{"id":57684,"date":"2025-04-24T15:00:10","date_gmt":"2025-04-24T15:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/57684\/"},"modified":"2025-04-24T15:00:10","modified_gmt":"2025-04-24T15:00:10","slug":"klandestin-endlich-ein-neuer-film-mit-barbara-sukowa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/57684\/","title":{"rendered":"&#8222;Klandestin&#8220;: Endlich ein neuer Film mit Barbara Sukowa"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Nat\u00fcrlich will man vor allem die Sukowa endlich wiedersehen und ihre Stimme h\u00f6ren. Die Schauspielerin Barbara Sukowa ist nun 75, jedenfalls kalendarisch, sie hat in ihren Filmen seit der Mitte der 1970er-Jahre wie keine andere K\u00fcnstlerin die deutsche Geschichte gespielt, in ihren weiblichen Auspr\u00e4gungen: vom Mittelalter bis kurz vor der Gegenwart. Sie war Hildegard von Bingen, Rosa Luxemburg, Hannah Arendt, eine RAF-Terroristin. Sie hat die Visionen, die Sehnsucht, den Terror und die Liebe zur Vernunft verk\u00f6rpert, in ihren diversen deutschen Variationen. Und immer, in allen Rollen, klang ihre Stimme ein wenig gepresst, ein Klang, an dem man die Sukowa erkennt, etwas Raues, das durch den Riss zwischen ihrer H\u00e4rte und ihrer Weichheit nach au\u00dfen dringt, unverwechselbar.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Jetzt kann man diese Frau wiedersehen, nun steht sie im Fokus einer brennend aktuellen deutschen Geschichte, Migrationspolitik, europ\u00e4ische Werte, und in ihr schie\u00dft zusammen, was bisher Sukowas Filmbiografie gepr\u00e4gt hat, nun aber alles zugleich: die Visionen, der Terror, die Sehnsucht, die Liebe zur Vernunft. Im Politthriller Klandestin von Angelina Maccarone herrscht die Gegenwart pur, vom ersten Bild an. Da ist die Skyline von Frankfurt am Main zu sehen, beherrscht durch die Banken, erleuchtet, eine Detonation zerrei\u00dft die Nacht, Blaulicht, Sirenen, das Fernsehen vermutet live: ein Terroranschlag, wohl Islamisten.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Unverz\u00fcglich macht der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/film\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Film<\/a> dann vier Menschen als ein Geflecht ineinander verschlungener Biografien erkennbar, die Bez\u00fcge werden pointiert aufgebaut. Am Bildschirm in ihrem Apartment sitzt die konservative Europa-Politikerin Tilda Marquardt allein vor den Nachrichten, das ist die Sukowa, ihr alter Freund Rick (Lambert Wilson) ruft sie an, ein Londoner K\u00fcnstler, der sich gerade, Szenenwechsel, in Nordafrika aufh\u00e4lt und wegen der Terrornews in Sorge um sie ist. Ebenso alarmiert, n\u00e4chster Cut, sehen wir eine junge marokkanische Frankfurterin im Bus telefonieren, das ist die Juristin Amina (Banafshe Hourmazdi). Und dann, unvermittelt, noch ein Schnitt, ist da Malik (Habib Adda), ein sch\u00f6ner arabischer Junge, Model des K\u00fcnstlers, er l\u00e4sst sich von Rick nach Europa schmuggeln, ohne dessen Wissen im Lieferwagen versteckt. Nur wenige Filmminuten sind vergangen, und man wei\u00df: Diese vier Menschen werden einander zum Schicksal werden. Rick will weiter nach London, liefert den Illegalen Malik in Frankfurt bei Tilda ab, irgendwo muss der ja wohnen, und Amina, als Assistentin der Politikerin, wird die Einzige sein, die nach L\u00f6sungen sucht, um die Trag\u00f6die aufzuhalten, die unaufhaltsam scheint.\n<\/p>\n<p>    <a class=\"volume-teaser__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/17\/index?utm_campaign=wall_abo&amp;utm_content=premium_packshot_cover_zei&amp;utm_medium=fix&amp;utm_source=zeitde_zonpme_int&amp;wt_zmc=fix.int.zonpme.zeitde.wall_abo.premium.packshot.cover.zei\" title=\"Zur Ausgabe 17\/2025\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"volume-teaser__media-item volume-teaser__media-item--landscape\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/1745506810_308_original__120x85.jpeg\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"86\"\/><\/p>\n<p>        Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 17\/2025. Hier k\u00f6nnen Sie die gesamte Ausgabe lesen.<\/p>\n<p>            Ausgabe entdecken<\/p>\n<p>    <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Es sind diese vier Geschichten, die immer wieder in Tildas Frankfurter Apartment zusammenlaufen, und Angelina Maccarone erz\u00e4hlt sie nacheinander, wir bewegen uns also in Wiederholungen, Versionen, L\u00fccken, Perspektivwechseln und Wahrnehmungsverschiebungen durch den Stoff dieses Thrillers.\n<\/p>\n<p>Z+<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2025-04\/wirtschaftswachstum-deutschland-prognose-robert-habeck-konjunktur\" data-ct-label=\"Wirtschaftswachstum in Deutschland: Null Komma null, und trotzdem gut gelaunt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Wirtschaftswachstum in Deutschland:<br \/>\n                        Null Komma null, und trotzdem gut gelaunt<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/familie\/2024-05\/namensrecht-neu-aenderungen-freiheiten-faq\" data-ct-label=\"Namensrecht: Was ab Mai beim Nachnamen erlaubt ist\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Namensrecht:<br \/>\n                        Was ab Mai beim Nachnamen erlaubt ist<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/17\/der-blinde-fleck-stephan-lebert-louis-lewitan-nationalsozialismus-geschichte-familie\" data-ct-label=\"&quot;Der blinde Fleck&quot; von Stephan Lebert und Louis Lewitan: Das untertunnelte Land\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    &#8222;Der blinde Fleck&#8220; von Stephan Lebert und Louis Lewitan:<br \/>\n                        Das untertunnelte Land<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Aber in allen Versionen der Geschichte bezieht der Stoff seine emotionale Hochspannung aus den Sehns\u00fcchten, die diese vier Menschen treiben: Malik zieht es existenziell nach Europa, um f\u00fcr die Familie etwas Geld zu verdienen. Den alternden Rick zieht es zu diesem jungen Mann und dessen Lebendigkeit. Die Politikerin Tilda in ihrem st\u00e4hlernen Geh\u00e4use der Macht sehnt sich nach N\u00e4he, raus aus der Einsamkeit, und die ehrgeizige Juristin Amina, eine alleinerziehende Mutter, wird von einer vitalen Sehnsucht nach Gerechtigkeit getrieben \u2013 f\u00fcr sich selbst, aber eben auch f\u00fcr den jungen Illegalen, der von einer Not in die n\u00e4chste ger\u00e4t, w\u00e4hrend die besten Anw\u00e4lte den Schutz der deutschen Politikerin \u00fcbernehmen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zuletzt rollt die Sukowa im Dienstwagen aus dem Bild, unbelangbar, wie zum Klischee des doppelz\u00fcngigen Europa erstarrt, und pl\u00f6tzlich wirkt sie, als ziehe sie sich raus aus der deutschen Geschichte, die sie seit Jahrzehnten gespielt hat. Es reicht. In den Fokus r\u00fcckt eine andere, die junge Juristin, die sich nun dem ewigen Ringen um die Menschlichkeit stellt. Wie einst Hildegard von Bingen, Rosa Luxemburg, Hannah Arendt. Die n\u00e4chste Frau, bitte, denkt man unwillk\u00fcrlich, noch ein Versuch mit der deutschen Geschichte. Dieser Versuch ist zugewandert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nat\u00fcrlich will man vor allem die Sukowa endlich wiedersehen und ihre Stimme h\u00f6ren. 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