{"id":575293,"date":"2025-11-14T16:09:17","date_gmt":"2025-11-14T16:09:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/575293\/"},"modified":"2025-11-14T16:09:17","modified_gmt":"2025-11-14T16:09:17","slug":"ich-entdecke-immer-noch-neue-seiten-an-muenchen-und-seiner-kulturszene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/575293\/","title":{"rendered":"&#8222;Ich entdecke immer noch neue Seiten an M\u00fcnchen und seiner Kulturszene\u201d"},"content":{"rendered":"<p class=\"s5\">Am 14. November startet das <a href=\"https:\/\/www.future-storytellers.de\/de\/festival\/festival-of-future-storytellers\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">FOFS \u2013 Festival <\/a>of Future Storytellers. Das Leitungsduo <strong>Christoph Gr\u00f6ner und Julia Weigl<\/strong> haben f\u00fcr MUCBOOK mit der Schauspielerin <strong>Liliane <\/strong><strong>Amuat <\/strong>\u00fcber ihre Liebe zum Kurzfilm gesprochen. Was macht diese filmische Erz\u00e4hlform f\u00fcr sie aus, was begeistert sie am Theater und im Film. Und warum geht sie am 14. November zur feierlichen Er\u00f6ffnung des Festivals, obwohl sie eigentlich gerade in den Endproben zu ihrem neuen St\u00fcck am Residenztheater steckt. Denn da spielt sie die legend\u00e4re <a href=\"https:\/\/www.residenztheater.de\/stuecke\/detail\/pippi-langstrumpf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pippi Langstrumpf, <\/a>in der gleichnamigen Inszenierung.<\/p>\n<p><strong>Christoph Gr\u00f6ner: Liebe Liliane, du bist im Ensemble des Residenztheaters, spielst in vielen deutschen und Schweizer Kinofilmen, in TV-Produktionen und auch immer wieder in studentischen Kurzfilmen. Was interessiert dich am kurzen Format und immer wieder an jungen Produktionen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Liliane Amuat:<\/strong> Ich habe zwei wunderbare Regisseur:innen bei ihren Kurzfilmen kennen gelernt und habe dann anschlie\u00dfend auch bei ihren Langfilmen mitgewirkt: <strong>Lisa Blatter,<\/strong> die Regisseurin von <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/kultur\/film-serien\/portraet-einer-generation-wir-vergessen-uns-zu-besinnen-was-glueck-bedeutet\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201cSkizzen von Lou\u201d<\/a> und <strong>Micha Lewinsky<\/strong>, Regisseur von <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/kultur\/film-serien\/solothurner-filmtage-lotto-schwindeln-fuer-einen-guten-zweck\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201cLotto\u201d<\/a>. Man lernt sich ganz wunderbar bei der Arbeit an Kurzfilmen kennen, das sind meist kleine, intime Teams, die alles gemeinsam entwickeln. Und jetzt gerade habe ich auch wieder an einem ganz wunderbaren Kurzfilm, basierend auf Oskar Maria Graf, gespielt unter der Regie von Stefanie Reinhard, einer ganz tollen Kamerafrau.<\/p>\n<p><strong>Julia Weigl: W\u00fcrdest du also unterschreiben, dass der Kurzfilm an sich das experimentierfreudigere Format ist und die gr\u00f6\u00dfere Spielwiese f\u00fcr dich als Schauspielerin? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Liliane Amuat:<\/strong> Ja, auf jeden Fall! Ich sch\u00e4tze es unheimlich, dass man sich im Kurzfilm viel mehr ausprobieren kann. Man kann mutiger sein, experimenteller, auch mal Genre ausprobieren. Komischerweise wird die Freiheit oft weniger, je mehr Geld im Spiel ist, weil dann einfach mehr Menschen mitreden. Auch die kurze Erz\u00e4hlzeit f\u00fchrt manchmal dazu, dass man freier spielt und intuitiver arbeitet. Das gilt f\u00fcr uns Schauspieler ebenso f\u00fcr die Regie. Man kann sich in eine Idee dann voll reinwerfen.<\/p>\n<p>Das Leitungsteam von Filmfest M\u00fcnchen und FOFS, Christoph Gr\u00f6ner und Julia Weigl \u00a9 Joel Heyd \/ Filmfest M\u00fcnchen<\/p>\n<p><strong>Christoph: Ab welchem Zeitpunkt l\u00e4sst du dich auf ein Kurzfilmprojekt ein \u2013 mit all seinen Unw\u00e4gbarkeiten? Was reizt dich? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Liliane:<\/strong> Also das ist bei mir sehr instinktiv. Wenn ich ein Buch lese, ob die Geschichte etwas in mir ausl\u00f6st, mich ber\u00fchrt. Ber\u00fchren ist vielleicht gar nicht das richtige Wort, denn die Reaktionen sind ganz unterschiedlich: Manchmal ist es die Spannung, das Expirement oder ein ungew\u00f6hnliches Genre oder eine Figur, die man noch nie verk\u00f6rpern durfte. Manchmal ist es auch die Begegnung mit der Regisseurin oder dem Regisseur \u2013 und ich merke, dass sie f\u00fcr ihr Projekt so leidenschaftlich brennen, dass ich das einfach unterst\u00fctzen m\u00f6chte.<\/p>\n<p><strong>Julia: Kannst du dich an einen Kurzfilm erinnern, bei dem du gemerkt hast: Ah, da spiel ich jetzt gerade etwas ganz Neues oder Ungewohntes? Eine Rolle, die dich so richtig \u00fcberrascht oder gefordert hat\u2026<\/strong><\/p>\n<p><strong>Liliane<\/strong>: Vor ein paar Jahren habe ich in dem Kurzfilm <a href=\"https:\/\/www.swissfilms.ch\/de\/movie\/queen\/86ad930eb36a406ea54a198450cd29cb\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201cQueen\u201d<\/a> von <strong>Samuel Perriard<\/strong> mitgespielt \u2013 in den Schweizer Bergen. Darin habe ich eine Hirtin gespielt. Ansonsten bestand mein Gegen\u00fcber aus W\u00f6lfen und Schafen. Ein Film ganz ohne Dialog. An einem ganz besonderen Drehort. Das war eine tolle Erfahrung f\u00fcr mich und hat sehr gefordert und gereizt.<\/p>\n<p><strong>Christoph:<\/strong> <strong>Du kommst aus der Schweiz, hast mittlerweile seit ein paar Jahren einen Lebensmittelpunkt hier in M\u00fcnchen. Du bist dennoch sehr in der Filmszene in der Schweiz verwurzelt, wie das obere Filmprojekt zeigt. Gibt es aus deiner Sicht etwas, was die Z\u00fcrcher Szene von der M\u00fcnchner Szene unterscheidet?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Liliane:<\/strong> Gute Frage\u2026Also es ist tats\u00e4chlich so, dass die Schweizer Filmszene wirklich klein ist, was Fluch und Segen zugleich ist. Wir kennen uns alle sehr gut. Ella Rumpf, Luna Wedler, wir sehen uns immer wieder bei Castings und freuen uns sehr, uns zu sehen. Es ist eine richtig famili\u00e4re Atmosph\u00e4re bei vielen Dreharbeiten. Das ist in Deutschland schon anders oder auch bei internationalen Koproduktionen. Und nat\u00fcrlich machen sich manche in der Schweiz auch manchmal \u00fcber die B\u00fcrokratie in Deutschland lustig\u2026das geh\u00f6rt auch dazu.<\/p>\n<p>\n\t\t\t\u201cKunst als Ort f\u00fcr Fragen, Freiheit und Begegnung \u2013 daf\u00fcr sollten wir einstehen\u201d<\/p>\n<p><strong>Christoph: Was macht denn f\u00fcr dich das k\u00fcnstlerische Arbeiten in M\u00fcnchen aus, auch wenn B\u00fcrokratie immer wieder ein kleiner Stolperstein ist. Wie kreativ empfindest du dich hier und woraus ziehst du hier Inspiration?<br \/><\/strong><br \/><strong>Liliane:<\/strong> Also ich mag die Stadt tats\u00e4chlich immer mehr, je l\u00e4nger ich hier bin. Ich glaube, es sind jetzt sieben Jahre und ich entdecke immer wieder neue Seiten und lerne sie noch mehr lieben. Die Kreativszene ist gar nicht so gro\u00df, aber das ist auch das Sch\u00f6ne, weil man sich so an verschiedenen Orten sehr schnell vernetzt und es auch einen famili\u00e4ren Charakter bekommt. Ich w\u00fcnsche mir, dass die jungen Filmstudierenden noch mehr ins Theater kommen. Lasst uns die Kraft nutzen, die wir gemeinsam haben!<\/p>\n<p><strong>Julia:<\/strong> <strong>Das ist ein super Stichwort, wie wichtig ist dir der Austausch zwischen Theater und Film? Der Wechsel zwischen beiden Kunstsparten als Schauspielerin?<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Liliane:<\/strong> Ich bin sehr dankbar, beides machen zu k\u00f6nnen, weil ich sonst immer wieder das andere missen w\u00fcrde. Im Theater habe ich viel mehr in der Hand. An einem Theaterabend habe ich das Ganze in der Hand \u2013 ein Abend, eine Figur, eine Reise. Da spielt die Temperatur und Stimmung im Saal eine Rolle, die Energie, die zwischen mir und dem Publikum flie\u00dft. Ich bin im Moment, jedes Mal anders \u2013 und kann auf den Raum und die Leute reagieren.<\/p>\n<p>Im Film muss ich viel mehr abgeben, muss mich mehr zur Verf\u00fcgung stellen. Wir drehen die Szenen mehrfach, die Musik wird nachtr\u00e4glich erg\u00e4nzt, der Schnitt, die Postproduktion. Was beides vereint, ist das Gef\u00fchl, dass man zu einer Familie wird. Das vereint Theater und Film, B\u00fchne und Set. Gemeinsam werden bei Proben die Rollen erarbeitet, am Set gemeinsam am Feinschliff gearbeitet. Das liebe ich sehr, dass man so eine gemeinsame Sprache finden kann.<\/p>\n<p><strong>Julia:<\/strong> <strong>Da stimmen wir dir total zu. Deshalb erforschen wir nun seit ein paar Jahren die Synergien von Theater und Film, arbeiten beim FILMFEST M\u00dcNCHEN mit dem Residenztheater und den M\u00fcnchner Kammerspielen zusammen. Hast du das Gef\u00fchl, dass Filmfestivals und Theater eigentlich noch viel mehr zusammen geh\u00f6ren? Denn beides sind ja soziale Erfahrungen in einem konkreten Moment\u2026<br \/><\/strong><br \/><strong>Liliane:<\/strong> Auf jeden Fall! Ich denke, wir k\u00f6nnen viel voneinander lernen. Und gerade jetzt in dieser Zeit, wo ja so etwas wie ein Kulturkampf stattfindet, sollten wir zusammenhalten und daf\u00fcr einstehen, dass Kunst lebendig bleibt \u2013 als Ort f\u00fcr Fragen, Freiheit und Begegnung.<\/p>\n<p><strong>Christoph: Was macht denn f\u00fcr dich den sozialen Ort Filmfestival aus?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Liliane<\/strong> Filmfestivals sind f\u00fcr mich ein Ort der Begegnungen \u2013 im besten Fall in einem entspannten, offenen Rahmen. Und es geht f\u00fcr mich auch um Vielfalt, Inspirationen auf allen m\u00f6glichen Ebenen, Begegnungen mit unterschiedlichsten Filmen und Menschen. So entsteht das Gef\u00fchl, dass man gemeinsam etwas rei\u00dfen kann.<\/p>\n<p>Im Sommer hatte ich beim Filmfest M\u00fcnchen einen magischen Moment: Wir hatten unsere finale Jury-Besprechung und ich bin mit meinen beiden Jury-Kollegen Jan-Ole Gerster und Erol Afsin ins 25hrs Hotel gefahren. Dort sa\u00dfen wir gemeinsam in der Hotelbar, haben lange und hitzig \u00fcber die Filme diskutiert. Bis sp\u00e4t in die Nacht. Da habe ich gemerkt, da brennt Leidenschaft. Alle Filme haben was mit uns gemacht, uns ver\u00e4ndert, uns ber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Erolf Afsin, Liliane Amuat, Jan-Ole Gerster als Teil der F\u00f6rderpreis Jury im 25Hours Hotel anl\u00e4sslich des 42. FILMFEST M\u00dcNCHEN am 30.Juni 2025. Foto: Filmfest M\u00fcnchen , Ronny Heine\u00a0<\/p>\n<p><strong>Christoph: Jede Menge Begegnungen w\u00fcnschen wir uns auch f\u00fcr das Festival of Future Storytellers \u2013 dass es als Publikumsfestival wahrgenommen wird, dass viele M\u00fcnchner und M\u00fcnchnerinnen in die HFF M\u00fcnchen und ins Theatiner Kino str\u00f6men, um sich die jungen Kurzfilme anzusehen\u2026<br \/><\/strong><br \/><strong>Liliane<\/strong>: Das w\u00fcnsche ich mir auch. Es macht ja auch total Spa\u00df, weil es so eine Vielfalt hat. Kurzfilme schauen ist wie Kurzgeschichten lesen. Man kann sich in einem Programm auf viele unterschiedlichen Themen einlassen. Und jeder Film setzt ein anderes Schlaglicht, l\u00e4sst uns in eine andere Welt eintauchen\u2026<\/p>\n<p><strong>Julia:<\/strong> <strong>Du bist mit einer Figur wie Pippi Langstrumpf jetzt in den Endproben, die passt ja perfekt zu deinem Verst\u00e4ndnis von Niederschwelligkeit und Jugendlichkeit. Also ein Spiel mit einer Figur, die jeder kennt und nat\u00fcrlich auch der Versuch, dem Thema neue Nuancen und etwas Heutiges abzugewinnen, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Liliane: Ja, ich merke das tats\u00e4chlich auch, da melden sich jetzt Leute aus Wien und aus Z\u00fcrich, wo ich jeweils gelebt habe, die bisher nie nach M\u00fcnchen gekommen sind, um sich ein St\u00fcck anzuschauen. Pippi Langstrumpf, da haben viele einen anderen Zugang. Also wenn ich zum Beispiel mit Per\u00fccke und Kost\u00fcm in die Kantine komme, dann kommen schon mal die Leute aus der K\u00fcche her und alle sind viel freundlicher. Die Figur verbindet alle Schichten, das ist total sch\u00f6n, weil ganz viele Leute einen sehr emotionalen Zugang dazu haben. Anarchisch und feministisch!<\/p>\n<p><strong>Julia:<\/strong> <strong>Wir er\u00f6ffnen unser Festival of Future Storytellers und du bist dabei, was uns total freut, nur zwei Tage vor deiner Premiere \u2026<\/strong><br \/><strong>Liliane:<\/strong> \u2026 ich bin ja in den Endproben und bin jetzt einfach mal davon ausgegangen, dass wir dann durch sind mit den Abendproben. Hoffentlich! (lacht) Und das Festival ist doch wunderbar, um den Kopf durchzul\u00fcften.<\/p>\n<p>Festival-Atmosph\u00e4re in der HFF \/ Foto: Filmfest M\u00fcnchen , Ronny Heine\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 14. November startet das FOFS \u2013 Festival of Future Storytellers. 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