{"id":563017,"date":"2025-11-09T14:17:12","date_gmt":"2025-11-09T14:17:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/563017\/"},"modified":"2025-11-09T14:17:12","modified_gmt":"2025-11-09T14:17:12","slug":"klassik-konzert-in-stuttgart-trio-adorno-feuer-funken-und-kontraste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/563017\/","title":{"rendered":"Klassik-Konzert in Stuttgart: Trio Adorno: Feuer, Funken und Kontraste"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t      \t\t            \t\t             \t\t\t\t   \t\t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Klassik-Konzert in Stuttgart: Trio Adorno: Feuer, Funken und Kontraste\" title=\"Klassik-Konzert in Stuttgart: Trio Adorno: Feuer, Funken und Kontraste\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.ed79e8fa-64fc-4fc4-94b5-45eda825fa34.16x9_700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tDas Trio Adorno\u00a0Foto: Veranstalter\/Paula Garcia\t\t\t<\/p>\n<p>Beim Konzert im Mozartsaal der Liederhalle bringt das Trio Adorno die gro\u00dfen Emotionen der Klassik auf die B\u00fchne.<\/p>\n<p>Sind das nicht zwei zu wenig? Das Publikum im Stuttgarter Mozartsaal erwartet drei Musiker, aber die B\u00fchne betritt am Freitagabend nur einer. Ohne Instrument, aber mit einem Mikrofon in der Hand. Keine Angst, sagt Lion Hinrichs, die beiden anderen kommen gleich nach. Er sei vorab nur f\u00fcr die Einf\u00fchrung zust\u00e4ndig, \u201eweil Pianisten die meisten T\u00f6ne haben\u201c. Logisch wird dieser Satz, als der wuschelk\u00f6pfige Schlaks seine Erl\u00e4uterungen zu den Musikst\u00fccken des Abends mit Musikbeispielen flankiert \u2013 eine ebenso bereichernde wie sympathische Inklusivleistung zum <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Konzert\" title=\"Konzert\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Konzert<\/a>. Und danach tritt tats\u00e4chlich das komplette Trio Adorno auf, ein Ensemble, das schon deshalb besonders ist, weil es auch nach gut zwei Jahrzehnten immer noch in der Gr\u00fcndungsformation musiziert. <\/p>\n<p>Bei Schostakowitsch und Mendelssohn stimmt die Chemie <\/p>\n<p>Offenbar stimmt die Chemie, und das kann man auch h\u00f6ren, besonders bei Schostakowitschs und Mendelssohns jeweils zweitem Klaviertrio. Schon die ersten T\u00f6ne des e-Moll-Werks, das Schostakowitsch 1944 nach dem Tod eines engen Freundes komponierte, erklingen in h\u00f6chster Intensit\u00e4t: Der Cellist Samuel Selle spielt Flageoletts mit D\u00e4mpfer, seine h\u00f6chste Lage ist sp\u00fcrbar eine verzweifelte, und erst nachdem aus dem Thema eine Fuge geworden ist, erst als der Geiger Christoph Callies anschlie\u00dfend bei voranschreitenden Achteln die Streicher-Fraktion verst\u00e4rkt, entsteht ein tr\u00f6stliches Miteinander. Das Trio Adorno h\u00e4lt die Spannung \u00fcber das grotesk tanzende Scherzo und den intensiven Gesang des langsamen Satzes hinweg bis hin zu einem Finale, in dem sich Individuelles und Kollektives wirkungsvoll aneinander abarbeiten. <\/p>\n<p>Dem Trio Adorno geht es um Energie <\/p>\n<p>Mendelssohns op. 66 hat seinen H\u00f6hepunkt im Schlusssatz: Hier, in der Reibung zwischen dem leidenschaftlichen Thema und dem Choral, schl\u00e4gt der Dialog der drei Musiker Funken, erreicht das Trio h\u00f6chstes Niveau. Denn im Zentrum des Interesses liegt bei diesem Ensemble weder die Politur auf der Nano-Ebene des Klangs noch die Ann\u00e4herung der so unterschiedlichen Tonproduktion von Streichern und Klavier. Der Pianist spielt virtuos und sicher, kultiviert aber keine Feinstdifferenzierung des Anschlags. Das muss er auch nicht, denn dem Trio Adorno geht es zuallererst um Energie, um Intensit\u00e4t, und diese holt es sich im Idealfall bei Werken, denen die Gef\u00fchlsextreme dezidiert einkomponiert sind.<\/p>\n<p>Poetsiches Konzertfinale <\/p>\n<p>Haydns Musik indes braucht mehr. Sie ist nackt, man muss sie einkleiden. Au\u00dferdem fordert die Kunst der \u00dcberraschungen, von der sie lebt, von ihren Interpreten eine enorme Pr\u00e4zision in Details vor allem der Koordination und der instrumentalen Farben. Und so bleibt das so wunderbar janusk\u00f6pfig zu Bachs Barock zur\u00fcck- und in die musikalische Romantik vorausblickende E-Dur-Trio (Nr. 28) hier unter seinen Wirkungsm\u00f6glichkeiten. Der Rest des Abends macht das aber wett, und nachdem sich das Publikum am Ende noch das Finale von Dvo\u0159\u00e1ks \u201eDumky\u201c-Trio erklatscht hat, findet das Konzert nach dessen wirkungsvoll servierten rhythmischen und atmosph\u00e4rischen Kontrasten zu einem vers\u00f6hnlichen, poetischen Schluss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Trio Adorno\u00a0Foto: Veranstalter\/Paula Garcia Beim Konzert im Mozartsaal der Liederhalle bringt das Trio Adorno die gro\u00dfen Emotionen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":563018,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,30,135908,133239,1310,80,25044,14210,4179,1441,135907],"class_list":{"0":"post-563017","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-kammermusikrei","13":"tag-klassikkonzert","14":"tag-konzert","15":"tag-kultur","16":"tag-liederhalle","17":"tag-mozartsaal","18":"tag-sks-russ","19":"tag-stuttgart","20":"tag-trio-adorno"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115520173069925765","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/563017","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=563017"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/563017\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/563018"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=563017"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=563017"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=563017"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}