{"id":568288,"date":"2025-11-11T17:39:21","date_gmt":"2025-11-11T17:39:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/568288\/"},"modified":"2025-11-11T17:39:21","modified_gmt":"2025-11-11T17:39:21","slug":"band-der-loecher-wofuer-man-tausende-loecher-in-den-anden-grub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/568288\/","title":{"rendered":"Band der L\u00f6cher: Wof\u00fcr man tausende L\u00f6cher in den Anden grub"},"content":{"rendered":"<p>Band der L\u00f6cher: Wof\u00fcr man tausende L\u00f6cher in den Anden grub &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>\u00bbBand der L\u00f6cher\u00ab: Wof\u00fcr man tausende L\u00f6cher in den Anden grub<\/p>\n<p>Vor mindestens 700\u00a0Jahren hoben Menschen in Peru tausende Gruben aus. Jetzt glauben Fachleute zu wissen, was es mit den mysteri\u00f6sen L\u00f6chern auf sich hat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Luftaufnahme einer trockenen, h\u00fcgeligen Landschaft mit erodierten Bergr\u00fccken und T\u00e4lern. Im Hintergrund sind gr\u00fcne landwirtschaftliche Felder und ein Flussbett zu sehen, die die karge W\u00fcstenlandschaft kontrastieren. Die Szene zeigt eine lange Reihe von k\u00fcnstlich angelegten Gruben.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DJI_20230606142438_0035_V.jpeg\" title=\"Luftaufnahme einer trockenen, h\u00fcgeligen Landschaft mit erodierten Bergr\u00fccken und T\u00e4lern. Im Hintergrund sind gr\u00fcne landwirtschaftliche Felder und ein Flussbett zu sehen, die die karge W\u00fcstenlandschaft kontrastieren. Die Szene zeigt eine lange Reihe von k\u00fcnstlich angelegten Gruben.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Jacob L. Bongers, University of Sydney (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Das \u00bbLochstreifenband\u00ab befindet sich unweit des Pisco-Tals in Peru. Es besteht aus circa 5200\u00a0Gruben. <\/p>\n<p>Im Pisco-Tal im S\u00fcden Perus schl\u00e4ngelt sich auf anderthalb Kilometern L\u00e4nge ein Band aus tausenden Gruben durch die Landschaft. Die s\u00fcdamerikanische St\u00e4tte am Monte Sierpe (Schlangenberg), die auch als \u00bbBand der L\u00f6cher\u00ab oder \u00bbLochstreifenband von Pisco\u00ab bekannt ist, d\u00fcrfte mindestens 700\u00a0Jahre alt sein und gibt Arch\u00e4ologen seit Langem R\u00e4tsel auf. Nun berichten Fachleute um Jacob Bongers von der University of Sydney <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.15184\/aqy.2025.10237\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">im Journal \u00bbAntiquity\u00ab<\/a>, dass sie das Geheimnis des Lochstreifenbands ein St\u00fcck weit gel\u00fcftet h\u00e4tten. Die Gruben dienten vermutlich als Markt zum Warentausch, als die Region vom Volk der Chincha beherrscht wurde. Sp\u00e4ter h\u00e4tten die Inka, die im 15.\u00a0Jahrhundert das Gebiet eroberten, in den \u00d6ffnungen Tributzahlungen empfangen. <\/p>\n<p>Die r\u00e4tselhafte St\u00e4tte am Monte Sierpe war erstmals 1931 auf Luftbildern aufgefallen. Sie besteht aus ungef\u00e4hr 5200\u00a0Gruben, die in Abschnitte von je 60\u00a0L\u00f6chern unterteilt sind. Auf Luftbildern, die Bongers und sein Team mithilfe von Drohnen aufgenommen haben, erkannten sie, dass die Abschnitte in charakteristischer Weise angeordnet sind: Sie setzen sich aus einer bestimmten Anzahl von Reihen mit jeweils einer bestimmten Anzahl von L\u00f6chern zusammen. Beispielsweise neun Reihen mit je acht L\u00f6chern, oder zw\u00f6lf Reihen mit abwechselnd sieben und acht \u00d6ffnungen.<\/p>\n<p>Die Arch\u00e4ologen untersuchten das Band der L\u00f6cher nicht nur aus der Luft, sondern nahmen ebenso Proben am Boden. In den Sedimenten fanden sie Keramik und Holzkohle, die eine Datierung ins 14.\u00a0Jahrhundert nahelegen. Zudem dokumentierten die Fachleute auch Pollen von Mais-, Tomaten- und Kartoffelpflanzen sowie Reste, die wahrscheinlich von K\u00f6rben und Matten stammen. Demnach k\u00f6nnten Menschen im Lochstreifenband einst K\u00f6rbe mit Nahrungsmitteln deponiert haben, um sie so in Einheiten aufzuteilen und wie auf einem Markt zum Tausch anzubieten.<\/p>\n<p>\u00bbEine bestimmte Zahl von L\u00f6chern, die Mais enthielten, w\u00e4re etwa gleichwertig gewesen mit einer bestimmten Zahl von L\u00f6chern, die eine andere Art von Gut enthielten, etwa Baumwolle oder Koka\u00ab, erkl\u00e4ren Bongers und sein Kollege Charles Stanish von der University of South Florida\u00a0<a href=\"https:\/\/theconversation.com\/a-centuries-old-grid-of-holes-in-the-andes-may-have-been-a-spreadsheet-for-accounting-and-exchange-269277\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">im Onlinemedium \u00bbThe Conversation\u00ab<\/a>. <\/p>\n<p> \u00a9 Charles Stanish, University of South Florida (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Marktloch | Die Gruben sind durchschnittlich einen halben bis einen Meter tief und ein bis zwei Meter breit. <\/p>\n<p>Bongers\u2019 Team fiel zudem auf, dass die Abschnitte den ber\u00fchmten Quipus \u00e4hneln, der Knotenschrift S\u00fcdamerikas. Hierf\u00fcr wurden Knoten in Schn\u00fcre gekn\u00fcpft und wie Fransen an einer Hauptschnur befestigt, um Zahlen f\u00fcr die Buchhaltung zu dokumentieren.<\/p>\n<p>Andere Zwecke des Lochstreifenbands, die Wissenschaftler bisher vorgeschlagen haben, schlie\u00dfen die Forscher aus. So gebe es weder Anzeichen daf\u00fcr, dass die Lochreihen zur Verteidigung dienten, noch f\u00fcr ihre Nutzung als Gr\u00e4ber, als Pflanzl\u00f6cher im Gartenbau oder als Sammelbecken f\u00fcr Wasser. Regenwasser sei in den H\u00f6henlagen zwischen 440 und 700\u00a0Meter praktisch nicht vorhanden, ebensowenig Grundwasser. Der nahe gelegene Pisco-Fluss d\u00fcrfte zudem ausreichend Wasser geliefert haben.<\/p>\n<p>Vom 11. bis 14.\u00a0Jahrhundert stand die Region unter der Kontrolle der Chincha, bis sie im 15.\u00a0Jahrhundert von den Inka einverleibt wurde und diese die Chincha zu Vasallen machten. Die neuen Herrscher k\u00f6nnten an den L\u00f6chern Tribute eingezogen haben, vermuten Bongers und sein Team. Das lege auch die Lage der St\u00e4tte nahe, an der sich wichtige Wege kreuzen und das Hochland auf die K\u00fcstenebene trifft. Zudem fanden sich in der N\u00e4he die \u00dcberreste zweier Verwaltungszentren der Inka. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist promovierte Arch\u00e4ologin und Redakteurin f\u00fcr Arch\u00e4ologie, Geschichte und Anthropologie. <\/p>\n<ul class=\"columns kiosk__bar__categories medium-3 no-bullet small-12\">\n<li class=\"active kiosk__bar__category__digital\">Digitalausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__print\">Printausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__topseller\">Topseller <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__bundle show-for-medium\">Bundles<\/li>\n<\/ul>\n<p> Bongers, J. L. et al., Antiquity \/10.15184\/aqy.2025.10237, 2025 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/8da8b308149a4aa89ce7947644210c94.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Band der L\u00f6cher: Wof\u00fcr man tausende L\u00f6cher in den Anden grub &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum Inhalt\u00bbBand der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":568289,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[137018,6425,137017,137019,13,105925,80,137016,14,15,52507,12,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-568288","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-anden","9":"tag-archaeologie","10":"tag-band-der-loecher","11":"tag-chincha","12":"tag-headlines","13":"tag-inka","14":"tag-kultur","15":"tag-lochstreifenband","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-peru","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-top-news","21":"tag-top-meldungen","22":"tag-topmeldungen","23":"tag-topnews","24":"tag-welt","25":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115532291971006515","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/568288","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=568288"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/568288\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/568289"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=568288"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=568288"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=568288"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}