{"id":564841,"date":"2025-11-10T07:49:06","date_gmt":"2025-11-10T07:49:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/564841\/"},"modified":"2025-11-10T07:49:06","modified_gmt":"2025-11-10T07:49:06","slug":"klimakonferenz-cop30-startet-ohne-usa-dafuer-mit-chinesischen-e-autos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/564841\/","title":{"rendered":"Klimakonferenz COP30 startet ohne USA, daf\u00fcr mit chinesischen E-Autos"},"content":{"rendered":"<p data-pm-slice=\"1 1 []\">\u201eWald-COP\u201c, \u201eUmsetzungs-COP\u201c, \u201eCOP der Wahrheit\u201c: Der UN-Klimagipfel COP30 hat am Montag in Bel\u00e9m, Brasilien, begonnen und hat shcon viele Namen im Vorfeld bekommen. Der Klimagipfel wird ma\u00dfgeblich durch die Abwesenheit der USA gepr\u00e4gt. Washington entsendet keine hochrangigen Vertreter in die Amazonas-Metropole, wie das Wei\u00dfe Haus am Freitag best\u00e4tigte. Pr\u00e4sident Donald Trump hat die USA aus dem Pariser Klimaabkommen zur\u00fcckgezogen und bezeichnet den Klimawandel als Schwindel.<\/p>\n<p data-pm-slice=\"1 1 []\">\u201ePr\u00e4sident Trump wird die wirtschaftliche und nationale Sicherheit unseres Landes nicht gef\u00e4hrden, um vage Klimaziele zu verfolgen, die andere L\u00e4nder ruinieren\u201c, erkl\u00e4rte White House-Sprecherin Taylor Rogers. Analysten erwarten, dass China den entstehenden Raum teilweise f\u00fcllt: Brasilien setzt bei der COP30 chinesische Elektrofahrzeuge f\u00fcr den Teilnehmertransport ein \u2013 ein Signal, dass \u201edie Welt voranschreitet, auch ohne US-amerikanische politische und technologische F\u00fchrung\u201c, wie ein Experte kommentiert.<\/p>\n<p>Indigene V\u00f6lker und Waldschutz im Zentrum<\/p>\n<p>Mit dem gr\u00f6\u00dften Regenwald der Welt vor der Haust\u00fcr positioniert sich Bel\u00e9m als idealer Ort, um die Rolle indigener V\u00f6lker beim Klimaschutz zu betonen. Die Regierung von Pr\u00e4sident Luiz In\u00e1cio Lula da Silva erwartet \u00fcber 3.000 indigene Delegierte \u2013 ein drastischer Anstieg gegen\u00fcber nur 170 Teilnehmern beim letztj\u00e4hrigen Gipfel in Aserbaidschan.<\/p>\n<p>\u201eDieses Mal kommen die Staatschefs nach Bel\u00e9m, ins Herz des Amazonas, n\u00e4her an unsere H\u00e4user, unsere Fl\u00fcsse, unsere Territorien\u201c, sagt Olivia Bisa, Anf\u00fchrerin der Chapra-Nation in Peru. Bereits vor dem offiziellen Start haben Dutzende L\u00e4nder Unterst\u00fctzung f\u00fcr Brasiliens Tropical Forests Forever Facility zugesagt. Der Fonds hat bis Freitag 5,5 Milliarden Dollar an Zusagen erhalten und strebt langfristig 125 Milliarden Dollar an. Das Modell kehrt die \u00f6konomische Logik der Entwaldung um: \u00dcber 70 waldreiche L\u00e4nder \u2013 von Kongo bis Kolumbien \u2013 erhalten Zahlungen, solange sie die Abholzung unter einer festgelegten Rate halten.<\/p>\n<p>\u201eWir haben versagt, unter 1,5 Grad zu bleiben\u201c<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">UN-Generalsekret\u00e4r Guterres, der diese Klima-Konferenz als \u201eCOP der Wahrheit\u201c bezeichnete, warnte in seiner Rede eindringlich vor dem Scheitern im Kampf gegen die Klimakrise. Er stellte fest: \u201eDie harte Wahrheit ist, dass wir versagt haben, unter 1,5 Grad zu bleiben\u201c und dass ein tempor\u00e4res \u00dcberschreiten dieser kritischen Grenze ab Anfang der 2030er Jahre unvermeidbar sei. Dies stelle einen moralischen Fehlschlag dar, mit dramatischen Konsequenzen f\u00fcr Milliarden Menschen. Dennoch betonte er, dass die Menschheit \u201enoch nie besser ausger\u00fcstet war, um zur\u00fcckzuschlagen\u201c, da erneuerbare Energien mittlerweile die g\u00fcnstigsten Energiequellen seien und 2024 Investitionen in saubere Energie die fossilen Brennstoffe um 800 Milliarden Dollar \u00fcbertroffen h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"whitespace-pre-wrap break-words\">Guterres forderte entschlossenes politisches Handeln und beklagte: \u201eWas noch fehlt, ist politischer Mut\u201c, da zu viele Regierungen den Interessen der fossilen Brennstoffindustrie verhaftet blieben. Er rief die COP30 dazu auf, ein Jahrzehnt der Beschleunigung einzuleiten, mit konkreten Ma\u00dfnahmen wie dem schnellen Ausbau erneuerbarer Energien, dem Ausstieg aus der Kohle und der Bereitstellung von 1,3 Billionen Dollar j\u00e4hrlich f\u00fcr Klimafinanzierung in Entwicklungsl\u00e4ndern bis 2035. Die Entscheidung liege klar auf der Hand: Entweder die Welt handle jetzt f\u00fchrend, oder sie werde in den Untergang gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Greenpeace fordert Steuer auf fossile Profite<\/p>\n<p>Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert zu Beginn der Verhandlungen einen internationalen 1,5-Grad-Aktionsplan mit drei zentralen S\u00e4ulen: Waldschutz, gr\u00fcne Energiewende und ausreichend Klimafinanzierung. \u201eBel\u00e9m kann zu einem Zeichen der Hoffnung werden, wenn gen\u00fcgend Staaten sich zusammenschlie\u00dfen und einen internationalen Aktionsplan vorlegen, der den Ausstieg aus den Fossilen vorantreibt und die Zerst\u00f6rung der W\u00e4lder stoppt\u201c, erkl\u00e4rt Jasmin Duregger, Klimaexpertin bei Greenpeace \u00d6sterreich vor Ort. Greenpeace pl\u00e4diert daf\u00fcr, fossile Konzerne angemessen zu besteuern und die Einnahmen f\u00fcr Klimaschutzma\u00dfnahmen zu nutzen. \u201eNoch immer verdienen sich \u00d6l- und Gaskonzerne eine goldene Nase, w\u00e4hrend sie die Erderhitzung befeuern. Wer zerst\u00f6rt, muss zahlen! Es ist h\u00f6chste Zeit f\u00fcr eine Steuer auf fossile Profite\u201c, so Duregger.<\/p>\n<p>Auch \u00d6sterreichs Klimaminister Norbert Totschnig nimmt an den zweiw\u00f6chigen Verhandlungen teil. Greenpeace fordert von ihm ein ehrgeiziges Auftreten \u2013 und Hausaufgaben daheim: \u00d6sterreichs Ausstieg aus \u00d6l und Gas komme nur schleppend voran, F\u00f6rderungen f\u00fcr den Heizungstausch w\u00fcrden gek\u00fcrzt, w\u00e4hrend weiter nach Gas gebohrt werde. Die Organisation verlangt, dass \u00d6sterreich den Ausstieg bis 2040 verbindlich im Klimagesetz verankert und seine Blockade bei der EU-Entwaldungsverordnung aufgibt.<\/p>\n<p>Erneuerbare Energien mittlerweile g\u00fcnstiger als Kohle, \u00d6l und Gas<\/p>\n<p>Zehn Jahre nach dem historischen Pariser Abkommen steht die Staatengemeinschaft vor einer Bestandsaufnahme: Die Jahresdurchschnittstemperatur des Planeten ist in der vergangenen Dekade um 0,46 Grad Celsius gestiegen \u2013 einer der gr\u00f6\u00dften Temperaturspr\u00fcnge in einem Zehnjahreszeitraum. Das Pariser Abkommen sollte die Erw\u00e4rmung auf 1,5 Grad Celsius \u00fcber dem historischen Durchschnitt begrenzen, doch viele Wissenschaftler halten dieses Ziel mittlerweile f\u00fcr unerreichbar. Fortschritte gibt es dennoch: Erneuerbare Energien sind inzwischen an den meisten Orten g\u00fcnstiger als Kohle, \u00d6l und Gas. Und wenn L\u00e4nder ihre bisherigen Zusagen umsetzen, k\u00f6nnte mehr als ein volles Grad Celsius Erw\u00e4rmung verhindert werden.<\/p>\n<p>Anders als beim Pariser Abkommen erwarten Organisatoren und Analysten dieses Jahr keinen ambitionierten neuen Deal. Stattdessen rahmen sie die COP30 als \u201eUmsetzungs-COP\u201c ein. \u201eDiejenigen, die nach Bel\u00e9m gehen und fragen \u201awelches Abkommen wird dabei herauskommen?\u2018, stellen die falsche Frage\u201c, sagt Christiana Figueres, ehemalige UN-Klimachefin. Die Abwesenheit der USA wirft allerdings Schatten auf die Verhandlungen. Es gibt Bef\u00fcrchtungen, dass dies einen breiteren R\u00fcckzug aus der Klimapolitik signalisieren k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eWald-COP\u201c, \u201eUmsetzungs-COP\u201c, \u201eCOP der Wahrheit\u201c: Der UN-Klimagipfel COP30 hat am Montag in Bel\u00e9m, Brasilien, begonnen und hat shcon&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":564842,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-564841","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115524309129547713","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/564841","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=564841"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/564841\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/564842"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=564841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=564841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=564841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}