{"id":566874,"date":"2025-11-11T03:47:13","date_gmt":"2025-11-11T03:47:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/566874\/"},"modified":"2025-11-11T03:47:13","modified_gmt":"2025-11-11T03:47:13","slug":"trump-trifft-al-scharaa-usa-lockern-sanktionen-gegen-syrien-laengerfristig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/566874\/","title":{"rendered":"Trump trifft al-Scharaa: USA lockern Sanktionen gegen Syrien l\u00e4ngerfristig"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zum ersten Mal ist mit \u00dcbergangspr\u00e4sident Ahmed al-Scharaa ein syrisches Staatsoberhaupt im Wei\u00dfen Haus empfangen worden. Der Besuch wurde schon vorab als \u201ehistorisch\u201c bezeichnet. Noch vor einem Jahr galt al-Scharaa in den <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"USA\" data-rtr-id=\"5e61066c54a9df7162329159c04819b77ad9b596\" data-rtr-score=\"73.50642350856468\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/usa\" title=\"USA\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> als gesuchter Terrorist \u2013 und Syrien steckte in den letzten Wochen eines blutigen B\u00fcrgerkriegs.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Aus der US-Regierung hie\u00df es nun: Pr\u00e4sident <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Donald Trump\" data-rtr-id=\"4c2d461052e4493568027a1f701a31d1ee4b8779\" data-rtr-score=\"649.7906083874778\" data-rtr-etype=\"person\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\" title=\"Donald Trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> wolle sein Versprechen halten und Syrien \u201eeine Chance auf Gr\u00f6\u00dfe\u201c geben. Die Regierung verl\u00e4ngerte demnach die Aussetzung bestimmter Sanktionen um ein halbes Jahr. Ganz aufgehoben wurden sie jedoch nicht, wie aus einem Dokument des Finanzministeriums hervorgeht. Die Lockerungen sollten Syriens Wiederaufbau und Stabilit\u00e4t f\u00f6rdern.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Eine Ank\u00fcndigung al-Scharaas, dass sein Land sich an der US-gef\u00fchrten Koalition zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beteiligen werde, wurde kurz nach dem Treffen offiziell best\u00e4tigt. \u201eDas Abkommen ist politischer Natur und enth\u00e4lt bislang keine milit\u00e4rischen Komponenten\u201c, erkl\u00e4rte Informationsminister Hamza al-Mustafa auf der Plattform X.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Au\u00dfenminister Asaad al-Schaibani, der ebenfalls im Wei\u00dfen Haus empfangen wurde, bezeichnete das Treffen als konstruktiv. Es sei monatelang vorbereitet worden.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Aus dem Au\u00dfenministerium hie\u00df es zudem, beide Seiten h\u00e4tten sich auf die Umsetzung eines Fahrplans zur Zusammenarbeit verst\u00e4ndigt. Ziel sei die Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen auf Botschafterebene, die Wiederer\u00f6ffnung gemeinsamer Institutionen sowie die St\u00e4rkung der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>\u00dcbergangpr\u00e4sident schlie\u00dft Ann\u00e4herung an Israel vorerst aus<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Direkte Gespr\u00e4che zur Normalisierung der Beziehungen mit dem Nachbarland <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Israel\" data-rtr-id=\"a537331d3168d4badd76b41b8f08e1bb5f95ea6a\" data-rtr-score=\"13.126661252215003\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/israel\" title=\"Israel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Israel<\/a> hat al-Scharaa vorerst ausgeschlossen. Angesprochen auf den Wunsch von US-Pr\u00e4sident Donald Trump, dass auch Syrien den Abraham-Abkommen f\u00fcr eine Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten beitreten sollte, wies al-Scharaa auf Israels andauernde Besetzung der Golanh\u00f6hen hin. Im Gespr\u00e4ch mit dem US-Fernsehsender Fox News sagte er weiter, die Bedingungen f\u00fcr Damaskus seien daher andere als f\u00fcr jene Staaten, die sich dem Abkommen bereits angeschlossen h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eSyrien hat eine Grenze zu Israel, und Israel besetzt seit 1967 die Golanh\u00f6hen. Wir werden derzeit keine direkten Verhandlungen aufnehmen\u201c, sagte al-Scharaa laut \u00dcbersetzung des Senders. \u201eVielleicht kann die US-Regierung unter Pr\u00e4sident Trump uns dabei helfen, eine solche Verhandlung zu erreichen.\u201c<\/p>\n<p>Vom Dschihadisten zum Pr\u00e4sidenten<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Al-Scharaas Laufbahn scheint in Teilen wie aus dem Drehbuch einer dramatischen Fernsehserie: Einst k\u00e4mpfte er als Dschihadist gegen US-Streitkr\u00e4fte im Irak und sa\u00df \u00fcber Jahre hinweg in ihrer Gefangenschaft. Heute wird er mit warmem H\u00e4ndedruck vom US-Pr\u00e4sidenten h\u00f6chstpers\u00f6nlich im Wei\u00dfen Haus empfangen. Seit Anfang des Jahres steht er als \u00dcbergangspr\u00e4sident an der Spitze <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Syrien\" data-rtr-id=\"55e8c37fadf584c13e51eb1cf81df36595fa059c\" data-rtr-score=\"238.24350265800356\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/syrien\" title=\"Syrien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Syriens<\/a>. Als Kopf der Islamistengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) hatte er im Dezember 2024 mithilfe einer Rebellenallianz die jahrzehntelange Herrschaft der Assad-Familie beendet.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Seit seinem Amtsantritt jettet er um die Welt, um Syrien wieder an die internationale Gemeinschaft anzuschlie\u00dfen. Unter dem gest\u00fcrzten Machthaber Baschar al-Assad war das Land zuletzt wegen des brutalen B\u00fcrgerkriegs international isoliert gewesen.<\/p>\n<p>Von Terrorliste gestrichen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In den einflussreichen Golfstaaten warb al-Scharaa f\u00fcr internationale Investitionen in Syrien. Als erster syrischer Pr\u00e4sident seit fast 60 Jahren hielt er eine Rede bei der UN-Generaldebatte. Selbst in Moskau empfing ihn der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin, der Assad jahrelang milit\u00e4risch im Kampf gegen die jetzigen Machthaber geholfen hatte. Und nun eben der Besuch im Wei\u00dfen Haus. Zuvor hatten Trump und al-Scharaa sich bereits zwei Mal getroffen, einmal in Saudi-Arabien im Mai und einmal am Rande der UN-Generaldebatte.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Noch kurz vor al-Scharaas Besuch im Wei\u00dfen Haus lie\u00df Washington den Interimspr\u00e4sidenten von einer Liste streichen, auf der die Regierung mit <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Sanktion\" data-rtr-id=\"80beb9c6c4b10714c1ed200a3b680fcd20e5fba5\" data-rtr-score=\"34.382930322541995\" data-rtr-etype=\"keyword\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/sanktion\" title=\"Sanktion\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sanktionen<\/a> belegte Terroristen auff\u00fchrt. Gleiches gilt f\u00fcr Syriens Innenminister Anas Hasan Chattab. Ein von den USA ausgesetztes Kopfgeld in H\u00f6he von zehn Millionen US-Dollar auf al-Scharaa wurde bereits kurz nach dem Sturz Assads aufgehoben.<\/p>\n<p>Weiterer Meilenstein in Washington<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Al-Scharaas Trip nach Washington wird als weiterer Meilenstein in der Geschichte Syriens nach Assad gewertet. Beobachter sprechen von einem Wendepunkte f\u00fcr die Beziehungen zwischen Syrien und den USA. Den USA ist auch daran gelegen, den Einfluss des Irans in Syrien einzud\u00e4mmen. Die islamische Republik und seine Milizen waren eine der wichtigsten Verb\u00fcndeten Assads.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">International wird das Vorgehen und die Ausrichtung der \u00dcbergangsregierung in Syrien genau beobachtet. Fachleute sehen einen Willen hin zu einem demokratischen Wandeln, blicken aber auch mit Kritik auf die ersten Monate der neuen F\u00fchrung im Amt. Insbesondere der Schutz von Minderheiten im tief gespaltenen Syrien steht im Fokus.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Seit dem Sturz Assads kam es wiederholt zu Gewaltausbr\u00fcchen, bei denen zum Teil Hunderte Menschen get\u00f6tet wurden. Dabei waren teils auch Sicherheitskr\u00e4fte der Interimsregierung beteiligt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Viele Teile Syriens sind nach dem fast 14-j\u00e4hrigen B\u00fcrgerkrieg mit internationaler Beteiligung noch immer verw\u00fcstet. Die Wirtschaft liegt am Boden. Nach UN-Angaben leben in Syrien noch immer sch\u00e4tzungsweise sieben Millionen Binnenvertriebene. Noch immer sind demnach rund 16 Millionen Menschen der rund 23 Millionen Einwohner in Syrien auf humanit\u00e4re Hilfe angewiesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zum ersten Mal ist mit \u00dcbergangspr\u00e4sident Ahmed al-Scharaa ein syrisches Staatsoberhaupt im Wei\u00dfen Haus empfangen worden. 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