{"id":561946,"date":"2025-11-09T03:39:13","date_gmt":"2025-11-09T03:39:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/561946\/"},"modified":"2025-11-09T03:39:13","modified_gmt":"2025-11-09T03:39:13","slug":"bundesverfassungsgericht-kippt-triage-regelung-osthessennews","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/561946\/","title":{"rendered":"Bundesverfassungsgericht kippt Triage-Regelung &#8211; Osthessen|News"},"content":{"rendered":"<p>                <a class=\"fancybox\" data-fancybox=\"galerie\" data-caption=\"Schwere Entscheidungen sind zu treffen, wenn es knappe Ressourcen erfordern  - Symbolbild: pixabay\" rel=\"on_group nofollow noopener\" title=\"Schwere Entscheidungen sind zu treffen, wenn es knappe Ressourcen erfordern  - Symbolbild: pixabay\" href=\"https:\/\/oshessen-news.b-cdn.net\/images\/25\/11\/xl\/11784108-surgery-1822458-1920.jpg\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"img-responsive\" style=\"width: 728px; margin-top: 0; border:0;\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/11784108-surgery-1822458-1920.jpg\" title=\"Schwere Entscheidungen sind zu treffen, wenn es knappe Ressourcen erfordern\" onerror=\"imgError(this);\"\/><\/p>\n<p>Schwere Entscheidungen sind zu treffen, wenn es knappe Ressourcen erfordern &#8211; Symbolbild: pixabay<\/p>\n<p>\n                    <strong>KARLSRUHE\/REGION<\/strong><br \/>\n                    Nicht mit dem Grundgesetz vereinbar\n                <\/p>\n<p>09.11.25 &#8211; <strong>Mit Spannung war das Urteil erwartet worden, das das Bundesverfassungsgericht am 4. November 2025 in Karlsruhe verk\u00fcndete. Die Richterinnen und Richter entschieden, dass die sogenannte Triage-Regelung im Infektionsschutzgesetz nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Der Bund, so das Gericht, sei f\u00fcr eine solche Regelung nicht zust\u00e4ndig. Das Gesetz wurde daher aus formalen Gr\u00fcnden f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt.<\/strong><\/p>\n<p>Die Triage-Regelung war w\u00e4hrend der Corona-Pandemie vom Bundestag verabschiedet worden. Sie sollte festlegen, wie \u00c4rztinnen und \u00c4rzte im Falle von Ressourcenknappheit, etwa bei Beatmungspl\u00e4tzen auf Intensivstationen, \u00fcber die Behandlung von Patientinnen und Patienten entscheiden sollten. Ziel war es, bei Engp\u00e4ssen die vorhandenen Kapazit\u00e4ten so zu verteilen, dass m\u00f6glichst viele Menschen \u00fcberleben auch wenn dies bedeutete, dass Patientinnen und Patienten mit geringeren Heilungschancen nicht mehr weiterbehandelt w\u00fcrden. Diese Regelung stie\u00df in der medizinischen Praxis auf erhebliche Kritik. Viele Intensivmedizinerinnen und -mediziner sahen darin einen Eingriff in ihr Berufsethos und ihre \u00e4rztliche Entscheidungsfreiheit. Der Marburger Bund, die gr\u00f6\u00dfte deutsche \u00c4rztegewerkschaft, unterst\u00fctzte deshalb eine Verfassungsbeschwerde, die schlie\u00dflich Erfolg hatte. Besonders der Therapieabbruch nach deren Beginn wurde vielfach kritisiert.<\/p>\n<p><strong><a class=\"fancybox\" data-fancybox=\"galerie\" data-caption=\"O|N-Archivbild - \" rel=\"on_group nofollow noopener\" title=\"O|N-Archivbild - \" href=\"https:\/\/oshessen-news.b-cdn.net\/images\/25\/11\/xl\/11784108-11758895-dsc-2136.jpg\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"img220 imgh159 imgbdr\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/11784108-11758895-dsc-2136.jpg\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"img-text\">O|N-Archivbild<\/p>\n<p>Was bedeutet Triage \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Der Begriff &#8222;Triage&#8220; stammt urspr\u00fcnglich aus der Milit\u00e4rmedizin und beschreibt die Sichtung von Verletzten nach Dringlichkeit und \u00dcberlebenschance, um verf\u00fcgbare Ressourcen bestm\u00f6glich einzusetzen. In der Zivilmedizin wird meist der Begriff &#8222;Sichtung&#8220; verwendet. W\u00e4hrend der Corona-Pandemie gewann die Diskussion um Triage-Regeln eine neue, gesellschaftliche Dimension: Was tun, wenn die medizinischen Ressourcen nicht f\u00fcr alle reichen?<\/p>\n<p>Im Kern des Karlsruher Urteils stand die Frage, ob das Infektionsschutzgesetz \u00c4rztinnen und \u00c4rzte in ihrer Berufsfreiheit einschr\u00e4nkt. Die Beschwerdef\u00fchrer, Notfall- und Intensivmediziner argumentierten, dass eine gesetzlich festgeschriebene Triage sie dazu zwingen w\u00fcrde, medizinische Entscheidungen nach rechtlichen statt nach ethisch-medizinischen Kriterien zu treffen. Das Gericht folgte dieser Argumentation zwar nicht explizit, aber die Richter betonten, dass die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Organisation des Gesundheitswesens in solchen Fragen bei den L\u00e4ndern liege und nicht beim Bund.<\/p>\n<p>Mit dem Urteil ist die rechtliche Grundlage der bisherigen Triage-Regelung aufgehoben. Nun m\u00fcssen die Bundesl\u00e4nder eigene Regelungen erarbeiten, um festzulegen, wie Krankenh\u00e4user in Ausnahmesituationen vorgehen sollen, wenn Ressourcen knapp werden.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich stehen \u00c4rztinnen und \u00c4rzte bereits heute regelm\u00e4\u00dfig vor schwierigen Entscheidungen: Der anhaltende Personalmangel in der Pflege f\u00fchrt vielerorts zu geschlossenen Betten und begrenzten Behandlungskapazit\u00e4ten. Die Karlsruher Entscheidung d\u00fcrfte die Diskussion \u00fcber Priorisierung und Ressourcensteuerung im Gesundheitswesen weiter anheizen. (Adrian B\u00f6hm) +++<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Schwere Entscheidungen sind zu treffen, wenn es knappe Ressourcen erfordern &#8211; Symbolbild: pixabay KARLSRUHE\/REGION Nicht mit dem Grundgesetz&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":561947,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1844],"tags":[6193,6195,1634,3364,29,6197,6192,30,2052,8903,1381,14,6196,15,6194],"class_list":{"0":"post-561946","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-karlsruhe","8":"tag-alsfeld","9":"tag-bad-hersfeld","10":"tag-baden-wuerttemberg","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-flieden","14":"tag-fulda","15":"tag-germany","16":"tag-hessen","17":"tag-karlsruhe","18":"tag-lauterbach","19":"tag-nachrichten","20":"tag-neuhof","21":"tag-news","22":"tag-osthessen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115517664600109029","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/561946","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=561946"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/561946\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/561947"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=561946"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=561946"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=561946"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}