{"id":565936,"date":"2025-11-10T18:34:14","date_gmt":"2025-11-10T18:34:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/565936\/"},"modified":"2025-11-10T18:34:14","modified_gmt":"2025-11-10T18:34:14","slug":"berlin-wird-zum-treffpunkt-der-freiheitskaempfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/565936\/","title":{"rendered":"Berlin wird zum Treffpunkt der Freiheitsk\u00e4mpfer"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBPll tspBPlm\">Die Demokratie ist als Staatsform in der Defensive. 70 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung werden von diktatorischen Regimen in Schach gehalten. Und nur 15 Prozent leben in einem politischen System, das der britische \u201eEconomist\u201c in seinem j\u00e4hrlichen Index als \u201evollst\u00e4ndige Demokratie\u201c bezeichnet. Tendenz: sinkend.  <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Es ist also schlechter bestellt um die Freiheit der Menschen weltweit, als vor einem Jahr oder dem Jahr davor oder wie weit auch immer man in der j\u00fcngeren Geschichte zur\u00fcckblicken mag. W\u00e4hrend man f\u00fcr die Unterdr\u00fcckung in fr\u00fcheren Epochen vor allem wirtschaftliche Interessen des Kapitals verantwortlichen machen konnte, sind die Ursachen heute komplexer. Zuweilen so verwirrend, dass selbst jene, die sich f\u00fcr Freiheitsrechte einsetzen, nicht einig \u00fcber die Gr\u00fcnde sind. \u201eWir m\u00fcssen einsehen, dass es b\u00f6sartige Regierungen gibt\u201c, glaubt der russische Schachweltmeister und B\u00fcrgerrechtler Garry Kasparow und macht es sich damit relativ einfach. <\/p>\n<p>Der Newsletter \u00fcber Ostdeutschland<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/widget-osten-1.png\" alt=\"\" class=\"tspBZgj\"\/><\/p>\n<p class=\"tspBZmu\"> Gibt es sie wirklich, die \u201eostdeutsche Seele\u201c? Der Newsletter \u201eIm Osten\u201c will es herausfinden \u2013 mit exklusiven Reportagen, tiefgehenden Analysen und spannenden Interviews. <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Was kann man ausrichten gegen die Selbsterhaltungskr\u00e4fte totalit\u00e4rer Apparate? Wie sich wehren gegen die \u201eautokratische Welle\u201c, die derzeit durch die Kontinente rauscht? Und wie schlie\u00dflich demokratische Werte st\u00e4rken, deren Bindungskraft schwindet?<\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Diese Fragen standen im Zentrum <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/auftakt-der-ersten-berlin-freedom-week-wird-berlin-zur-weltweiten-hauptstadt-der-freiheit-14765816.html?icid=in-text-link_14801867\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der ersten Berlin Freedom Conference<\/a>, mit der sich die Hauptstadt als Fixpunkt eines internationalen zivilgesellschaftlichen Diskurses etablieren will. Im Sch\u00f6neberger Gasometer des Euref-Campus kamen am Montag anl\u00e4sslich des 36. Jahrestags des Mauerfalls zahlreiche prominente K\u00f6pfe zusammen. Darunter Leopoldo L\u00f3pez aus Venezuela, die iranische Frauenrechtlerin Masi Alinejad, Paul Rusesabagina aus Ruanda, dessen Erfahrungen w\u00e4hrend des Genozids in dem Film \u201eHotel Rwanda\u201c erz\u00e4hlt werden, sowie Vladimir Kara-Murza, russischer Dissident, der vergangenes Jahr bei einem Gefangenenaustausch freikam. Viele von ihnen wurden eingesperrt und gefoltert, um sie zu brechen. <\/p>\n<p> Berlin ist ein lebendiges Symbol <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Nach Berlin kamen sie nicht nur, um andere Freiheitsk\u00e4mpfer zu treffen und ein Signal zu senden, sondern weil die Stadt selbst ein lebendiges Symbol ihrer Sache ist. Hier sind die Erfahrungen greifbar, die mit Unterdr\u00fcckung, Terror und deren \u00dcberwindung einhergehen. <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Es d\u00fcrfte kein Zufall sein, dass der World Liberty Congress (WLC), ein Zusammenschluss von Freiheitsk\u00e4mpfern aus der ganzen Welt, ausgerechnet hier ein neues Direktorium w\u00e4hlte. Der Regierende B\u00fcrgermeister Kai Wegner (CDU) versprach in seiner Begr\u00fc\u00dfungsrede, sich f\u00fcr einen Hauptsitz des WLC in Berlin einzusetzen, damit es \u201eeine Stadt der Freiheit \u2013 und der Hoffnung\u201c sei.<\/p>\n<p> Dekadent oder unterentwickelt? <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Als die SED-Opferbeauftragte des Bundestages, Evelyn Zupke, anschlie\u00dfend davon sprach, dass der Mauerfall eigentlich eine historische Ausnahme und keineswegs zu erwarten gewesen sei, machte sie deutlich, wie viel Mut und blindes Gottvertrauen sie und ihre Mitstreiter in der ostdeutschen Friedensinitiative aufbringen mussten. Mehr Gewissheit als das, was aus ihrem Engagement selbst erwuchs, hatten sie damals nicht, und wird es im Kampf mit autorit\u00e4ren Systemen niemals geben. \u201eMan kann die Menschen immer nur ermutigen, aufzustehen\u201c, sagte Zupke, \u201esich Verb\u00fcndete zu suchen.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/berlin-freedom-conference.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-14802881\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAWig\"\/> Berlins Regierender B\u00fcrgermeister Kai Wegner (CDU) will die Hauptstadt als Sitz f\u00fcr den World Liberty Congress vorschlagen.  <\/p>\n<p class=\"tspAFf9\"> \u00a9 dpa\/Britta Pedersen <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Um Netzwerke geht es auch auf der Berlin Freedom Conference, die in Zusammenarbeit mit dem World Liberty Congress sowie den zahlreich nach Berlin gefl\u00fcchteten Regimegegnern vielleicht zu etwas Bedeutsamem heranreifen k\u00f6nnte. Der Anfang ist gemacht mit einem Konferenzformat, das Raum f\u00fcr emotionale Geschichten, aufr\u00fcttelnde Appelle (Frauenrechtlerin Masi Alinejad: \u201eWe are Freiheit!\u201c) und konzise Analysen bot, aber jenen, die sich in weitschweifigen Erkl\u00e4rungen gefallen, in ein zeitlich enges Korsett zwang. <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">So fiel nicht allzu sehr auf, dass Worte \u00fcber die Freiheit zu verlieren, schon an sich ein Luxus ist, den sich immer weniger Menschen leisten k\u00f6nnen. Die meisten westlichen Demokratien h\u00e4tten noch immer nicht begriffen, warnte Kasparow, \u201edass ihre Lebensweise ein Ende haben k\u00f6nnte\u201c. Sein Pl\u00e4doyer galt der wehrhaften Demokratie. <\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Wiewohl er nicht allein war mit seiner f\u00fcr einen Schachspieler nicht ungew\u00f6hnlichen, kombattanten Auffassung von Freiheit (\u201eIm Gegensatz zu Schach kennt der Krieg kein Unentschieden\u201c), f\u00fchrte er die Fraktion der Dekadenz-Kritiker an. Ihr Vorwurf: Eine Generation von Demokraten, die um ihre Freiheitsrechte nicht k\u00e4mpfen musste, habe schlicht vergessen, was K\u00e4mpfen bedeutet. <\/p>\n<blockquote class=\"tspCGoa\">\n<p>Man kann die Menschen immer nur ermutigen, aufzustehen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCGob\"><strong>Evelyn Zupke<\/strong>, SED-Opferbeauftragte des Bundestages<\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Dem steht die Fraktion derjenigen gegen\u00fcber, die Demokratien einer Zangenbewegung aus autokratischen Heilsversprechen und technologischem Fortschritt ausgesetzt sehen. Der fr\u00fchere litauische Vize-Au\u00dfenminister Mantas Adomenas sprach davon, dass der technologische Fortschritt asymmetrische Machtverh\u00e4ltnisse etabliere, in denen Demokraten den K\u00fcrzeren ziehen. <\/p>\n<p> Lesen Sie mehr zur Berlin Freedom Conference:  <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/berliner-wirtschaft\/mit-franziska-giffey-in-der-u-bahn-berliner-luft-ist-ganz-unterschiedlich-je-nachdem-wo-man-ist-14776115.html?icid=topic-list_14801867___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCFn4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mit Franziska Giffey in der U-Bahn \u201eBerliner Luft ist ganz unterschiedlich, je nachdem, wo man ist\u201c <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/auftakt-der-ersten-berlin-freedom-week-wird-berlin-zur-weltweiten-hauptstadt-der-freiheit-14765816.html?icid=topic-list_14801867___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCFn4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Auftakt der ersten Berlin Freedom Week Wird Berlin zur weltweiten Hauptstadt der Freiheit? <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/zum-36-jahrestag-des-mauerfalls-berlin-veranstaltet-im-november-eine-freedom-week-14039597.html?icid=topic-list_14801867___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCFn4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zum 36. Jahrestag des Mauerfalls Berlin veranstaltet im November eine \u201eFreedom Week\u201c <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Es war an Kasparow, die Anwesenden an die Rolle Berlins im Kampf um Freiheit zu erinnern. Viermal habe der jeweils m\u00e4chtigste Mann der Welt diese Stadt gew\u00e4hlt, um ein Exempel zu statuieren. Reagan tat es mit den Worten: \u201eTear down this wall.\u201c John F. Kennedy brauchte ebenfalls nur vier Worte f\u00fcr: \u201eIch bin ein Berliner.\u201c US-Pr\u00e4sident Truman erwiderte die Berlin-Blockade mit dem Satz: \u201eWe shall stay period.\u201c Und der britische Premier Chamberlain dachte, man k\u00f6nne Hitler durch Zugest\u00e4ndnisse befriedigen: \u201ePeace for all time.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspBPll\">Es waren nur Worte. Aber sie\u00a0hatten R\u00fcckhalt und R\u00fcckenwind. Vielleicht muss man im Westen wieder lernen, mit Gegenwind umzugehen.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Demokratie ist als Staatsform in der Defensive. 70 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung werden von diktatorischen Regimen in Schach&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":565937,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,98260],"class_list":{"0":"post-565936","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-ruanda-aktuelle-beitraege-und-hintergruende"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115526846208063004","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/565936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=565936"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/565936\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/565937"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=565936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=565936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=565936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}