{"id":569023,"date":"2025-11-12T00:35:26","date_gmt":"2025-11-12T00:35:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/569023\/"},"modified":"2025-11-12T00:35:26","modified_gmt":"2025-11-12T00:35:26","slug":"suedafrika-buergerwehr-operation-dudula-drangsaliert-migranten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/569023\/","title":{"rendered":"S\u00fcdafrika: B\u00fcrgerwehr &#8222;Operation Dudula&#8220; drangsaliert Migranten"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/operation-dudula-102.jpg\" alt=\"Aktivisten der &quot;Operation Dudula&quot; \" title=\"Aktivisten der &quot;Operation Dudula&quot;  | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 11.11.2025 20:25 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Sie marschieren durch Townships, bedrohen ausl\u00e4ndische Ladenbetreiber, blockieren Kliniken. Seit Jahren inszeniert sich die &#8222;Operation Dudula&#8220; in S\u00fcdafrika als B\u00fcrgerwehr. Jetzt hat ein Gericht ihr Grenzen gesetzt. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/stephan-ueberbach-112.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Stephan Ueberbach\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ueberbach-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Johannesburg, Mitte Juli. Hunderte Anh\u00e4nger der &#8222;Operation Dudula&#8220; ziehen durch die Stadt, protestieren vor den B\u00fcros von Menschenrechtsorganisationen. Sie werfen ihnen vor, die Interessen der S\u00fcdafrikanerinnen und S\u00fcdafrikaner zu vernachl\u00e4ssigen und sich stattdessen an die Seite illegaler Einwanderer zu stellen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Wir k\u00f6nnen nicht ganz Afrika versorgen&#8220;, sagt dieser Mann, und: &#8222;Sie sollen in ihre L\u00e4nder zur\u00fcckgehen. Wir wollen sie hier nicht mehr!&#8220;<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>    Es geht gegen Zuwanderer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Sie&#8220;, das sind Menschen aus Nachbarl\u00e4ndern wie Simbabwe, Malawi oder Mosambik, die ohne g\u00fcltigen Pass in S\u00fcdafrika leben\u00a0und sich als Tagel\u00f6hner, Hausangestellte, G\u00e4rtner oder Stra\u00dfenh\u00e4ndler durchschlagen. &#8222;Sie&#8220;\u00a0sind aber auch Zuwanderer aus Pakistan oder Bangladesch, die vor allem in den Townships und armen Vororten kleine L\u00e4den betreiben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wenn es nach &#8222;Operation Dudula&#8220; geht, sollten diese Menschen das Land so schnell wie m\u00f6glich verlassen. Die Gruppe ist 2021 im fr\u00fcheren Township Soweto entstanden, einer Millionensiedlung im S\u00fcdosten von Johannesburg, in der viele Viertel gepr\u00e4gt sind von Armut, Arbeitslosigkeit und Kriminalit\u00e4t.<strong> &#8222;<\/strong>Dudula&#8220;\u00a0kommt aus der Sprache der Zulu und hei\u00dft \u00fcbersetzt so viel wie &#8222;hinausdr\u00e4ngen&#8220;. <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zandile Dabula ist das Gesicht und die Sprecherin der Bewegung, die sie als &#8222;gemeinschaftsbasierte Organisation, die gr\u00f6\u00dfer ist, als wir alle&#8220; beschreibt. Entstanden sei die Organisation &#8222;aus der Frustration ganz normaler B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger&#8220;, die ihrer Meinung nach &#8222;\u00fcber sehr lange Zeit \u00fcbergangen&#8220; worden seien.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hauptziel von &#8222;Operation Dudula&#8220; sei, sicherzustellen, dass wir in einem sicheren S\u00fcdafrika leben &#8211; mit gesetzestreuen Einwohnern&#8220;. Man k\u00e4mpfe gegen alles, was illegal sei.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Wenn  Mitglieder der Operation Dudula und ihre Kritiker aufeinandertreffen, kann es auch zu Handgreiflichkeiten kommen &#8211; wie hier in Johannesburg.\n                    <\/p>\n<p>    Die Sache mit der Gesetzestreue<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dabei sind der Organisation, die sich vor allem \u00fcber soziale Medien organisiert, ganz offensichtlich viele Mittel recht. B\u00fcrgerrechtler sagen: &#8222;Operation Dudula&#8220; betreibe Selbstjustiz.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aktivisten kontrollieren Papiere, machen Gesch\u00e4fte dicht, versperren Migranten den Zugang zu Krankenh\u00e4usern und Schulen. Angesichts von hoher Arbeitslosigkeit und grassierender Armut verlangt die Gruppe &#8222;S\u00fcdafrikaner zuerst&#8220; &#8211;\u00a0in allen Lebensbereichen, bei Jobs, Bildung, Sozialleistungen, Gesundheit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Au\u00dferdem solle die Regierung die Grenzen dichtmachen und kriminelle Ausl\u00e4nder abschieben.<\/p>\n<p>    Angebliche Wahrheiten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit weist die Sprecherin von &#8222;Operation Dudula&#8220; entschieden zur\u00fcck. Aber dann sagt sie, viele der Probleme S\u00fcdafrikas entst\u00fcnden &#8222;aus der Anwesenheit illegaler Migranten&#8220; und nennt Morde, Vergewaltigungen &#8211; und dass Kinder &#8222;an giftigen Snacks&#8220; st\u00fcrben<strong>.<\/strong> Und man wisse ja, dass diese &#8222;von Somaliern oder Pakistanis&#8220; k\u00e4men.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Tats\u00e4chlich sind in den vergangenen Monaten im Gro\u00dfraum Johannesburg mehrere Schulkinder gestorben, nachdem sie Chips oder S\u00fc\u00dfigkeiten gegessen hatten, die in sogenannten Spaza-Shops vermutlich unsachgem\u00e4\u00df in der N\u00e4he von hochgiftigen Pestiziden gelagert worden waren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Viele dieser informellen L\u00e4den werden zwar von Ausl\u00e4ndern betrieben, die pauschale Schuldzuweisung durch die &#8222;Operation Dudula&#8220; halten B\u00fcrgerrechtsorganisation allerdings f\u00fcr hochproblematisch, weil damit fremdenfeindliche Ressentiments gesch\u00fcrt werden. Das gilt auch f\u00fcr die Behauptung der Gruppe, S\u00fcdafrikas Drogenproblem gehe vor allem auf Nigerianer zur\u00fcck.<\/p>\n<p>    Niederlage vor Gericht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kritiker sehen die Bewegung als selbsternannte B\u00fcrgerwehr und werfen ihr Einsch\u00fcchterung vor. Menschenrechtsorganisationen wie das Institut f\u00fcr soziale und wirtschaftliche Rechte (SERI) haben Dudula deshalb verklagt und Recht bekommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Laut dem High Court in Johannesburg hat &#8222;Operation Dudula&#8220; mit Einsch\u00fcchterungsversuchen, Aufrufen zu Gewalt und Hassrede gegen geltendes Recht versto\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">SERI-Sprecher Nkosinathi Sithole erl\u00e4utert, dass Dudula-Mitglieder nicht durch die Gegend laufen und Menschen nach ihren Ausweisdokumenten fragen oder sich Zugang zu privaten Grundst\u00fccken und Gesch\u00e4ften verschaffen d\u00fcrften.\u00a0&#8222;Als B\u00fcrgerwehr aufzutreten, ausl\u00e4ndische Staatsangeh\u00f6rige zu S\u00fcndenb\u00f6cken zu machen und die Rechte von Menschen &#8211; auch von S\u00fcdafrikanern &#8211; zu verletzen, ist nicht akzeptabel.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Operation Dudula&#8220;\u00a0will gegen das Urteil Berufung einlegen und notfalls vor das Verfassungsgericht ziehen. Au\u00dferdem hat sich die Gruppe inzwischen als politische Partei registrieren lassen und will bei den n\u00e4chsten Wahlen antreten. Ganz offensichtlich versucht &#8222;Operation Dudula&#8220;, dem Beispiel anderer populistischer Organisationen weltweit zu folgen und sich als Stimme einer angeblich &#8222;schweigenden Mehrheit&#8220; zu inszenieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 11.11.2025 20:25 Uhr Sie marschieren durch Townships, bedrohen ausl\u00e4ndische Ladenbetreiber, blockieren Kliniken. 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