{"id":566887,"date":"2025-11-11T03:56:20","date_gmt":"2025-11-11T03:56:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/566887\/"},"modified":"2025-11-11T03:56:20","modified_gmt":"2025-11-11T03:56:20","slug":"interview-%e2%96%ba-union-busting-im-krankenhaus-uni-klinik-bonn-gegen-betriebsrat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/566887\/","title":{"rendered":"INTERVIEW \u25ba Union Busting im Krankenhaus. Uni-Klinik Bonn gegen Betriebsrat?"},"content":{"rendered":"<p>            Elmar Wigand spricht mit Maurice Graf (Ver.di-Sekret\u00e4r).<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-33480 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/arbeitsunrechtFM14-25_elmar-wigand_Maurice-graf_V2_720pxl.png.png\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"433\"  \/>Das Interview erschien in der Sendung <a href=\"https:\/\/www.freie-radios.net\/138857f\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">arbeitsunrecht FM #14\/25<\/a> vom 5. November 2025.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freie-radios.net\/mp3\/20251107-nterviewunio-138904.mp3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.freie-radios.net\/mp3\/20251107-nterviewunio-138904.mp3<\/a><br \/>\n<strong>Anh\u00f6ren, <a href=\"https:\/\/www.freie-radios.net\/138904\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">downloaden<\/a> und f\u00fcr unkommerzielle Zwecke frei weiter verbreiten! <\/strong><\/p>\n<p><strong>Elmar Wigand<\/strong>: <strong>Einer der gr\u00f6\u00dften Arbeitgeber in Bonn ist das Uni-Klinikum Bonn (UKB). Ich habe mich gerade noch mal ein bisschen schlau gemacht. Ein Riesenladen mit 9.000, fast 10.000 Besch\u00e4ftigten und einer halben Million Behandlungen im Jahr. Und das UKB gilt als exzellente Universit\u00e4t, die im Ranking in NRW auf Platz eins steht, sagt Wikipedia.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Manche Sachen sind allerdings nicht so exzellent, wenn man hinter die Kulissen guckt. Ver.di hat am 21. Oktober 2025 eine Pressemitteilung verschickt, die aufhorchen l\u00e4sst.<a href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\">1<\/a> Da geht es um Union Busting. Da soll der Betriebsratsvorsitzende fertiggemacht werden. Was ist denn da los? Was passiert denn da hinter den Kulissen in Bonn?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Maurice Graf:<\/strong> Ja. Erst mal vielen Dank, dass du mich eingeladen hast und wir den Fall nochmal besprechen d\u00fcrfen. Der begleitet mich jetzt tats\u00e4chlich schon mal schon etwas l\u00e4nger. Also grunds\u00e4tzlich ist der aktuelle Stand, dass es ein Zustimmungssetzungsverfahren gibt vor dem Arbeitsgericht. Sprich das Arbeitsgericht soll die Zustimmung des Betriebsrates ersetzen, damit der Betriebsratsvorsitzende au\u00dferordentlich im Zweifelsfall ordentlich gek\u00fcndigt werden kann.<\/p>\n<p><strong>Und ihr mobilisiert auch zum Prozesstermin?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Aus erster Hand informiert sein? Profis lesen Emails.Jetzt den kostenlosen Email-Newsletter der aktion .\/. arbeitsunrecht<a href=\"https:\/\/arbeitsunrecht.de\/newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> \u25ba bestellen<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Das ist zuerst mal ein kleiner G\u00fctetermin. Wir werden mit einer kleinen Delegation da sein, den Kollegen erstmal mental unterst\u00fctzen, machen aber noch keine gro\u00dfe Aktion. Da wir gerade doch sehr fest davon ausgehen, dass der Termin sehr schnell vorbei sein wird, dem Kollegen auch Recht gegeben werden kann.<\/p>\n<p><strong>Ja, was ist denn da los? Also wir haben uns ja schon kurz im Vorgespr\u00e4ch unterhalten und ich w\u00fcrde mal sagen, eines der gr\u00f6\u00dften \u00dcbel der arbeitenden Bev\u00f6lkerung sind die Auslagerungen. Die geschehen ja oft um Lohndumping zu betreiben bzw. Tarife zu unterlaufen. Auch die Organisierbarkeit zu erschweren. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Also hier haben wir es auch mit Auslagerung zu tun, nicht wahr? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Mit der Cateringgesellschaft und und noch zwei anderen oder was ist da das Problem eigentlich? Warum haben die jetzt auf einmal Aggressionspotenzial entdeckt bei sich?<\/strong><\/p>\n<p>Ob das \u201eauf einmal\u201c ist, sei mal dahingestellt\u2026 Grunds\u00e4tzlich ist der Stand, dass gewisse Bereiche der Uniklinik, was leider recht \u00fcblich ist, ausgegliedert wurden. Das war schon Mitte der 2000er Jahre \u2013 seit ich glaube 2015 oder 2016, nagelt mich da bitte nicht fest. Sie sind aber wieder eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Uni-Klinik Bonn. Allerdings nicht in dem klassischen Tarifvertrag der L\u00e4nder gebunden, wie die Besch\u00e4ftigten der Uni-Klinik selbst, also das Pflegepersonal, sondern in diesem Fall unter einem Dehoga Tarifvertrag.<\/p>\n<p>Das betrifft einmal die Cateringgesellschaft, einmal die Patientenservicegesellschaft. Da sind zum Beispiel die Kolleginnen und Kollegen drin, die klassischerweise an der Pforte sitzen und die Patienten begr\u00fc\u00dfen oder an die jeweiligen R\u00e4umlichkeiten vermitteln. Und dann ist es noch mal die Geb\u00e4udereinigung, die ausgegliedert wurde.<\/p>\n<p><strong>Ah ja, und die werden also systematisch schlechter bezahlt als die Kollegen\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Die werden systematisch schlechter bezahlt. Also die haben einen IG Bau-Tarif, also f\u00fcr die Geb\u00e4udereinigungsbranche geltenden allgemeinverbindlichen Tarifvertrag. Der wird f\u00fcr diese Kolleginnen angewendet. Bei den anderen ist es der Tarifvertrag der DEHOGA f\u00fcr das Hotel und Gastst\u00e4ttengewerbe und der ist deutlich niedriger als der des \u00f6ffentlichen Dienstes. Das kann man auf jeden Fall sagen.<\/p>\n<p><strong>Ja, das ist interessant. Ich habe ja schon viel mit Gewerkschaften zu tun gehabt und wir hatten uns auch mit Putzkr\u00e4ften in Hotels besch\u00e4ftigt.<a href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\">2<\/a> Und da war dann tats\u00e4chlich das Problem auch, dass die dann von unterschiedlichen Gewerkschaften auch vertreten werden. Aber ihr vertretet ihr als Verdi jetzt quasi alle, die in der Uniklinik Bonn sind.<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben eine ganz klare Auffassung, dass ein Betrieb einen Tarifvertrag haben soll. Das ist ja auch der Grundsatz des DGB am Ende des Tages.<\/p>\n<p>Und daher ist es auch der NGG und der IG Bau sehr recht, dass wir da zust\u00e4ndig sind, weil gerade der Bereich Krankenhaus ist super spezifisch. Das ist unser ureigenster Bereich und da haben wir auch unsere Mitglieder. Das kann man ja auch einfach ganz klar sagen.<\/p>\n<p><strong>Und in der Verdi-Pressemitteilung lie\u00df mich hier eins besonders aufhorchen \u2013 wir sind ja spezialisiert auf Union Busting, also systematisches Fertigmachen von Gewerkschaften und Betriebsr\u00e4ten \u2013 dass jetzt Leute rumlaufen im Betrieb mit Austritts- und R\u00fccktrittsformularen und solchen Dingen, also letztendlich Union Busting. Kannst du das mal bitte erkl\u00e4ren?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, tats\u00e4chlich war ich gestern sogar noch im Gespr\u00e4ch mit den Gesellschaftern der UKB-Servicegesellschaft, das sind ja die Vorst\u00e4nde der Uni-Klinik selber, und der zust\u00e4ndigen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin und habe das auch mit denen nochmal besprochen. Also es ist so, dass Ende November 2024 vier Kolleginnen ausgetreten sind aus dem Betriebsrat \u2013 mit gleichen Formularen. Das ist wohl irgendwann an einem Freitag geschehen und Montag wurde es bekannt gegeben. F\u00fcr diesen Freitag wurde dann auch noch mal \u00dcberstunden abends nachtr\u00e4glich eingepflegt, nat\u00fcrlich auch ohne Mitbestimmung, was da schon mal den Betriebsrat hat aufhorchen lassen, dass da irgendwas nicht ganz im Reinen ist.<\/p>\n<p>Ich habe die Stelle aber erst relativ sp\u00e4t angetreten, also erst im Juni 2025. Da kam es noch mal zu einer kleinen Austrittswelle, wieder mit Musteraustrittsformularen und neben den Austrittsformularen auch den R\u00fccktrittsformularen aus dem Betriebsrat gab es auch Austrittsformular, aus ver.di nat\u00fcrlich. Und das hat uns dann auf jeden Fall aufgeweckt, dass wir da gesagt haben okay, da m\u00fcssen wir mal hinfahren, m\u00fcssen mal schauen, was ist da los?<\/p>\n<p>Wir haben mit den Kolleginnen und Kollegen gesprochen, im Gremium, aber auch au\u00dferhalb, um uns da ein Bild zu machen. Und da stand schon der Fall gewesen zu sein, dass vor Ort wohl auch mittlere F\u00fchrungskr\u00e4fte vor allem einen gewissen Druck auf Leute ausge\u00fcbt haben, dass sie aus dem Betriebsrat austreten sowie aus der Gewerkschaft.<\/p>\n<p><strong>Okay, ist das \u00fcberhaupt noch legal? Ich meine, das ist auf jeden Fall schmutzig und es widerspricht, sage ich mal, den deutschen Gepflogenheiten. Zumindest was \u201eSozialpartnerschaft\u201c angeht. Aber es wirkt ja schon fast kriminell, w\u00fcrde ich sagen.<\/strong><\/p>\n<p>Ja, also man muss nat\u00fcrlich dazu sagen, dass die Gesellschafter der Uniklinik sowie die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin gestern noch mal sehr klar betont haben, dass sie davon nichts wussten und das jetzt auch aufkl\u00e4ren werden. Das hatte mir die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin schon mal vor ein paar Monaten wugesagt, weil ich sie direkt zu einer Videokonferenz angefragt hatte, wo das Thema schon besprochen haben.<\/p>\n<p>Laut deren Stellungnahme ist es so, dass das irgendwie, wenn es \u00fcberhaupt so gewesen sein soll, nat\u00fcrlich vor Ort geschehen ist, dass eine Eigendynamik, sprich da k\u00f6nnen wir es nicht ganz klar hin adressieren. Aber grunds\u00e4tzlich gilt auch f\u00fcr mittlere F\u00fchrungskr\u00e4fte nat\u00fcrlich, dass sie nicht die Betriebsratsarbeit angreifen d\u00fcrfen. Das ist sogar eine Straftat nach \u00a7119 des Betriebsverfassungsgesetzes. Und klar, Eingriffe in die Koalitionsfreiheit und das Recht, dass wir uns in Gewerkschaften organisieren d\u00fcrfen. Es ist wahrscheinlich auch verboten.<\/p>\n<p><strong>Ja, also die Koalitionsfreiheit. F\u00fcr alle, die jetzt keine Experten sind: Damit ist gemeint, dass es im Grundgesetz verankert ist, also auf h\u00f6chster Ebene verbrieft sozusagen. Wir haben das Recht, uns zusammen zu schlie\u00dfen ohne uns Repressionen ausgesetzt zu sehen, auch ohne beschn\u00fcffelt zu werden oder \u00fcberhaupt dar\u00fcber jemanden in Kenntnis zu setzen. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Wir d\u00fcrfen uns in Vereinen, Gewerkschaften, Organisationen frei zusammenschlie\u00dfen. Das ist eines der wichtigen Grundrechte des Grundgesetzes. Und darauf basiert im Grunde auch das Recht, dass ihr als Gewerkschaft in den Betrieb gehen d\u00fcrft, als Gewerkschaftsvertreter da auch Werbung machen d\u00fcrft f\u00fcr die Gewerkschaft. Dass am UKB Leute jetzt gen\u00f6tigt werden, auszutreten, halte ich f\u00fcr ein starkes St\u00fcck. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Von wegen \u201eWir wussten davon nichts\u2026\u201c! Und \u201eOh, da hat sich eine Eigendynamik entwickelt\u201c. Das halte ich jetzt erstmal f\u00fcr fragw\u00fcrdig. Also diese \u201eEigendynamiken\u201c sehe ich sonst nicht, sondern meistens sind da Union Buster, also spezialisierte Kanzleien, im Betrieb t\u00e4tig, die bestimmte Leute anleiten und das dann aussehen lassen wie wie so eine Eigeninitiative aufgrund von \u201eUnruhe in der Belegschaft\u201c\u2026 Aber das sind meistens Kunstraseninitiativen. Da wird nur so getan, als w\u00fcrde das irgendwie von selber kommen und die Kollegen seien alle emp\u00f6rt \u00fcber die Gewerkschaft oder so. Meistens wird das aber von oben angeleitet. Also es klingt irgendwie unglaubw\u00fcrdig.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wen habt ihr denn da auf der Gegenseite? Was sind denn das f\u00fcr Figuren? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Ich fand hier die Besonderheit, dass die Justiziarin der Uni-Klinik Bonn gleichzeitig Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von dieser Tochterfirma ist. Also was ist denn da los?<\/strong><\/p>\n<p>Genau das ist auch unsere Haupt-Ansprechpartnerin in diesem Falle gewesen. Ich kann nat\u00fcrlich nicht ausschlie\u00dfen, dass die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung da mitinvolviert sind. Ich kann es aber halt auch nicht beweisen deshalb.Fakt ist, dass wir einen sehr, sehr klaren Anspruch ge\u00e4u\u00dfert haben, dass diese T\u00e4tigkeiten auf jeden Fall aufh\u00f6ren. Und da sehen wir ganz, ganz klar die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin in der Rolle, auch daf\u00fcr zu sorgen, dass das im Zweifelsfall auch geahndet wird vor Ort und dass man das auch jetzt mal aufarbeitet. Wie gesagt, wir werden das aber noch mal ganz genau beobachten. Definitiv. Und die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin ist zeitgleich auch Justiziarin der Uni-Klinik Bonn. Das stimmt. Das wirkt auf den ersten Moment wahrscheinlich etwas merkw\u00fcrdig, dass so eine Doppelfunktion stattfindet. Zumal wahrscheinlich jede einzelne Funktion auch eine 40-Stunden-Woche f\u00fcllen k\u00f6nnte. Ich habe mir aber sagen lassen, dass das gar nicht so un\u00fcblich ist. Manche Leute haben anscheinend mehr als 24 Stunden am Tag.<\/p>\n<p><strong>Ja gut, aber ich meine, das ist ein Laden mit \u00fcber 9000 Besch\u00e4ftigten. Die ist die Justiziarin von diesem Riesending. Warum ist sie dann noch Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin? Er ist au\u00dferdem eine ganz andere Qualifikation. Und dann hat die auch noch eine eigene Anwaltskanzlei. Wie hei\u00dft die Frau denn noch mal? Ich war gestern auf der Webseite, aber was ist der Name noch mal?<\/strong><\/p>\n<p>Frau Schwethelm.<a href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\">3<\/a><\/p>\n<p><strong>Dann hat sie noch eine eigene Anwaltskanzlei, die Frau Schwedhelm, die dann angeblich in K\u00f6ln ist. Aber wenn man auf die Webseite geht, ist sie in Bergisch Gladbach\u2026<a href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\">4<\/a> Also das scheint irgendwie eine eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Konstellation, wie ich finde. Naja, keine Ahnung. Und was sind die n\u00e4chsten Schritte? Also wie geht es da jetzt weiter?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben uns gestern mit den Gesellschaftern erstmal darauf geeinigt, dass die Wahlen auf jeden Fall stattfinden sollen, sehr z\u00fcgig stattfinden sollen und auch nicht weiter beeinflusst werden. Es gab da so einen Moment, zu dem wir auch unterschiedliche Interpretationen haben, den wir als Wahlbeeinflussung wahrgenommen haben. Da ging es darum, dass die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin wohl in der K\u00fcche war und den Besch\u00e4ftigten nahegelegt h\u00e4tte, dass, wenn sie jetzt ihren Betriebsrat wiederw\u00e4hlen w\u00fcrden, dass man \u00fcberlege, den Laden wieder zu verkaufen.<\/p>\n<p>Gestern im Gespr\u00e4ch hie\u00df es dann, dass das wohl ein Missverst\u00e4ndnis gewesen w\u00e4re, dass er etwas falsch interpretiert worden sei. Auch da steht jetzt erstmal Aussage gegen Aussage. Vielleicht kl\u00e4ren wir das morgen auf der Betriebsversammlung (am 5.11.2025) vor Ort nochmal. Es w\u00e4re auf jeden Fall ganz sch\u00f6n, aber ansonsten sollen da jetzt erstmal die F\u00fc\u00dfe still gehalten werden. Wir werden nat\u00fcrlich den Kollegen unterst\u00fctzen, dass er auch mit einer starken Liste wiedergew\u00e4hlt wird und dann wird es daran gehen, den Betriebsrat zu schulen. Wir werden wahrscheinlich dann ein relativ neues Gremium haben und gute Gewerkschafts- und Betriebsratsarbeit vor Ort machen.<\/p>\n<p><strong>Verstehe ich die Neuwahl richtig? Normalerweise sind ja die Betriebsratswahlen im Mai 2026. Aber bei euch muss eine vorgezogene Neuwahl stattfinden, weil durch diese Austritte das Gremium quasi zerbrochen ist. Oder was ist da der Punkt?<\/strong><\/p>\n<p>Genau. Also wir streiten uns gerade noch so ein bisschen darum, ob jetzt gerade drei Leute noch im Gremium sind oder zwei. Definitiv sollten es aber sieben sein. Also muss unverz\u00fcglich neu gew\u00e4hlt werden. Der Wahlvorstand ist auch im Amt. Ist auch schon geschult. Dummerweise sind sie jetzt einfach in Urlaub gegangen. Der sei auf jeden Fall geg\u00f6nnt. Der steht denen ja auch tariflich zu. Aber dadurch r\u00fcckt das jetzt noch mal so ein bisschen nach hinten. Und wird weiter pr\u00e4sent sein m\u00fcssen. Und diese Wahl muss einfach neutral stattfinden k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen unsere Positionen auch tagt\u00e4glich nochmal vor Ort klar machen.<\/p>\n<p><strong>Die Drohung, die jetzt nat\u00fcrlich wieder nicht best\u00e4tigt wird \u2013 Ich finde das typisch deutsch. Im \u00dcbrigen. Das \u201eLand der Richter und Henker\u201c wird jetzt irgendwie zum \u201eLand der Pfuscher und Vertuscher und Heuchler\u201c. Das ist typisch\u2026 Also die sagen ja nie: \u201eJa, wir schmei\u00dfen dich jetzt raus, weil du Gewerkschaftsarbeit machst oder weil du ein guter, zu aktiver Betriebsrat bist\u201c, sondern nein, man wird gek\u00fcndigt aus irgendwelchen vorgeschobenen Gr\u00fcnden. Und am Ende, wenn es zu Gespr\u00e4chen auf hoher Ebene kommt, dann will es niemand gewesen sein. Und dann sind das alles nur Missverst\u00e4ndnisse und so\u2026 Ich jedenfalls glaube das nicht. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Die wollen jetzt also die Betriebsratswahl mit einer gelben Liste gewinnen oder wollen die \u00fcberhaupt keinen Betriebsrat mehr? Dass sich sozusagen das Gremium komplett aufl\u00f6st und sich keiner mehr traut. Also was ist da zu vermuten oder was ist da die Sto\u00dfrichtung?<\/strong><\/p>\n<p>Also die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin hat sehr kenntlich gemacht, dass sie mit den anderen beiden Betriebsr\u00e4ten der beiden anderen Gewerkschaften sehr gut zusammenarbeitet. Die sind tats\u00e4chlich aber auch nicht verdi-gebunden. Die sind in einer anderen Organisation.<\/p>\n<p>Ob das jetzt gelbe Listen sind, sei mal dahingestellt. Daf\u00fcr kenne ich die Kolleginnen noch nicht gut genug. Aber ich gehe schon fest davon aus, dass die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin sich andere Kandidatinnen und Kandidaten erw\u00fcnscht, die wahrscheinlich eher in ihrem Geiste als Betriebsr\u00e4te agieren. Dass dort kein Betriebsrat vor Ort sein sollte, das wird nicht passieren, das kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich gehe schon davon aus, dass wir eine Gegenliste haben werden.<\/p>\n<p><strong>Ah ja, okay\u2026 Na gut, dann danke ich dir jetzt erstmal f\u00fcr den Einblick und halte uns auf dem Laufenden! Und wenn es irgendwie M\u00f6glichkeiten gibt, euch zu unterst\u00fctzen, w\u00fcrden wir das auch tun und auch weiterleiten.<\/strong><\/p>\n<p>Quellen<\/p>\n<p>Sch\u00f6n, dass Sie da sind!<br \/>\nDer Verein aktion .\/. arbeitsunrecht e.V.  stellt alle Inhalte kostenfrei und ohne Werbung zur Verf\u00fcgung. Wir sind unabh\u00e4ngig von Stiftungen, Parteien, Gewerkschaften und staatlicher F\u00f6rderung.<b> Helfen Sie uns dabei, sorgenfrei \u00fcber die Runden zu kommen!<\/b> <strong>Damit wir auch in Zukunft unbequeme Nachrichten verbreiten k\u00f6nnen: <a href=\"https:\/\/arbeitsunrecht.de\/spenden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Bitte spenden Sie! <\/a><\/strong>!        <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Elmar Wigand spricht mit Maurice Graf (Ver.di-Sekret\u00e4r). 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