{"id":565866,"date":"2025-11-10T17:56:19","date_gmt":"2025-11-10T17:56:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/565866\/"},"modified":"2025-11-10T17:56:19","modified_gmt":"2025-11-10T17:56:19","slug":"mehrsprachigkeit-haelt-das-gehirn-fit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/565866\/","title":{"rendered":"Mehrsprachigkeit h\u00e4lt das Gehirn fit"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/studierende-unterhaltung-100.jpg\" alt=\"Studierende unterhalten sich auf dem Campusgel\u00e4nde.\" title=\"Studierende unterhalten sich auf dem Campusgel\u00e4nde. | picture alliance \/ imageBROKER\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 10.11.2025 17:20 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Altern verl\u00e4uft nicht bei allen gleich schnell. Eine neue Studie zeigt: Mehrsprachigkeit sch\u00fctzt offenbar vor beschleunigtem Altern. Menschen, die regelm\u00e4\u00dfig mehrere Sprachen nutzen, bleiben kognitiv l\u00e4nger fit.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Richard Kraft und Anja Braun, SWR\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Altern ist ein komplexer biologischer Prozess &#8211; und er verl\u00e4uft nicht bei allen gleich schnell. W\u00e4hrend manche Menschen auch im hohen Alter geistig und k\u00f6rperlich fit bleiben, zeigen sich bei anderen schon fr\u00fch erste Anzeichen des Alterns. Forschende sprechen dann von &#8222;beschleunigtem Altern\u201c. Dann lassen k\u00f6rperliche und kognitive Funktionen schneller nach als statistisch eigentlich zu erwarten w\u00e4re. Welche Faktoren diesen Prozess bremsen k\u00f6nnen, geh\u00f6rt zu den zentralen Fragen der Alternsforschung &#8211; von Ern\u00e4hrung \u00fcber Bewegung bis hin zu geistiger Aktivit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftler vermuten schon l\u00e4nger, dass Mehrsprachigkeit zu diesen sch\u00fctzenden Faktoren geh\u00f6ren k\u00f6nnte. Wer regelm\u00e4\u00dfig zwischen verschiedenen Sprachen wechselt, trainiert dabei jene Aufmerksamkeits- und Kontrollmechanismen, die im Alter oft nachlassen. Doch ob sich dieser Effekt tats\u00e4chlich messbar auf das biologische Altern auswirkt, war bislang unklar.<\/p>\n<p>    Gro\u00dfangelegte Studie untersucht Mehrsprachigkeit und Altern<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine neue, gro\u00df angelegte <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s43587-025-01000-2\" title=\"Studie Mehrsprachigkeit und Altern\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Studie<\/a> liefert nun erstmals deutliche Hinweise darauf, dass Menschen, die mehr als eine Sprache sprechen, tats\u00e4chlich langsamer altern. Um die Beziehung zwischen Mehrsprachigkeit und verlangsamtem Altern zu best\u00e4tigen, bezog das Forschungsteam andere Faktoren f\u00fcr langsameres Altern wie Bildung, k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t oder soziale Einfl\u00fcsse mit ein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit der neuen Studie konnte das untermauert werden, was in der Alternsforschung lange vermutet wurde. Das sieht auch der Generalsekret\u00e4r der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Neurologie, Peter Berlit, so. Gegen\u00fcber der dpa erkl\u00e4rt er: &#8222;Diese Studie best\u00e4tigt kleinere Beobachtungsstudien, die gezeigt haben, dass Mehrsprachigkeit offensichtlich einen Schutzfaktor vor Demenz darstellt.\u201c<\/p>\n<p>    Gesundheitsdaten aus 27 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die neue Studie wurde am Trinity College Dublin durchgef\u00fchrt und am nun im Fachmagazin Nature Aging ver\u00f6ffentlicht. Das Forschungsteam von Agust\u00edn Iba\u00f1ez hat dazu Gesundheitsdaten von mehr als 86.000 Menschen aus 27 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ausgewertet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Forschenden wollten wissen, ob sich der Alterungsprozess bei Menschen, die mehrere Sprachen sprechen, messbar von dem ihrer einsprachigen Mitmenschen unterscheidet. Dazu berechneten sie f\u00fcr jede Person ein sogenanntes &#8222;biobehaviorales Alter\u201c &#8211; ein Ma\u00df, das aufzeigt, wie stark sich k\u00f6rperliche, geistige und soziale Funktionen bereits ver\u00e4ndert haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Ergebnis war, dass Menschen, die regelm\u00e4\u00dfig mehr als eine Sprache verwenden, deutlich seltener Anzeichen von beschleunigtem Altern zeigen. Dieser Zusammenhang blieb bestehen, selbst wenn andere Einflussfaktoren wie Bildung, Einkommen oder Luftqualit\u00e4t ber\u00fccksichtigt wurden.<\/p>\n<p>    Je mehr Sprachen, desto gr\u00f6\u00dfer der Effekt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Besonders spannend ist, dass der Schutzeffekt in der Studie dosisabh\u00e4ngig war. Wer also zwei oder mehr Sprachen spricht, altert demnach messbar langsamer als Menschen mit nur einer Sprache &#8211; und das galt nicht nur im Moment der Untersuchung, sondern auch \u00fcber mehrere Jahre hinweg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wie genau die Mehrsprachigkeit dazu f\u00fchrt, dass der K\u00f6rper resilienter gegen\u00fcber dem Altern wird, ist weiterhin unklar. Die Forschenden vermuten allerdings, dass der st\u00e4ndige Wechsel zwischen Sprachen eine Art &#8222;Gehirntraining\u201c darstellt, das wichtige kognitive Netzwerke aktiv h\u00e4lt. Laut dem Forschungsteam wird dadurch unsere kognitive Reserve verst\u00e4rkt, also die F\u00e4higkeit des Gehirns, sich gegen Sch\u00e4den &#8211; etwa im Alter &#8211; zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>    Wann Mehrsprachigkeit ihre Schutzwirkung entfaltet<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Fraglich bleibt allerdings, wann eine Mehrsprachigkeit Einfluss auf das Altern hat. Michael Wagner, Professor an der Uni Bonn, hatte bereits vor zwei Jahren in einer <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0197458022002597\" title=\"Studie Bilingualit\u00e4t und Altern\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Studie<\/a> mit seiner Kollegin Elizabeth Kuhn Anzeichen f\u00fcr den sch\u00fctzenden Effekt der Mehrsprachigkeit gefunden. Er betonte in einem Interview: &#8222;Wer sich nach dem Renteneintritt auf einen Spanisch-Kurs st\u00fcrzt und Vokabeln paukt, um gegen eine k\u00fcnftige Demenz gewappnet zu sein &#8211; dem wird das vermutlich nicht helfen.\u201c Zu diesem Zeitpunkt sei es daf\u00fcr schon zu sp\u00e4t. Es sei aber in jedem Falle gut, im Alter weiterhin fr\u00fcher erlernte Sprachen zu sprechen und sich generell geistig und k\u00f6rperlich aktiv zu halten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dieser Frage will das Forschungsteam um Agust\u00edn Iba\u00f1ez in k\u00fcnftigen Studien genauer nachgehen. Dabei soll nicht nur untersucht werden, wie sich der Zeitpunkt des Spracherwerbs auf das Altern auswirkt, sondern auch, welchen Einfluss etwa das individuelle Sprachniveau jeder Sprache hat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Zukunft k\u00f6nnten aus den Erkenntnissen der Studie wichtige Ma\u00dfnahmen zur Vorbeugung von beschleunigtem Altern entwickelt werden. So k\u00f6nnte beispielsweise im Schulsystem ein st\u00e4rkerer Fokus auf den Erwerb mehrerer Sprachen gelegt werden. F\u00fcr den Moment k\u00f6nnen sich aber auch L\u00e4nder freuen, in denen es verbreitet ist, mehrere Sprachen zu sprechen, wie die Niederlande, Indien oder viele afrikanische L\u00e4nder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 10.11.2025 17:20 Uhr Altern verl\u00e4uft nicht bei allen gleich schnell. 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