{"id":568880,"date":"2025-11-11T23:14:14","date_gmt":"2025-11-11T23:14:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/568880\/"},"modified":"2025-11-11T23:14:14","modified_gmt":"2025-11-11T23:14:14","slug":"brandenburger-koalition-vier-bsw-abgeordnete-verlassen-partei-jetzt-schaltet-sich-wagenknecht-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/568880\/","title":{"rendered":"Brandenburger Koalition: Vier BSW-Abgeordnete verlassen Partei \u2013 jetzt schaltet sich Wagenknecht ein"},"content":{"rendered":"<p>Paukenschlag in der SPD-BSW-Koalition in Brandenburg: Vier Abgeordnete verlassen im Streit um die Medienstaatsvertr\u00e4ge das BSW. Die Mehrheitsverh\u00e4ltnisse sind denkbar knapp. Sahra Wagenknecht geht mit den Abweichlern ins Gericht.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die Regierungskoalition in Brandenburg steht nach dem Parteiaustritt von vier Mitgliedern des BSW auf der Kippe. In einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung verk\u00fcndeten Jouleen Gruhn, Melanie Matzies, Andr\u00e9 von Ossowski und Reinhard Simon den Schritt am Dienstagabend. Wie es mit der Koalition weitergeht, h\u00e4ngt unter anderem davon ab, wie sich die Mehrheitsverh\u00e4ltnisse nach dem Austritt ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>In ihrer Erkl\u00e4rung verweisen die vier Landtagsabgeordneten auf die j\u00fcngsten Entwicklungen innerhalb des BSW. \u201eAutorit\u00e4re Tendenzen pr\u00e4gen zunehmend mehr das innerparteiliche Klima, der Druck auf Abgeordnete w\u00e4chst, w\u00e4hrend offene Diskussionen und die Einbindung unterschiedlicher Stimmen in den Hintergrund treten\u201c, hei\u00dft es in der Erkl\u00e4rung, in der auch von \u201eradikalisierten Positionen\u201c die Rede ist.<\/p>\n<p>Sie monieren auch, dass Ostdeutschland bei der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article690a18fd0580923d0998712a\/wagenknechts-generalsekretaer-bsw-wird-kein-mehrheitsbeschaffer-fuer-anti-afd-regierung-sein.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article690a18fd0580923d0998712a\/wagenknechts-generalsekretaer-bsw-wird-kein-mehrheitsbeschaffer-fuer-anti-afd-regierung-sein.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neuaufstellung des Bundesvorstands des BSW<\/a> \u201estr\u00e4flich\u201c vernachl\u00e4ssigt werde. Auch dies habe zu dem Entschluss, aus der Partei auszutreten, beigetragen. Er sei das Ergebnis sorgf\u00e4ltiger \u00dcberlegungen.<\/p>\n<p>Parteigr\u00fcnderin Sahra Wagenknecht, die j\u00fcngst ihren R\u00fcckzug in Aussicht gestellt hatte, schaltete sich am Abend in der ARD-Sendung \u201eMaischberger\u201c in die Brandenburger Debatte ein. Die vier Personen h\u00e4tten im Wissen um die Positionen der Partei kandidiert und den Menschen versprochen, diese Positionen mit zu vertreten, sagte die BSW-Vorsitzende.<\/p>\n<p>Und weiter: \u201eIch finde es wirklich problematisch, wenn einzelne Abgeordnete hier in einer wichtigen Position \u2013 und unsere Kritik am \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk ist eine wichtige Position \u2013 meinen, das m\u00fcssten sie einfach anders machen, weil sie es vielleicht besser wissen\u201c, sagte Wagenknecht. Doch betonte sie, man werde \u201emit ihnen im Gespr\u00e4ch bleiben, und ich hoffe, dass wir das auch l\u00f6sen k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p>Worum geht es in dem Streit um die Rundfunkvertr\u00e4ge?<\/p>\n<p>Konkret beziehen sich die vier Abgeordneten auf die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6910e7f2b2d352db407653c5\/rundfunkstreit-in-brandenburg-bsw-signalisiert-zustimmung-im-ausschuss.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6910e7f2b2d352db407653c5\/rundfunkstreit-in-brandenburg-bsw-signalisiert-zustimmung-im-ausschuss.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Debatte um zwei Medienstaatsvertr\u00e4ge<\/a>, um die in der BSW-Fraktion zuletzt heftig gerungen wurde. Sie sollen in der kommenden Woche im Landtag zur Abstimmung gestellt werden. Dabei geht es um die Reform von ARD, ZDF und Deutschlandradio sowie mehr Jugendmedienschutz.<\/p>\n<p>Die BSW-Fraktion hatte mehrheitlich angek\u00fcndigt, dagegen zu stimmen. Sie fordert eine weitgehendere Reform und bef\u00fcrchtet bei den Pl\u00e4nen zum Jugendmedienschutz \u00fcberm\u00e4\u00dfige staatliche Eingriffe. Die vier ausgetretenen Landtagsabgeordneten beklagen, dass es in der Debatte dar\u00fcber einen \u201eVerlust an Besonnenheit, Vernunft und demokratischer Diskussionskultur\u201c gegeben habe.\u201eStatt Beteiligung, Dialog, Kompromiss und Einigung stand am Ende Eskalation.\u201c<\/p>\n<p>Innerhalb des BSW sind die Medienstaatsvertr\u00e4ge umstritten. Brandenburgs Finanzminister Robert Crumbach (BSW) tritt etwa f\u00fcr die Reformen ein. Der Partei-Bundesvorstand wiederum lehnte sie Anfang November ab. Vollends eskalierte der Streit, als vier Abgeordnete einen Misstrauensantrag gegen den Fraktionsvorstand um den Vorsitzenden Niels-Olaf L\u00fcders stellten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Sitzung des Hauptausschusses im Landtag am Mittwoch \u2013 eine Vorabstimmung \u2013 wird erwartet, dass Crumbach mit Ja stimmt, BSW-Fraktionschef L\u00fcders mit Nein. Bei der Entscheidung im Landtag wollte die BSW-Fraktion laut L\u00fcders am 19.\/20. November mehrheitlich mit Nein stimmen. Ministerpr\u00e4sident Dietmar Woidke d\u00fcrfte f\u00fcr die Medienstaatsvertr\u00e4ge dennoch eine Mehrheit erhalten, da auch die CDU Zustimmung signalisierte.<\/p>\n<p>Von Ossowski, einer der ausgetretenen Parlamentarier, machte im RBB deutlich, dass sein Austritt auch mit politischen Stilfragen zu tun hat.  \u201eWenn man sich sicher ist, dass ein Antrag durchgeht, ist es f\u00fcr mich eine Moralapostelei, sich hinzustellen, gegen\u00fcber den B\u00fcrgern und zu sagen, wir sind aber dagegen, weil man ja wei\u00df: Der Staatsvertrag geht durch. Das geh\u00f6rt sich nicht. Damit br\u00fcskiert man auch die Koalition und den Ministerpr\u00e4sidenten\u201c, sagte er am Dienstagabend.<\/p>\n<p>Koalition ohne vier ehemalige BSW-Abgeordnete ohne Mehrheit<\/p>\n<p>Die SPD wurde von dem Bruch innerhalb des BSW \u00fcberrascht und will erst einmal mit der BSW-Fraktionsspitze beraten. Sie hat es nun praktisch mit zwei Lagern innerhalb der Fraktion zu tun. SPD-Fraktionschef Bj\u00f6rn L\u00fcttmann verweist aber darauf, dass die vier ausgetretenen BSW-Mitglieder \u201eein klares Bekenntnis zur Koalition\u201c abgegeben h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Denn die vier ausgetretenen Abgeordneten betonen, dass sie als Mitglieder der Fraktion die Arbeit von SPD-Ministerpr\u00e4sident Dietmar Woidke und der BSW-Minister weiter unterst\u00fctzen wollen.<\/p>\n<p>Der Brandenburger Landtag besteht aus 88 Abgeordneten. Die SPD ist mit 32 Sitzen die gr\u00f6\u00dfte Fraktion im Landtag, hat aber keine absolute Mehrheit. Sie ist daher auf Koalitionspartner angewiesen. Zusammen mit dem BSW und dessen 14 Sitzen haben beide eine knappe Mehrheit von 46 Stimmen. Die AfD ist mit 30 Sitzen vertreten. Die CDU verf\u00fcgt \u00fcber 12 Sitze im Landtag.<\/p>\n<p>Ohne Gruhn, Matzies, von Ossowski und Simon k\u00e4me das BSW auf zehn Abgeordnete. Die Koalition w\u00fcrde damit von 46 auf 42 Abgeordnete schrumpfen und h\u00e4tte damit keine absolute Mehrheit mehr. Nach aktuellem Stand wollen die vier in der Fraktion bleiben \u2013 parteilos. Eine Koalition aus SPD und CDU h\u00e4tte mit 44 Stimmen keine Mehrheit.<\/p>\n<p>dpa\/coh\/sebe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Paukenschlag in der SPD-BSW-Koalition in Brandenburg: Vier Abgeordnete verlassen im Streit um die Medienstaatsvertr\u00e4ge das BSW. 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