{"id":577572,"date":"2025-11-15T13:58:17","date_gmt":"2025-11-15T13:58:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/577572\/"},"modified":"2025-11-15T13:58:17","modified_gmt":"2025-11-15T13:58:17","slug":"flatrate-bei-abundo-all-inclusive-fuer-die-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/577572\/","title":{"rendered":"Flatrate bei Abundo: All inclusive f\u00fcr die Kultur"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/nacht-der-museen-100.jpg\" alt=\" Besucher stehen bei der Langen Nacht der Museen auf der Museumsinsel in Berlin Schlange.\" title=\" Besucher stehen bei der Langen Nacht der Museen auf der Museumsinsel in Berlin Schlange. | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 15.11.2025 12:43 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>F\u00fcr 29 Euro im Monat kann man bei der Plattform Abundo unbegrenzt Kulturerlebnisse buchen. Doch wie ist ein Angebot zu diesem Preis m\u00f6glich, und was haben das Publikum und die Kulturorte davon?<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Von Anja Herr, Marie Kaiser und Franziska Walser, rbb<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine englische Comedy-Show auf einem Boot auf der Spree, das Ballett &#8222;Der Nussknacker&#8220; im Metronom Theater Oberhausen oder ein Chorkonzert in der Hamburger Laeiszhalle: Ein Blick in die Abundo-App zeigt Kultur in ihrer ganzen Bandbreite. Gegr\u00fcndet wurde die Kulturflatrate Abundo 2018 in Stockholm. Vor drei Jahren er\u00f6ffnete Abundo in Berlin den ersten deutschen Ableger. Seit 2024 gibt es das Angebot auch in Hamburg. Im Oktober 2025 kam K\u00f6ln als dritte Gro\u00dfstadt dazu. In Zukunft sollen noch weitere Regionen folgen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die gr\u00f6\u00dfte Reichweite hat Abundo im Moment in Berlin. Nach Angaben des Unternehmens nutzen dort 4.000 Menschen das Kulturabo aktiv. Die Kunden seien eher jung und noch nicht auf eine Spielst\u00e4tte oder ein Genre festgelegt, sagt Domique Keufen von Abundo Deutschland. Viele seien zwischen 25 und 35 Jahre alt, neu nach Berlin gezogen und vom gro\u00dfen Kulturangebot \u00fcberfordert. Eine wachsende Gruppe seien auch \u00e4ltere Nutzer, die, nachdem die Kinder ausgezogen sind, wieder regelm\u00e4\u00dfig ausgehen wollen.<\/p>\n<p>    Theater k\u00f6nnen leere Pl\u00e4tze f\u00fcllen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Idee hinter Abundo: Durch die bereits gezahlte Flatrate seien Nutzer*innen eher bereit, etwas Neues auszuprobieren, w\u00e4hrend man bei einem Theaterticket f\u00fcr 50 Euro lieber auf Nummer sicher geht. F\u00fcr die H\u00e4user hat die Spontanit\u00e4t Vorteile: Sie k\u00f6nnen neue Zielgruppen erreichen und zugleich kurzfristig leere Pl\u00e4tze f\u00fcllen. &#8222;Wir nutzen Abundo wirklich als sehr zielgerichtetes Tool, um Tage, wo wir noch nicht ganz ausverkauft sind, ein kleines bisschen aufzuf\u00fcllen&#8220;, sagt Hendrik Frobel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Cham\u00e4leon-Theaters in den Hackeschen H\u00f6fen in Berlin. Das Cham\u00e4leon-Theater hat sich auf zeitgen\u00f6ssischen Zirkus spezialisiert &#8211; ein Genre, das viele Kulturinteressierte noch gar nicht auf dem Schirm haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Welche Tickets bei Abundo landen, h\u00e4nge vom Wochentag ab, sagt Frobel. Manchmal bekomme man f\u00fcr den Flatratepreis Tickets, die sonst 60 Euro kosten. An anderen Tagen stellt das Theater gar keine Tickets zur Verf\u00fcgung. Nach Informationen von Abundo sind die Veranstalter v\u00f6llig frei zu entscheiden, ob und wie viele Tickets sie abgeben wollen. Es gibt also keine Vertr\u00e4ge, die Kontingente oder Exklusivit\u00e4t regeln. Das best\u00e4tigen mehrere Theater auf Nachfrage des rbb.<\/p>\n<p>    Was verdienen die Veranstalter?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Gegenzug wissen die H\u00e4user aber auch nicht vorab, wie viel Geld sie \u00fcber die Plattform verdienen. Die Abrechnung erfolgt monatsweise und ist abh\u00e4ngig von den Abo-Einnahmen im jeweiligen Zeitraum. Wobei auch ber\u00fccksichtigt wird, wie teuer eine Veranstaltung im regul\u00e4ren Verkauf w\u00e4re, sagt Keufen, der bei Abundo f\u00fcr die Betreuung der Kulturpartner zust\u00e4ndig ist. Wenn man eine Opernkarte anb\u00f6te, bekomme man mehr raus, als wenn es eine Comedy-Veranstaltung sei, die sonst acht Euro gekostet h\u00e4tte, sagt Keufen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Frobel vom Cham\u00e4leon Theater kooperiert seit drei Jahren mit Abundo und sagt, dass er f\u00fcr die Tickets, die er an die Plattform abgibt, im Schnitt 20 bis 30 Prozent des regul\u00e4ren Preises an der Abendkasse bekommt: &#8222;Ich w\u00fcrde mir auf jeden Fall mehr Transparenz w\u00fcnschen&#8220;, sagt Hendrik Frobel. &#8222;Und ich w\u00fcrde mir nat\u00fcrlich auch w\u00fcnschen, dass der Anteil ein bisschen h\u00f6her ausf\u00e4llt.&#8220;<\/p>\n<p>    Abundo: Mehr Sichtbarkeit und neue Zielgruppen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Keufen argumentiert dagegen, Abundo bringe Geld in die Kulturindustrie, das vorher nicht da war. Menschen, die vorher nicht viel Geld f\u00fcr Kultur ausgegeben h\u00e4tten, w\u00fcrden mit Abundo monatlich Geld in Veranstaltungen investieren. Und sie binden sich, nach einer Phase des Ausprobierens, vielleicht langfristig an einen Spielort: &#8222;In dem Moment, wo sie merken, Theater ist mein Ding, gehen die auch r\u00fcber zu den Theatern&#8220;, glaubt Keufen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Abundo wirbt also damit, dass Kulturveranstalter \u00fcber die Plattform mehr Sichtbarkeit und neue Zielgruppen erreichen. Menschen, die dann irgendwann auch bereit seien, den vollen Ticketpreis statt einer Flatrate von 29 Euro zu zahlen. Ob das letztlich funktioniert, ist unklar. Frobel hat bisher nicht den Eindruck, dass durch Abundo neues Stammpublikum ins Theater findet.<\/p>\n<p>    Kultur-H\u00e4user k\u00f6nnten sich auch schaden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jens F\u00f6rderer forscht an der Universit\u00e4t Mannheim zu Plattform\u00f6konomie und hat unter anderem das Gesch\u00e4ftsmodell von Urban Sports untersucht. Auch hier k\u00f6nnen Nutzerinnen und Nutzer f\u00fcr vergleichsweise wenig Geld t\u00e4glich ein anderes Fitness- oder Yogastudio etc. besuchen. Die Flatrate ist inzwischen so etabliert, dass Urban Sports seine Marktmacht nutzen kann, um zum Beispiel die Auszahlungen an Studios zu senken und Profite zu maximieren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass eine Kultur-Flatrate eine \u00e4hnliche Marktmacht erreichen kann, h\u00e4lt der Forscher f\u00fcr unwahrscheinlich. Die Margen seien in der Kultur geringer, die Vertriebswege vielf\u00e4ltiger, die potenzielle Zielgruppe kleiner. Trotzdem k\u00f6nne es sein, dass H\u00e4user sich langfristig selbst schaden, wenn sie Tickets \u00fcber die Plattform abgeben: &#8222;Wenn Dauerkarteninhaber sagen: &#8218;Wir gehen stattdessen zu Abundo&#8216;, w\u00e4re das das, was wir einen Kannibalisierungseffekt nennen&#8220;, meint der Forscher. So erkl\u00e4rt sich, warum viele Berliner Theater nicht offensiv damit werben, dass es ihre Tickets auch bei Abundo gibt.<\/p>\n<p>    Voller Elan buchen &#8211; und dann doch aufs Sofa<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00f6rderer vermutet, dass sich Abundo auch \u00fcber die Nutzerinnen und Nutzer rechnet, die voller Elan ein Kulturabo buchen, aber am Ende doch auf dem Sofa sitzen bleiben. Das sei dieselbe Logik wie bei Fitnessstudios: Viele buchen motiviert im Januar eine Jahresmitgliedschaft, gehen aber schon im Sommer nicht mehr hin. Denkbar sei auch, dass Abundo plane, sein Gesch\u00e4ftsmodell auf andere Bereiche auszuweiten. In Schweden kann man \u00fcber Abundo zum Beispiel auch Karten f\u00fcr Fu\u00dfballspiele buchen. Au\u00dferdem gibt es ein Streamingangebot f\u00fcr Kulturevents.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 15.11.2025 12:43 Uhr F\u00fcr 29 Euro im Monat kann man bei der Plattform Abundo unbegrenzt Kulturerlebnisse buchen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":577573,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[138841,331,332,3364,29,30,13,80,14,15,12],"class_list":{"0":"post-577572","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-abundo-flatrate","9":"tag-aktuelle-nachrichten","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-kultur","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115554073095074208","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/577572","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=577572"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/577572\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/577573"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=577572"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=577572"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=577572"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}