{"id":559772,"date":"2025-11-08T06:31:33","date_gmt":"2025-11-08T06:31:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/559772\/"},"modified":"2025-11-08T06:31:33","modified_gmt":"2025-11-08T06:31:33","slug":"gestalten-statt-verwalten-neuendorf-bleibt-dfb-boss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/559772\/","title":{"rendered":"Gestalten statt verwalten: Neuendorf bleibt DFB-Boss"},"content":{"rendered":"<p>Frankfurt\/Main (dpa) &#8211; Mit einem L\u00e4cheln und wie \u00fcblich seiner Brille auf der Stirn trat Bernd Neuendorf auf die B\u00fchne und bedankte sich f\u00fcr seine einstimmige Wiederwahl als Pr\u00e4sident des Deutschen Fu\u00dfball-Bundes. Der 64-J\u00e4hrige wurde auf dem 45. Ordentlichen Bundestag des weltgr\u00f6\u00dften Sportfachverbandes in Frankfurt am Main wie erwartet bis Ende 2029 im Amt best\u00e4tigt und k\u00fcndigte nach turbulenten Jahren der \u00abKonsolidierung und Transformation\u00bb an: \u00abDie Zukunft beginnt jetzt.\u00bb<\/p>\n<p>Nach einer erfolgreichen \u00abWurzelbehandlung\u00bb, wie Neuendorf seine erste Amtszeit bezeichnete, will der DFB-Boss k\u00fcnftig mehr gestalten als verwalten. Es gehe darum, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. \u00abWir treten jetzt in eine neue Phase ein \u2013 in eine Phase der Gestaltung. Wir wollen mutig nach vorn gehen &#8211; und das stringent und planvoll\u00bb, verk\u00fcndete Neuendorf.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abWir haben den DFB in jeglicher Hinsicht stabilisiert und konsolidiert \u2013 atmosph\u00e4risch, finanziell, inhaltlich, sportlich. Der DFB hat seine Reputation wieder hergestellt. Er wird wieder als verl\u00e4sslicher Player wahrgenommen\u00bb, rief Neuendorf in der Eventhalle auf dem DFB-Campus den 253 Delegierten zu, die ihm mit ihrem Votum das hundertprozentige Vertrauen aussprachen.\u00a0<\/p>\n<p>Sinning gewinnt Kampfabstimmung\u00a0<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Neuendorf als einziger Kandidat f\u00fcr den h\u00f6chsten DFB-Posten angetreten war, kam es bei der Wahl der Vizepr\u00e4sidentin f\u00fcr Bildung, Freizeit und Breitenfu\u00dfball zwischen Amtsinhaberin Silke Sinning und Herausforderin Silke Raml zur einzigen Kampfabstimmung des Tages. Dabei setzte sich Sinning mit 124:113 Stimmen knapp durch. \u00abEs ist grunds\u00e4tzlich lobenswert, dass wir diese Situation hatten. Das ist ein ganz normaler demokratischer Prozess\u00bb, sagte Neuendorf dazu.<\/p>\n<p>Einen Wechsel gibt es auf dem Posten des Generalsekret\u00e4rs, den Holger Blask von Heike Ullrich \u00fcbernimmt. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der DFB GmbH und Co. KG wurde unmittelbar nach dem Bundestag vom neuen Pr\u00e4sidium ernannt. Ullrich bleibt dem DFB als Vizepr\u00e4sidentin f\u00fcr M\u00e4dchen- und Frauenfu\u00dfball erhalten. Dieser Bereich soll k\u00fcnftig noch st\u00e4rker gef\u00f6rdert werden.\u00a0<\/p>\n<p>Am 10. Dezember wird der DFB eine eigene Gesellschaft f\u00fcr die Frauen-Bundesliga gr\u00fcnden und diese f\u00fcr die n\u00e4chsten acht Jahre mit 100 Millionen Euro ausstatten. Dies sei \u00abein starkes und mutiges Signal, welches aus meiner Sicht dringend geboten ist\u00bb, sagte Neuendorf.<\/p>\n<p>Schwerer Start<\/p>\n<p>Der ehemalige SPD-Politiker steht seit dem 11. M\u00e4rz 2022 an der Spitze des Verbandes. Bei der Wahl des Nachfolgers f\u00fcr den im Mai 2021 zur\u00fcckgetretenen Fritz Keller hatte er sich damals gegen Interimsboss Peter Peters durchgesetzt.\u00a0<\/p>\n<p>In seiner ersten Amtszeit hatte Neuendorf einige Krisen zu moderieren. Da waren zun\u00e4chst die peinliche Spielf\u00fchrer-Debatte und das blamable Vorrunden-Aus bei der WM 2022 in Katar, wo der DFB sowohl auf als auch neben dem Platz keine gute Figur abgab. Die sportlichen Aufr\u00e4umarbeiten f\u00fchrten zur Trennung von Bundestrainer Hansi Flick und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff. Auch Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg musste nach dem entt\u00e4uschenden Vorrunden-Aus bei der WM 2023 vorzeitig gehen.\u00a0<\/p>\n<p>Gute Personalentscheidungen<\/p>\n<p>Bei der Auswahl der neuen F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten im sportlichen Bereich bewies der ehemalige Journalist und Staatssekret\u00e4r im Ministerium f\u00fcr Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport in Nordrhein-Westfalen ein gutes H\u00e4ndchen. Mit Sport-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Andreas Rettig holte er einen jahrelangen DFB-Kritiker ins Boot. Die zum Direktor der Nationalmannschaft berufene Fu\u00dfball-Legende Rudi V\u00f6ller und Bundestrainer Julian Nagelsmann hauchten der DFB-Auswahl neues Leben ein, die Frauen befinden sich unter Bundestrainer Christian W\u00fcck wieder im Aufschwung.<\/p>\n<p>Unter Neuendorfs F\u00fchrung hat sich zudem das in der Vergangenheit oft verh\u00e4rtete Verh\u00e4ltnis des Verbandes zur Deutschen Fu\u00dfball Liga normalisiert. Man habe gemeinsam bewiesen, \u00abdass der Fu\u00dfball handlungsf\u00e4hig ist\u00bb, stellte Neuendorf fest. DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke lobte \u00abden Wandel, der da stattgefunden hat\u00bb und bekr\u00e4ftigte: \u00abWir haben gelernt, vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Mir hat das die letzten dreieinhalb Jahre Spa\u00df gemacht.\u00bb<\/p>\n<p>Wirtschaftlicher Aufschwung<\/p>\n<p>Noch wichtiger: Auch finanziell steht der DFB, der 2022 ein strukturelles Defizit von j\u00e4hrlich 20 Millionen Euro verzeichnete, wieder besser da. \u00abIm Hinblick auf die Finanzen standen wir an einem gef\u00e4hrlichen Kipppunkt\u00bb, sagte Neuendorf im R\u00fcckblick und verk\u00fcndete stolz: \u00abWir haben den DFB auf eine wirtschaftlich solide Basis gestellt. Wir werden 2029, also am Ende der kommenden Wahlperiode, schuldenfrei sein.\u00bb<\/p>\n<p>Und nicht nur das: Neben der kompletten Tilgung des 75-Millionen-Euro-Kredits f\u00fcr den Bau des DFB-Campus will der Verband bis zu diesem Zeitpunkt R\u00fccklagen von mehr als 100 Millionen Euro bilden, k\u00fcndigte Schatzmeister Stephan Grunwald an.\u00a0<\/p>\n<p>Hilfreich sein wird dabei der neue Ausr\u00fcstervertrag mit Nike, der dem DFB dem Vernehmen nach 100 Millionen Euro einbringen soll. Mit den Einnahmen will Neuendorf vor allem den Bereich Nachwuchs\/Amateure st\u00e4rken. Schon jetzt investieren der DFB und seine Landesverb\u00e4nde rund 125 Millionen Euro pro Jahr in den Amateurfu\u00dfball. \u00abEin kraftvolles Statement, wie ich finde\u00bb, sagte Neuendorf und appellierte: \u00abDaran sollten wir festhalten.\u00bb<\/p>\n<p>DFB k\u00e4mpft vor Gericht um viel Geld<\/p>\n<p>Ist also alles paletti beim DFB? Nicht ganz, denn der Verband k\u00e4mpft juristisch immer noch mit einigen Altlasten. Nach dem Sommerm\u00e4rchen-Prozess, der im Juni mit einer Geldstrafe (130.000 Euro) f\u00fcr den Verband endete, l\u00e4uft derzeit vor dem Landgericht Frankfurt ein weiteres Steuerstrafverfahren. Darin geht es um eine m\u00f6gliche falsche Deklarierung der Einnahmen aus der Bandenwerbung in den Jahren 2014 und 2015.\u00a0<\/p>\n<p>Weiter anh\u00e4ngig ist zudem eine DFB-Klage vor dem Finanzgericht Kassel wegen der Aberkennung der Gemeinn\u00fctzigkeit f\u00fcr 2006 und einer daraus resultierenden Steuernachzahlung. Inklusive Zinsen geht es dabei um rund 26 Millionen Euro.<\/p>\n<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p><script async defer src=\"https:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/sdk.js#xfbml=1&#038;version=v3.2\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frankfurt\/Main (dpa) &#8211; Mit einem L\u00e4cheln und wie \u00fcblich seiner Brille auf der Stirn trat Bernd Neuendorf auf&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":559773,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[1180,3364,29,481,5282,30,1209,4418],"class_list":{"0":"post-559772","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-bundestag","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-dfb","12":"tag-fuball","13":"tag-germany","14":"tag-nordrhein-westfalen","15":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115512677784255860","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/559772","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=559772"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/559772\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/559773"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=559772"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=559772"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=559772"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}