{"id":569712,"date":"2025-11-12T07:31:21","date_gmt":"2025-11-12T07:31:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/569712\/"},"modified":"2025-11-12T07:31:21","modified_gmt":"2025-11-12T07:31:21","slug":"warum-es-in-der-ganzen-muenchner-altstadt-keine-spatzen-mehr-gibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/569712\/","title":{"rendered":"Warum es in der ganzen M\u00fcnchner Altstadt keine Spatzen mehr gibt"},"content":{"rendered":"<p>Drau\u00dfen im Caf\u00e9 pickt ein Spatz am Nachbartisch die letzten Kr\u00fcmel vom Kuchenteller. So eine Beobachtung kann man in der M\u00fcnchner Altstadt gar nicht mehr machen. Das sagt zumindest Oliver Wittig. Seit 20 Jahren engagiert er sich in M\u00fcnchen ehrenamtlich beim Landesbund f\u00fcr Vogelschutz (LBV), zum Beispiel macht er Jahr f\u00fcr Jahr bei der Vogelz\u00e4hlung mit. Er ist au\u00dferdem \u00d6DP-Mitglied und wei\u00df: &#8222;Innerhalb des Altstadtrings gibt es keine Spatzen mehr.&#8220; Die letzte Kolonie sei verschwunden, als die Bahn mit der Baustelle f\u00fcr die S-Bahn auf dem Marienhof begann. Auf der Wiese fanden sie fr\u00fcher ihre Nahrung. In den Geb\u00e4uden drum herum br\u00fcteten sie.<\/p>\n<p>&#8222;Man hat die Spatzen nicht aus der M\u00fcnchner Altstadt vertrieben, aber man hat ihnen den Lebensraum genommen&#8220;, sagt Wittig. Schon vor Jahren hat der LBV festgestellt, dass in keiner anderen deutschen Stadt so wenig Spatzen leben wie in M\u00fcnchen. Der Bestand gehe in ganz Europa zur\u00fcck. In Bayern steht der Spatz sogar auf der Vorwarnliste der gef\u00e4hrdeten Arten, also unter strengem Schutz.<\/p>\n<p>Wiesen und Nistpl\u00e4tze fehlen in M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Woran liegt es, dass sich der Spatz hier nicht mehr wohlf\u00fchlt? &#8222;An der extremen Versiegelung&#8220;, antwortet Wittig. In M\u00fcnchen, insbesondere im Zentrum, gebe es kaum Gr\u00fcnfl\u00e4chen. Aber auch Nistpl\u00e4tze fehlen. &#8222;Spatzen sind Geb\u00e4udebr\u00fcter. Das hei\u00dft, sie br\u00fcten in D\u00e4chern und in L\u00f6chern von Fassaden&#8220;, sagt Wittig. Doch wenn H\u00e4user renoviert w\u00fcrden, w\u00fcrden solche Ritzen oftmals verschlossen. &#8222;Au\u00dferdem m\u00fcssen Spatzen in Sand baden, so befreien sie sich von Parasiten&#8220;, wei\u00df der Natursch\u00fctzer. Baubrachen seien daf\u00fcr geeignet. Doch auch solche Fl\u00e4chen gebe es in M\u00fcnchen kaum. Ein weiteres Problem sei, dass G\u00e4rten und Parks zu &#8222;sehr geputzt&#8220; w\u00fcrden. Also: Der Rasen wird zu oft gem\u00e4ht. Wiesen, wo L\u00f6wenzahn w\u00e4chst, dessen Samen die Spatzen lieben, gebe es kaum.<\/p>\n<p>Was kann M\u00fcnchen tun? Die \u00d6DP hat Ideen<\/p>\n<p>\u00d6DP-Chef Tobias Ruff macht nun Vorschl\u00e4ge, was M\u00fcnchen tun k\u00f6nnte, um wieder Spatzen-freundlicher zu werden. Er fordert, dass Hauseigent\u00fcmer Zusch\u00fcsse f\u00fcr die Pflanzung heimischer Hecken und den Einbau von Niststeinen bekommen. Das sind hohle Steine, die man unter dem Dach anbringen kann und die den Spatzen Platz zum Nisten bieten. F\u00fcr so ein F\u00f6rderprogramm m\u00fcsste die Stadt laut der \u00d6DP nicht viel Geld ausgeben. Sie rechnet mit maximal 30 Euro f\u00fcr ein Nistmodul.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem beantragt die \u00d6DP, dass die Stadt etwa in Moosach, der Au oder im Westend Fl\u00e4chen schafft, wo sich Spatzen wohlf\u00fchlen \u2013 mit Bl\u00fchwiesen, Hecken und Wasserstellen.<\/p>\n<p>Auch die M\u00fcnchner Schulen und Kitas sollen nach und nach mit Nistpl\u00e4tzen ausgestattet werden, fordert die \u00d6DP. Der Spatz brauche, findet \u00d6DP-Chef Tobias Ruff, &#8222;dringend unsere Hilfe, damit sich seine Population wieder erholt. Deshalb wollen wir die Sperlinge unter unsere Fittiche nehmen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Drau\u00dfen im Caf\u00e9 pickt ein Spatz am Nachbartisch die letzten Kr\u00fcmel vom Kuchenteller. 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