{"id":577305,"date":"2025-11-15T11:16:17","date_gmt":"2025-11-15T11:16:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/577305\/"},"modified":"2025-11-15T11:16:17","modified_gmt":"2025-11-15T11:16:17","slug":"krach-unter-hundehaltern-endet-erneut-mit-bewaehrungsstrafe-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/577305\/","title":{"rendered":"Krach unter Hundehaltern endet erneut mit Bew\u00e4hrungsstrafe \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Martin Berger* hoffte, aus der Nummer herauszukommen, doch auch in zweiter Instanz schenkte ihm das Gericht keinen Glauben: Der 36-J\u00e4hrige aus einem kleinen s\u00e4chsischen Dorf stand wegen gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung, Sachbesch\u00e4digung und N\u00f6tigung vor Gericht, weil er 2022 einen Mann und dessen PKW attackiert haben soll. Vorangegangen war ein Streit, nachdem der Dackel seines Kontrahenten offenbar durch den Australian Shepherd des Angeklagten verletzt worden war.<\/p>\n<p>Es ist mal wieder ein Fall, der zeigt, wie schnell eine routinierte Alltagssituation aus dem Ruder laufen, mit Polizei und vielleicht einem Gerichtsprozess enden kann: Am 26. Juli 2022 waren zwei Hundehalter in einer nords\u00e4chsischen Gemeinde aneinandergeraten. Weil Martin Berger laut Aktenlage seinen Kontrahenten Klaus Schmidt* k\u00f6rperlich angriff und verletzte, erhielt er einen Strafbefehl, gegen den er in Widerspruch ging.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/1b45d9f129b145899275dc76cc04c0a1.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/faelle-unfaelle\/2025\/11\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/faelle-unfaelle\/2025\/11\/1\"\/><\/p>\n<p>Ein Amtsgericht verurteilte den heute 36-J\u00e4hrigen daraufhin zu sieben Monaten Haft auf Bew\u00e4hrung, er legte Rechtsmittel ein. Nun musste das Leipziger Landgericht erneut \u00fcber den Fall entscheiden.<\/p>\n<p>\u201eDer Hund hat aufgequiekt und gejault\u201c<\/p>\n<p>Der mutma\u00dfliche Grund f\u00fcr die Auseinandersetzung der M\u00e4nner, die sich bis dato nicht kannten: Helge, der geliebte Familiendackel der Schmidts, war bei einer unfriedlichen Begegnung mit Martin Bergers Australian Shepherd verletzt worden. Der Tierarzt stellte sp\u00e4ter eine erhebliche Bissverletzung im Brustkorb von Helge fest, die chirurgisch versorgt wurde, der kleine Dackel bekam Antibiotika und Schmerzmittel.<\/p>\n<p>Doch wie genau lief das Geschehen ab? Laut \u00dcberzeugung der Staatsanwaltschaft begegneten sich die Hunde am 26. Juli 2022 gegen 17:30 Uhr auf einer Wiese, wo Dennis Schmidt* (damals 23), Klaus Schmidts Sohn, Helge spazieren f\u00fchrte. Nach dem Anschnuppern soll Martin Bergers 20 Kilogramm schwerer Australian Shepherd zugeschnappt und dem k\u00f6rperlich unterlegenen Dackel eine Verletzung beigebracht haben. \u201eAuf einmal hatten sie sich ein bisschen gerangelt, der Hund hat aufgequiekt und gejault\u201c, wird Dennis Schmidt sp\u00e4ter als Zeuge im Leipziger Landgericht aussagen.<\/p>\n<p>Er habe seinen Vater informiert, der daheim beim Rasenm\u00e4hen war und umgehend per Auto zum Ort des Geschehens kam. Dort stellte er Martin Berger zur Rede, so der 54 Jahre alte Klaus Schmidt, forderte seine Personalien.<\/p>\n<p>Doch laut Anklage habe Martin Berger verhindern wollen, dass er f\u00fcr den Vorfall zur Rechenschaft gezogen wird. Deswegen sei er aggressiv geworden, habe beleidigt, herumgeschrien und mit einem \u201eDas geht dich nichts an!\u201c jede Auskunft verweigert. Als sein Gegen\u00fcber ank\u00fcndigte, die Polizei zu rufen, soll die Situation komplett eskaliert sein.<\/p>\n<p>Hundehalter bestreitet Aggression und spricht von Bedrohung<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Anklage davon ausging, dass Martin Berger Klaus Schmidt durch die ge\u00f6ffnete Autot\u00fcr am Hals packte, um ihn am Notruf zu hindern, seinen linken Arm einquetschte und mit der Hundeleine gegen den PKW schlug, stellte der Angeklagte die Situation vor Gericht etwas anders dar.<\/p>\n<p>Er habe von einer blutigen Bissverletzung bei Dackel Helge nichts mitgekriegt, seinen eigenen Hund sofort weggezogen. Dennis Schmidt habe den Dackel hochgehoben und sich entfernt. \u201eIch fragte ihn noch, ob alles in Ordnung ist, bekam keine Antwort. Das war in dem Moment f\u00fcr mich erledigt.\u201c Als Klaus Schmidt kurze Zeit sp\u00e4ter im Auto an ihn heranfuhr, habe er das erst gar nicht mit der Hundebegegnung in Zusammenhang gebracht.<\/p>\n<p>Doch der \u00e4ltere Familienvater soll ihn sofort als \u201eArschloch\u201c beleidigt und aggressiv gefragt haben, wer er sei. Die Besch\u00e4digung an Schmidts Wagen und die Quetschung an seinem Arm \u2013 der Selbst\u00e4ndige war bis 5. August 2022 krankgeschrieben \u2013 k\u00f6nne er sich nicht erkl\u00e4ren, sagte Martin Berger. Er sei auf keinen Fall gewaltt\u00e4tig gewesen, beteuerte er am Leipziger Landgericht. Noch am selben Abend habe ein muskul\u00f6ser Mann ihn damals auf seinem Grundst\u00fcck aufgesucht und bedroht, erkl\u00e4rte der Angeklagte schlie\u00dflich.<\/p>\n<p>Gericht glaubt Angeklagtem nicht und best\u00e4tigt Schuldspruch<\/p>\n<p>Klaus Schmidt soll sp\u00e4ter auf eigene Faust nach dem mutma\u00dflichen T\u00e4ter recherchiert und dessen Namen \u00fcber mehrere Ecken herausbekommen haben: \u201eIch kannte viele aus dem Dorf, bin dort aufgewachsen. Aber ihn kannte ich nicht.\u201c<\/p>\n<p>Nach zwei Tagen ausgiebiger Hauptverhandlung, bei der Zeugen jedes Detail noch einmal schilderten und Gutachter ihre Berichte erstatteten, wurde Martin Berger am Leipziger Landgericht nach dem verlorenen ersten Prozess jetzt erneut verurteilt: Lediglich sein Strafma\u00df senkte die 9. Kammer leicht herab, von sieben Monaten auf sechs Monate, ausgesetzt zur Bew\u00e4hrung.<\/p>\n<p>Gegen das Urteil kann noch Revision eingelegt werden.<\/p>\n<p>*Alle Personennamen wurden f\u00fcr diesen Artikel ge\u00e4ndert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Martin Berger* hoffte, aus der Nummer herauszukommen, doch auch in zweiter Instanz schenkte ihm das Gericht keinen Glauben:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":577306,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,30,138795,682,4933,71,25627,2552,859],"class_list":{"0":"post-577305","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-hundehaltung","12":"tag-koerperverletzung","13":"tag-landgericht","14":"tag-leipzig","15":"tag-prozessbericht","16":"tag-sachbeschaedigung","17":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115553435649911773","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/577305","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=577305"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/577305\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/577306"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=577305"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=577305"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=577305"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}