{"id":563175,"date":"2025-11-09T15:47:11","date_gmt":"2025-11-09T15:47:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/563175\/"},"modified":"2025-11-09T15:47:11","modified_gmt":"2025-11-09T15:47:11","slug":"muenchen-neue-baumschutzverordnung-staerkt-schutz-fuer-baeume-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/563175\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Neue Baumschutzverordnung st\u00e4rkt Schutz f\u00fcr B\u00e4ume &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Etwa drei Millionen <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/B%C3%A4ume\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">B\u00e4ume<\/a> soll es in M\u00fcnchen geben, das sch\u00e4tzt die Stadtverwaltung. Sicher ist: Ihre Zahl nimmt seit Jahren ab, langsam, aber kontinuierlich. Dabei sind die Gew\u00e4chse von unsch\u00e4tzbarem \u00f6kologischem Wert. Sie beschatten und k\u00fchlen, befeuchten die Luft, binden Staub, sind Lebensraum heimischer Tierarten, und obendrein versch\u00f6nern sie das Stadtbild. Diesen gr\u00fcnen Schatz will das Rathaus bewahren, mit einer neuen, strengeren Baumschutzverordnung. Sie umfasst deutlich mehr Geh\u00f6lze als bisher, solche mit geringerem Stammumfang als bisher und alle Obstb\u00e4ume. \u00dcber Jahre wurden die neuen Regeln vom Planungsreferat erarbeitet. Der Planungsausschuss hat ihnen bereits zugestimmt, Ende November d\u00fcrfte das Plenum des Stadtrats sie endg\u00fcltig beschlie\u00dfen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die derzeit noch g\u00fcltige Fassung der Schutzverordnung stammt von 2013 und gilt erst von einem Stammumfang von mindestens 80 Zentimetern an, gemessen in einem Meter H\u00f6he. Fortan sind B\u00e4ume schon mit 60 Zentimetern gesch\u00fctzt vor ungenehmigter F\u00e4llung. Dies gilt dann auch f\u00fcr alle Obstb\u00e4ume, bislang waren nur wenige Wildarten wie Walnuss oder Holzbirne umfasst. Auch mehrst\u00e4mmige Gew\u00e4chse und Kletterpflanzen an Fassaden sind fortan gesch\u00fctzt, bei entsprechender Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das hei\u00dft aber keineswegs, dass keiner dieser B\u00e4ume mehr gef\u00e4llt werden darf. Zum einen gilt die Regelung nur in den bebauten Gebieten, das ist gut die H\u00e4lfte M\u00fcnchens. Da in den vergangenen Jahren neue Quartiere hinzukamen, vergr\u00f6\u00dferte sich das Schutzgebiet laut Planungsreferat um etwa zwei Prozent der Stadtfl\u00e4che. Nicht enthalten sind unbebaute Bereiche wie beispielsweise W\u00e4lder, Parks, Friedh\u00f6fe, Kleingartenanlagen und Fl\u00e4chen entlang von Isar und W\u00fcrm. Schon immer ausgenommen sind auch Hecken. Auch B\u00e4ume, die umzust\u00fcrzen drohen, d\u00fcrfen gef\u00e4llt werden. Dies regelt die neue Verordnung erstmals explizit, ebenfalls F\u00e4llungen, wenn Versorgungsleitungen im Boden nicht anders gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">So elementar der Erhalt von B\u00e4umen ist im dicht bebauten M\u00fcnchen, so gewichtig ist ein anderes Gut in Deutschlands teuerster Stadt: Wohnungen. Das Rathaus will, dass jedes Jahr Tausende neu entstehen. So ist der m\u00e4chtigste Antagonist des Baumschutzes der Neubau, denn nach wie vor gilt: Baurecht schl\u00e4gt Baumschutz. Wer bauen will, darf in der Regel B\u00e4ume f\u00e4llen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Allerdings ist daf\u00fcr ein Ausgleich zu schaffen, und hier setzt die neue Verordnung an. Sie versch\u00e4rft die Regeln. Nach einem Punktekatalog bewertet die Stadt, wie wertvoll ein gef\u00e4llter Baum war. Danach richtet sich, welcher Ersatz zu pflanzen ist. Hier will die Stadt k\u00fcnftig genauer hinschauen: Ein junger Baum braucht Pflege, um die ersten Jahre zu \u00fcberstehen. Also ist die Pflicht zur Ersatzpflanzung erst dann erf\u00fcllt, wenn der Baum nach f\u00fcnf Jahren angewachsen ist.<\/p>\n<p>Ausgleichszahlung f\u00fcr Ersatzb\u00e4ume steigen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Falls auf einem Grundst\u00fcck keine Ersatzb\u00e4ume Platz haben, sind Ausgleichszahlungen an die Stadt zu leisten. Diese werden deutlich erh\u00f6ht. Bisher waren pauschal 750 Euro f\u00e4llig, was laut Planungsreferat allein dem Kaufpreis eines Baumes entspreche, nicht aber die Pflanzkosten decke. Diese seien hoch, da es Platz f\u00fcr neue B\u00e4ume fast nur noch entlang von Stra\u00dfen gebe. In Parks und Gr\u00fcnfl\u00e4chen, wo vergleichsweise einfach zu pflanzen w\u00e4re, sei alles belegt. Im Stra\u00dfenraum einen Baum zu setzen, koste im Durchschnitt etwa 25 000 Euro. Es muss eine Baumgrube ausgehoben und mit speziellem Substrat gef\u00fcllt werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Aus Gr\u00fcnden der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit will die Stadt diese Kosten nur zum kleinen Teil den Bauherren auferlegen: K\u00fcnftig sollen rund 5000 bis 10 000 Euro f\u00e4llig sein, je nach \u00f6kologischem Wert des gef\u00e4llten Baumes. Die Stadt erkl\u00e4rt, dass diese Zahlungen fast ausschlie\u00dflich im Rahmen von Bauprojekten f\u00e4llig seien, j\u00e4hrlich f\u00fcr etwa 500 bis 600 B\u00e4ume. Wenn jemand einen einzelnen Baum in seinem Garten entfernen will, verlange man meist nur ein F\u00fcnftel, da dem kein wirtschaftlicher Gewinn beim Grundeigent\u00fcmer gegen\u00fcberstehe.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der neuen Verordnung gingen drei Stadtratsbeschl\u00fcsse und jahrelange Diskussionen voraus. Seit etwa zehn Jahren, so das Planungsreferat, n\u00e4hmen die Forderungen aus der B\u00fcrgerschaft nach st\u00e4rkerem Baumschutz zu; ebenso die Proteste gegen F\u00e4llung. Die Verwaltung dokumentiert in ihrer Stadtratsvorlage 26 Antr\u00e4ge, von Rathausfraktionen, aus Bezirksaussch\u00fcssen, von B\u00fcrgerversammlungen. Den einen gehen die neuen Regeln nicht weit genug, die anderen lehnen eine Baumschutzverordnung generell ab, zum Beispiel die Haus- und Grundbesitzerverb\u00e4nde. Stadtbaur\u00e4tin Elisabeth Merk kritisiert dies: Nach fast 50 Jahren mit Baumschutzverordnungen in M\u00fcnchen \u00fcberraschten solch grunds\u00e4tzliche Ablehnungen: \u201eSie zeigen auch das politische Polarisierungspotenzial, das der Baumschutzverordnung innewohnt.\u201c<\/p>\n<p>Den Gr\u00fcnen reicht die Versch\u00e4rfung nicht<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Gr\u00fcnen begr\u00fc\u00dfen die versch\u00e4rfte Regel. Als einen \u201eentschlossenen Schritt voran\u201c lobt Fraktionschefin Mona Fuchs die neue Verordnung. \u201eM\u00fcnchen hat damit eine der sch\u00e4rfsten Baumschutzverordnungen der bundesdeutschen Kommunen.\u201c Dennoch, dies reiche nicht, weil das Baurecht immer noch st\u00e4rker sei als Baumschutz. Sie fordert eine Reform des Baurechts, Ziel m\u00fcsse sein, \u201edass B\u00e4ume dem Beton nicht mehr so leicht weichen m\u00fcssen\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Debatte um den Baumschutz in M\u00fcnchen, einer der am dichtesten bebauten St\u00e4dte Deutschlands, d\u00fcrfte weitergehen. Der Stadtrat hat erst k\u00fcrzlich die 3-30-300-Maxime ausgegeben, um M\u00fcnchen an die Klimakrise anzupassen: Jeder Bewohner soll beim Blick aus dem Fenster seiner Wohnung auf mindestens drei B\u00e4ume blicken, der \u00f6ffentliche Raum soll zu mindestens 30 Prozent von B\u00e4umen beschattet sein, und niemand soll es weiter als 300 Meter haben zur n\u00e4chsten Gr\u00fcn- oder Freifl\u00e4che.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das vor dem Hintergrund, dass die Baumbilanz in M\u00fcnchen seit Jahren negativ ist, im doppelten Sinne. Der Bund Naturschutz wertet die Zahlen der Stadt aus. W\u00e4hrend auf \u00f6ffentlichen Fl\u00e4chen die Zahl der B\u00e4ume langsam w\u00e4chst, nimmt sie auf privaten Grundst\u00fccken ab. Demnach habe sich die Zahl der B\u00e4ume von 2011 bis 2022 unterm Strich um mehr als 22 000 reduziert. Die negative \u00f6kologische Wirkung wird noch verst\u00e4rkt, weil unter den seit 2010 mehr als 100 000 gef\u00e4llten B\u00e4umen viele alte mit starker, positiver Klimawirkung sind. Selbst wenn f\u00fcr einen Altbaum sofort ein neuer gepflanzt wird, dauert es Jahrzehnte, bis er dem Klima sp\u00fcrbar nutzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Etwa drei Millionen B\u00e4ume soll es in M\u00fcnchen geben, das sch\u00e4tzt die Stadtverwaltung. 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