{"id":564421,"date":"2025-11-10T03:40:21","date_gmt":"2025-11-10T03:40:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/564421\/"},"modified":"2025-11-10T03:40:21","modified_gmt":"2025-11-10T03:40:21","slug":"eu-lateinamerika-karibik-gipfel-in-kolumbien-geopolitische-spannungen-im-fokus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/564421\/","title":{"rendered":"EU-Lateinamerika-Karibik-Gipfel in Kolumbien: Geopolitische Spannungen im Fokus"},"content":{"rendered":"<p>              10.11.2025 02:18<\/p>\n<p>              (Akt. 10.11.2025 02:20)<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/1489525774_BLD_Online-4-3-400533033-533x400.jpg\"   alt=\"Wenige Staats- und Regierungschefs beim Gipfeltreffen\" title=\"Wenige Staats- und Regierungschefs beim Gipfeltreffen\"\/><\/p>\n<p>                    Wenige Staats- und Regierungschefs beim Gipfeltreffen<br \/>\n                     \u00a9APA\/AFP<\/p>\n<p>\n        \u00dcberschattet von geopolitischen Spannungen sind Staats- und Regierungschefs aus der EU und der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten (CELAC) am Sonntag in der kolumbianischen K\u00fcstenstadt Santa Marta zu ihrem vierten Gipfeltreffen zusammengekommen. Ziel ist es, die Kooperation in den Bereichen Energie, Klimawandel und internationaler Sicherheit zu verbessern. Kanzler Christian Stocker (\u00d6VP) wird durch Au\u00dfenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) vertreten.\n      <\/p>\n<p>In puncto Sicherheit sei es wichtig, dass &#8222;wir uns neue, verl\u00e4ssliche Partner nicht nur suchen, sondern ihnen auch mehr Aufmerksamkeit widmen&#8220;, betonte die Au\u00dfenministerin. In der Partnerschaft mit Lateinamerika biete sich das an, da die Staaten dieselben Werte teilten wie die Mitglieder der EU: &#8222;Multilateralismus, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit &#8211; also eine regelbasierte Weltordnung, in der es nicht darum geht, sich mit St\u00e4rke und Gr\u00f6\u00dfe durchzusetzen.&#8220; Meinl-Reisinger postulierte, dass es vor allem f\u00fcr kleine Staaten wie \u00d6sterreich wichtig sei, dass Regeln eingehalten und respektiert w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Partnerregion sagte sie: &#8222;Es ist sp\u00fcrbar, dass hier vor allem kleinere, karibische Staaten massiv unter Druck geraten. Umso wichtiger ist es, dass wir zusammenhalten.&#8220; Die Au\u00dfenministerin sprach diesbez\u00fcglich mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kolumbien, Brasilien, Grenada, Barbados, Costa Rica, Mexiko, Chile und Jamaika.<\/p>\n<p>Beim Thema Migration wird Meinl-Reisinger ein Abkommen \u00fcber Mobilit\u00e4t unterzeichnen. In diesem Zusammenhang wird sie in der kolumbianischen Hauptstadt Bogot\u00e1 auch eine Sprachschule besuchen, in der Kolumbianerinnen und Kolumbianer Deutsch lernen, um anschlie\u00dfend in \u00d6sterreich in Pflegeberufen arbeiten zu k\u00f6nnen. Diese Initiative steht im Einklang mit einem Pflegepakt, der im Rahmen des Gipfels zwischen der EU und den CELAC-Staaten besprochen wurde.<\/p>\n<p>Gleichzeitig verwies Meinl-Reisinger auf die Instabilit\u00e4t in der Region. Das Abkommen beinhalte auch die Bereitschaft der L\u00e4nder, ihre Staatsb\u00fcrger zur\u00fcckzunehmen, wenn sie in der EU keinen Aufenthaltstitel erhalten.<\/p>\n<p>In Bogot\u00e1 wird die Ministerin in den kommenden Tagen au\u00dferdem Vertreterinnen und Vertreter \u00f6sterreichischer Unternehmen treffen, die in der Region aktiv sind. F\u00fcr sie sei es besonders wichtig, Rechtssicherheit, Klarheit und Zugang zum Recht zu gew\u00e4hrleisten. Sie betonte, dass dies nur durch internationale Abkommen m\u00f6glich sei &#8211; vor allem durch Handelsabkommen.<\/p>\n<p>Seit dem 1. J\u00e4nner 2024 ist ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Andenstaaten Kolumbien, Ecuador und Peru in Kraft. Das Abkommen mit den Staaten des Mercosur k\u00f6nnte noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. &#8222;Es ist kein Geheimnis, dass ich sehr stark daf\u00fcr werbe, dass auch \u00d6sterreich dieses Abkommen unterst\u00fctzt &#8211; gerade jetzt, wo wir sehen, wozu eine zunehmende Politik der nationalen Abschottung f\u00fchrt. Mit dem Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten entsteht die gr\u00f6\u00dfte Freihandelszone der Welt mit mehr als 700 Millionen Menschen. Gerade in einer ver\u00e4nderten Weltlage braucht Europa, braucht \u00d6sterreich neue M\u00f6glichkeiten. Wenn andere Mauern aufziehen, m\u00fcssen wir Br\u00fccken bauen&#8220;, erkl\u00e4rte die Au\u00dfenministerin.<\/p>\n<p>Kampf gegen organisierte Kriminalit\u00e4t im Fokus<\/p>\n<p>Meinl-Reisinger betonte, dass man stolz sei, in Wien den Sitz des UNODC &#8211; des B\u00fcros der Vereinten Nationen f\u00fcr Drogen- und Verbrechensbek\u00e4mpfung &#8211; zu haben. Der Kampf gegen kriminelle Organisationen und den illegalen Drogenhandel sei auch f\u00fcr \u00d6sterreich sehr wichtig, insbesondere mit Blick auf den Schutz von Kindern. Sie zeigte Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Sorgen der USA: &#8222;Aber dieser Schutz muss auf internationalem Recht basieren &#8211; durch internationale Zusammenarbeit und nat\u00fcrlich unter Wahrung von territorialer Integrit\u00e4t und Souver\u00e4nit\u00e4t.&#8220;<\/p>\n<p>Mit den kolumbianischen Beh\u00f6rden funktioniere die Kooperation sehr gut, wie zuletzt die Zerschlagung eines Menschenh\u00e4ndlerrings in Tirol gezeigt habe. Eine L\u00f6sung sieht Meinl-Reisinger vor allem in Investitionen in Alternativen &#8211; sowohl im Hinblick auf den Drogenanbau als auch auf die Abholzung des Regenwaldes.<\/p>\n<p>&#8222;Das Wichtigste, um Klimaschutz voranzutreiben, ist, \u00f6konomische Perspektiven zu schaffen&#8220;, erg\u00e4nzte die Ministerin. Kritikern der Handelsabkommen h\u00e4lt sie entgegen: &#8222;Gerade weil soziale und \u00f6kologische Standards wichtig sind, sind Handelsabkommen der richtige Weg. In einer Welt, in der immer mehr auf Abschottung gesetzt wird und in der mit Z\u00f6llen Druck ausge\u00fcbt wird, schafft Freihandel Wohlstandsperspektiven f\u00fcr breite Bev\u00f6lkerungsschichten.&#8220; Das f\u00fchre dazu, dass mehr Mittel, aber auch mehr Bewusstsein daf\u00fcr entst\u00fcnden, dass es letztlich um den Schutz der Umwelt gehe. Au\u00dferdem m\u00fcsse man die Alternative bedenken: &#8222;Wenn wir China den Wirtschaftsraum \u00fcberlassen, kann Europa erst recht keine Nachhaltigkeitsstandards setzen.&#8220;<\/p>\n<p>Unter anderem waren der brasilianische Pr\u00e4sident Luiz In\u00e1cio Lula da Silva, die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas und der spanische Ministerpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez zu dem Gipfel gekommen. Auch Deutschland schickte seinen Au\u00dfenminister Joachim Wadephul nach Santa Marta. Mit mehr als einer Milliarde Menschen repr\u00e4sentieren CELAC und die EU zusammen 14 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung und 21 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.<\/p>\n<p>(Von Maren H\u00e4u\u00dfermann\/APA)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"10.11.2025 02:18 (Akt. 10.11.2025 02:20) Wenige Staats- und Regierungschefs beim Gipfeltreffen \u00a9APA\/AFP \u00dcberschattet von geopolitischen Spannungen sind Staats-&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":564422,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,136047,508,548,663,158,3934,3935,2063,13,9984,47040,14,15,16,12],"class_list":{"0":"post-564421","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-celac","11":"tag-diplomatie","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europaeische-union","15":"tag-europe","16":"tag-european-union","17":"tag-gipfel","18":"tag-headlines","19":"tag-int-beziehungen","20":"tag-kolumbien","21":"tag-nachrichten","22":"tag-news","23":"tag-politik","24":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115523330686650714","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/564421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=564421"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/564421\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/564422"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=564421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=564421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=564421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}