{"id":570368,"date":"2025-11-12T16:53:22","date_gmt":"2025-11-12T16:53:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/570368\/"},"modified":"2025-11-12T16:53:22","modified_gmt":"2025-11-12T16:53:22","slug":"regenbogennation-im-schatten-suedafrikas-wirtschaft-kaempft-mit-strukturellen-defiziten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/570368\/","title":{"rendered":"Regenbogennation im Schatten: S\u00fcdafrikas Wirtschaft k\u00e4mpft mit strukturellen Defiziten"},"content":{"rendered":"<p class=\"date\">12.11.2025 \u2013 16:05<\/p>\n<p class=\"customer\">\n                        <a class=\"story-customer\" title=\"weiter zum newsroom von Coface Deutschland\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/nr\/51597\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Coface Deutschland<\/a>\n                    <\/p>\n<p><a data-category=\"citylink-story-view\" data-action=\"click\" data-label=\"Citylink in Meldungsansicht\" class=\"story-city event-trigger\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/regional\/Mainz\" title=\"News aus Mainz \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mainz<\/a> (ots)<\/p>\n<p><b>Fast zwei Jahrzehnte nach dem Beitritt zu den BRICS-Staaten hat S\u00fcdafrika seine Entwicklungsversprechen nicht eingel\u00f6st. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt 2025 unter dem Niveau von 2007, begleitet von einer deutlichen Verschlechterung sozialer Indikatoren: hohe Arbeitslosigkeit, zunehmende Armut und eine marode Infrastruktur. Anders als seine aufstrebenden Pendants in Asien und Lateinamerika steckt die &#8222;Regenbogennation&#8220; in einem Stillstand fest. Eine aktuelle Analyse des internationalen Kreditversicherers Coface zeigt, dass zwei zentrale strukturelle Probleme ma\u00dfgeblich dazu beitragen: das Versagen des Energiesystems und massive Verzerrungen am Arbeitsmarkt.<\/b><\/p>\n<p> &#8222;S\u00fcdafrika steht an einem Wendepunkt. Mit einer diversifizierten Industrie, einem starken Finanzsektor und glaubw\u00fcrdigen Institutionen verf\u00fcgt das Land \u00fcber die Voraussetzungen f\u00fcr einen Aufschwung. Doch strukturelle Probleme in den Bereichen Energie und Besch\u00e4ftigung bremsen das Wachstum. Ohne tiefgreifende und nachhaltige Reformen bleibt das Wachstumspotenzial dauerhaft eingeschr\u00e4nkt&#8220;, sagt Aroni Chaudhuri, Afrika-Volkswirt bei Coface. F\u00fcr das Jahr 2025 prognostiziert der Kreditversicherer ein Wirtschaftswachstum von 0,8% gegen\u00fcber dem Vorjahr, f\u00fcr 2026 ein Wachstum von 1,3%. <\/p>\n<p><b>Vom Aufbruch der 2000er zur Ern\u00fcchterung nach der Pandemie<\/b><\/p>\n<p> Getragen von steigenden Rohstoffpreisen und einer erfolgreichen Integration in den Welthandel verzeichnete S\u00fcdafrika in den 2000er Jahren ein durchschnittliches j\u00e4hrliches Wachstum von 4,3%. Investitionen und Konsum waren stark, und das Land schien bereit f\u00fcr eine rasche Entwicklung im Kreis der Schwellenl\u00e4nder. Doch mehrere aufeinanderfolgende Krisen wie die Finanzkrise 2008, das Ende des Rohstoffbooms 2014 sowie die Coronapandemie, legten tiefgreifende strukturelle Schw\u00e4chen offen. Gegenw\u00e4rtig ist die private und \u00f6ffentliche Investitionsaktivit\u00e4t schwach und macht lediglich 14,5% des BIP aus &#8211; zu wenig, um die Wirtschaft zu beleben und die Infrastruktur zu modernisieren. <\/p>\n<p><b>Die Energiekrise: Wachstumsbremse Nummer eins<\/b><\/p>\n<p> Elektrizit\u00e4t, das R\u00fcckgrat der s\u00fcdafrikanischen Wirtschaft, ist zur Achillesferse geworden. Eskom, das staatliche Energieversorgungsunternehmen des Landes, das bis 2024 einen Markanteil von rund 90% hatte, leidet seit \u00fcber einem Jahrzehnt unter zu geringen Investitionen. Ursache sind eine inad\u00e4quate Preissetzungspolitik und Schw\u00e4chen in der Unternehmensf\u00fchrung. &#8222;Bis 2008 wurden Strompreise k\u00fcnstlich niedrig gehalten, um energieintensive Industrien zu st\u00fctzen. Als die Regierung schlie\u00dflich eine realistischere Strompreispolitik einf\u00fchrte, war es zu sp\u00e4t: Die veraltete Infrastruktur f\u00fchrte immer h\u00e4ufiger zu Stromausf\u00e4llen, die Nachfrage sank und Eskom geriet in eine Schuldenspirale&#8220;, erkl\u00e4rt Aroni Chaudhuri. Zwischen 2008 und 2019 vervierfachten sich die Strompreise, ohne die Versorgungsprobleme zu l\u00f6sen. <\/p>\n<p> Die Folgen sind gravierend: massive Stromabschaltungen l\u00e4hmen die Wirtschaft, Produktionskapazit\u00e4ten gehen verloren, private Investitionen sind r\u00fcckl\u00e4ufig und die \u00f6ffentlichen Finanzen geraten zunehmend unter Druck. Die staatlich garantierten Schulden Eskoms explodierten und trugen dazu bei, dass die Staatsverschuldung im Verh\u00e4ltnis zum BIP von 28% in den Jahren 2007\/2008 auf mittlerweile 76% angestiegen ist. <\/p>\n<p><b>Ein dysfunktionaler Arbeitsmarkt<\/b><\/p>\n<p> Das zweite gro\u00dfe Hindernis ist der Arbeitsmarkt. Mit einer Arbeitslosenquote von 33,2% im zweiten Quartal 2025 geh\u00f6rt S\u00fcdafrika weltweit zu den Schlusslichtern der Statistik. Verantwortlich ist eine toxische Mischung aus fortschreitender Deindustrialisierung seit 2008, einem Missverh\u00e4ltnis zwischen Qualifikationsangebot und -nachfrage und vor allem dem territorialen Erbe der Apartheid, das gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung von wirtschaftlichen Zentren fernh\u00e4lt. Mehr als 30 Jahre nach dem Ende der Apartheid bleibt die r\u00e4umliche Trennung bestehen: Townships und benachteiligte Wohngebiete liegen weit entfernt von Arbeitszentren, hinzu kommen hohe Transportkosten und eine mangelhafte Infrastruktur. Diese territoriale Fragmentierung f\u00fchrt zu struktureller Ausgrenzung, h\u00e4lt die Erwerbsbeteiligung niedrig und mindert die Wirksamkeit arbeitsmarktpolitischer Ma\u00dfnahmen. <\/p>\n<p><b>Hoffnung auf wirtschaftliche Erneuerung<\/b><\/p>\n<p> Trotz dieser Herausforderungen gibt es positive Signale. Die Bildung der ersten Koalitionsregierung im modernen S\u00fcdafrika 2024 markiert einen politischen Wendepunkt und k\u00f6nnte mehr Pluralismus und politische Kontrolle bringen. Wichtige Reformen wurden angesto\u00dfen: Eskom soll restrukturiert, der Privatsektor st\u00e4rker in die Energieversorgung eingebunden und regulatorische H\u00fcrden f\u00fcr Unternehmen abgebaut werden. Doch der Weg ist lang. &#8222;Selbst bei ambitionierten Reformen wird es Jahre dauern, bis S\u00fcdafrika sein Potenzial als dynamische und vielversprechende Volkswirtschaft wieder aussch\u00f6pfen kann, so wie es in den 2000er Jahren erhofft wurde. Die Voraussetzungen daf\u00fcr sind vorhanden, S\u00fcdafrika ist voll in den globalen Handel und Finanzkreislauf integriert&#8220;, sagt Aroni Chaudhuri. <\/p>\n<p>Die vollst\u00e4ndige Analyse und Grafiken zum Download:  <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener\" href=\"http:\/\/www.coface.de\">www.coface.de<\/a><\/p>\n<p class=\"contact-headline\">Pressekontakt:<\/p>\n<p class=\"contact-text\">Coface, Niederlassung in Deutschland<br \/>Sebastian Knierim &#8211; Pressesprecher &#8211;<br \/>Tel. 06131\/323-335<br \/><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/51597\/mailto: sebastian.knierim@coface.com\" class=\"uri-mailto\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> sebastian.knierim@coface.com<\/a><br \/><a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.coface.de\">www.coface.de<\/a><\/p>\n<p class=\"originator\">Original-Content von: Coface Deutschland, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"12.11.2025 \u2013 16:05 Coface Deutschland Mainz (ots) Fast zwei Jahrzehnte nach dem Beitritt zu den BRICS-Staaten hat S\u00fcdafrika&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":386213,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1847],"tags":[5976,620,3364,29,1149,548,663,3934,30,13,2052,54,14,15,178,180,179,181,37774,12,4544,381],"class_list":{"0":"post-570368","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wiesbaden","8":"tag-analyse","9":"tag-arbeitsmarkt","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-energie","13":"tag-eu","14":"tag-europa","15":"tag-europe","16":"tag-germany","17":"tag-headlines","18":"tag-hessen","19":"tag-industrie","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-presse","23":"tag-pressemeldung","24":"tag-pressemitteilung","25":"tag-pressemitteilungen","26":"tag-sdafrika","27":"tag-schlagzeilen","28":"tag-wiesbaden","29":"tag-wirtschaftspolitik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115537772900657866","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570368","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=570368"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570368\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/386213"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=570368"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=570368"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=570368"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}