{"id":560559,"date":"2025-11-08T14:06:31","date_gmt":"2025-11-08T14:06:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/560559\/"},"modified":"2025-11-08T14:06:31","modified_gmt":"2025-11-08T14:06:31","slug":"wenn-das-geld-fuer-schulsozialarbeit-vorn-und-hinten-zu-knapp-ist-video-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/560559\/","title":{"rendered":"Wenn das Geld f\u00fcr Schulsozialarbeit vorn und hinten zu knapp ist + Video \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Schon zwei Mal war das Thema Schulsozialarbeit in diesem Jahr gro\u00df Thema in der Ratsversammlung \u2013 im M\u00e4rz, als es um die Gelder im Doppelhaushalt 2025\/2026 ging, und dann wieder im Sommer, als der Beschluss der Verwaltung auf Druck des Stadtrates r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht wurde, bei den Schulsozialarbeiterstellen zu streichen.<\/p>\n<p>Da hatten auch schon Schulen und Eltern Sturm gelaufen. Denn ohne eine fest verankerte Schulsozialarbeit geht es in vielen Schulen nicht mehr. Am 29. Oktober war die Schulsozialarbeit nun wieder Thema. Jetzt ging es um die Frage: Wie geht man mit den knappen Geldern eigentlich um?<\/p>\n<p>Denn eigentlich m\u00fcsste der Freistaat Sachsen in allen Schulen Schulsozialarbeit finanzieren. L\u00e4ngst ist klar, dass das normale Bildungssystem die zunehmenden Probleme vieler Kinder nicht mehr auffangen kann. Mal vom grassierenden Lehrermangel und dem<a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/bildung\/leipzig-bildet\/2025\/08\/besonders-ober-und-forderschulen-betroffen-unterrichtsausfall-sachsen-2024-2025-631829\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"> enormen Stundenausfall in Sachsens Schulen<\/a> ganz zu schweigen.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/9964b4031c314df492ddd0acea0a68a5.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/bildung\/leipzig-bildet\/2025\/11\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/bildung\/leipzig-bildet\/2025\/11\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Schulsozialarbeiter\/-innen fangen die Kinder und Jugendlichen meist genau da auf, wo die Lehrerinnen und Lehrer nicht mehr helfen k\u00f6nnen oder gar keine Zeit haben, sich pers\u00f6nlich um die Kinder zu k\u00fcmmern. Es geht um famili\u00e4re Konflikte, die die Kinder eben auch im Schulalltag belasten, um Konflikte mit Mitsch\u00fclern und Lehrern, um \u00dcberforderungen im Schulalltag usw. Schulsozialarbeiter\/-innen sind die Vertrauenspersonen in der Schule, zu denen die Kinder mit all diesen Sorgen kommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Allein 2024 gab es 68.000 solcher Beratungsgespr\u00e4che f\u00fcr Kinder und Jugendliche, konnte Steffen Wehmann f\u00fcr den Jugendhilfeausschuss berichten, der einen eigenen \u00c4nderungsantrag zur <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2025464&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2176992\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Vorlage aus dem Dezernat Jugend, Schule und Demokratie<\/a> geschrieben hatte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-637833\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Stadtrat-Steffen_Wehmann-Linke-Jugendhilfeausschuss-00006714.jpg\" alt=\"\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/>Steffen Wehmann (Die Linke \/ Jugendhilfeausschuss) im Leipziger Stadtrat am 29.10.25. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>Da ging es um eine Anpassung f\u00fcr das \u201eSteuerungskonzept f\u00fcr den Leistungsbereich Schulsozialarbeit\u201c. Ein Konzept, das B\u00fcrgermeisterin Vicki Felthaus am 29. Oktober vorstellte und das auf die im Grunde sichtlich verschlechterten Rahmenbedingungen reagiert. Denn der Freistaat hat nicht nur die Modalit\u00e4ten seiner F\u00f6rdermittelvergabe neu formuliert, faktisch hat er auch die Gelder f\u00fcr die Schulsozialarbeit gek\u00fcrzt.<\/p>\n<p>Statt die Schularbeit tats\u00e4chlich auf alle Schulen im Freistaat auszuweiten und diese auch vollumf\u00e4nglich auszufinanzieren, ist die Staatsregierung auch bei diesem Thema zur\u00fcckgerudert und hat \u2013 speziell f\u00fcr Leipzig \u2013 die bereitgestellten F\u00f6rdergelder sogar um 400.000 Euro gek\u00fcrzt. Geld, das Leipzig nun aus dem eigenen klammen Haushalt beisteuern muss, damit die Stadt die Zahl der Schulsozialarbeiterstellen nicht k\u00fcrzen muss.<\/p>\n<p>Wenn es nicht f\u00fcr alle reicht<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich finanziert der Freistaat nur noch 50 Prozent der Schulsozialarbeiterstellen. Und die Stadt steht vor der verzwickten Aufgabe, die verf\u00fcgbaren Stellen irgendwie sinnvoll und begr\u00fcndet auf die vorhandenen Schulen zu verteilen. Dazu hat das Schuldezernat einen Index entwickelt, der regelm\u00e4\u00dfig erfasst, wie gro\u00df der Bedarf an Schularbeit an jeder einzelnen Schule ist. Das ergibt dann rechnerisch die Schwelle, an der dann eine Stelle f\u00fcr Schulsozialarbeit eingerichtet wird. Oder \u2013 bisher \u2013 eben auch mal zwei, wenn der Bedarf in einer Schule besonders hoch ist.<\/p>\n<p>Was freilich mit der zunehmenden Zahl von Schulen und den knappen Geldern so k\u00fcnftig nicht mehr m\u00f6glich ist. K\u00fcnftig werden eher 1,5 Stellen an solchen Schulen das Maximum sein. Daf\u00fcr kommen neue Schulen hinzu, in denen der errechnete Index neuen Bedarf ergibt. <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027334&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Der Jugendhilfeausschuss wollte aus sachlich und fachlich guten Gr\u00fcnden \u00fcber das Steuerungskonzept der Stadt noch hinausgehen.<\/a> Aber daf\u00fcr gibt es praktisch keine Spielr\u00e4ume. Die Ratsmehrheit lehnte diesen Antrag dann auch mit 22:31 Stimmen ab.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-637858\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Stadtrat-Ute-Koehler-Siegel-SPD-00006724.jpg\" alt=\"\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/>Ute K\u00f6hler-Siegel (SPD) im Leipziger Stadtrat am 29.10.25. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>Zwei SPD-Antr\u00e4ge, f\u00fcr die Ute K\u00f6hler-Siegel und Frank Franke warben, wurden hingegen Teil der Vorlage. <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027389&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Den ersten<\/a> hat OBM Burkhard Jung gleich so \u00fcbernommen: \u201eW\u00e4hrend kommender Prozesse der weiteren Erarbeitung folgender Steuerungskonzepte f\u00fcr den Leistungsbereich Schulsozialarbeit werden alle beteiligten Schularten sowie Vertreter\/-innen von StadtSch\u00fclerRat und KreisElternRat angeh\u00f6rt, um ihre Erfahrungen und Bedarfe bei der Erstellung zuk\u00fcnftiger Formeln der sozialindikativen Priorisierung nach Schularten mit einflie\u00dfen zu lassen.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027390&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Beim zweiten<\/a> gab es dann eine Zustimmung in der Ratsversammlung mit 41:13 Stimmen. Er lautete: \u201eMit dem vorliegenden Steuerungskonzept f\u00fcr den Leistungsbereich Schulsozialarbeit wird sichergestellt, dass bewilligte Vz\u00c4 f\u00fcr Schulsozialarbeit f\u00fcr mindestens drei Jahre an der jeweiligen Schule verbleiben, auch wenn die sozialindikative Priorisierung w\u00e4hrend dieses Zeitraumes keine weitere Schulsozialarbeit zulassen w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n<p>Vertrauen braucht Zeit<\/p>\n<p>Ein Thema, das auch andere Redner\/-innen ansprachen. Denn Schulsozialarbeit lebt vom Vertrauen und davon, dass die Ansprechpartner\/-innen f\u00fcr die Kinder nicht gleich wieder im n\u00e4chsten Schuljahr verschwinden, die Schulsozialarbeit braucht Verl\u00e4sslichkeit und einen langen Atem. Der <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027391&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Antrag der Linksfraktion<\/a>, f\u00fcr den Juliane Nagel und Marco G\u00f6tze warben, zielte im Grunde in dieselbe Richtung, wurde aber von der Ratsmehrheit mit 13:39 Stimmen abgelehnt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-637852\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Stadtrat-Marco_Goetze-Linke-00006744.jpg\" alt=\"\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/>Marco G\u00f6tze (Die Linke) im Leipziger Stadtrat am 29.10.25. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>Es war ein saurer Apfel, in den da alle bei\u00dfen mussten, das betonten auch Marsha Richarz f\u00fcr die Gr\u00fcnen und Julian Schr\u00f6der f\u00fcr die CDU. Statt \u2013 wie vor zwei Jahren vom Stadtrat beschlossen \u2013 die Schularbeit auf alle Schulen auszuweiten, weil es \u00fcberall solche Vertrauenspersonen braucht, muss Leipzig nun mit den knappen vorhandenen Geldern versuchen, die Stellen f\u00fcr Schulsozialarbeit dorthin zu lenken, wo der dringendste Bedarf besteht.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr braucht es den jetzt neu formulierten Index, der f\u00fcr manche Schulen durchaus den Verlust einer Schulsozialarbeiterstelle bedeuten kann. Auch wenn \u00fcberhaupt noch nicht feststeht, wen es vielleicht trifft.<\/p>\n<p>Aber entsprechend besorgte Anfragen haben alle Fraktionen gleich aus Dutzenden Schulen bekommen. Der Index bedeutet aber auch, dass auch neue Schulen eine entsprechende Stelle bekommen k\u00f6nnen, wenn der Bedarf sichtbar ist. Vicki Felthaus nannte u.a. die Oberschule in der Ihmelssta\u00dfe und die Schule an der Parthe.<\/p>\n<p>Aber auch sie best\u00e4tigte, dass ein Zeitraum von drei Jahren das Mindeste sein sollte, um eine Stelle f\u00fcr Sozialarbeit an einer Schule aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Mehrfach gab es Kritik am Freistaat, der seine eigenen vollmundigen Versprechen zur Einrichtung von Schulsozialarbeit einfach nicht ernst nimmt und auch an dieser Stelle lieber spart.<\/p>\n<p>Die Vorlage aus dem Schuldezernat jedenfalls bekam am Ende ein klares Votum: 52 der anwesenden Ratsmitglieder stimmten daf\u00fcr, nur drei enthielten sich der Stimme.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Schon zwei Mal war das Thema Schulsozialarbeit in diesem Jahr gro\u00df Thema in der Ratsversammlung \u2013 im M\u00e4rz,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":560560,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,30,71,859,1112,1108,5329],"class_list":{"0":"post-560559","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-leipzig","12":"tag-sachsen","13":"tag-schulsozialarbeit","14":"tag-stadtrat","15":"tag-video"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115514467861187837","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/560559","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=560559"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/560559\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/560560"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=560559"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=560559"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=560559"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}