{"id":572910,"date":"2025-11-13T17:15:15","date_gmt":"2025-11-13T17:15:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/572910\/"},"modified":"2025-11-13T17:15:15","modified_gmt":"2025-11-13T17:15:15","slug":"deutschland-stagniert-bei-der-bekaempfung-von-kinderarmut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/572910\/","title":{"rendered":"Deutschland stagniert bei der Bek\u00e4mpfung von Kinderarmut"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Christian Adomnicai lebt am \u00e4u\u00dfersten Stadtrand von D\u00fcsseldorf. Sein Schulweg f\u00fchrt ihn durch die verschiedenen Ecken der Stadt. \u201eIch sehe die Unterschiede\u201c, sagt er. Mehr als 1,3 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind von Alltagsarmut betroffen. Adomnicai, heute 18 Jahre alt, war einer von ihnen. \u201eMan bekommt oft keinerlei Perspektive geboten\u201c, sagt er. Armut bedeute Einschr\u00e4nkung in jedem Bereich des Lebens.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Adomnicai ist einer von 23 Jugendlichen, die erstmals am j\u00e4hrlichen Unicef-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland mitgearbeitet haben. Der diesj\u00e4hrige Fokus lag, auch auf Wunsch der beteiligten Jugendlichen, auf Kinderarmut. Es fehlt oft schon an der Erf\u00fcllung grundlegender Bed\u00fcrfnisse, etwa vollwertige Mahlzeiten ein zweites Paar Schuhe. Zudem werden die betroffenen Kinder von sozialer Teilhabe ausgeschlossen, da sie sich etwa keinen Kinobesuch leisten k\u00f6nnen. Sie lesen im Durchschnitt weniger, treiben weniger Sport und treffen weniger Freunde.\n  <\/p>\n<p>            Nur in wenigen L\u00e4ndern in Europa klafft die Schere zwischen Arm und Reich so weit auseinander wie in Deutschland<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    F\u00fcr Familien g\u00e4be es zwar zus\u00e4tzliche finanzielle Hilfen, diese kommen jedoch h\u00e4ufig nicht bei den Betroffenen an. \u201eWir haben ein komplexes System mit vielen verf\u00fcgbaren Leistungen\u201c, sagt Sabine Walper, Direktorin des Deutschen Jugendinstituts. \u201eAber der Gro\u00dfteil kennt sie nicht, weil das System zu kompliziert ist.\u201c Laut Studien werden zwischen 37 und 56 Prozent der verf\u00fcgbaren Leistungen nicht abgerufen. Auch Michael Hose, CDU-Bundestagsmitglied und Vorsitzender der Kinderkommission, sieht das Problem. \u201eWir werden den Anforderungen an vielen Stellen finanziell gerecht, aber wir bekommen das Geld nicht an die Menschen\u201c, sagt er.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Nur in wenigen L\u00e4ndern in Europa klafft die Schere zwischen Arm und Reich so weit auseinander wie in Deutschland. Kinder aus \u00e4rmeren Familien werden im Schnitt weniger gef\u00f6rdert als Kinder aus reicheren Familien. Je j\u00fcnger die Heranwachsenden sind, desto st\u00e4rker ist die Auswirkung. \u201eFr\u00fchkindliche F\u00f6rderung richtet das Gleis aus f\u00fcr die sp\u00e4tere Entwicklung\u201c, erkl\u00e4rt Walper. Fr\u00fche Armut habe langfristige nachteilige Effekte, vor allem f\u00fcr die kognitive Entwicklung.\n  <\/p>\n<p>            Laut Pisa-Erhebung hat jedes vierte Kind in Deutschland Probleme beim lesen<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eDie L\u00f6sung ist offensichtlich\u201c, sagt Michael Hose. \u201eJe fr\u00fcher man Familien unterst\u00fctzt, desto besser ist das.\u201c Als Positivbeispiel nennt er das Startchancenprogramm, welches Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u00fcber die kommenden zehn Jahre rund 20 Milliarden Euro unterst\u00fctzt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Walper fordert, dieses Programm auf Kitas auszuweiten, damit Kinder so fr\u00fch wie m\u00f6glich in das Bildungssystem aufgenommen werden. Laut der letzten Pisa-Erhebung hat jedes vierte Schulkind Probleme beim Lesen \u2013 Tendenz steigend. Eine \u00e4hnliche Entwicklung ist bei der Digitalkompetenz zu beobachten. Im Jahr 2013 hatten 29 Prozent der Achtkl\u00e4sslerinnen und Achtkl\u00e4ssler Probleme im Umgang mit digitalen Medien. Inzwischen ist dieser Anteil auf 41 Prozent gestiegen. Bei Kindern aus Haushalten mit niedrigen Einkommen liegt der Wert noch h\u00f6her.\n  <\/p>\n<p>            Kinderarmut zeigt sich besonders deutlich auf dem Wohnungsmarkt <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Notlage armutsbetroffener Kinder in Deutschland versch\u00e4rft sich weiter, wenn man auf den Wohnungsmarkt blickt. Rund 44 Prozent der armutsgef\u00e4hrdeten Kinder in Deutschland leben in \u00fcberbelegten Wohnungen; viele Familien haben kein Geld, um zu heizen. Weitere 130.000 Kinder in Deutschland werden kommunal untergebracht, da sie sonst kein Dach \u00fcber dem Kopf h\u00e4tten.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Und auch gesundheitlich geht es Kindern und Jugendlichen in Deutschland zunehmend schlechter. Rund 40 Prozent gaben an, mehrmals die Woche unter k\u00f6rperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafproblemen zu leiden, ein H\u00f6chstwert. 2014 lag der Wert bei noch 24 Prozent.\n  <\/p>\n<p>            Jugendliche fordern mehr Mitbestimmung: Etwa bei der Wehrpflicht oder Bildungsthemen<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Neben all den d\u00fcsteren Nachrichten vermeldet der Bericht auch Positives: 87 Prozent der F\u00fcnf-bis Elfj\u00e4hrigen geben an, h\u00e4ufig oder sehr oft zu lachen. Zudem sind viele Kinder und Jugendliche insgesamt sehr zufrieden mit ihrem Leben, auch wenn der Wert mit steigendem Alter abnimmt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Neben Verbesserungen ihrer Lebenssituation fordern die am Bericht beteiligten Jugendlichen eines: Mitbestimmung. So auch die heute 19-j\u00e4hrige Carolina Dobras. \u201eIch hatte im letzten Jahr das Gef\u00fchl, etwas f\u00fcr die Gesellschaft machen zu wollen\u201c, sagt sie. \u00dcber Umwege ist sie schlie\u00dflich zur Unicef gekommen. \u201eEs braucht mehr Strukturen, die wirklich Einfluss auf Entscheidungen haben\u201c, fordert sie. Weder bei der Wehrpflicht noch bei Bildungsthemen werde ihre Generation gefragt, obwohl diese Themen sie direkt betreffen. \u201eEs wird f\u00fcr und nicht mit uns entschieden.\u201c\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Michael Stelzl<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Deutschland<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    UNICEF<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Christian Adomnicai lebt am \u00e4u\u00dfersten Stadtrand von D\u00fcsseldorf. 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