{"id":567681,"date":"2025-11-11T12:00:14","date_gmt":"2025-11-11T12:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/567681\/"},"modified":"2025-11-11T12:00:14","modified_gmt":"2025-11-11T12:00:14","slug":"ist-mir-der-adler-lieber-als-der-halbmond-dfb-prueft-einfuehrung-von-abloesesummen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/567681\/","title":{"rendered":"\u201eIst mir der Adler lieber als der Halbmond?\u201c \u2013 DFB pr\u00fcft Einf\u00fchrung von Abl\u00f6sesummen"},"content":{"rendered":"<p>Der Kampf der Nationalverb\u00e4nde um Fu\u00dfballtalente hat sich durch den gesellschaftlichen Wandel versch\u00e4rft. Fast die H\u00e4lfte der deutschen F\u00fcnfj\u00e4hrigen besitzt einen zweiten Pass. Der DFB denkt \u00fcber eine wegweisende Idee nach.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Am Freitag (20.45 Uhr\/RTL live) trifft die deutsche Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation auf Luxemburg. Die DFB-Elf will mit einem Sieg beim Fu\u00dfball-Zwerg und drei Tage sp\u00e4ter in Leipzig gegen die Slowakei das Ticket f\u00fcr die Weltmeisterschaft 2026 sichern. <\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Ziel f\u00fcr die nahe Zukunft ist gesetzt. Doch der Verband richtet den Blick weiter, um sich auch in den kommenden Jahren im Wettbewerb mit anderen Nationen zu behaupten. Schon in der Vergangenheit hatte der DFB \u2013 meist erfolgreich \u2013 um seine gr\u00f6\u00dften Talente gek\u00e4mpft. Allerdings tummeln sich auch in anderen Nationalmannschaften Spieler, die in Deutschland \u00fcber Jahre ausgebildet wurden. Ein Fakt, in dem DFB-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Andreas Rettig Ungerechtigkeit und wom\u00f6glich auch wirtschaftliches Potenzial erkennt.<\/p>\n<p>So pr\u00fcft der Verband nun, ob es bei Nationalmannschafts-Wechseln von Talenten die M\u00f6glichkeit auf Entsch\u00e4digungszahlungen gibt. \u201eEs erschlie\u00dft sich mir \u00fcberhaupt nicht, warum ein Spieler, der \u00fcber f\u00fcnf Jahre in erster Linie bei seinem Verein, aber dann auch bei dem Verband als Juniorpartner ausgebildet wurde, zum Nulltarif den Nationalverband wechseln kann\u201c, sagt Rettig.<\/p>\n<p>Andreas Rettig fordert Fairness ein<\/p>\n<p>\u201eWir pr\u00fcfen derzeit, ob es die Chance auf Ausbildungsentsch\u00e4digungen beim Nationalverbandwechsel gibt. Dieses Thema ist bislang noch nicht im gro\u00dfen Umfang angegangen worden. Aber Ausbildung muss sich eben f\u00fcr beide Seiten lohnen, den Auszubildenden und den Ausbilder\u201c, f\u00fchrte Rettig im Gespr\u00e4ch mit der Deutschen Presse-Agentur aus.<\/p>\n<p>Der Wechsel von Talenten ist nicht neu, aber durch den gesellschaftlichen Wandel wird dieses Thema immer gr\u00f6\u00dfer. \u201eIn Deutschland besitzen 43 Prozent der unter F\u00fcnfj\u00e4hrigen eine doppelte Staatsangeh\u00f6rigkeit. Wenn sie zehn oder zw\u00f6lf Jahre \u00e4lter sind, k\u00f6nnen sie sich entscheiden: Ist mir der Adler lieber als beispielsweise der Halbmond?\u201c, sagte Rettig. \u201eWir haben im Verband die Kaderlisten von der U15 bis zur U21 analysiert: Dort liegt der Anteil deutlich \u00fcber den genannten 43 Prozent. Es gibt Jahrg\u00e4nge, in denen sieben oder acht Spieler in der Startelf zwei P\u00e4sse besitzen.\u201c<\/p>\n<p>Neu ist das Werben um die Stars von Morgen nicht. Aber das Ausma\u00df der Nationalit\u00e4tenfrage nimmt in den Multi-Kulti-Gesellschaften zu. \u201eJetzt versch\u00e4rft sich das in einem Land wie Deutschland, in dem wir zum Gl\u00fcck diese kulturelle Vielfalt haben. Diese Vielfalt bringt aber auch die Wahlm\u00f6glichkeiten mit sich: Spieler k\u00f6nnen f\u00fcr das Land der Mutter, des Vaters oder sogar f\u00fcr eine dritte Option antreten\u201c, sagte Rettig. <\/p>\n<p>Jamal Musiala, der vor und nach zwei U16-L\u00e4nderspielen f\u00fcr den DFB mit \u00fcberschaubarem Erfolg in Nachwuchsteams der Three Lions auflief, entschied sich zum Beispiel als ein ganz gro\u00dfer Star f\u00fcr Schwarz-Rot-Gold. Bayern-Verteidiger Josip Stanisic (Kroatien), Juve-Star Kenan Yildiz oder Frankfurts Sturm-Talent Can Uzun (beide T\u00fcrkei) etwa zogen andere Auswahltrikots vor.<\/p>\n<p>Im aktuellen Aufgebot der deutschen U21, die in der EM-Qualifikation am Freitag in F\u00fcrth gegen Malta und vier Tage sp\u00e4ter in Georgien antritt, steht eine Reihe von Spielern, die mehr als eine Option haben. Drei Beispiele: Bei St\u00fcrmer Nicolo Tresoldi vom Champions-League-Club FC Br\u00fcgge wurde wiederholt spekuliert, ob er k\u00fcnftig f\u00fcr Italien oder weiter f\u00fcr Deutschland aufl\u00e4uft. Torh\u00fcter Mio Backhaus (Werder Bremen) darf mit einer WM-Teilnahme f\u00fcr Japan lieb\u00e4ugeln. Und der Wolfsburger St\u00fcrmer Dzenan Pejcinovic kann sogar zwischen Deutschland, Montenegro und Bosnien und damit drei Optionen w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Am Wochenende hatte der in Berlin geborene Leverkusener Ibrahim Maza angek\u00fcndigt, f\u00fcr Algerien spielen zu wollen. \u201eDeutschland hat gro\u00dfartige Spitzenspieler auf dieser Position. Es w\u00e4re sehr schwer f\u00fcr mich, dort zu spielen. Ich dachte, auf der Position des Spielmachers w\u00e4re es sehr schwierig, Spielzeit zu bekommen. Mein Ziel war es, an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. Auf dieser Position, mit Spielern wie Musiala, Wirtz und anderen, dachte ich, dass ich \u2013 rein sportlich betrachtet \u2013 bessere Chancen h\u00e4tte, mit Algerien bei der Weltmeisterschaft zu spielen\u201c, begr\u00fcndete der Nachwuchsspieler, der in mehreren Juniorenteams des DFB ausgebildet wurde.<\/p>\n<p>Eine Erkl\u00e4rung, zu der sich auch Bundestrainer Julian Nagelsmann am Montag ge\u00e4u\u00dfert hatte: \u201eDas Thema werden wir noch \u00f6fter haben. Er ist ein sehr guter Spieler. Wir akzeptieren seine Entscheidung. Nationalmannschaft hat nichts damit zu tun, dass ich als Spieler das Gef\u00fchl habe: ,Will ich da spielen, oder will ich da nicht spielen.\u2018 Es geht darum, ob ich stolz bin, f\u00fcr das Land zu spielen oder nicht. Und nicht darum, ob ein Musiala da spielt oder ein Wirtz. Ich bin stolz darauf, f\u00fcr mein Land zu spielen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Kampf der Nationalverb\u00e4nde um Fu\u00dfballtalente hat sich durch den gesellschaftlichen Wandel versch\u00e4rft. Fast die H\u00e4lfte der deutschen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":567682,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[136],"tags":[136883,12092,29,50501,481,77358,30,75852,265],"class_list":{"0":"post-567681","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-sport","8":"tag-abloesesummen-ks","9":"tag-andreas","10":"tag-deutschland","11":"tag-deutschland-fussballnationalmannschaft","12":"tag-dfb","13":"tag-dfb-deutscher-fussball-bund-ks","14":"tag-germany","15":"tag-rettig","16":"tag-sport"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115530958466988180","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/567681","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=567681"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/567681\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/567682"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=567681"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=567681"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=567681"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}