{"id":562745,"date":"2025-11-09T11:46:30","date_gmt":"2025-11-09T11:46:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/562745\/"},"modified":"2025-11-09T11:46:30","modified_gmt":"2025-11-09T11:46:30","slug":"die-berliner-verzweifeln-an-ihrer-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/562745\/","title":{"rendered":"Die Berliner verzweifeln an ihrer Stadt"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/4d6b197a-6599-4639-823f-896f667ebc24.jpg\" alt=\"Berlin, du kannst so h\u00e4sslich sein: Die Hauptst\u00e4dter verzweifeln langsam an ihrer Stadt\" loading=\"eager\" class=\"block h-full w-full object-cover object-center\"\/><\/p>\n<p class=\"mb-2 font-sans text-base leading-[26px] md:mb-4 md:text-[20px] md:leading-[32px] text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950\">Verwahrlosung, Verkehrschaos, Geldverschwendung. Die deutsche Hauptstadt hat ihren Ruf als dreckige und dysfunktionale Metropole zementiert. Warum nur ist in Berlin vieles so egal?<\/p>\n<p>NZZ-Redaktion09.11.2025, 12.00 Uhr<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075b1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Es ist immer etwas wohlfeil, auf Berlin zu schimpfen \u2013 aber es ist auch n\u00f6tig. Denn die deutsche Hauptstadt mit ihren fast vier Millionen Einwohnern befindet sich auf einer schiefen Ebene der Verwahrlosung, die sich mit Slogans wie \u00abarm, aber sexy\u00bb nicht l\u00e4nger sch\u00f6nreden l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Doch die Berliner verzweifeln, langsam, aber sicher.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075b3\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Es gibt keine Geschichte des Neuen, des Aufbruchs oder der entfesselten Kreativit\u00e4t mehr, die die Verslumung der sozialen Umwelt aufwiegen k\u00f6nnte. \u00abBerlin is over\u00bb, sagte der Podcaster Matze Hielscher vor kurzem in einem vielbeachteten Beitrag: Die B\u00fcrger s\u00e4hen nur noch \u00abvollgepisste Matratzen, Hundekacke-Beutel und Sperrm\u00fcll\u00bb. Sie liebten ihre Stadt nicht mehr.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075b4\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Obdachlosigkeit, offener Drogenkonsum und Beschaffungskriminalit\u00e4t tragen Unsicherheit in eine Wohnbev\u00f6lkerung, die schon durch absurd hohe Mieten und eine prek\u00e4re Verkehrsinfrastruktur gebeutelt ist.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075b5\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Dass sich aus solchen Entwicklungen politisches Kapital schlagen l\u00e4sst, kann man in Donald Trumps USA und bei Javier Milei in Argentinien beobachten. Das ist aber f\u00fcr die deutsche \u2013 und die Berliner \u2013 Politik gerade kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Die NZZ war an ein paar Hauptstadtorten mit Handlungsbedarf; die Redaktorinnen haben einige Impressionen gesammelt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/4a9084dd-9233-4664-acd9-e83306c35a03.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5000\" height=\"3750\" alt=\"Drogens\u00fcchtiger im G\u00f6rlitzer Park.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Drogens\u00fcchtiger im G\u00f6rlitzer Park.<\/p>\n<p>Komplette Verwahrlosung am Bahnhof Zoo<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Ecke Hardenbergstrasse und Budapester Strasse: Am Bahnhof Zoo in Charlottenburg, also an einem der meistbesuchten Ausgeh- und Touristenorte Berlins, liegt ein Mann auf dem B\u00fcrgersteig. Er ist in eine blaue Kunstfaserdecke gewickelt, Haare und F\u00fcsse schauen noch hervor. Um die leblose Gestalt herum sind Abf\u00e4lle verstreut; neben ihr steht ein Einkaufswagen mit schmutzstarrenden Habseligkeiten.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c3\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Eigentlich m\u00fcssten normal empathische Mitb\u00fcrger nachschauen, ob dem Mann etwas fehlt, ob er einen Arzt braucht, Hilfe. Aber es ist so derartig klar, dass ihm buchst\u00e4blich alles fehlt und dass man Stunden mit einer ohnehin zum Scheitern verurteilten Rettungsaktion verbringen w\u00fcrde, wenn man sich jetzt einmischte, dass man es lieber sein l\u00e4sst. Deshalb machen alle Passanten einen weiten Bogen um den Menschen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c4\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der Bahnhof Zoo war in den siebziger und achtziger Jahren die B\u00fchne der Westberliner Drogenszene und des Drogenstrichs \u2013 ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigt geworden durch den autobiografischen Bericht der minderj\u00e4hrigen Heroinabh\u00e4ngigen \u00abChristiane F.\u00bb im Magazin \u00abStern\u00bb.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/b71206f7-a0ce-4629-a4c3-2162f9c36589.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5000\" height=\"3750\" alt=\"Die Station Bahnhof Zoo ist ein Umsteigepunkt f\u00fcr U- und S-Bahn.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Die Station Bahnhof Zoo ist ein Umsteigepunkt f\u00fcr U- und S-Bahn.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c5\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Innerhalb der vergangenen zwei oder drei Jahre haben sich die Obdachlosenzahlen in der Stadt verdoppelt \u2013 von 25\u00a0000 im Jahr 2022 auf mehr als 50\u00a0000 heute.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c6\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Und auch die Drogens\u00fcchtigen sind zur\u00fcck. Nur handelt es sich nun vor allem um Crackabh\u00e4ngige aus Osteuropa, die rund um den Bahnhof Zoo in grotesk verdrehter Haltung auf dem Fussboden kauern oder, wie die organisierten Bettler in Bertolt Brechts \u00abDreigroschenoper\u00bb, als angeblich Behinderte aus Rollst\u00fchlen heraus Geld verlangen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c7\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Diese Menschen mit erloschenem Blick hausen in fleckigen Zelten, sie schlafen in Nestern aus M\u00fcll \u2013 es sind Bilder, wie man sie aus San Francisco oder Los Angeles kennt. Und es ist kein Zufall, dass sich der amerikanische Pr\u00e4sident Donald Trump das \u00abAufr\u00e4umen\u00bb der Innenst\u00e4dte auf die Fahnen geschrieben hat: \u00abZu viele Wahnsinnige in Washington!\u00bb, sagt er. Die Innenst\u00e4dte sind offenbar Seismografen f\u00fcr den Zustand der Gesellschaft.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c8\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Wer den Bahnhof Zoo tags\u00fcber umrundet \u2013 nachts empfiehlt sich das nicht \u2013, sieht etwa hundert Personen im Ausnahmezustand. Und er sieht Security-Leute, Bundespolizisten und Mitarbeiter der Bahnhofsmission, die diesen Personen eventuell eine Suppe reichen, ihnen aber sonst beim Dahinvegetieren zusehen. Was genau sollten sie auch tun?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/9f54bd16-8cd0-4d1a-813d-08cdcd764d68.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5000\" height=\"3750\" alt=\"Der Bahnhof Zoo ist Treffpunkt f\u00fcr viele Obdachlose.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Der Bahnhof Zoo ist Treffpunkt f\u00fcr viele Obdachlose.<\/p>\n<p>Das Tempelhofer Feld: Ein letztes St\u00fcck Nostalgie<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c11\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der Z\u00fcrcher kennt das Tempelhofer Feld. Vom H\u00f6rensagen oder aus Filmen. Ein kreativer Freiraum soll das Feld sein, die Berliner fahren dort Velo, lassen Drachen fliegen, veranstalten Raves und treffen sich zum Ap\u00e9ro.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c12\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Und weil der Z\u00fcrcher ein bisschen ehrf\u00fcrchtig nach Berlin schaut \u2013 es ist halt wirklich eine Grossstadt \u2013, will er wissen, ob dieses Feld wirklich so besonders ist. Er denkt: Die Berliner halten so verbissen daran fest. Es muss also gute Gr\u00fcnde geben, warum die Berliner nicht einmal eine Randbebauung zulassen. Schliesslich k\u00e4mpft Berlin, wie Z\u00fcrich, <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/spd-generalsekretaer-kuehnert-findet-keine-wohnung-und-klagt-ueber-die-berliner-pest-auf-dem-wohnungsmarkt-ld.1682649\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mit Wohnungsnot.<\/a><\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c13\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Ja, die Debatte um das Tempelhofer Feld ist keine lokale Posse. Sie reicht \u00fcber die Stadt- und sogar \u00fcber die Landesgrenzen hinaus.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/326f3a36-f71f-4e4a-869a-eeb59271a5ab.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5000\" height=\"3750\" alt=\"Das Tempelhofer Feld ist die gr\u00f6sste Freifl\u00e4che in Berlin.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Das Tempelhofer Feld ist die gr\u00f6sste Freifl\u00e4che in Berlin.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c14\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Doch beim Betreten des Feldes weicht die sch\u00f6ne Vorstellung schnell der Ern\u00fcchterung. Das Areal ist riesig \u2013 und weitgehend leer. Ein paar Drachenflieger hier, ein paar Skater dort. Rennradfahrer drehen ihre Runden \u2013 f\u00fcr Tempo hat es genug Platz. Jugendliche spielen Basketball oder Cricket. Am Rand des Feldes stehen Bars und Food-Trucks, dazwischen Hochbeete mit Kr\u00e4utern, Blumen und Unkraut. Alles wirkt ein bisschen verloren in der Weite.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c15\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Nicht einmal alle Freizeitaktivit\u00e4ten zusammen verbinden sich zu einem Ganzen, als w\u00fcssten die Berliner selbst nicht so genau, was sie mit einer Fl\u00e4che von 500 Fussballfeldern anfangen sollen. Einen Teil des Feldes mit Wohnungen zu \u00fcberbauen, w\u00fcrde nicht nur das dr\u00e4ngendste soziale Problem Berlins lindern, sondern den Raum auch mit Leben f\u00fcllen. F\u00fcr kreativen Freiraum w\u00e4re immer noch genug Platz vorhanden.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c16\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Vielleicht aber h\u00e4ngen die Berliner an diesem Feld, weil es an eine andere Zeit erinnert \u2013 an die neunziger Jahre, als niemand hier wohnen wollte, als Platz im \u00dcberfluss vorhanden war und die Wohnungen g\u00fcnstig. Heute ist das anders.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/b7a5d68c-2e49-4dea-bf7c-f1b381aa2431.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5000\" height=\"3750\" alt=\"Tempelhofer Feld: fr\u00fcher Rollfeld, jetzt Spazierweg.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Tempelhofer Feld: fr\u00fcher Rollfeld, jetzt Spazierweg.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlicher Nahverkehr: Ein Ort der t\u00e4glichen Zumutungen<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c19\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Abendessen in einem h\u00fcbschen franz\u00f6sischen Bistro am R\u00fcdesheimer Platz im Berliner Stadtteil Wilmersdorf. Dann gegen 21 Uhr 30 nach Hause mit der U-Bahn-Linie 3, die zwischen dem Grunewaldsee Krumme Lanke im Westen und der Warschauer Br\u00fccke im Osten der Stadt verkehrt.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c20\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der Waggon ist sp\u00e4rlich besetzt, es gibt etliche freie Pl\u00e4tze; am Fenster sitzt eine \u00e4ltere Dame um die siebzig. An der Haltestelle Breitenbachplatz st\u00fcrmen sechs oder sieben Kinder, m\u00f6glicherweise Roma, in den Wagen. Sie sind augenscheinlich zwischen sechs und zw\u00f6lf Jahre alt und f\u00fcr die kalte Jahreszeit zu d\u00fcnn gekleidet. Von einem Erziehungsberechtigten ist weit und breit nichts zu sehen \u2013 ebenso wenig von <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/darueber-spricht-berlin-eine-meister-proper-idee-fuer-die-hauptstadt-ld.1907216\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">einem Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe.<\/a><\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c21\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Kinder rennen durch den Wagen, kreischen, springen auf die Polster, r\u00fccken den Fahrg\u00e4sten zu Leibe. Die Erwachsenen werfen ihnen strenge Blicke zu, sagen aber nichts. Die Kinder lachen sie aus. Der gr\u00f6sste Junge stellt sich auf die Bank vor der Siebzigj\u00e4hrigen, reckt ihr sein Ges\u00e4ss hin. Die anderen Kinder lachen und gr\u00f6len: \u00abFick! Fick! Fick!\u00bb Niemand tut etwas.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c22\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Am \u00fcbern\u00e4chsten Stopp steigen zwei junge M\u00e4nner mit t\u00fcrkisch-arabischem Erscheinungsbild in die U-Bahn ein. Die Kinderbande drosselt zun\u00e4chst vorsichtshalber ihren Ton, doch als auch von dieser Seite keine Ermahnung kommt, drehen sie wieder auf.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c23\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Am Wittenbergplatz ist der Spuk dann so pl\u00f6tzlich vorbei, wie er gekommen ist: Die Bande st\u00fcrzt aus dem Zug. Einer der jungen M\u00e4nner sagt, lachend, halb an seinen Begleiter und halb an die restlichen Fahrg\u00e4ste gewandt: \u00abWas war das denn jetzt? Die Wahlkampfhelfer der AfD oder wie?\u00bb<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/09975a25-da52-4559-b38d-6c2f8f3e1704.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5000\" height=\"3750\" alt=\"Die U-Bahnstation Leinestrasse in Berlin-Neuk\u00f6lln.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Die U-Bahnstation Leinestrasse in Berlin-Neuk\u00f6lln.<\/p>\n<p>G\u00f6rlitzer Park: Berlins ratlose Drogenpolitik<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c26\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Vor ein paar Jahren war die Aufregung gross. Pl\u00f6tzlich tauchten vor den Eing\u00e4ngen und auf Gehwegen im G\u00f6rlitzer Park rosa Markierungen auf. Was war geschehen? Ein eigens eingestellter Parkmanager hatte den herumstreunenden und sich wegen ihrer hohen Zahl gegenseitig auf die F\u00fcsse tretenden Dealern Stellfl\u00e4chen zugewiesen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075c27\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Von diesen Pl\u00e4tzen sollten sie in Ruhe ihren Gesch\u00e4ften nachgehen, ohne von Kindern auf dem Spielplatz, der Kita-Gruppe, die zum Kinderbauernhof will, oder Anwohnern gest\u00f6rt zu werden. \u00abL\u00f6sungen f\u00fcr Interessenkonflikte\u00bb sollten so gefunden werden, hiess es dazu.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Diese Aktion ist sicherlich in ihrer Absurdit\u00e4t kaum zu \u00fcberbieten und w\u00e4re wohl in keiner anderen deutschen Stadt ernsthaft in Erw\u00e4gung gezogen worden. Sie wirft ein Schlaglicht auf den komplett ohnm\u00e4chtigen Umgang der Berliner Kommunalpolitik mit dem <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/goerlitzer-park-wie-die-berliner-politik-am-drogen-hotspot-scheitert-ld.1752549\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gr\u00f6ssten Drogenumschlagplatz in der Hauptstadt.<\/a><\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Ge\u00e4ndert hat sich bis heute nat\u00fcrlich wenig. Im Stadtteil Kreuzberg ist der inzwischen komplett versiffte \u00abG\u00f6rli\u00bb immer noch fest in der Hand der Drogenmafia und von zugedr\u00f6hnten Junkies. Wer in den immerhin etwa 20 Fussballfelder grossen Park will, muss zwangsl\u00e4ufig an einem Spalier gr\u00f6sstenteils afrikanischer Dealer vorbei. Im Park stehen sie in Gr\u00fcppchen, die Anorakkapuze tief ins Gesucht gezogen, und wispern: \u00abPsst, psst, hallo, gute Ware .\u00a0.\u00a0 . brauchst du was?\u00bb Andere haben sich im Schatten der Parkmauer h\u00e4uslich mit Sofa und Holzkohlegrill eingerichtet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/9d4e75fc-2825-4684-afad-a8201fbc01b7.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5000\" height=\"3750\" alt=\"Das Drehkreuz am Eingang in den G\u00f6rlitzer Park steht schon.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Das Drehkreuz am Eingang in den G\u00f6rlitzer Park steht schon.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Passanten versuchen, schnell radelnd oder rasch zu Fuss den aufdringlichen Dealern zu entkommen. Lange aufhalten mag sich in diesem typischen Kreuzberger Soziotop ohnehin kaum noch jemand.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d3\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der \u00abG\u00f6rli\u00bb ist ein Experimentierfeld f\u00fcr die Lokalpolitik geworden, die je nach Farbgebung zwischen gr\u00fcnem Verst\u00e4ndnis (O-Ton: \u00abKeine Gruppe im Park soll ausgeschlossen werden\u00bb) und maximaler H\u00e4rte gegen die Dealer changiert.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d4\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Menschen, die in der N\u00e4he des Parks wohnen, sind nur noch eines: maximal genervt \u2013 von den Junkies, die ihre Notdurft in den Hausfluren verrichten, aber mindestens genauso von der Berliner Politik.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d5\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">In die Rubrik Berliner Hilflosigkeiten geh\u00f6rt auch der Vorstoss des Regierenden B\u00fcrgermeisters Kai Wegner von den Christlichdemokraten, der einen Zaun um den \u00fcblen Park errichten will. Ein grosses Drehkreuz an einem der Parkeing\u00e4nge wurde gerade aufgestellt. Daneben t\u00fcrmen sich Zaunteile, die in den n\u00e4chsten Wochen aufgebaut werden sollen. Abends \u2013 so die Vorstellung \u2013 werden dann \u00e4hnlich wie in New Yorker oder Pariser Parks die Tore verschlossen. Dealer und Junkies sind ausgesperrt. Dann herrscht endlich Ruhe, so die Illusion.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ce881f0b-015c-4c10-adf1-112a5ac4b8b0.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5000\" height=\"3750\" alt=\"Der G\u00f6rlitzer Park ist so gross wie 20 Fussballfelder.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Der G\u00f6rlitzer Park ist so gross wie 20 Fussballfelder.<\/p>\n<p>Ein K\u00f6nigreich f\u00fcr eine Kreuzkr\u00f6te<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d8\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Wenn es eine Sache gibt, die alle Berliner eint, dann ist es die leidige Wohnungssuche. Das Thema hat das Wetter in Sachen Small Talk l\u00e4ngst verdr\u00e4ngt. Gemessen daran, dass das Problem sehr viele betrifft, stehen sich die Berliner jedoch erstaunlich oft selbst im Weg, wenn es darum geht, neuen Wohnraum zu schaffen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d9\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Seit sechzehn Jahren versucht etwa der Investor Kurt Krieger auf dem Gel\u00e4nde eines ehemaligen Rangierbahnhofs ein neues Quartier (in Berlin w\u00fcrde man sagen: einen Kiez) aus dem Boden zu stampfen: 2000 Wohnungen, B\u00fcros, ein Park. Genau die Art von Projekt, die Berlin dringend braucht. W\u00e4re da nicht ein kleines, schleimiges Problem: die Kreuzkr\u00f6te.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d10\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Epidalea calamita, eigentlich ein Bewohner sandiger Flussauen, hat das Potenzial des Grundst\u00fccks ebenfalls erkannt. In den dortigen T\u00fcmpeln l\u00e4sst es sich aus Kreuzkr\u00f6tensicht wunderbar laichen. F\u00fcr Natursch\u00fctzer ist die Kr\u00f6te allerdings nicht irgendeine, sondern so etwas wie die Blaue Mauritius unter den Amphibien. Die 600 \u00abIndividuen\u00bb, wie sie die Natursch\u00fctzer nennen, sind die Letzten ihrer Art, zumindest in Berlin. Gegen das Bauprojekt wurde also prompt geklagt.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d11\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Krieger zeigte sich grossz\u00fcgig. Er wollte die Kr\u00f6ten umsiedeln und plante daf\u00fcr sogar ein neues Biotop auf einem Nachbargrundst\u00fcck, inklusive Reisighaufen und Erdw\u00e4llen. Kostenpunkt etwa 30 Millionen Euro. Was tut man nicht alles f\u00fcr die Kreuzkr\u00f6ten. F\u00fcr einen kurzen Moment sah es so aus, als k\u00f6nnten die Bagger endlich anrollen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d12\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Aber falsch gedacht. Was Krieger laut den Natursch\u00fctzern nicht bedacht hatte: Das neue Kreuzkr\u00f6ten-Domizil k\u00f6nnte seinerseits eine andere bedrohte Art gef\u00e4hrden. Die Zauneidechse. Die Umsiedlungspl\u00e4ne liegen derzeit also auf Eis \u2013 und mit ihnen das ganze Projekt. Die Berliner haben dadurch zwar weiter keine Wohnungen, aber den Amphibien geht es gut.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/fbf8670b-a1a7-4765-8387-4a30a244d162.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5000\" height=\"3750\" alt=\"In Berlin gibt es an vielen Ecken M\u00fcll und Dreck, wie hier in Neuk\u00f6lln.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>In Berlin gibt es an vielen Ecken M\u00fcll und Dreck, wie hier in Neuk\u00f6lln.<\/p>\n<p>Genervte Polizisten und \u00fcberforderte Ordnungsh\u00fcter<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d15\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Berlins Polizisten, Feuerwehrleute, Sanit\u00e4ter und Mitarbeiter der Ordnungs\u00e4mter haben keinen leichten Job. Nicht nur sind sie an Silvester rituellen \u00dcbergriffen ausgesetzt \u2013 auch bei politischen Demonstrationen, von denen es in der Hauptstadt mehr gibt als irgendwo sonst in Deutschland, werden sie manches Mal beschimpft oder k\u00f6rperlich attackiert.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d16\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Unbescholtene B\u00fcrger k\u00f6nnen allerdings auch den Eindruck gewinnen, dass die frustrierten Ordnungsh\u00fcter \u2013 quasi zur Kompensation \u2013 besonders engagiert gegen weichere Ziele vorgehen. Das zeigt sich zum Beispiel bei den zahlreichen Massen-Sportevents der L\u00e4ufer, Skater und Fahrradfahrer, die wegen der sch\u00f6nen Berliner Innenstadtkulisse regelm\u00e4ssig zentrale Verkehrsachsen blockieren.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d17\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Dass das die betroffenen Anwohner nicht immer nur erfreuen kann, liegt auf der Hand. Dass diese gelegentlich trotz den Wettk\u00e4mpfen versuchen, ihre Autos oder Wohnungen zu erreichen, wird von Polizisten \u00e4usserst pampig unterbunden \u2013 harsch weisen sie darauf hin, dass \u00abMenschen\u00bb hier gerade gar nichts auf der Strasse zu suchen h\u00e4tten. Und gern duzen sie dabei ganz unaufgefordert ihre Steuerb\u00fcrger.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d18\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Ein \u00e4hnlich drastisches Regime herrscht hingegen nicht etwa bei der Durchsetzung der Schulpflicht f\u00fcr Kinder jedweder Herkunft oder bei der Pr\u00fcfung von B\u00fcrgergeldantr\u00e4gen, wohl aber bei der bezirklichen Parkraumbewirtschaftung. Wer f\u00fcr seinen neuen Wagen vor Wochen eine Anwohnerparkerlaubnis beantragt, sie aber noch immer nicht erhalten hat, wird von Mitarbeitern des Ordnungsamtes im 18-Stunden-Takt mit 20-Euro-Strafzetteln traktiert, die den \u00abTatort\u00bb und den \u00abTatvorwurf\u00bb (Falschparkieren) festhalten.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d19\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Rechtlich ist das nat\u00fcrlich korrekt. Aber wenn die Kollegen Ordnungsh\u00fcter, die selbstverst\u00e4ndlich nur ihre Pflicht tun, schon so oft vor Ort sind \u2013 warum scheint es dann so komplett ausgeschlossen zu sein, dass sie, zumindest auf dem Verwaltungswege, gegen den wild abgelegten Sperrm\u00fcllhaufen an der Strassenecke vorgehen, der dort sogar noch l\u00e4nger vor sich hin rottet, als man auf den Parkausweis wartet?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/30763f2d-406f-4b6a-a2d6-845b03149fd5.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5000\" height=\"3750\" alt=\"Die Stadt Berlin besch\u00e4ftigt mehr als 18 500 Polizisten.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Die Stadt Berlin besch\u00e4ftigt mehr als 18\u00a0500 Polizisten.<\/p>\n<p>Schimpftiraden, Hupkonzerte, Stinkefinger<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d22\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Staus geh\u00f6ren zum Leben in der Grossstadt dazu, so wie Liebeskummer oder Pr\u00fcfungsangst. Das macht die Sache nat\u00fcrlich nicht besser, aber erweitert den Blick. Dann zum Beispiel, wenn sich Autokolonnen an Umleitungen, gesperrten Fahrstreifen und Baustellen entlangqu\u00e4len.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d23\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Oder wenn Autos in den Strassen der Innenstadt nur im Schritttempo vorw\u00e4rtszuckeln, w\u00e4hrend sich Fahrradfahrer an den Stossstangen vorbeischl\u00e4ngeln oder ein von hinten heranpreschendes E-Bike mit zwei zappelnden Kleinkindern auf dem R\u00fccksitz den Autospiegel mitnimmt. Aufdringliches Hupen nimmt sich dabei fast wie Begleitmusik aus.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d24\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der t\u00e4gliche Wahnsinn im Umgang mit Auto, Zweirad und Fussg\u00e4nger l\u00e4sst sich nur mit Geduld und Humor ertragen. So kommt es auch, dass Erz\u00e4hlungen \u00fcber Berliner Stauerlebnisse und besonders kreative Ausweichrouten inzwischen als Bereicherung jeder Party gelten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/58387a69-e1ef-4157-b44f-e23032916d0d.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5000\" height=\"3750\" alt=\"T\u00e4glicher Anblick: Es geht nur im Schritttempo voran.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>T\u00e4glicher Anblick: Es geht nur im Schritttempo voran.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d25\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Berlin kann sich dabei gleich zwei Rekorde ans Revers heften. Die Metropole gilt als Deutschlands Stauhauptstadt. Im vergangenen Jahr verbrachte der gemeine Autofahrer durchschnittlich 58 Stunden im z\u00e4h fliessenden Verkehr oder Stau. Dabei sind D\u00fcsseldorf und Hamburg den Hauptst\u00e4dtern dicht auf den Fersen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d26\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Noch mit einem weiteren Rekord darf sich Berlin schm\u00fccken. Seit kurzem f\u00fchrt Deutschlands teuerster Autobahnabschnitt durch die Hauptstadt. Nach immerhin zw\u00f6lf Jahren Bauzeit wurde im September das 3,2 Kilometer lange Teilst\u00fcck der A\u00a0100 im Stadtteil Treptow er\u00f6ffnet. Etwa 720 Millionen Euro kostete die neue Fahrstrecke.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d27\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">F\u00fcr manche Berliner stellte die Er\u00f6ffnung wohl solch ein Ereignis dar, dass sie sich schon fr\u00fchmorgens in eine Schlange der wartenden Autos einreihten, um dann als Erste \u00fcber die neue Autobahn zu brausen, v\u00f6llig befreit, ohne Stau.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d28\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Allerdings hatten die Berliner Verkehrsplaner offenbar nicht damit gerechnet, dass die Autos auch wieder von der neuen, schicken Autobahn abfahren m\u00fcssen. Die dreispurige Autobahn m\u00fcndet n\u00e4mlich in eine einspurige Stadtstrasse, die sich dann \u00fcber eine teilweise gesperrte Br\u00fccke schl\u00e4ngelt. Genau, es herrschen Chaos und Dauerstau.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d29\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Doch bei all den \u00c4rgernissen l\u00e4sst sich zwischenmenschlich dem Stau etwas abgewinnen: Denn im Warten auf den Vorw\u00e4rtsgang sind alle Menschen gleich, egal ob in der schicken Dienstkarosse oder im Uralt-Kleinwagen. Nur manch einer sitzt in seinem Gef\u00e4hrt bequemer als andere.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/7b3ad1aa-5167-4372-8696-d9645a129656.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5000\" height=\"3750\" alt=\"Der neu er\u00f6ffnete Abschnitt der A 100 in Berlin-Treptow.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Der neu er\u00f6ffnete Abschnitt der A\u00a0100 in Berlin-Treptow.<\/p>\n<p>Berlin-Tegel: Deutschlands teuerstes Fl\u00fcchtlingsheim<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d32\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Fr\u00fcher gingen die Flugzeuge vom Stadtflughafen Tegel zu den Sehnsuchtsorten der Berliner: Mallorca, Rom oder New York. Jetzt bieten die verbliebenen Flughafengeb\u00e4ude und das Rollfeld ein Bild der Trostlosigkeit. Als im Winter 2022 die Kriegsfl\u00fcchtlinge aus der Ukraine in Massen nach Berlin kamen, fehlte es an Unterbringungsm\u00f6glichkeiten. Schnell wurde hier am Rand des Rollfelds <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/ukrainer-in-berlin-tegel-deutschlands-groesstes-fluechtlingslager-ld.1836072\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">eine Massenunterkunft aus Zelten und Baracken<\/a> hochgezogen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d33\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Eigentlich sollten die Fl\u00fcchtlinge nur Tage oder wenige Wochen bleiben. Inzwischen ist aus dem Provisorium eine Dauerunterkunft geworden, noch dazu eine \u00fcberf\u00fcllte und chaotische. Zehn bis zw\u00f6lf Menschen hausen in Wohnwaben, die durch nach oben offene W\u00e4nde voneinander getrennt sind. Es ist eng, laut und stickig. Es gibt zu wenig Toiletten, Duschen sind oft kaputt und unsauber. Das Essen wird von den Menschen als schlecht und eint\u00f6nig beschrieben.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d34\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Allerdings gibt Berlin f\u00fcr die Unterbringung der bis zu 5000 Gefl\u00fcchteten mehr als eine Million Euro am Tag aus \u2013 etwa 420 Millionen Euro pro Jahr. Das macht je nach Belegung einen Tagessatz von 180 bis 250 Euro pro Gefl\u00fcchteten. So viel Geld gibt keine weitere Stadt f\u00fcr Gefl\u00fcchtete aus.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d35\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Diese unsagbar hohen Kosten werden nicht etwa hinterfragt oder gar nach unten korrigiert. Nein, Berlin hat daf\u00fcr eine eigene Begr\u00fcndung. Sie ergibt sich aus einer Kaskade von Subunternehmern, die in Tegel t\u00e4tig sind und Geld verdienen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075d36\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">F\u00fcr die Unterbringung von Gefl\u00fcchteten ist das Berliner Landesamt f\u00fcr Fl\u00fcchtlingsangelegenheiten zust\u00e4ndig. Das betreibt die Zeltstadt nicht selbst, sondern hat den Auftrag an das Deutsche Rote Kreuz (DRK) vergeben. Im Auftrag des DRK sind wieder weitere Hilfsorganisationen im Einsatz, wie etwa der Malteser Hilfsdienst.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075e0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Interessant ist auch die Vergabe des Auftrags der Sicherheitsleistungen, die nicht etwa direkt erfolgte. F\u00fcr die Sicherheit ist eine von der Messe Berlin, einem landeseigenen Betrieb, beauftragte Firma zust\u00e4ndig. Allein der Sicherheitsdienst kostet knapp 250\u00a0000 Euro pro Tag. Es gibt noch weitere Firmen und Organisationen, die in Tegel arbeiten. Ausserdem muss Berlin f\u00fcr die inzwischen mehr als 40 Zelte Miete zahlen, sie geh\u00f6ren der Stadt nicht einmal.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075e1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">All diese Kosten, die den Firmen teilweise sch\u00f6ne Rendite bringen, machen die Fl\u00fcchtlingsunterkunft zur teuersten in Deutschland. Daran wird sich in naher Zukunft auch nichts \u00e4ndern. Von Geldverschwendung will Berlin aber nichts wissen. Auch wenn f\u00fcr 250 Euro pro Tag die Menschen in einem luxuri\u00f6sen Hotelzimmer untergebracht werden k\u00f6nnten \u2013 inklusive Vollverpflegung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/1bf1fc45-0e09-4431-8523-5d6294469197.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5000\" height=\"3750\" alt=\"Es gibt viele \u00f6ffentliche Toiletten in Berlin, nur nicht alle sind benutzbar.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Es gibt viele \u00f6ffentliche Toiletten in Berlin, nur nicht alle sind benutzbar.<\/p>\n<p>Caf\u00e9 Achteck: Einer der berlinerischsten Orte<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075e4\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Augen auf die Reise-App gerichtet, stolpert eine Gruppe Touristen aus dem U-Bahnhof Schlesisches Tor im Stadtteil Kreuzberg. Wo ist nur das ber\u00fchmte Caf\u00e9 Achteck, das doch als einer der berlinerischsten Orte beschrieben wird? Der ratlose Rundumblick weicht einem freudigen Ausruf. Gegen\u00fcber der U-Bahnstation steht ein gr\u00fcner Metallpavillon, der zwar vier- und nicht achteckig ist. Aber er ist genauso reich verziert und verschn\u00f6rkelt wie beschrieben.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075e5\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Rede ist von architektonischen Kleinoden, die vor hundert Jahren zumeist den Herren als Erleichterung dienten. Die Berliner nannten die Pissoirs charmant Caf\u00e9 Achteck, auch weil einige inzwischen zur Imbissbude umfunktioniert wurden.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j9fj075e6\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der Imbiss am Schlesischen Tor hat Kultstatus. In der Warteschlange f\u00fcr den Burger herrscht ein Sprachgewirr aus Deutsch, Englisch und Niederl\u00e4ndisch. Gebannt schauen die Wartenden auf die rote Anzeigentafel, die die Fertigstellung des Fleischklopses verk\u00fcnden soll. Obendr\u00fcber quietscht die U-Bahn, ringsherum fahren Autos. Tauben flattern. Gem\u00fctlichkeit sieht anders aus. Doch das ist nicht so wichtig. Hauptsache, berlinerisch.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/e73899d2-1cff-4776-b30d-0dae4e1d8eeb.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5000\" height=\"3750\" alt=\"Der G\u00f6rlitzer Park wird auch liebevoll \u00abG\u00f6rli\u00bb genannt.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Der G\u00f6rlitzer Park wird auch liebevoll \u00abG\u00f6rli\u00bb genannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Verwahrlosung, Verkehrschaos, Geldverschwendung. Die deutsche Hauptstadt hat ihren Ruf als dreckige und dysfunktionale Metropole zementiert. Warum nur ist&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":562746,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30],"class_list":{"0":"post-562745","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115519580234505954","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/562745","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=562745"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/562745\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/562746"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=562745"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=562745"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=562745"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}