{"id":570734,"date":"2025-11-12T20:22:12","date_gmt":"2025-11-12T20:22:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/570734\/"},"modified":"2025-11-12T20:22:12","modified_gmt":"2025-11-12T20:22:12","slug":"ihre-hilfe-ist-gefragt-familienfotos-mit-geschichte-zum-leipziger-fotoatelier-mittelmann-gesucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/570734\/","title":{"rendered":"Ihre Hilfe ist gefragt! Familienfotos mit Geschichte zum Leipziger Fotoatelier Mittelmann gesucht"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr eine kommende Sonderausstellung bittet das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger um Mithilfe. Gesucht werden Fotos und ihre Geschichten zum Fotoatelier Mittelmann, das von 1909 bis 1938 im Haus Peterssteinweg 15 ans\u00e4ssig war. Vor allem Portr\u00e4ts von Leipzigerinnen und Leipzigern entstanden hier.<\/p>\n<p>Der j\u00fcdische Fotograf Abram Mittelmann (2.5.1876 &#8211; 4.9.1942) er\u00f6ffnete am 28. Oktober 1904 am L\u00f6hrs Platz 2 (heute Tr\u00f6ndlinring 6) ein zun\u00e4chst kleines Unternehmen, das auf die Herstellung von Ansichtskarten und die Vergr\u00f6\u00dferung von Fotografien spezialisiert war. 1909 bezog er mit dem Gesch\u00e4ft und seiner jungen Familie eine gro\u00dfe Wohnung im vierten Obergeschoss im Haus Peterssteinweg 15. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte er sich so weit etabliert, dass er im Erdgeschoss Peterssteinweg an der Ecke zur H\u00e4rtelstra\u00dfe ein Ladengesch\u00e4ft er\u00f6ffnete, in dem er f\u00fcr den Amateur- und Berufsfotografiebereich Apparate und Zubeh\u00f6r verkaufte. Als Jude wurde Mittelmann seit 1933 angefeindet und kam mehrfach in Haft, nach der Pogromnacht am 9. November 1938 musste er das Gewerbe aufgeben und entschloss sich mit seiner Frau zur Flucht.<\/p>\n<p>1988 wurden auf dem Dachboden des Hauses Peterssteinweg 15 mehr als 2.000 Glasnegative entdeckt \u2013 darunter rund 1.800 Portr\u00e4ts von Frauen, M\u00e4nnern und Kindern. Sie alle brauchten ein Foto f\u00fcr Freunde, zur Erinnerung oder ein Passbild. Einige von ihnen waren vermutlich J\u00fcdinnen und Juden. Obwohl es sich meist um \u00bbAlltags\u00ab-Portr\u00e4ts handelt, kam ein deutschlandweit einzigartiger Foto-Schatz ans Licht.<\/p>\n<p>\u00bbDas Archiv erm\u00f6glicht viele neue Erkenntnisse zu Leipzigs Stadtgesellschaft und auch ihrer j\u00fcdischen Gemeinde. Es ist erst seit kurzem nutzbar, dank der Genehmigung der Enkelin des Fotografen Mittelmann, Nadia Vergne. Als digitale Sammlung stehen die \u00fcber 2.000 Fotografien \u00f6ffentlich in der Datenbank des Museums zur Verf\u00fcgung. Meist sind es Alltagsportr\u00e4ts, aber sie liefern wichtige Infos \u00fcber die Menschen in ihrer Zeit. Wir wollen noch mehr erfahren und mit Hilfe der \u00d6ffentlichkeit Wissensl\u00fccken im Bestand schlie\u00dfen, aber auch nach weiteren Mittelmann-Fotos fragen. Helfen Sie bitte mit. Schauen Sie zu Hause in den Fotoalben der Familie, ob es da Fotos aus dem Atelier Mittelmann gibt, zum Beispiel der eigenen Gro\u00dfeltern\u00ab, erg\u00e4nzt Dr. Johanna S\u00e4nger, Kuratorin f\u00fcr Stadt- und Landesgeschichte ab 1800 am Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig.<\/p>\n<p>Nur wenige der Portr\u00e4tierten sind bisher bekannt. Von anderen liegen die Familienverh\u00e4ltnisse, ihre Herkunft und Stellung, ihr Berufsbiografien und ihr Schicksal bisher im Dunkeln<strong>. <\/strong>Das soll sich \u00e4ndern: Aufruf! Kennen Sie Fotos aus der Zeit? Haben Sie solche mit einem Stempel oder Umschlag des Ateliers Mittelmann? Dann melden Sie sich bitte beim Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig via stadtmuseum@leipzig.de oder telefonisch unter 0341.9651340 bei Kuratorin Dr. Johanna S\u00e4nger.<\/p>\n<p>Ab Juni 2026 wird das Stadtgeschichtliche Museum die wiederentdeckten Geschichten in einer eigenen Sonderausstellung im S\u00e4chsischen Themenjahr TACHELES sichtbar machen \u2013 und damit auch die von Menschen, Familien, Vereinen und Firmen, die mit den Fotos verbunden sind.<\/p>\n<p>Die Vorbereitung der Sonderausstellung ist dank der finanziellen Unterst\u00fctzung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Leipzig ebenso der Stadt Leipzig m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Leipziger Fotoarchiv Mittelmann<\/strong><\/p>\n<p>Homepage Stadtgeschichtliches Museums Leipzig<br \/><a href=\"https:\/\/www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de\/ausstellungen\/fotoarchiv-mittelmann\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de\/ausstellungen\/fotoarchiv-mittelmann\/<\/a><\/p>\n<p>Fotoarchiv Mittelmann in der Sammlungsdatenbank des Stadtgeschichtliches Museums Leipzig<br \/><a href=\"https:\/\/www.stadtmuseum.leipzig.de\/ete?action=addFilter&amp;filter=web_intranet_doctype&amp;term=Fotoarchiv%20Mittelmann\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Fotoarchiv Mittelmann \u2013 Sammlungsdatenbank Museum<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.stadtmuseum.leipzig.de\/ete?action=addFilter&amp;filter=web_intranet_doctype&amp;term=Fotoarchiv%20Mittelmann\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">www.stadtmuseum.leipzig.de\/ete?action=addFilter&amp;filter=web_intranet_doctype&amp;term=Fotoarchiv%20Mittelmann<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr eine kommende Sonderausstellung bittet das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger um Mithilfe. 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