HGB, wo sowas zum Lehrstoff geh\u00f6rt. Zumal bei Einheimischen \u2013 zugewandert oder eingeboren ist da nat\u00fcrlich vollkommen wurscht \u2013 ein direkter Bezug zum Sujet gegeben ist, der bei Lokal- und Regionalkampagnen wie einem Stadtmarkenbild selbstverst\u00e4ndlich stets Grundvoraussetzung sein sollte. Deshalb sollte f\u00fcr solche Jobs auch kein Geld anderswo ausgegeben werden \u2013 wer die Region oder Leipzig tats\u00e4chlich st\u00fctzen will, sollte das beweisen, indem er die hiesige Kultur- und Dienstleistungswirtschaft f\u00f6rdert.\u201c<\/p>\n<p>Ein Leser kommentierte auf der Facebookseite der Stadt: \u201eDas Logo sieht gruselig aus! Das Wappentier schaut regelrecht verhungert aus.\u201c<\/p>\n<p>Doch nicht nur aus der B\u00fcrgerschaft bl\u00e4st der Verwaltung Wind ins Gesicht. Stadtrat Dr. Volker K\u00fclow (Die Linke) hat bereits eine Anfrage eingebracht, die zur n\u00e4chsten Stadtratssitzung am 27. November beantwortet werden muss. Die CDU-Fraktion will am Montag ebenfalls eine Anfrage zur Beantwortung vorlegen.<\/p>\n<p>Zudem gibt es <a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/stoppt-den-vergabedeal-der-logo-ausschreibung-in-leipzig?recruited_by_id=dc809500-bbbe-11f0-953a-1907b214495b&amp;utm_source=share_petition&amp;utm_campaign=psf_promote_or_share&amp;utm_term=psf&amp;utm_medium=mobileNativeShare\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eine Petition<\/a>, die eine B\u00fcrgerbeteiligung\u00a0 zum neuen Stadtlogo fordert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-638463\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_4379-698x465.jpeg\" alt=\"\" width=\"698\" height=\"465\"  \/>Anfrage von Stadtrat Dr. Volker K\u00fclow zum neuen Corporate Design der Stadt Leipzig.<br \/>\nF\u00fcrsprache<\/p>\n<p>Zu Sinn, Kosten und Umsetzung gibt es aber auch positive Erkl\u00e4rungen. So \u00e4u\u00dfert sich Erik Spiekermann, Inhaber der ausf\u00fchrenden Agentur, auf LinkedIn zu den hohen Kosten des Auftrages: \u201eDie j\u00e4hrlichen Lizenzen f\u00fcr eine handels\u00fcbliche Schrift, die auf tausenden Arbeitspl\u00e4tzen und \u00fcber alle Medien eingesetzt wird, betragen nach kurzer Zeit wesentlich mehr, als der einmalige Aufwand f\u00fcr eine eigene. Warum sonst lassen sich immer mehr Unternehmen eine exklusive Schriftfamilie gestalten.\u201c<\/p>\n<p>Ein fachlicher Zuspruch mit Einschr\u00e4nkung kommt von Designer Justin Sch\u00fcler, Gr\u00fcnder der Leipziger Agentur \u201esmalltribe\u201c: \u201eAus professioneller Sicht wirkt das Rebranding insgesamt modern und sauber umgesetzt \u2013 Farbwelt, Typografie und das digitale Brand-System sind stark. Das Logo selbst hat allerdings Schw\u00e4chen: In kleiner Gr\u00f6\u00dfe verliert es an Klarheit, und das \u201apralle \u00c4rschchen\u2018 als Interpretation des Stadtwappens wirkt gestalterisch eher konstruiert. Der eigentliche Fehler lag aber in der Kommunikation. Ein \u00f6ffentliches Rebranding mit einem AI-Mockup anzuk\u00fcndigen \u2013 inklusive MacBook ohne Tastatur \u2013 wirkt wenig professionell. Mehr Transparenz zu Kosten, Leistungen und Prozess h\u00e4tte die Diskussion deutlich entsch\u00e4rft.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-638533\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/csm_Newsbild_Corporate-Design-698x392.webp.webp\" alt=\"\" width=\"698\" height=\"392\"  \/>Peinlich. Den neuen Auftritt bewirbt die Stadt mit dem KI-generierten Bild eines halben MacBooks. Foto: Stadt Leipzig<\/p>\n<p>Neben dem neuen Logo sorgt auch der damit verbundene, neue Onlineauftritt der Stadt f\u00fcr Gespr\u00e4chsstoff. Unser Autor Thomas K\u00f6hler schreibt\u00a0 (in K\u00fcrze) \u00fcber einen besonderen Makel der neuen Internetseite.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Verwaltung Leipzigs hat sich ein neues Logo gegeben. 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