{"id":560766,"date":"2025-11-08T15:59:20","date_gmt":"2025-11-08T15:59:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/560766\/"},"modified":"2025-11-08T15:59:20","modified_gmt":"2025-11-08T15:59:20","slug":"kraftwerke-unter-beschuss-im-schlimmsten-fall-muss-kiew-evakuiert-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/560766\/","title":{"rendered":"Kraftwerke unter Beschuss: Im schlimmsten Fall muss Kiew evakuiert werden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Russland zielt bei seinen aktuellen Angriffen vor allem auf die ukrainische Hauptstadt, und dort insbesondere auf Heizkraftwerke. Das Worst-Case-Szenario eines Experten sieht so aus: Bei unter minus zehn Grad und ohne W\u00e4rmeversorgung m\u00fcsste Kiew ger\u00e4umt werden.<\/strong><\/p>\n<p>Die Lage in Kiew ist derzeit noch halbwegs in Ordnung, jedenfalls verglichen mit den Erfahrungen der ukrainischen Hauptstadt w\u00e4hrend der bisherigen dreieinhalb Jahre des russischen Angriffskrieges. Planm\u00e4\u00dfige Stromausf\u00e4lle sind seit rund einem Monat Alltag. Jeder Haushalt muss pro Tag im Durchschnitt vier Stunden ohne Strom verbringen &#8211; im Zeitfenster zwischen 8 und 22 Uhr, in dem der private Stromverbrauch am gr\u00f6\u00dften ist. Daher m\u00fcssen sich die Menschen wieder an das laute Ger\u00e4usch der Benzingeneratoren gew\u00f6hnen. Im vorigen Winter gab es das trotz der russischen Angriffe kaum. Die letzte wirklich komplizierte Phase fiel auf den Sommer 2024, als hohe Temperaturen f\u00fcr Stromausf\u00e4lle sorgten, die l\u00e4nger als die H\u00e4lfte des Tages andauerten.<\/p>\n<p>Dass es schon jetzt, bei deutlichen Plustemperaturen, zu Stromabschaltungen kommt, ist allerdings mehr als besorgniserregend. Dies ist vor allem darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die russischen Truppen anders als fr\u00fcher insbesondere Kiew ins Visier nehmen. Zwar gibt es auch weiterhin Angriffe gegen den Westen der Ukraine. Aber die Zahl der Angriffe gegen Kiew mit Hunderten von Drohnen und Raketen seit Beginn der aktuellen Beschusswelle am <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Eine-Haelfte-Kiews-nach-russischen-Angriffen-stundenlang-ohne-Strom-article26087313.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">10. Oktober<\/a> spricht eine deutliche Sprache: Es geht den Russen darum, das Leben in der Drei-Millionen-Stadt lahmzulegen. Das nie erreichte Ziel, das ganze Land ins Dunkel zu bomben, haben sie vorerst offenbar aufgegeben.<\/p>\n<p> Russland geht es nicht nur um die Stromversorgung der Hauptstadt, sondern auch um die damit verbundene Lieferung von W\u00e4rme und Wasser. Der Beginn der Heizsaison musste in Kiew um zwei Wochen auf Ende Oktober verschoben werden. Weiterhin wird in vielen Kiewer Wohnungen nicht geheizt. Dieses Problem betrifft das ganze Land: Vor Beginn der Angriffe auf Energieanlagen hatte Russland bis zu 60 Prozent der Gasreserven des Landes zerst\u00f6rt. So ist die Ukraine in diesem Winter besonders auf Gasimporte angewiesen, damit es in den Wohnungen einigerma\u00dfen warm bleibt. Massive Probleme sind dennoch unausweichlich, wenn es k\u00e4lter wird.<\/p>\n<p>Prognosen waren zun\u00e4chst optimistischer<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich waren die Prognosen <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Ukraine-erwartet-Drohnensturm-gegen-Kraftwerke-article26071384.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">optimistischer<\/a>. Der harte Schlag vom 10. Oktober kam aber deutlich schwerer als erwartet. Offenbar gelang es den Russen, gleich zwei der wichtigsten Heizkraftwerke der Stadt bedeutend zu treffen, was auch \u00f6ffentlich nicht bestritten wurde. Die Besch\u00e4digungen der Infrastruktur eines der Kraftwerke sollen &#8222;kritisch&#8220; sein. Jedenfalls sorgte der Angriff gleich f\u00fcr einen nahezu vollst\u00e4ndigen Stromausfall im \u00f6stlichen Teil der Stadt &#8211; und zu einer erneuten <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Ukraine-Strom-fuer-725-000-Haushalte-nach-Angriffen-wiederhergestellt-article26089370.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">Auseinandersetzung<\/a> zwischen Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj und dem Kiewer B\u00fcrgermeister Vitali Klitschko.<\/p>\n<p>Selenskyj sprach dabei die Tatsache an, dass die Ukraine nicht teure Abwehrraketen gegen vergleichsweise billige russische Drohnen einsetzen sollte, und er wies damit indirekt darauf hin, dass viele der Drohnen ihre Ziele erreichten. Au\u00dferdem zeigte er sich unzufrieden damit, wie die Kiewer Kraftwerke gesch\u00fctzt wurden. <\/p>\n<p> Auch die Lage um das gro\u00dfe Kohlekraftwerk Trypillja s\u00fcdlich von Kiew bereitet den Bewohnern der Hauptstadt sowie der umliegenden Region gro\u00dfe Sorgen. Dieses Kraftwerk wurde bereits im Fr\u00fchjahr 2024 fast vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt, dann jedoch so weit instandgesetzt, dass es wieder funktionierte. Das Kraftwerk geh\u00f6rt zu den wichtigsten in der Ukraine. Es ist der gr\u00f6\u00dfte Stromlieferant nicht nur f\u00fcr die Kiewer Region, sondern auch f\u00fcr einige Nachbarbezirke wie Schytomyr. Schon vor Beginn der neuen Beschusswelle z\u00e4hlte es zu den wichtigsten Zielen der russischen Angriffe.<\/p>\n<p>&#8222;Das w\u00e4re eine Katastrophe&#8220;<\/p>\n<p>Zu Beginn der Angriffe habe die Hauptstadt \u00fcber ausreichende Energiekapazit\u00e4ten verf\u00fcgt, sagte Ex-Energieminister Iwan Platschkow der ukrainischen Nachrichtenseite Telegraf, &#8222;die entsprechenden Netze wurden renoviert&#8220;. Man m\u00fcsse sich jedoch im Klaren sein, dass die Sicherheitsreserven nicht mehr so hoch seien wie vor dem Krieg. Die getroffenen Kraftwerke in Kiew seien die wichtigsten Strom- und Heizquellen und es gebe Pl\u00e4ne, die besch\u00e4digten Transformatoren und andere Infrastruktur zu ersetzen. &#8222;Die Sicherheitsmarge ist aber sehr gering, daher ist die Lage angespannt.&#8220; <\/p>\n<p> Als Hauptszenario f\u00fcr Kiew gilt es laut den meisten Experten in diesem Winter, je nach Wetter, dass die Stadt rund die H\u00e4lfte des Tages ohne Strom verbringen muss. Es kann jedoch auch zu einem Worst-Case-Szenario mit wochenlangen Stromausf\u00e4llen kommen, sollte Russland weiter nachhaltig und erfolgreich gegen die Infrastruktur in der Hauptstadt schie\u00dfen.<\/p>\n<p>Eines dieser Worst-Case-Szenarien beschreibt Oleksandr Tchartschenko, Direktor des Zentrums f\u00fcr Energieforschung. &#8222;Sollten in Kiew die Heizkraftwerke drei Tage lang bei einer Temperatur von minus zehn Grad und niedriger abgeschaltet bleiben und es keine Perspektive der zeitnahen Wiederherstellung gibt, muss in der Hauptstadt eine Evakuierung angeordnet werden&#8220;, sagt der renommierte Experte. Das, so Tchartschenko, der nicht f\u00fcr Weltuntergangsprognosen bekannt ist, w\u00e4re &#8222;eine von Menschen verursachte Katastrophe&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Russland zielt bei seinen aktuellen Angriffen vor allem auf die ukrainische Hauptstadt, und dort insbesondere auf Heizkraftwerke. 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