{"id":567691,"date":"2025-11-11T12:05:13","date_gmt":"2025-11-11T12:05:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/567691\/"},"modified":"2025-11-11T12:05:13","modified_gmt":"2025-11-11T12:05:13","slug":"muenchner-gericht-chatgpt-darf-liedtexte-nicht-ohne-lizenz-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/567691\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchner Gericht: ChatGPT darf Liedtexte nicht ohne Lizenz nutzen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/groenemeyer-544.jpg\" alt=\"Herbert Gr\u00f6nemeyer (Archivbild vom 06.06.24)\" title=\"Herbert Gr\u00f6nemeyer (Archivbild vom 06.06.24) | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 11.11.2025 11:51 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Im Streit um die Nutzung von Liedtexten &#8211; unter anderem von Herbert Gr\u00f6nemeyer &#8211; hat der ChatGPT-Betreiber OpenAI eine Niederlage gegen die GEMA hinnehmen m\u00fcssen. Das Landgericht M\u00fcnchen sieht eine Urheberrechtsverletzung.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nutzt eine Anwendung K\u00fcnstlicher Intelligenz Liedtexte, ohne daf\u00fcr eine Lizenz zu besitzen, verletzt der Entwickler damit das deutsche Urheberrecht. Das entschied das Landgericht M\u00fcnchen in einem Prozess des Musikrechteverwerters GEMA gegen den ChatGPT-Entwickler OpenAI.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">OpenAI werde wegen dieser Nutzungen zu Schadenersatz verurteilt, sagte die Vorsitzende Richterin Elke Schwager. Damit unterlag der ChatGPT-Entwickler OpenAI weitgehend gegen die GEMA. Das Gericht folgte \u00fcberwiegend der Argumentation der Verwertungsgesellschaft. Die GEMA hatte argumentiert, bei der automatischen Nutzung von Liedtexten durch ChatGPT handle es sich um eine unzul\u00e4ssige Vervielf\u00e4ltigung und Wiedergabe.<\/p>\n<p>    Sprachmodell nutzt Texte bekannter Lieder<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Konkret ging es in dem Verfahren um die Nutzung von neun Texten teils sehr bekannter Lieder &#8211; unter anderem &#8222;M\u00e4nner&#8220; von Herbert Gr\u00f6nemeyer, &#8222;\u00dcber den Wolken&#8220; von Reinhard Mey oder &#8222;In der Weihnachtsb\u00e4ckerei&#8220; von Rolf Zuckowski.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Texte waren zum Training von ChatGPT verwendet worden. Laut GEMA wurden sie dann auf einfache Anfragen an das System exakt oder zumindest weitgehend identisch auch wieder ausgegeben. ChatGPT ist ein Computerprogramm, das mit Hilfe eines Sprachmodells Antworten auf Fragen aller Art gibt.<\/p>\n<p>    Anfechtung wahrscheinlich<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die GEMA hatte sich nicht gegen die Nutzung als solche gewehrt, verlangt daf\u00fcr aber Lizenzgeb\u00fchren zugunsten der Urheber. Das Urteil ist nicht rechtskr\u00e4ftig und es ist wahrscheinlich, dass es OpenAI anfechten wird. Beide Parteien hatten zuvor angeregt, den Fall wegen seiner grunds\u00e4tzlichen Bedeutung an den Europ\u00e4ischen Gerichtshof zu verweisen. Laut GEMA handelt es sich um das erste derartige Verfahren in Europa.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Unternehmen hatte in der Verhandlung laut Gericht auf &#8222;die Schranken des Urheberrechts, insbesondere die Schranke des sogenannten Text- und Data-Mining&#8220; verwiesen. Im Hinblick auf die Ausgaben des KI-Chatbots sei zudem nicht OpenAI, sondern der jeweilige Nutzer Hersteller der Ausgabe und somit daf\u00fcr verantwortlich.<\/p>\n<p>    Grundlegende Bedeutung auch andere Kunstformen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Silke von Lewinski vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Innovation und Wettbewerb hatte im Vorfeld auf die grundlegende Bedeutung des Verfahrens f\u00fcr alle Werke hingewiesen, &#8222;sei es Literatur, journalistische Texte, Musik, bildende Kunst, Fotografie oder jegliche andere Werke, die f\u00fcr Generative KI benutzt werden&#8220;. Hier gehe es darum, &#8222;wie die schon jetzt existierenden Gesetze auszulegen sind&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sollte die letzte Instanz der GEMA Recht geben, w\u00fcrde das die Machtverh\u00e4ltnisse zwischen Kreativwirtschaft und den Technologieunternehmen ein St\u00fcck zugunsten der Urheber und anderer Rechteinhaber verschieben, sagte von Lewinski. &#8222;Bevor ein Text f\u00fcr Generative KI genutzt werden kann, m\u00fcssten die Rechteinhaber dann ihre Zustimmung geben und h\u00e4tten die M\u00f6glichkeit, daf\u00fcr eine Verg\u00fctung zu erhalten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Az. 42 O 14139\/24<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 11.11.2025 11:51 Uhr Im Streit um die Nutzung von Liedtexten &#8211; unter anderem von Herbert Gr\u00f6nemeyer &#8211;&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":567692,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[675,29,136577,30,13,1256,14,15,12,10,8,9,11,24106],"class_list":{"0":"post-567691","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-chatgpt","9":"tag-deutschland","10":"tag-gema","11":"tag-germany","12":"tag-headlines","13":"tag-kuenstliche-intelligenz","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-top-news","18":"tag-top-meldungen","19":"tag-topmeldungen","20":"tag-topnews","21":"tag-urheberrecht"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115530978124513280","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/567691","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=567691"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/567691\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/567692"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=567691"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=567691"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=567691"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}